Stanley

25. April 2016

Tarkine Drive & Weiterfahrt nach Stanley

Als ich um sechs Uhr aufstand, war es nicht ganz so freundlich wie die Tage zuvor und ausserdem roch es draussen nach Rauch! Irgendwo in der Nähe brannte wohl leider wieder die Vegetation - die Narben der Brände von Januar bis März sind ja immer noch sichtbar.

Ich verbrachte den Morgen mit ein paar Langzeitbelichtungen am Strand und kehrte früher als sonst ins Apartment zurück. Wir frühstückten, beluden das Auto und verabschiedeten uns von Arthur River.

Auf dem Weg nach Stanley fuhren wir den Tarkine Drive, der durch eigentlich dichten Wald führt. Viel vom Wald wurde leider durch die Feuer Anfang des Jahres vernichtet und diese Narben ziehen sich durch das ganze Naturreservat Unser erster Stop war die Kannunah Bridge, von der man einen tollen Blick über den Arthur River hatte. Der nächste Halt war der Sumac Lookout, der uns etwas enttäuschte. Der Blick auf den Fluss war eher unspektakulär.

Diashow Morgen & Tarkine Drive:
Edge of the World - Arthur RiverEdge of the World - Arthur RiverEdge of the World - Arthur RiverSchwalbeSchwalbeSumac LookoutKannunah BridgeKannunah BridgeKannunah BridgeVerbrannte Erde und Leben

Danach erreichten wir den Julius River, wo wir den kurzen Spaziergang um den Fluss herum durch den kalten Regenwald machten. Für uns Mitteleuropäer ist der kalte Regenwald ziemlich aufregend und vor allem die Farne üben eine grosse Faszination aus. Uns machte die kleine Wanderung viel Freude und wir brauchten weitaus mehr als die veranschlagten 30 Minuten!

Der nächste Halt war der Lake Chisholm, der eigentlich kein See ist, sondern ein Erdfall (Sinkhole). Dies ist der plötzliche Einsturz des Untergrunds infolge eines durch chemische und physikalische Verwitterungsvorgänge entstandenen darunterliegenden Hohlraums, was in Australien öfter vorkommt. Der See liegt in einer Senke und ist oft spiegelglatt, weil die Winde den See nicht erreichen. Ein wirklich malerischer Ort, den wir sehr gern besuchten. Auf dem Weg gab es einige der höchsten Bäume Tasmaniens zu bewundern und die waren wirklich gigantisch hoch!

Diashow Julius River & Lake Chisholm:
Julius RiverLake Chisholm

Wir erreichten die Dampster Plains und wollten dort eigentlich eine Mittagpause machen, als wir in der Richtung, aus der wir kamen, Rauch bemerkten. Es brannte! Wir sind ja nun nicht gerade Buschfeuererfahren und so eilten wir zum Auto zurück, um die Einbahnstrasse zur Hauptstrasse zurückzufahren. Kaum dort angekommen, wurde der Rauch dichter und wir passierten die Brandstelle. Ich war auf jeden Fall froh, als wir weit genug weg waren!

Unser letzter Halt war an der Tayatea Bridge mit einem weiteren schönen Blick auf den Arthur River und dann fuhren wir weiter nach Smithton, wo wir tankten. Heute war ANZAC Day und alle Geschäfte geschlossen: ein hoher australischer Feiertag, an dem den australischen Opfern aller erdenklichen Kriege seit dem 1. Weltkrieg gedacht wird...

Bald darauf erreichten wir Stanley und das Stanley Sea View Inn *, das unser Zuhause für die nächsten drei Tage sein sollte. Die Zimmer sind sauber und zweckmässig mit einem grossen Kühlschrank, TV, schnellem Internet und eigenem Bad - was will man mehr?

Nachdem wir eingezogen waren, machten wir uns auf den Weg zur Sawyers Bay, wo wir zum Sonnenuntergang in den Dünen fotografierten. Ein toller, breiter Strand mit weissem Sand - eine wahre Idylle! Zurück im Apartment lasen wir noch ein wenig und fielen dann müde in die Federn.

Highlight des Tages: Tarkine Drive

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Dampster PlainDampster PlainMaskenkiebitz (Vanellus milesEilseeschwalbe (Thalasseus bergii)Sawyer BaySea View InnSea View Inn
26. April 2016

Stanley

Heute Morgen disponierten wir rasch um, als wir sahen, dass der Himmel hinter The Nut sich langsam rot verfärbte. Wir fuhren zum Godfrey's Beach und fanden dort bei Ebbe ein wahres Paradies vor: herrliche Steinplatten, die sich in den Ozean zogen und wunderbar im Morgenlicht leuchteten.

Wir liessen es heute gemächlich angehen und fuhren am Vormittag nach Smithton, um Brot zu kaufen. Leider ist gutes Brot aber hier in Australien so rar wie Kängurufleisch in der Schweiz.... Es gibt Brot selbst in Bäckereien einfach nur in weiss und in pappig – oh jeh! Gefrustet fuhren wir zurück nach Stanley und assen im Hursey Seafoods im Take Away einen Hummercocktail (Gerd) und gegrillten Glatthai (ich) mit Pommes. Das Restaurant ist berühmt für seinen Hummer und die Jungs dort sahen in der Tat beeindruckend aus. Ein Hummer mit 1.8 Kilo kostete 180 Dollar - ein Schnäppchen im Vergleich zur Schweiz!

Wir assen unseren Fisch draussen im Park an den Picknickplätzen und teilten ein paar Pommes mit den ansässigen, hungrigen Möwen.

Danach fuhren wir Richtung Rocky Cape, unserem nächsten Ziel, aber ich wollte nachsehen, ob ich dort schon fotografieren konnte, da der Wetterbericht für die kommenden Tage nichts Gutes verhiess. Die Buchten dort sind traumhaft, aber trotzdem entschied ich mich für Pegg's Beach, da dort einige schöne Steinformationen ins seichte Wasser liefen. Ich wurde nicht enttäuscht und es gab einen guten Sonnenuntergang.

Den Abend liessen wir bei einem leichten Abendessen und Wein langsam ausklingen.

Highlight des Tages: Sonnenaufgang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Godfreys BeachFalkeRocky CapeCowrie´s Point
27. April 2016

Pinguine!

Das Licht heute Morgen war noch besser als gestern und ich genoss meine Spielzeit von der Dämmerung bis zum Sonnenaufgang am Godfrey's Beach in vollen Zügen. Am Horizont hatte es heute weniger Wolken und die Sonne war völlig klar. Das warme Licht brachte die Steine und die grünen Algen wunderbar zum Leuchten. Es war einfach grossartig!

Wir frühstückten im Zimmer und machten danach erst einen Ausflug zum Weststrand, wo wir einige lustige Krebse fanden, und danach einen Spaziergang durch Stanley. Wir mögen dieses kleine Städtchen sehr! Wir assen zu Mittag eine Kleinigkeit im Cafe und machten uns danach gestärkt auf zum Wanderweg auf die 'Nuss'. The Nut ist eine erkaltete Magmakammer, deren Umgebung im Laufe der Zeit erodiert ist. Mittlerweile ist sie von weitem sichtbar und ähnelt in der Tat einer Nuss.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Godfrey´s BeachKrebsThe NutSessellift

Es war ziemlich windig, aber wir erklommen zügig die 143 Höhenmeter bis zum Plateau. Es gibt sogar einen niedlichen Sessellift, der aus Österreich geliefert wurde, aber für diese geringe Höhe brauchten wir ihn nicht. Oben angekommen wanderten wir den 2.5 Kilometer langen Rundweg entlang, immer steif am Wind Unterwegs trafen wir im kleinen Waldstück auf zwei Wallabies - endlich mal bei Tageslicht und nicht (!) tot am Strassenrand. Die vielen bei Nacht überfahrenen Wallabies machen uns sehr traurig

Es war mittlerweile völlig bewölkt und es gab keine Hoffnung auf schönes Licht zum Ende des Tages. So fuhren wir zum Godfrey's Beach und Gerd widmete sich fotografisch dem kleinen, dicken Eilseeschwalbennachwuchs. Wirklich süss der kleine Dicke! Es wurde dunkel und wir gingen zu der Stelle, wo die Zwergpinguine an Land gehen. Erst sahen wir keine, aber als wir dann auf der Wiese entlang liefen, sahen wir an die zehn süsse kleine Pinguine im indirekten Licht unserer Lampe! Wir waren höchst entzückt und ich konnte mich gar nicht an den kleinen Kerlen sattsehen! Einer lief sogar hinter mir vorbei und über Gerd's Fuss, der kleine Tolpatsch Von den Pinguinen gibt es keine Fotos, da die Tiere nicht direkt angeleuchtet oder gar angeblitzt werden sollten. Daran halten wir uns selbstverständlich und das Erlebnis stand im Vordergrund.

Sehr glücklich über diese Begegnungen kehrten wir ins Sea View Inn zurück und tranken darauf ein Glas Wein.

Highlight des Tages: die Zwergpinguine

Diashow (Klick für grössere Bilder):
The NutThe NutRotnackenwallaby (Macropus rufogriseus)Silberkopfmöwe (Chroicocephalus novaehollandiae)Junge Eilseeschwalbe (Thalasseus bergii)
28. April 2016

Weiterfahrt zum Rocky Cape NP

Das Glück mit dem Licht verliess uns im Laufe der Nacht und wir erwachten mit dem Geräusch von plätscherndem Regen. Eigentlich war ich schon um fünf Uhr wach und schaute mir im Live Stream im Internet an, wie meine Bayern 0:1 bei Atletico Madrid verloren Aber wie immer bin ich optimistisch und glaube an ein gutes Ende im Rückspiel nächste Woche

Später am Morgen frühstückten wir, packten die restlichen Sachen zusammen und checkten aus. Heute ging es nur rund 50 Kilometer weiter zum Rocky Cape. Was wir dort erlebten, könnt Ihr im nächsten Kapitel lesen.

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