Teneriffa – Kanarische Inseln 2017 / 2018

4. - 17. Januar 2018

Rückkehr in Teneriffas Westen

Am 4. Januar gingen unsere zwei Wochen auf der ursprünglichsten Insel der Kanaren, El Hierro, bereits wieder zu Ende und wir nahmen die Mittagsfähre in einer ruhigen Überfahrt zurück nach Teneriffa. Diesmal war keine andere Fähre im Hafen von Los Cristianos und unsere Fähre war auch nicht voll, so dass wir den Ort diesmal zügig verlassen konnten.

Die Fahrt nach Guía da Isora dauerte nur rund 25 Minuten und wir erreichten unser Apartment hoch über der Küste recht schnell. Wir wurden dort bereits von unseren Gastgebern erwartet, die uns das Anwesen zeigten. Der kleine Anbau am Haupthaus besteht aus einer grossen Wohnküche mit Sitzecke und deutschem SAT TV Empfang, sehr gutem Internet und einem geräumigen Schlafzimmer, an das sich das Bad anschliesst. Vor dem Haus befindet sich ein kleiner Sitzplatz, wo wir gern zu Mittag assen und auch frühstückten, wenn es nicht zu frisch war. Der Garten und Pool der Eigentümer kann von den Gästen mitbenutzt werden, aber dafür war es um diese Jahreszeit in der Höhe definitiv zu kühl.

Wir hatten im Apartment 13 Nächte gebucht und das Einzige, was uns negativ auffiel, war der fehlende Service. Bei so einer langen Zeit hätten wir eine Zwischenreinigung erwartet bzw. zumindest das Bereitstellen von Putzmaterial. Ausserdem mussten wir alle 4 Tage nach frischen Hand- und Geschirrtüchern fragen. Ob die Eigentümer wohl auch 14 Tage in derselben Bettwäsche schlafen, nie die Handtücher wechseln und nicht reinigen? Etwas mehr Bereitschaft zur Gastfreundschaft und Service wäre wirklich Willkommen gewesen.

Diashow Apartment Guía de Isora (Klick für grössere Bilder):

Wir liessen den ersten Abend bei einem Glas Wein von der Terrasse aus mit Blick hinüber nach La Gomera und El Hierro in der Ferne ausklingen.

Teide Nationalpark – der erste Abend

Am ersten Morgen war ich früh wach und genoss den Sonnenaufgang mit Blick nach La Gomera bei einer Tasse Kaffee. Wahnsinn wie klar und nah die Nachbarinsel an diesem Tag war!

Wir haben den Teide Nationalpark bisher immer mehr vom Südosten aus über die Izana Zufahrt erkundet und wollten uns nun in den knapp 14 Tagen ausführlich der Westseite widmen. Unsere Basis zwischen Guía de Isora und Chío war daher ideal, denn wir brauchten zu den verschiedenen Punkten nur zwischen 20 und maximal 50 Minuten Anfahrt. Die längste Anfahrt war durch die Cañadas bis zum Parador, wo wir aber nur zwei Mal waren.

Denn gleich am ersten Abend fanden wir einen wunderbaren Standpunkt mit atemberaubenden Blicken zum Teide, der von hier wie ein Bilderbuchvulkan aussieht – einfach grossartig! Das Sonnenuntergangslicht raubte uns schier den Atem : der Teide und die Lava schienen förmlich rot zu glühen und die Farben waren so intensiv, dass ich befürchtete, der Rotkanal des Sensors würde explodieren ! So glühte der Teide und auf der anderen Seite senkte sich die Sonne über La Gomera und dem Wolkenmeer! Es war einfach der Wahnsinn, aber seht selbst:

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Im Sturm an der Wolkengrenze

Der nächste Tag brachte uns dann wieder etwas ganz Neues! War es gestern noch angenehm warm mit wenig Wind gewesen, so blies heute ein richtiger Sturm und die Wolken bewegten sich auf einer Obergrenze um die 1.800 Meter . An Stativaufbau war bei dem Sturm nicht zu denken und so versuchten wir das Beste aus der Situation zu machen und parkierten das Auto im Windschatten und fotografierten aus der Hand.

Die Wolken versuchten immer wieder den Teide Gipfel zu überwinden, doch die Wetterscheide verhinderte dies stetig. Die Passatwolken hatten eine Menge Feuchtigkeit in sich und so bildete sich ein sagenhafter Regenbogen, der sich komplett über den Pico del Teide spannte ! Was für ein Anblick und ich war froh, dass ich die Aufnahmen im Windschatten des Autos aus der Hand halten konnte.

Die Berge auf der anderen Seite verschwanden im Nebel und tauchten immer wieder kurz auf. Im Gegenlicht leuchteten sie für einen Augenblick herrlich golden und wieder war es einer dieser magischen Teide Momente! Zum Abschluss zog sich der Vulkan fast vollständig frei und die Wolken sanken so weit, dass das allerletzte blutrote Licht der Sonne auf den Teide schien. Wahnsinnsfarben auf einem Wahnsinnsvulkan!

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Kiefern im Lavafeld

Die Kiefern am Mirador de Sámara sind immer wieder ein beliebtes Motiv und auch wir konnten uns der Faszination nicht entziehen. Die frischen gelb-grünen Farben der kanarischen Kiefer im Kontrast zur braun-roten Lava und dem knallblauen Himmel ist einfach immer wieder ein Hammer. Leider hatten wir trotz vieler Wolken nie das Glück von etwas Farbe über dem Teide, doch auch so waren wir mit unserer Ausbeute und dem Erlebnis mehr als glücklich.

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Ein Nachmittag am Meer

Die Sehnsucht nach dem Meer liess uns aber bei all der Begeisterung für den Teide auch nicht los und so verbrachten wir einen Nachmittag an der Küste von Alcalá, wo man nebenbei im Restaurant Saúco noch hervorragend essen kann – wenn man denn einen Platz ergattern kann, was gar nicht so einfach ist .

In den Bergen war es an dem Tag sehr stürmisch und wir hätten dort eh nichts machen können. Doch am Strand ging so gut wie kein Lüftchen und es war herrlich warm im letzten Sonnenlicht.

Wir fanden eine schöne Stelle, wo die Wellen der abziehenden Flut immer noch über eine Felskante spülten und eine schöne Fliessbewegung kreierten. So spielte ich dort mit verschiedenen Verschlusszeiten und Gerd fing das letzte Licht hinter La Gomera ein.

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Knapp über dem Wolkenmeer

Wir nahmen uns tagsüber viel Zeit, um die verschiedenen Ecken der Teide Westseite kennenzulernen und fanden dann an einem Tag diese fantastische Stelle. Nach einem kurzen Spaziergang boten sich uns grossartige Blicke auf den Bilderbuchvulkan mit jungen Kiefern im Vordergrund. An diesen Farben werde ich mich in diesem Leben nicht mehr sattsehen können!

Die Wolkengrenze war an diesem Nachmittag absolut ideal und wir konnten als Zugabe noch einen wunderbaren Sonnenuntergang über dem Wolkenmeer mit den markanten Kiefern fotografieren . Die Farben waren wieder mal sensationell und als wäre das noch nicht genug, leuchtete der Teide in der blauen Stunde nochmal intensiv in Rosa- und Blautönen. Und wieder einmal lieferte uns der Teide Nationalpark unzählige Wow-Momente an einem einzigen Nachmittag!

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Der markante Felsen

Diese interessante Lavaformation war nicht schwer zu finden, wenn man mit offenen Augen durch die faszinierende Vulkanlandschaft am Teide wandert. Wir verbrachten dort einen Morgen und mehrere Nachmittage und entdeckten immer wieder neue Bildkompositionen und Blickwinkel. Diese bizarren Lavaformen sind ein Wunder der Natur und unfassbar, wie abwechslungsreich sie sein können. Speziell dieser Lavafinger hatte es mir angetan und ich versuchte mein Bestes, ihm gerecht zu werden und gebührend in Szene zu setzen.

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Die Nasenlöcher des Teide

Die Narices del Teide entstanden unterhalb des Pico Viejo beim letzten Ausbruch im September des Jahres 1798. Die drei Ausbruchskrater sind deutlich zu erkennen und an den Flanken des Vulkans wälzt sich aus circa 2.500 Meter Höhe eine breite Spur schwarzer erstarrter Lava hinab.

Der Parkplatz des Miradors wird mittlerweile gern von mehreren grossen Ausflugsbussen zum Sonnenuntergang genutzt und dementsprechend trubelig ist es dann, wenn circa 100 Menschen mit Decken, Kaffee, Bier oder Prosecco bewaffnet den Mirador bevölkern . Aber zum Glück ist die Gegend durch die angelegten Wanderwege gut erschlossen und man findet schnell ein ruhiges Plätzchen. Ausflugstouristen scheinen sich nicht gern zu bewegen und entfernen sich von ihren Bussen nur in Notfällen .

Zum Sonnenuntergang leuchtet der Vulkan wieder in herrlich intensivem Rot und die Nasenlöcher kommen gut zur Geltung. Auf der anderen Seite hat man zum einen die markanten Montaña Chío sowie einen wunderbaren Blick über das Lavafeld mit den Kiefern über das Wolkenmeer Richtung La Gomera und El Hierro. Wir verbrachten dort einige Abende und es ergaben sich immer wieder neue Ansichten und Stimmungen.

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Narices del Teide

Blaue Stunde, Sterne & Sonnenaufgang

Kaum ist die Sonne untergegangen, verschwinden die Ausflugsbusse schlagartig und es kehrt wieder Ruhe ein über den Cañadas del Teide. Dies ist eine sehr schöne Zeit und wir lieben es, zuzuschauen, wie sich das herrliche sanfte Licht der blauen Stunde über den Teide legt.

Zunächst zeigt sich das rosa-blaue Licht des Erdschatten über zu dieser Jahreszeit La Palma und dann wird das Blau immer intensiver. Die hellen Teide-Rauken scheinen für kurze Zeit vor dem immer noch vom roten Himmel angestrahlten Vulkan zu leuchten. Eine ganz zauberhafte Stimmung! Schliesslich ist es völlig dunkel und die Sterne funkeln über den Cañadas. Zu dieser Jahreszeit ist keine Milchstrassensaison, aber der weite Himmel mit den Milliarden von strahlenden Sternen ist trotzdem immer wieder beeindruckend. Einmal nahm ich mir die Zeit, um dieses schöne Naturschauspiel mit dem Laowa 12mm Objektiv einzufangen.

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Nasenlöcher des TeideSternenhimmel

Am nächsten Morgen kehrte sich das Schauspiel um. Das rosa-blaue Erdschattenlicht tauchte La Gomera und La Palma in eine fantastische Stimmung und kurz nach Sonnenaufgang konnte man sogar den riesigen Schatten des Teide über dem Wolkenmeer bewundern! Das hatten wir so noch nie gesehen und waren davon völlig fasziniert. Schliesslich schob sich die Sonne über den Montaña de Guajara und es fiel seitliches Morgenlicht auf die Nasenlöcher des Teide. Ein wunderbarer Morgen ging zu Ende und wir fuhren glücklich zurück ins Apartment zum Frühstück.

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Der Schatten des Teide

Farbrausch der Rottöne

Wenn es sich lohnte, sind wir meistens am späten Nachmittag Richtung Teide Nationalpark gefahren und es ergaben sich eigentlich immer Motive. Vor allem die satten und intensiven Farben in der letzten halben Stunde vor Sonnenuntergang hatten es uns angetan. Das war einfach ein unfassbarer Farbrausch in Gold und Rot ! Selbst in der blauen Stunde dominierte noch das Rot des Himmels, das auf die Lava und den Vulkan reflektiert wurde. Hier mal eine Serie, die innerhalb von dieser halben Stunde entstand und die Farbenpracht dokumentiert:

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Hin und wieder gab es sogar Wolken über dem Teide, aber meine Hoffnung auf einen bunten Himmel erfüllte sich leider nicht. Pünktlich zum Sonnenuntergang lösten sich die Wolken wie von Geisterhand völlig auf und der Himmel war wieder ein Einheitsblau . Ist ja auch nett, aber ein wenig Farbe wäre auch mal schön gewesen . Dies fand aber meistens Richtung Sonnenuntergang statt und wir konnten einige schöne Stimmungen über dem Wolkenmeer einfangen.

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An der Wolkenmeergrenze

Es ist immer wieder faszinierend, wie schnell sich die Bedingungen am Teide in einer Höhe um 1.700 Meter Höhe ändern können! Steht man in einem Moment noch in strahlendem Sonnenschein, findet man sich im nächsten Moment umhüllt von dichten Passatwolken, die sich im Wind über die Berge schieben . Und so schnell wie sie gekommen sind, verschwinden sie mitunter auch wieder – aber nicht immer .

An so einem Tag hielten wir uns rund um den Mirador de Sámara auf und es war ein unglaublicher Wechsel von Wolken und klarer Sicht. Die Kiefern sahen in den Wolken sehr mystisch aus und der Teide tauchte plötzlich wieder rot glühend im Nebel auf – was für ein Anblick ! Sekunden später war die Sicht komplett frei, die Wolken senkten sich in einem atemberaubenden Tempo ab und es gab noch einen farbigen Sonnenuntergang über dem Wolkenmeer. Man sollte am Teide nie zu früh die Flinte ins Korn werfen, denn meistens geht immer was .

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Ein Tag in den Cañadas mit einer Überraschung

An einem Morgen trafen wir uns in den Cañadas noch in der Dunkelheit mit unserem Fotografenfreund Juan C. Adam, der ein ausgezeichneter und leidenschaftlicher Vogelfotograf ist, aber auch Spass an Landschaften hat.

Wir suchten uns einen schönen Standpunkt und konnten schon bald das schöne Licht der blauen Stunde bewundern, das den Teide richtig leuchten liess. Ich liebe diesen Anblick und kann davon nicht genug bekommen. Die Felstürme der Roques de Garcia standen perfekt vor dem Erdschattenlicht, das kurz vor Sonnenaufgang erschien. Und dann war es auch schon so weit und das erste Sonnenlicht schien auf den 3.718 Meter hohen Gipfel des Teide – wow! Sehr schnell wurde immer mehr vom Vulkan beleuchtet und das Licht änderte sich von Rot auf Goldorange bis die schönste Zeit auch schon viel zu schnell vorbei war.

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Wir waren alle glücklich über diese tollen Minuten und die Fotos, doch dann erreichte uns das eigentliche Highlight dieses Morgens: ein Südlicher Raubwürger (Lanius meridionalis) ! Gerd hatte den kleinen Kerl schon weiter vorn gesehen und er ist ihm nun offensichtlich über einige hundert Meter zu uns gefolgt. Er war überhaupt nicht schüchtern und hielt sich in unserer unmittelbaren Nähe auf. Der Knaller war dann, als er sich auf dem Filter von Juan's Kamera niederliess . Er sass dort rund zwei Minuten, so dass Gerd in Ruhe ein Foto machen konnte und wir hofften atemlos darauf, dass er keinen Verdauungsdrang verspüren würde . Doch das war immer noch nicht alles!

Er flog schliesslich vom Filter auf einen Busch direkt hinter uns – nur rund zwei Meter entfernt! Und er liess sich auch nicht stören, als Gerd eine andere Position einnahm, um ihn vor dem gold leuchtenden Teide abzulichten. Was für ein toller kleiner Vogel und wir freuten uns alles sehr über dieses Erlebnis. Wieder einmal ist das Wildlife zu uns gekommen und ich kann gar nicht verstehen, warum sich Vogelfotografen immer so tarnen .

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Raubwürger (Lanius meridionalis)

Schliesslich tauchte die Sonne hinter den Bergen auf und ich bekam auch noch einen Sonnenstern – ein perfekter Morgen ging zu Ende!

Wir fuhren zu den Roques de Garcia, die an diesem kalten Morgen bereits in der Sonne lagen und frühstückten unsere mitgebrachten Brötchen bei einer warmen Tasse Kaffee. Anschliessend machten wir mit Juan's 4x4 eine Tour in den Nationalpark und genossen schöne Aussichten über die Lavafelder bis hin zu den Bergen des Teno Gebirges.

Zum Abschluss unserer Zeit an der Westküste verbrachten wir den letzten Sonnenuntergang in Alcalá, wo Gerd einen Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) fotografieren konnte, während ich nochmal einen ansprechenden Sonnenuntergang über La Gomera einfing.

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Regenbrachvogel (Numenius phaeopus)

Es war eine sehr ergiebige und schöne Zeit an der Westküste und ich bin froh, dass wir uns dem Teide Nationalpark so ausgiebig widmen konnten. Eigentlich wollten wir auch mehr ins Teno Gebirge, aber irgendwie konnten wir dann der Schönheit des Vulkans nicht widerstehen. Und es hat sich am Ende ja auch gelohnt ! Im nächsten abschliessenden Kapitel könnt Ihr lesen, wie wir unsere letzten Tage an der Südostküste verbrachten, bevor wir unsere Reise nach Gran Canaria fortsetzten.

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