Strahan

3. Mai 2016

Weiterfahrt nach Strahan

Heute Nacht regnete es mit Starkregen durch, aber wie wir später aus den Nachrichten erfuhren, ging das Schlimmste an uns vorüber. Im Norden bei Stanley gab es Stromausfälle, die 'Spirit of Tasmania' hatte mit hohen Wellen zu kämpfen und auf den Autodecks verrutschten viele Fahrzeuge und gingen zu Bruch.. Andere Orte berichten von Überschwemmungen und Sturmschäden. So waren wir mit dem vielen Regen noch gut bedient...

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Strahan, wo wir die nächsten drei Nächte in einem gemütlichen Apartment der Castaway Holiday Apartments * verbringen würden. Auf dem Weg dorthin hielten wir für einen kurzen Spaziergang an den Henties Dunes an und hatten einen Heidenspass mit einer Gruppe von Gelbhaubenkakadus (Cacatua galerita), die laut schimpfend im Regen auf den Bäumen sassen.

Schliesslich zogen wir in unsere Unterkunft ein, wo wir von Beth äusserst nett empfangen wurden. Unser Apartment hat einen grossen Wohn- /Essbereich mit voll eingerichteter Küche, zwei Schlafzimmer und einem geräumigen Bad. Das Wi-Fi war hervorragend und es gab dazu noch eine Waschgelegenheit, die wir nun nach acht Tagen ohne Waschmaschine nötig hatten.

Diashow Castaway Holiday Apartments:
Castaway Holiday Apartments Strahan

Wir machten eine kleine Erkundungstour und trafen auf eine Horde Gelbbauchsittiche (Platycercus caledonicus). Die Jungs liessen sich die Vogelbeeren genüsslich schmecken und sahen mit ihren verschmierten Schnäbelchen aus wie zuckersüsse Leckermäulchen So verbrachten wir einige Zeit mit den hübschen Vögeln, immer wieder unterbrochen von heftigen Regenschauern.

Schliesslich buchten wir unsere Tour auf dem Gordon River für übermorgen und kauften RICHTIG gutes, leckeres Brot in der Ortsbäckerei. Danach erkundeten wir eine Nebenstrasse für einen Standpunkt der Wilderness Railway. Leider fuhren wir uns dort einen exorbitant grossen Nagel in den hinteren linken Reifen, aber wir hatten Glück im Unglück, dass der nette Mechaniker an der BP Tankstelle den Reifen innert einer Stunde flicken konnte. Wir waren darüber sehr froh

Während der Reparatur fotografierten wir am Hafen und liessen danach den Abend mit einem leckerem Rinderfilet und einer Ladung Bügelwäsche ausklingen.

Highlight des Tages: die Gelbbauchsittiche

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Gelbhaubenkakadu (Cacatua galerita)Gelbbauchsittich (Platycercus caledonicus)Gelbbauchsittich (Platycercus caledonicus)Gelbbauchsittich (Platycercus caledonicus)Gelbbauchsittich (Platycercus caledonicus)Gelbbauchsittich (Platycercus caledonicus)Strahan Hafen
4. Mai 2016

Strahan

Für mich war heute um 4:45 Uhr die Nacht vorbei, weil ich mir im Livestream im Internet das Champions League Rückspiel meiner Bayern anschaute. Das Ende ist bekannt und am Boden zerstört fuhren wir dann gemeinsam zum Sonnenaufgang zum Ocean Beach.

Es ging mit dem Licht wunderbar auf und ich machte einige Langzeitbelichtungen, bis es anfing, leicht zu regnen. Im Osten brach die Sonne durch die Wolken und diese gelbe Lichtstimmung war einfach nur unwirklich! Ich habe das Gelb für die Fotos sogar noch zurückgenommen, aber das Licht war einfach so! Das andere Foto mit dem Regenbogen, das natürlicher aussieht, entstand als die Sonne fast hinter Wolken verschwunden war. Unfassbar!

Der Regenbogen war sehr Willkommen und wir fotografierten happy drauf los. Schliesslich wurde das Lichtschauspiel durch den nächsten starken Schauer jäh beendet und wir fuhren einigermassen versöhnt mit dem Morgen zurück ins Apartment. Gerd machte Frühstück und ich sichtete die Ausbeute.

Danach fuhren wir zum Macquarie Head am Ende der Bucht, wo sich die Meerenge Hell's Gate mit der ehemaligen Sträflingsinsel Sarah Island befindet. Morgen auf der Gordon River Tour werden wir mehr über die Geschichte dieser Kolonie erfahren und so genossen wir unseren Strandspaziergang in der steifen Brise.

Für den Hogarth Fall war das Wetter zu schön und ich fühlte mich auch nicht ganz wohl. So machten wir im Apartment eine mehrstündige Pause und fuhren gegen drei Uhr zum Wasserfall. Doch was für eine Enttäuschung, als wir den Fall schliesslich erreichten! Er führte viel zu viel Wasser und der Schaum türmte sich zentimeterhoch über mehrere Meter - das sah wirklich nicht attraktiv aus und ich machte keine Bilder, nur dieses Knipsfoto. Schade! Dafür war aber der Weg zurück durch den Regenwald sehr schön und wir fotografierten an einigen Stellen.

Es regnete wieder, als wir zum Parkplatz zurückkehrten und wir fuhren zur Bahnstation der Wilderness Railway, da der Zug aus Queenstown um 17 Uhr eintreffen sollte. Pünktlich fuhr der schöne Dampfzug ein und Gerd machte ein paar Fotos, bevor wir zum Sonnenuntergang an den Ocean Beach eilten. Hier gelang mir nur ein einziges Foto, weil es mega stürmisch war und dann auch wieder anfing, zu regnen.

So ging ein weiterer schöner Tag zu Ende, der nur durch meine etwas angeschlagene Gesundheit etwas getrübt war. Aber das wird schon wieder!

Highlight des Tages: Sonnenaufgang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Ocean BeachHogarth FallsWilderness RailwayMacquerie HeadOcean Beach
5. Mai 2016

Gordon River & die 'Brüllenden Vierziger'

Wir erwachten bei Sturm und Regen und wir blieben bis zum Frühstück liegen. Nach einigen schnellen Happen fuhren wir zum Hafen und begaben uns auf die 'Harbour Master' der World Heritage Tours. Ein Katamaran, der gerade mal knapp sechs Wochen in Betrieb war, in Hobart für 7.2 Millionen AUD gebaut wurde und sozusagen noch brandneu war.

Um neun Uhr ging es los und wir erreichten nach einer halben Stunde das Hell's Gate, die Meerenge, die Strahan den Zugang zum Südpolarmeer ermöglicht. Es ist dort aufgrund von Untiefen unglaublich eng und genau hinter dem Leuchtturm erwartete uns der stürmische Ozean. Ein gewaltiger Anblick und der Katamaran schaukelte schön vor sich hin - die 'Roaring fourties' oder auch 'Brüllende Vierziger' genannt, liessen grüssen! Nach einer Weile in den Naturgewalten wendete der Kapitän und wir steuerten Sarah Island an.

Sarah Island - korrekt Macquarie Harbour Penal Station - war von 1822 bis1833 eine britische Strafkolonie. Sie hatte während ihrer 11-jährigen Existenz den Ruf eines der Lager mit den härtesten Bedingungen für die Gefangenen zu sein. Die Lage der kleinen Insel machte eine Flucht praktisch unmöglich - tatsächlich gab es allerdings 180 Fluchtversuche. Die meisten endeten tragisch, einigen wenigen gelang die Flucht per Schiff.

Auf der Insel wurden in Zwangsarbeit insgesamt 113 Schiffe von hoher Qualität aus dem Holz der hier wachsenden Huon-Pinie gebaut. Mit dem letzten 1833/1834 gebauten Schiff - der Frederick - flüchteten 10 Gefangene nach Chile.

Während der Führung über die Insel werden eine Menge haarsträubender Geschichten zum Besten gegeben. Ein Teil davon ist belegt - auch die Geschichte von Alexander Pearce der sich für seine beiden Fluchtversuche als Wegzehrung Mitgefangene einpackte...

Die Station wurde 1833 geschlossenen, die 1200 Häftlinge nach Port Arthur überstellt. Die Führung war sehr unterhaltsam und wir genossen den einstündigen Spaziergang über die geschichtsträchtige Insel.

Diashow Sarah Island:

Zurück an Board nahm das Schiff Kurs auf den Gordon River und das Buffet zum Lunch wurde freigegeben. Sehr gut organisiert durch die Crew, denn es wurden immer nur kleine Gruppen ans Buffet geschickt, so dass es nicht zu langen Schlangen kam. Prima Organisation!

Im Gordon River war es immer noch ziemlich stürmisch und es regnete leider immer wieder. Trotzdem gelangen uns einige Aufnahmen und wir genossen einige Zeit an Deck. Der Regenwald ist hier anders als am Arthur River und geprägt von den Huon Pinien.

Die Huon Pinie gehört zur Ordnung der Koniferen und wächst ausschliesslich an der Westküste Tasmaniens. Der Stammdurchmesser der Bäume kann bis zu einem Meter und die Höhe bis zu 30 Metern betragen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden viele dieser Bäume entlang des Gordon River und seiner Nebenflüsse gefällt. Das Holz wurde überwiegend zum Schiffsbau verwendet. Die zur Zeit bekanntesten ältesten Exemplare sind circa 3000 Jahre alt; die Bäume wachsen nur einen Millimeter pro Jahr.

An einer Landungsstelle konnten wir einen halbstündigen Spaziergang durch den Regenwald machen, was etwas kurz aber sehr schön war.

Danach fuhr der Katamaran rund 40 Kilometer zurück nach Strahan, wo wir noch eine Sägemühle besichtigen konnten und Gerd sich am Anleger mit ein paar kooperativen Maskenkiebitzen beschäftigte . Ein netter Abschluss.

Das Licht wurde tatsächlich besser und wir fuhren zum Ocean Beach, wo ich mich nochmals mit Langzeitbelichtungen beschäftigte. Das ist bei den schnell ziehenden Wolken einfach ein riesiger Spass!

Highlight des Tages: der Gordon River

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Gordon RiverMaskenkiebitz (Vanellus miles)Ocean Beach
6. Mai 2016

Weiterfahrt zum Mt. Field Nationalpark

Die Nacht war stürmisch und regnerisch, doch ich konnte am Morgen nicht widerstehen und machte mich in der Dämmerung auf den Weg. Es sah zunächst mau aus und am Ocean Beach wehte es immer noch kräftig, doch dann hatte ich die Idee, den West Beach zu probieren. Und das war eine goldrichtige Entscheidung, denn die Bucht lag sehr ruhig da und im Erdschatten leuchteten die Wolken wunderbar rosa. Es war eine Zen Situation und die ruhige Atmosphäre übertrug sich sehr schnell auf mich. Ich genoss diese stille Morgenstunde aus vollen Zügen und konnte mich kaum satt sehen!

Die Reise ging heute für uns weiter in den Mt. Field Nationalpark, wo Wälder und Wasserfälle auf uns warteten. Mehr dazu gibt es im folgenden Kapitel.

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