Myanmar 2018

20. November 2018

Rückkehr nach Yangon – der Kreis schliesst sich

Heute ging es bereits um 5:30 Uhr zum Boot, dass uns zurück nach Sittwe bringen sollte. Wir fuhren noch in der Dunkelheit los und Tahn wickelte sich völlig verfroren in eine Decke. Nun ja, es war vielleicht etwas frisch mit dem Wind, aber für gepflegte Mitteleuropäer nicht wirklich kalt .

Bald kamen wir in die Dämmerung und zu meiner Entzückung war auf dem Fluss und den Feldern herrlicher Nebel. Doch am Anfang war es noch zu dunkel für gute Aufnahmen – ich bin einfach kein Fan von hohen ISO Werten und kann dann auch mal gut auf ein Foto verzichten. Ich bin ja nicht besessen . Doch bald wurde es heller und die Sonne ging zwischen den Bäumen am Ufer auf. Der rote Sonnenball sah toll aus im Dunst und es ergaben sich einige schöne Motive mit den Bäumen oder den Booten sowie den kleinen Hütten. Doch mein Highlight kam kurze Zeit später! Die Sonne zauberte herrliche Lichtstimmungen mit dem Nebel im Gegenlicht und ich freute mich sehr über einige der Bilder. Für Knipsfotos vom Boot gar nicht so übel .

Nun war es aber Zeit für einen Kaffee und da kam doch tatsächlich einer von Birgits Löffeln, die sie ganz am Anfang in der Shwedagon auf Befehl von Shine nehmen musste und pflichtbewusst die ganze Zeit behalten hatte, zum Einsatz !!! Das Kaffeepulver blieb wie ein Klumpen am Boden des Bechers und ich war happy über diesen kleinen Löffel und konnte genüsslich meinen Kaffee schlürfen, während die Landschaft an mir vorbei zog. Im Laufe der Fahrt ergaben sich noch einige Motive und auch der selig in der Sonne schlummernde Tahn musste für ein Foto herhalten.

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Nach über fünf Stunden Fahrt kamen wir endlich in Sittwe an und hatten noch etwas Zeit. Zunächst hielten wir an ein paar Bäumen mitten in der Stadt, wo hoch oben unzählige Flughunde abhingen. Was für ein schöner Anblick! Ich finde die Köpfchen immer so kuschelig und konnte mich an ihnen Dank meiner 600mm kaum satt sehen! Danach schaute sich Uli die grosse neue Pagode an, während wir anderen in einem Café gegenüber eine Kleinigkeit assen. Mein Bedarf an Pagoden war gedeckt und wir hatten ja nochmal die Shwedagon als letztes Highlight vor uns!

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Wir fuhren zum Flughafen, wo unser Gepäck auf der antiken Waage gewogen wurde. Die Waage an sich war schon ein Motiv und wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten . Auch diesmal flogen wir mit Golden, die uns sicher und nur mit wenig Verspätung nach Yangon zurück brachte. Die Fahrt zum Hotel war ein kleiner Albtraum: die Zufahrten in die Stadt waren total verstopft und wir brauchten mehr als 1.5 Stunden bis wir das Esperado Lake View Hotel * erreichten . Das Beziehen des Zimmers war ja fast schon wie Heimkommen! Ich bekam wieder ein Zimmer im 7. Stock mit Balkon und toller Aussicht über den See.

Wir assen noch eine Kleinigkeit im Restaurant und selbst ich fiel mal müde in die Federn.

Highlight des Tages: die Flussfahrt am Morgen

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Esperado Lake View Hotel
21. November 2018

Zugfahrt auf der Circle Line und Vollmond Fest in der Shwedagon

Heute morgen stand ich fast schon wie gewohnt um 5:15 Uhr auf und lief allein zum See. Es waren schon einige Menschen munter und trafen sich auf dem Steg zum Morgensport. Ich gesellte mich dazu und machte mit dem Stativ einige Aufnahmen vom See mit dem Karaweik Palace Restaurant und der 'Hotel-Skyline'. Auf dem Bild links sieht man das Esperado Lake View Hotel – im siebten Stock habe ich gewohnt . Leider wackelte der Steg immer sehr, wenn Jemand vorbei ging, aber mit etwas Geduld kam ich auch zu meinen Fotos. Ich genoss die wie immer kurze blaue Stunde und den leicht rosa Himmel, bis es zu hell war. Es war zudem sehr diesig, so dass es sich nicht lohnen würde, auf die Sonne zu warten. So ging ich zurück auf mein Zimmer und sah dann auch, dass sich das fahle Sonnenlicht nicht wirklich gelohnt hätte – also alles richtig gemacht!

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Karaweik PalaceBlick zum Esperado Lake View Hotel

In der Shwedagon Pagode sollte heute das grosse Vollmondfest stattfinden und unser Programm wurde im Vorfeld von Diamir um einen Tag verlängert. Dafür gab es heute kein Programm und wir konnten uns aussuchen, was wir machen wollten. Michael hatte einige Vorschläge, aber es war schnell klar, dass wir eine Rundfahrt mit dem Zug machen wollten!

Die Circle Line umfasst 38 Stationen auf rund 50 Kilometern und die alten, rostigen jedoch charmanten Züge benötigen für die Rundfahrt etwa drei Stunden. Wir fuhren mit dem Minibus zum Bahnhof in Yangon und fragten uns zum Zug, der auf Gleis 7 abfahren sollte, durch. Dort gibt es ein kleines Ticket Häuschen, wo wir unsere Fahrkarten für sage und schreibe 200 Kaht erwarben – das waren gerade mal 0,12 Euro!!! Der klimatisierte Zug ist teurer (wahnsinnige 400 Kaht ), aber wir wollten lieber mit den alten, authentischen Zügen fahren, in denen das Leben noch tobt.

Wir hatten etwas Wartezeit, weil unser Zug erst um 10 Uhr fahren würde, aber die Zeit wurde mit dem Leben auf dem Bahnsteig nicht langweilig. Züge kamen und gingen, es quietschte überall, auf den Bahnsteigen sassen Menschen, die Essen oder Eis anboten und es war ein reges Umtreiben. Ein paar Feldspatzis gab es auch noch – yeah Vogelfotografie !

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Schliesslich kam der Zug und wir suchten uns einen Platz – es konnte losgehen! Zunächst lernen wir von den Schildern, dass es verboten ist, im Zug zu schmusen. Na denn... uns sollte es egal sein ! Mit einer maximalen Geschwindigkeit von etwas 20 km/h ruckelte sich der Zug von Station zu Station. Die Lokomotiven wurden übrigens in den 50er Jahren von Deutschland gespendet und fahren immer noch! Die Bahnhöfe sind oft noch im kolonialischen Stil und meistens hält der Zug weniger als eine Minute. Gerade lang genug, dass die Leute rein oder raus springen können.

Die Gleise führten durch Wohngebiete, wo die Häuser in einem nicht sehr guten Zustand sind. Oft sind es nur einfache Hütten zwischen Unmengen von Müll und stinkenden Kloaken. Mir schiesst durch den Kopf, dass es die abgelegenen Dörfer vielleicht besser haben könnten als die Stadtmenschen! Immer wieder kommen Händler in die Waggons und bieten Obst, Eier, Wasser, Früchte, Waren und andere undefinierbare Dinge an. Am Markt hält der Zug etwas länger und die Menschen wuchten Unmengen von Markteinkäufen in den Zug! Nach und nach steigen sie an den folgenden Haltestellen wieder aus.

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Wir passieren den Flughafen und direkt über uns fliegt eine Maschine ein – was für ein Zufall! Hier befinden wir uns dann inmitten von Reisfeldern und die Stadt scheint weit entfernt zu sein. Doch auch hier ist der Müll nicht zu übersehen – Myanmar unterscheidet sich leider darin nicht von anderen asiatischen Ländern .

Immer wieder lassen sich auf den Bahnhöfen schöne Szenen einfangen und obwohl ich unter der Hitze leide und heftig schwitze, geniesse ich die Fahrt doch sehr. Sie ist für mich wirklich sehr abwechslungsreich und das Geschaukel in den alten Waggons ein Erlebnis. Schliesslich haben uns die maroden Hochhäuser wieder und wir laufen in Yangon ein, wo wir von einer alten deutschen Ausstellungslok empfangen werden.

Es war eine schöne, lohnenswerte Tour, die ich jedem Besucher von Yangon nur empfehlen kann. Unser Fahrer wartete bereits auf uns und fuhr uns zurück ins Hotel, wo wir eine Kleinigkeit zu Mittag assen.

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Nach einer Pause ging es um halb vier Uhr zur Shwedagon Pagode, wo heute das Vollmondfest stattfinden würde – es ist Tazaungmone Vollmond, das Festival der Lichter und der Vollmond des achten Monats, der für das Ende der Regenzeit steht! Heute brachten die Menschen Matten, Decken, Getränke und Essen mit, um die gesamte Nacht im Tempel zu verbringen. Sie trugen ihre besten Kleider und es herrschte ein unglaubliches Gewusel, aber ohne Chaos. Immer wieder wurden die Smartphones gezückt, um Erinnerungsfotos mit Freunden oder Familie festzuhalten und vor den Tempeln beteten viele Gläubige.

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Vollmondfest Shwedagon Pagode

Mein Highlight war jedoch der Einzug der Weberinnen, die in einem Webereiwettbewerb (Matho Thingan) versuchen, das Gewebe der Robe für die Buddha-Statuen durch die ganze Nacht bis zur Morgendämmerung zu weben. Angeführt wurde die Prozession von einigen jungen Männern, die Schläge mit einem hölzernen Schlägel auf Bronzeschlagplatten, den sogenannten Kyizi, ausführten. Der helle und dunkle Klang im Wechsel erzeugte eine fantastische Stimmung, der ich mich komplett in den Bann zog. Der helle Klang begleitet religiöse Zeremonien, markiert einen Tagesabschnitt im Kloster oder Gebets- und Essenszeite sowie die Zeiten der abendlichen Bettruhe. Zum ersten Mal habe ich auch ein eigenes Video gemacht, um Euch von dieser herrlichen Stimmung einen Eindruck zu vermitteln.

Ich war wie gefangen von dieser schönen Stimmung und den Ritualen, die an jeder Ecke stattfanden und versuchte, so viel wie möglich davon einzufangen. Aber ich nahm mir auch Zeit, einfach nur zu beobachten und zu geniessen. Vor allem der Mönch an einem der Wochentagstempel hatte es mir angetan. Schliesslich wurden nach Einbruch der Dämmerung die Schalen und Kerzen angezündet und die Stimmung wurde wieder auf eine andere Art zauberhaft. Die Tempel, Türmchen und Schreine in der Anlage sahen im Sonnenuntergangslicht und zur blauen Stunde einfach grossartig aus und der aufgehende Mond zwischen den Türmen war das absolute i-Tüpfelchen. Ich liess mich noch ein Weilchen treiben und um sechs Uhr trafen wir uns mit Michael am Südportal. Wir wollten zurück ins Hotel, da wir noch einen weiteren Besuch morgen früh geplant hatten. So hiess es Abschied von Michael nehmen! Er war ein angenehmer Fotoreiseleiter mit viel Leidenschaft und grossem Engagement – auch an dieser Stelle vielen Dank dafür!

Uli und ich tranken noch ein Bier auf der Dachterrasse und dann war es Schlafenszeit.

Highlight des Tages: das Fest in der Shwedagon Pagode

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22. November 2018

Ein Morgen am Vollmond Fest in der Shwedagon

Heute morgen war das Aufstehen extrem früh: um 3:45 Uhr klingelte der Wecker und wir trafen uns um 4 Uhr in der Lobby. Hier war auch noch alles ruhig und der Bellboy musste erstmal den Taxifahrer wecken, der draussen in seinem Auto schlief. Die Fahrt zur Shwedagon Pagode kostete 3000 Kaht und ging um diese Zeit ruckzuck: nach etwas mehr als fünf Minuten waren wir dort.

Anscheindend waren wir die ersten Touristen, denn man war noch gar nicht auf uns vorbereitet. Flug wurde die Kassenbox geöffnet und wir bekamen den Aufkleber für den Tag. Ab durch die Sicherheitskontrolle (die keine ist... ) und mit dem Aufzug hoch in die Tempelanlage. Es war immer noch sehr viel los! Viele Menschen schliefen noch auf ihren Matten, aber noch viel mehr Menschen schwirrten um die Pagode. Die Musiker mit dem Kyizi waren auch wieder da und erfüllten mit den Klängen den Tempel. Ich folgte ihnen wieder eine Weile und konnte mich erneut dieser Stimmung nicht entziehen – es war zauberhaft! Heute gab es als Zugabe noch eine Art Vorläufer, der auf einem Schneckenhorn blies. Das setzte der Stimmung nochmal einen drauf und ich war vollends in den Bann gezogen. Wie fantastisch das war!!!!

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Vollmondfest Shwedagon Pagode

Kerzen wurden angezündet, ältere und jüngere Nonnen und Novizen beteten, Mönche zogen in Prozessionen durch den Tempel und erhielten Essen und Geld von den Gläubigen und in jedem Tempel wurde gemeinsam gebetet. Die blaue Viertelstunde begann und ich versuchte Stimmungen einzufangen. Es war fotografisch schwierig, aber vielleicht ist mir ja das ein oder andere Foto gelungen.

Nach Sonnenaufgang schloss ich mich nochmals der Gruppe Musiker an und sog die Stimmung geradezu in mich auf. Zum Abschluss zog es mich nochmal zur Sunday Corner – dies ist meine Ecke, da ich an einem Sonntag geboren wurde . Um sieben Uhr nahm ich schweren Herzens Abschied von der Shwedagon und wir fuhren zurück ins Hotel. Was war das nur für ein grossartiger Abschluss gestern Abend und heute früh !

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Kyizi

Wir frühstückten gemeinsam und danach verbrachte ich den Tag im kühlen Zimmer. Es war Zeit zur Datensicherung und Reisebericht schreiben und ich hatte auf die schwülheisse Luft am Nachmittag auch keine Lust mehr. Ich freute mich auf die kühlen Temperaturen Zuhause – zumindest für ein paar Tage !

Um kurz nach vier Uhr verabschiedeten Uli und ich Krystina, die heute nach Hause fliegen würde. Wir verbrachten den Sonnenuntergang auf meinem Balkon, wo wir eine tolle Aussicht auf die Shwedagon Pagode und dem See hatten. Wir wurden mit goldenem Licht und einem kitschig roten Himmel belohnt und waren uns einig, dass dies ein würdiger Abschluss dieser Fotoreise war.

Anschliessend assen wir zusammen zu Abend (ich genoss ein tolles Prawn Curry ) und verabschiedeten uns, denn Ulis Flug ging in der Nacht – ich war jetzt der letzte Mohikaner ! Ich packte meinen Koffer und liess den letzten Abend langsam ausklingen.

Highlight des Tages: der Morgen in der Shwedagon Pagode

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23. November 2018

Rückreise nach Deutschland

Es hiess früh aufstehen, da mein Transfer zum Internationalen Flughafen bereits um 4:30 Uhr starten sollte. Ich war auch pünktlich an der Rezeption und weckte den Rezeptionisten, der selig mit dem Kopf auf dem Tresen schlummerte . Leider kam der Transfer nicht und nach einer viertel Stunde rief mir der Rezeptionist ein Taxi und tauschte mir USD in Kaht dafür. Der Taxifahrer fuhr eine seltsame Strecke durch dunkle Wohngebiete, aber schliesslich kam ich am Flughafen an. Diamir hat mir nach der Rückkehr die Kosten für das Taxi übrigens erstattet .

Keine Ahnung, warum man so früh am Flughafen sein muss, denn der Check-in öffnete erst um 6 Uhr. Sicherheits- und Passkontrolle verliefen problemlos und ich hatte noch genügend Zeit, ein kleines Frühstück mit leckerem Kaffee in der Business Class Lounge zu geniessen. Mein Flug nach Bangkok wurde von Myanmar Airline International durchgeführt und an Board gab es nochmal ein Frühstück, wobei ich mir ein Glas Sekt gönnte – der erste Sekt seit drei Wochen !

In Bangkok hatte ich zwei Stunden Aufenthalt, die ich in der KLM Lounge verbrachte. Der Flug nach Amsterdam hob pünktlich ab und ich hatte einen netten Sitznachbarn zum Plaudern. Nach einer Stunde Flugzeit konnte ich einen letzten Blick auf den Süden von Myanmar erhaschen: eine tolle grafische Landschaft mit all den Flussläufen! Das Essen und der Service in der KLM war wie immer sehr gut und ich verschlief die meiste Zeit des Fluges. Ausgeschlafen erreichte ich Amsterdam, wo ich wiederum rund 90 Minuten in der KLM Lounge verbrachte, bis es Zeit für den letzten Flug nach Basel war. Nach fast 21 Stunden Reisezeit erreichte ich schliesslich Basel und fuhr mit dem Auto nach Laufenburg; der Kreis schloss sich.

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Myanmar AirwaysKLMKLMKLM Lounge

Ich danke Euch für Euer Interesse und hoffe, Ihr hattet etwas Spass beim Lesen dieses Reiseberichts aus dem Land der goldenen Pagoden sowie beim Betrachten der Fotos.

Ich freue mich daher über Euren Besuch meines Fotoblogs mit aktuellen Fotos und Informationen über meine zukünftigen Fotoprojekte: Fotoblog SA*GA Photography ~ Moments in Light ~

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