Drakensberge – Royal Natal

1. Juni 2014

Weiter zu den Drakensbergen

Wir standen früh im Dunkeln auf und gingen zu einem anderen Aussichtspunkt, den wir vor zwei Tagen gefunden hatten. Die Farben im Himmel waren atemberaubend schön bunt! Es war ein typischer afrikanischer Morgen mit einem tief roten und orange farbenen Himmel im Osten, gegen den sich die Akazienbäume perfekt abhoben. Die kleinen Wolken über der Schlucht färbten sich pink und die Felsen glühten im selben orangenen Farbton wie der Himmel. Was für ein magischer Morgen und was für eine tolle Atmosphäre!

Wir kehrten nach dem Sonnenaufgnag glücklich in die Lodge zurück und frühstückten früh in der fröhlichen Gesellschaft von Remy, Philippe and Siyeta. Wir waren etwas wehmütig, dass wir schon wieder abreisen mussten, denn diese tollen Jungs haben unseren Aufenthalt einfach perfekt gemacht. Aber nun war es Zeit zu zahlen und nach einer netten Unterhaltung mit Katrina im Büro beluden wir das Auto und machten uns auf den langen Weg in die Drakensberge.

Wir nahmen die landschaftlich schönere Strecke über Land und nahmen nicht die vielleicht etwas schnellere Route über Durban. Am Ende fuhren wir rund fünf Stunden, da die Durchschnittsgeschwindigkeit doch etwas geringer war als wir vermutet hatten. Wir erreichten letztendlich unsere Unterkunft, die Montusi Mountain Lodge * am frühen Nachmittag. Wir wurden beim Check-in etwas unpersönlich (was aber wohl an der Grösse der Lodge liegt, insgesamt 20 Häuser), aber freundlich begrüsst und Lindsay kam später dazu, um uns ein paar Tips für Fotostandpunkte zu geben. Wir zogen in unser Chalet Nr. 8, das nicht so gross wie in The Gorge , aber trotzdem recht hübsch war. Es gab eine Wohnecke mit Kamin und Fernseher, der vom Schlafraum abgetrennt war. Ausserdem gab es einen grossen Kühlschrank, einen Wasserkocher sowie Kaffee, Tee, Zucker und Milch.

Diashow Montusi Mountain Lodge (Klick für grössere Bilder):

Ich ging zurück ins Haupthaus und kaufte an der Bar etwas Wein und Getränke und wir machten uns danach auf einen Erkundungsgang am 4x4 Track entlang, den Lindsay zuvor empfohlen hatte. Leider hatten wir kein Glück mit dem Licht, das wieder sehr fahl war und dann einfach irgendwie ausging. Etwas enttäuscht kehrten wir zur Lodge zurück.

Nach einer erfrischenden Dusche gingen wir hinüber ins Restaurant, wo wir von unserem Kellner Hendry begrüsst wurden. Hendry hatte einen etwas merkwürdigen Humor, er versuchte lustig zu sein, aber ich muss zugeben, dass wir damit nie richtig warm wurden. Na ja, so etwas passiert halt mal Es gab einen Smart Casual Dress Code, was sich im Nachhinein als lächerlich erwies, denn bei allen anderen – weitaus besseren – Unterkünften legte man mehr Wert auf das Wohlfühlen der Gäste, als auf irgendein Aussehen. Es war aber okay, wir haben es mit normaler Hose und Hemd auch nicht übertrieben. Das Essen allerdings war sehr gut und wir genossen es bei einer Flasche unseres Lieblingsweins, natürlich dem 'Fat bastard'

Ich machte ein paar Fotos für Sternspuren, bevor wir ins Bett gingen, aber der Standpunkt war nicht ganz so ideal. Es gab wieder eine Menge Lichtverschmutzung und einige Autos auf einer weit entfernten Strasse störten etwas mit dem Fernlicht. Wir fielen nach einem langen Tag todmüde ins Bett.

Highlight des Tages: die fantastischen Sonnenaufgangsfarben über der Oribi Schlucht

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Oribi GorgeOribi GorgeDrakensberge
2. Juni 2014

Ein schöner Tag im Royal Natal Nationalpark

Wir standen früh um 5:30 Uhr auf und liefen den 4x4 Track hinauf, aber es war wieder nicht unsere Zeit. Der Sonnenaufgang fand ebenso wie der Sonnenuntergang gestern einfach nicht statt und es war bewölkt mit nur etwas ganz fahlem Licht auf den Drakensbergen. So machte ich ein paar Fotos, die ich später Schwarzweiss bearbeitete und mir dann doch noch gut gefielen.

Wir gingen zurück, erfreuten uns am herzhaften Cooked breakfast und fuhren danach die knapp 35 Minuten zum Royal Natal National Park. Am Gate füllten wir das Registrierungsformular aus und zahlten je 30 Rand Eintrittsgeld.

Unser erster Halt war die Tourist Information, wo wir Getränke und Kekse kauften, bevor wir das Auto am Picknickplatz in der Nähe des Damms parkierten. Zwei Rotducker (Cephalophus natalensis) grasten am Damm und Gerd versuchte sich an Fotos, während ich ein Zwiegespräch mit einem sehr geduldigen Drongo in dem Baum gegenüber vom Auto hatte. Wir fuhren weiter zum Thendele Parkplatz, von wo aus man einen fantastischen Blick über den Fluss hinüber zu den majestätischen Gipfeln des Amphitheater hat. Der Fluss führte nur sehr wenig Wasser, aber mir gelangen dennoch ein paar nette Landschaftsfotos. Am Rande des Flusses beobachteten wir zudem noch eine ganze Weile Vögel wie den hübschen Steinschmätzer.

Wir fuhren ein paar Kilometer zurück zum Mahai Parkplatz, registrierten uns im Mountain Book, plauderten kurz mit dem freundlichen Ranger und wanderten dann rund zwei Kilometer durch einen schönen Wald zu den Wasserfällen. Es hatte auch hier – jahreszeitlich bedingt – nicht viel Wasser, das Licht war ganz schrecklich kontrastreich und Fotos geradezu unmöglich. Aber die Wasserfälle waren ein malerisch schöner Anblick und zudem eine willkommene Erfrischung. Wenn man in der Schweiz lebt, ist man beeindruckende Wasserfälle gewohnt, aber dies ist Südafrika und Fälle wie dieser sind schon speziell. Man muss sich immer wieder daran erinnern, dies zu schätzen und zu würdigen Natur ist nie langweilig und es ist ein Privileg, dass wir hier sein dürfen, um sie zu erleben und zu geniessen! Eine sehr zutrauliche Kapstelze posierte eine ganze Weile für Gerd, während ich mich mit einigermassen zufrieden stellenden Fotos des Wasserfalls abmühte.

Wir spazierten zurück zum Parkplatz und machten mit unseren Keksen ein kleines Mittagspäuschen, bevor wir Richtung Thendele zurückfuhren, um dort zum Sonnenuntergang zu fotografieren. Zunächst verweilten wir aber noch am Damm, wo wir einen Glattnackenibis und eine Manguste beobachten konnten – wie schön! Eine sehr neugierige Akaziendrossel besuchte uns, inspizierte sorgfältig unser Auto und bewunderte sich ausgiebig in den Fensterscheiben – was für ein lustiges Kerlchen

Es war nun höchste Zeit für den Sonnenuntergang, wir parkierten das Auto und ich kletterte hinunter ins Flussbett, um mir einen guten Standpunkt zu suchen. Das Licht wechselte ständig mit tollen Farben und es war faszinierend zu beobachten, wie die Schatten langsam über die Berge des Amphitheaters zogen. Endlich Abends einmal Glück gehabt mit dem Licht und wir fuhren glücklich nach Montusi zurück, wo ich erstmal die Fotos sicherte.

Nach einer erfrischenden Dusche, gingen wir zum Abendessen, das wieder sehr schmackhaft war. Gerd entschied sich fürs Lamm und ich nahm das vegetarische Gericht, das mir (als Fleischliebhaber!!) überraschenderweise sehr gut schmeckte. Nach dem Essen probierte ich nochmals Sternenfotos, da es leider zu windig war für Spiegelungfotos am nahen See. So gingen wir früh schlafen.

Highlight des Tages: die Vögel von Royal Natal und der schöne Sonnenuntergang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
DrongoSteinschmätzerSchwarzkehlchenMangusteGlattnackenibisAmphitheater
3. Juni 2014

Ein wunderschöner Morgen im Royal Natal National Park

Als ich um halb sechs Uhr aufstand, war ich hoch erfreut, dass der Wind nicht mehr blies. Wir sprangen in unsere Hosen und fuhren hinüber zum Nationalpark. Wir wurden um kurz nach sechs Uhr vom freundlichen Park Ranger begrüsst, zahlten unseren Eintritt und fuhren direkt zum Damm. Die Spiegelung des Amphitheaters im Wasser war absolut perfekt und ich fotografierte glücklich vor mich hin Es blieb bis nach Sonnenaufgang windstill und wir erreichten viele schöne Fotos und ich fand sogar noch die Zeit für ein Panoramafoto der gesamten imposanten Szene.

Selbst 45 Minuten nach Sonnenaufgang war das Licht noch gut und wir gingen auf die andere Seite des Sees, wo sich auf einem Baum fünf oder sechs Glattnackenibisse und ein Graureiher sonnten. Sie wärmten sich weiter auf und wir konnten einige wirklich hübsche Fotos dieser tollen Vögel machen.

Wir fuhren zur Lodge, frühstückten und kehrten gleich danach wieder zum Royal Natal Nationalpark zurück. Wir parkierten am Mohai Parkplatz und trugen uns nach einer Plauderei mit dem Ranger ins Mountain Book ein. Er meinte, es würde sich nicht lohnen bis zu den Tiger Falls zu laufen, da sie wohl trocken seien. Das tönte um diese Jahreszeit sinnvoll und so wanderten wir nur an den Kaskaden vorbei bis zum Look out Rock. Das Licht war an den Wasserfällen ein klein wenig besser als gestern und wir machten ein paar Dokufotos, bevor wir den steilen Pfad hinauf zum Look out Rock liefen. Es sind locker so um die 350 Höhenmeter zu überwinden und in der Sonne wurde es auch ziemlich heiss Ich bin mir sicher, dass ich diesen Hike im Sommer wohl niemals machen würde!!

Wir erreichten aber dann doch zügig den Look out Rock und genossen die fantastische Aussicht über das grüne Tal bis hinüber zu der schroffen Bergkette der Drakensberge. Wir stiegen dann nach einer ausgiebigen Pause langsam wieder ab, erreichten zügig den Parkplatz und gaben unserem freundlichen Ranger noch ein kleines Trinkgeld. Wir stärkten uns mit einem kleinen Snack und fuhren danach rüber zum Damm, wo wir noch eine tolle Zeit mit den neugierigen Vögeln hatten. Die Zeit vertrieben uns ein grosser Glanzstar, die süsse flinke Kapstelze, ein junger Bulbul, ein Dame der Dorfweber und ein super schöner Spottrötel.

Wir verliessen den Nationalpark eine Stunde vor Sonnenuntergang und parkierten irgendwo entlang der Alternativroute Richtung Montusi. Von dort hatten wir einen tollen Blick über das Tal und zum Amphitheater. Aber wieder einmal waren die Sonnenuntergangsfarben sehr fahl und unattraktiv und wir warteten gar nicht den Sonnenuntergang ab. Ich machte noch ein paar Aufnahmen für ein Panorama, als das Licht noch annehmbar bar und wir fuhren zurück zur Lodge. Ein kurzer Halt noch unterwegs, als ich auf einen roten Himmel hoffte, aber auch diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Wir duschten, gingen hinüber zum Restaurant und genossen ein weiteres sehr leckeres Abendessen. Gerd hatte heute mal die vegetarische Variante und mein Herz ging an einem herzhaften Straussensteak auf.

Leider war es nun wieder zu windig für Sternenfotos am See und so liessen wir den Tag mit einem Glas Wein auf der Terrasse ausklingen.

Highlight des Tages: die Spiegelung des Amphitheaters im See bei Sonnenaufgang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
AmphitheaterGlattnackenibis (Geronticus calvus)Glanzstar (Lamprotornis nitens)Flötenwürger (Laniarius ferrugineus)Dreifarbbülbül (Pycnonotus tricolor)Spottrötel (Cossypha dichroa)Dorfweber (Ploceus cucullatus)
4. Juni 2014

Weiter ins Zululand

Als ich um halb sechs Uhr aufwachte, war ich sehr enttäuscht, als ich den Wind draussen heulen hörte. Da ging also meine letzte Chance auf ein Spiegelungsfoto im See dahin! Das war schon etwas arg enttäuschend, weil ich mich gerade darauf im Vorfeld gefreut hatte. Aber dies ist eben die Natur; sie ist nicht planbar und diesmal hatte ich eben Pech. So machte ich nur ein paar halbherzige Sonnenaufgangfotos vom Garten aus, die mir aber aufgrund des fehlenden Vordergrunds nicht wirklich gefielen. Wir packten nun unsere Sachen, beluden das Auto, bezahlten die Rechnung und genossen ein letztes, schnelles Frühstück im Restaurant. Die Anreise zur Leopard Mountain Lodge würde eine lange Fahrt werden – die längste auf dieser Reise.

Was wir für Tiererlebnisse im Zululand hatten, lest Ihr im nächsten Kapitel.

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