Naturpark Sintra-Cascais

30. Januar - 3. Februar 2023

Weiterreise nach Sintra

Meinen letzten Morgen in Porto Covo liess ich ruhig angehen und packte nach dem Frühstück das Auto. Heute ging es Richtung Norden an Lissabon vorbei bis nach Sintra, der alten Königsstadt mit ihren prunkvollen Palästen und Villen.

Ich benötigte für die 230 Kilometer auf mautfreien Strassen rund drei Stunden und kam nach einem Lebensmitteleinkauf gegen 14 Uhr in meiner Unterkunft in Sintra an. Ich hatte dort am Rande des Ortes ein kleines Apartment * gebucht und konnte via Keybox selbständig einchecken. Im Hof des Hauses gab es einen grossen Parkplatz, was im engen Sintra ein absoluter Bonus ist . Das modern ausgestattete Apartment besteht aus einem grossen Wohn-/Schlafraum mit voll ausgestatteter Küche, in der es an nichts fehlte. Das Bett war mega bequem und das Bad komfortabel mit toller Dusche. Irgendwie habe ich vergessen, vom Bad ein Foto zu machen .

Diashow Apartment in Sintra (Klick für grössere Bilder):

Nach dem Einzug kochte ich mir Essen und fuhr dann zum Sonnenuntergang an die Praia da Adraga, die zum 1994 gegründeten Naturpark Sintra-Cascais gehört. Der Sandstrand ist recht schön und besticht vor allem durch die bizarren Formen der vorgelagerten Felsen.

Praia da Adraga, Naturpark Sintra-Cascais

Auf diese Felsen konzentrierte ich mich dann auch bis weit nach Sonnenuntergang und versuchte, ansprechende Bildkompositionen zu finden. Das ist immer auch von den Gezeiten abhängig und heute war es für meinen Geschmack schon etwas zu viel Ebbe und die kleineren Felsen nicht mehr schön vom Wasser umspült. Aber wie immer, versuchte ich das Beste aus den Bedingungen zu machen und war am Ende wirklich glücklich über meine Ausbeute.

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Praia da Adraga, SintraPraia da Adraga, Naturpark Sintra-CascaisSonnenuntergang am Praia da AdragaSonnenuntergang Praia da Adraga, Sintra

Ein gelungener Start in meine Zeit in Sintra und der dazugehörigen Küste .

31. Januar 2023

Besichtigung des Palácio da Pena und des Castelo dos Mouros in Sintra

Der Tag begann früh für mich, denn ich hatte online ein Ticket bei der offiziellen Parkverwaltung Parques de Sintra für das absolute Sintra Highlight Palácio da Pena, der im Jahr 1995 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, um 10 Uhr gebucht. Es ist ratsam, das Ticket vorher zu kaufen, da die Eintritte auf 140 Personen pro 30 Minuten Abschnitt begrenzt sind und sich an den Ticketautomaten lange Schlangen bilden können. Jetzt im Winter spielte das keine grosse Rolle, da es mit Abstand nicht so voll ist wie in der Saison, aber ich wollte trotzdem ein Early Bird sein, um mir Zeit lassen zu können. So fuhr ich mit dem Bike in etwas kühlen sechs Grad im herrlichen Sonnenschein hoch zum Eingang dieses prächtigen farbenfrohen Palastes, wo ich einen ersten Blick auf das rot-gelbe Märchenschloss werfen konnte. Am Eingang schloss ich mein Bike ab und lief in rund 10 Minuten hoch zum Palast. Man kann mit dem Ticket auch einen Shuttle buchen; der Gang hinauf wird offiziell mit 30 Minuten angegeben, aber dafür muss man schon extrem schlecht zu Fuss sein. Selbst Menschen ohne grosse Kondition sollten es in 15 Minuten schaffen und ein wenig gesunde Bewegung ist es noch dazu .

Am Eingang werden die Gruppen je nach gebuchter Eintrittszeit separiert. Da noch nicht viel los war und das Limit von 140 Personen bei weitem nicht erreicht wurde, ging es auch schon etwas früher mit dem Einlass los.

Der Palácio Nacional da Pena gehört zu einem der sieben Weltwunder Portugals und gilt als Märchenschloss in der Liga wie z.B. Neuschwanstein. Im 16. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle eine mittelalterliche Kapelle zu Ehren der Nossa Senhora da Pena, bis König Manuel I. den Bau eines Männerklosters errichtete. Diese verfiel alledings im Laufe der Jahre bis der König Don Fernando II zu Sachsen-Coburg-Gotha, der Ehemann von Königin Dona Maria II, Sintra besuchte und das verfallene Kloster sah. König Fernando II hatte mit dem Anwesen Visionen und kaufte und restaurierte es 1838, um es als kühle Sommerresidenz zu nutzen. Später baute er einen angrenzenden Palast mit grösseren Räumen für staatliche Funktionen. Das Kloster ist rot und der neue Palast gelb, so dass sie leicht voneinander zu unterscheiden sind. Der Park und der Palast von Pena sind die schönsten Beispiele der portugiesische Romantik des 19. Jahrhunderts. Sie bilden den wichtigsten Teil der Kulturlandschaft des Weltkulturerbes von Sintra.

1853 starb Dona Maria und Pedro, der ältere Sohn des Paares, erbte den portugiesischen Thron. Ferdinand wurde der spanische Thron angeboten, aber er liebte das Leben in Pena so sehr, dass er das Angebot ablehnte. Also eigentlich ist der Palast ein Traum eines deutschen Prinzen Ferdinand, der sich in Portugal verliebt hatte.

Nach seinem Tod fiel es in den Besitz seiner zweiten Frau und Opernsängerin Elisa Hensler, der Countess of Edla, die es schliesslich an König Luis verkaufte. Der portugiesische Staat erwarb im Jahr 1889 den Palácio Nacional da Pena, der später zum Nationaldenkmal ernannt und in ein Museum umgewandelt wurde. Ein bedeutender Teil und sehr bewundernswert sind die fantastischen Fliesen, die Azulejos, die überall im Palast zu finden sind und die ich gebührend dokumentierte.

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Fliesen im Palacio da Pena, SintraKacheln im Palacio da Pena, Sintra

Architektonisch ist der Palácio Nacional da Pena im wahrsten Sinne des Wortes eine bunte Mischung aus der Romantik mit Stilen der Neugotik, Neo-Manueline, Neu-Romanik und andere orientalische Stile wie Neo-Maurisch und Indo-Gotik. Interessanterweise existierte das Kloster zuerst und der Palast wurde drumherum gebaut. Vom Kloster sind viele Elemente erhalten geblieben, wie der Kreuzgang, der Speisesaal, die Sakristei und die Manueline-Renaissance-Kapelle. Das Highlight vom Palast ist der hohe rote Wach- und Uhrenturm, der von überall rund um Sintra zu sehen ist.

So begann ich meinen Rundgang, als meine Gruppe in den Palast gelassen wurde. Die hier gezeigten Fotos sind bei zwei Besuchen des Palácio Nacional da Pena entstanden. Beim ersten Besuch bin ich irgendwie viel zu schnell durch und konnte alles gar nicht richtig aufnehmen. So habe ich zwei Tage später den Palast nochmal besichtigt und habe mir viel mehr Zeit gelassen.

Nach dem Eingangstor erreicht man den grossen Hof und ist erstmal fast erschlagen von dem Farbrausch der leuchtend roten und gelben Türmchen und Türmen. Das sieht wirklich schon toll aus, vor allem gegen den stahlblauen Himmel. Die Hauptfassaden sind vollständig mit maurischen Fliesen gemustert, wo eine schöner ist als die andere. Eine Steinmetzarbeit über dem Triton-Tor repräsentiert die Erschaffung der Welt mit der mythologischen Figur des Tritan, halb Mensch, halb Fisch.

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Palacio da Pena, SintraPalacio da Pena, SintraHauptfassade mit Tor und FabelwesenUhrenturm vom Kloster, SintraFassade mit maurischen Fliesen, Sintra

Nun erreicht der Besucher den Patio of Arches als Tor zum Kloster. Von der Brüstung aus hat man tolle Ausblicke über die Landschaft bis hin zur Küste. Ausnahmsweise bin ich mal in die Kapelle gegangen, die natürlich sehr prunkvoll ausgestattet ist. Auffällig und pompös ist der grosse Retabel (Altaraufsatz) aus Alabaster. Schön waren die Sonnenstrahlen, die aus dem Buntglasfenster direkt auf den gekreuzigten Jesus fielen. Die Buntglasfenster in der Kapelle stammen aus dem Jahr 1840 vom Kellner Workshop aus Nürnberg und wurden von König Ferdinand II. in Auftrag gegeben.

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Grossartiger Ausblick vom HofKapelle und Uhrenturm vom KlosterKapelle, Palacio da PenaAltaraufsatz aus Alabaster, SintraIn der Kapelle vom Palacio da PenaBunglasfenster in der Kapelle vom Palacio da Pena

Durch einen etwas unscheinbaren Eingang erreicht man den Manuelinischen Kreuzgang aus dem Jahr 1511 – ein wahrlich prächtiger, zweistöckiger Bau mit Galerien, die sich durch Rundbögen im Untergeschoss und Segmentbögen im Obergeschoss zu einem zentralen, quadratischen Patio hin öffnen. Die Wände, die den Innenhof umschliessen, sind mit herrlichen Hispano-Mudéjar-Fliesen mit geometrischen Motiven verkleidet. Wunderbar und ich konnte mich daran kaum sattsehen. Ich war froh, dass an meinen beiden Besichtigungen nicht allzu viele Besucher da waren und konnte so alles ausgiebig aufsaugen. Es war kein Vergleich zur Hauptsaison, wenn sich jede Stunde mindestens 280 Leute durch den Palast quetschen.

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Manuelinischer Kreuzgang im Palacio da PenaKreuzgang im Palacio da Pena, SintraMaurische Malereien

Angrenzend an den Kreuzgang befindet sich der pompöse Speisesaal mit einem riesigen ausziehbaren Tisch, der Platz für zahlreiche Gäste bietet. Nun ging es in den Palast mit den vielen prunkvollen Räumen.

Im Untergeschoss des Kreuzganges befindet sich das Schlafzimmer und Büro von König Carlos, dem Enkel von Ferdinand. Das Zimmer diente der Mutter der Gräfin von Edla als Gemächer, bevor es zum Schlafzimmer von König Carlos wurde. Die meisten dekorativen Stücke gehörten diesem Monarchen und stammten aus seinem Zimmer im Palast der Necessidades in Lissabon. Das Büro ist der ehemalige Kapitelsaal des Klosters, der von König Ferdinand II. in ein Kaffeezimmer umgewandelt wurde. König Carlos nutzte es in den 1890er Jahren als sein Büro und sein Sohn Manuel II. nutzte es nach 1908 weiter als sein Büro. Die Gemälde auf Stoff, die Nymphen und Satiren im Park von Pena darstellen, stammen von König Carlos.

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Uhrenturm, Palacio da Pena, SintraSpeisesaal, Palacio da Pena, SintraSchlafzimmer von König CarlosBüro von König Carlos

Im Obergeschoss des des Kreuzganges ist das Schlafzimmer von Ferdinand II. und seiner Frau, der Countess of Edla, aus den Jahren 1860 bis 1880. Später wurde es das Schlafzimmer von Königin Amelia, die von 1889 bis 1908 die letzte Königin von Portugal war. Anders als sein Grossvater Ferdinand, bevorzugten Carlos und Amalia getrennte Schlafzimmer. Das grosse Himmelbett ist aus Palisander im 17. Jahrhundert gefertigt. Nebenan ist das Telefonzimmmer mit einem antiken Telefon und einem monumentalen grünen Schrank aus Jade.

Daran anschliessend befinden sich der Tea Room und das Büro von Königin Amelia. Aus der Zeit der Königin sind der Schreibtisch, an dem Amelia ihre Korrespondenz schrieb, und die Pau-Santo-Bücherregale erhalten. Noch weiter zurückreichend sind der Spanische Kabinettschrank und die seit der Zeit der Gräfin von Edla vorhandenen Meissner Porzellanstücke.

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Schlafzimmer von König Ferdinand II ...... später von Königin AmaliaSchrank aus Jade im Telefonzimmer, SintraTelefonzimmer, Palacio da PenaTea Room im Palacio da Pena, SintraBüro von Königin AmaliaBüro von Königin Amalia

Vom Büro aus geht es nun in den Bereich der königlichen Entspannung, der mit dem unverkennbar grünen Zimmer beginnt. Dies war der erste Raum im Palast, der eine Wanddekoration erhielt, die noch heute in grünem Hell-Dunkel gemalt ist und diente als Vorzimmer zum Wohnzimmer. Die vier Büsten stellen König Pedro V, Luise von Oleans, Königin von Belgien, Karl Albert, König von Sardinien dar. Vom grünen Zimmer geht es weiter in das Wohnzimmer mit antiken blauen portugiesischen Sofas und einer prächtigen verzierten Decke im maurischen Stil, die dem Raum eine unglaubliche Weite gibt. Überhaupt haben mich die Decken in diesem Teil des Palastes extrem beeindruckt. Eine kleine Auswahl davon gibt es in der Diashow unten.

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Wohnzimmer im Palacio da Pena mit maurischer DeckeThe Green Room, Palacio da PenaDas Grüne ZimmerKachel im Palacio da Pena, SintraDecke im Palacio da Pena, SintraDecke im Palacio da Pena, Sintra

Danach kann man einen Blick in die überraschend schlicht gehaltene Sakristei werfen. Die Sakristei, ein Raum für die Vorbereitung religiöser Zeremonien, der an die ehemalige Kirche angrenzt, verfügt über ein Waschbecken, zwei Handtuchhalter und eine grosse Kommode zur Aufbewahrung der Priestergewänder.

Nun folgen das Raucherzimmer und das Atelier der Gräfin von Edla. Hier sind die Marmormedaillons ausgestellt, die die Gräfin selbst gemeisselt hat, jeweils mit den Profilen von Ferdinand II. und Prinz Augusto. Von hier aus geht es in die grossartige Great Hall, die der Hauptraum für Empfänge und Unterhaltung im Palast war. In der Mitte befand sich ein Billardtisch, der 1865 installiert wurde. Es gibt auch Hinweise auf andere Spiele wie Dame und Domino. Die Möbel für diesen Raum, einschliesslich der Fackelträger und des Kronleuchters, wurden 1866 bei Casa Barbosa e Costa in Auftrag gegeben.

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Sakristei im Palacio da Pena, SintraRaucherzimmer im Palacio da PenaAtelier der Gräfin von Edla, SintraThe Great Hall, Palacio da Pena, SintraGreat Hall, Palacio da PenaAusstellungsstücke, Palacio da PenaSchlafcouch des Privatsekretärs der Gräfin von Edla

Von der Great Hall erreicht man den nächsten Prachtsaal: den Hirschsaal mit zahlreichen Geweihen an den Wänden. Der Saal wurde als Speisesaal für das Neue Schloss gebaut, um Gäste willkommen zu heissen, die keinen Zugang zum privaten Speisesaal hatten. Die Dekoration aus Gips spielt auf Jagdmotive an, einschliesslich der Hirschköpfe, die dem Raum seinen Namen geben. Die Bankette wurden auf einem runden Tisch serviert, der mit einer Öffnung um die zentrale Säule herumlief.

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Stag Room im Palacio da Pena, SintraHirschsaal, SintraDecke vom Hirschsaal

Zu guter Letzt ging es abwärts in die grosse Palastküche. Auf der Rückseite befinden sich drei Schornsteine, die mit drei Holzöfen verbunden sind, von denen nur zwei erhalten sind. Die Pfannen, Töpfe und Gefässe aus Kupfer sind mit dem Symbol PP (Paláacioda Pena) und dem gekrönten Monogramm von König Ferdinand II. Gekennzeichnet. Leider konnte man das nicht bewundern.

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Küche im Palacio da Pena, SintraPalacio da Pena, Sintra

Von der Küche aus betritt man eine grosse Terrasse, wo heute die Cafeteria kleine Snacks und Getränke anbietet. Von hier hat man nochmal tolle Blicke auf die bunten Türme und Gebäude des Palastes, die ich gebührend bewunderte.

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Palacio da Pena, SintraPalacio da Pena, SintraEingangstor vom PalastPalacio da Pena, Sintra

Ich verliess den Palast und wanderte hoch zum High Cross, von dem man einen schönen Blick zum Palast haben soll. Nun, der Blick, der sich mir vom Cross bot, seht ihr auf dem ersten Bild: nichts als Bäume. Auf der anderen Seite des Kreuzes konnte man auf einer kleinen Mauer stehen und erhaschte zumindest einen Blick auf den Palast durch die Zweige. Schön ist anders. Es gab aber tatsächlich einige Leute, die auf das Cross kletterten, um ein Foto zu machen. Ziemlich waghalsige Aktion! Einen wesentlich besseren Blick hat man vom Miradouro de Santa Eufémia ausserhalb des Parks, zu dem ich mit dem Bike am Ende des Tages nochmal hoch keulte. So lief ich dann zurück zum Ausgang und wollte nun das Castelo dos Mouros, das sich nur wenige hundert Meter entfernt befindet, besichtigen.

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Wie man sieht, sieht man nix...Blick durch Äste zum PalastBlick vom Miradouro de Santa EufémiaRotkehlchen :)

Es waren zwei absolut lohnenswerte Besuche des Palácio da Pena und eine Besichtigung sollte man sich bei einem Besuch in Sintra nicht entgehen lassen. In der Saison ist der Besuch mit den Touristenmassen sicher nicht so angenehm im Winter, aber die Regelung mit den maximal 140 Besuchern alle dreissig Minuten ist zumindest ein guter Versuch der Regulierung.

Castelo dos Mouros

Ich nahm mein Bike und fuhr die kurze Entfernung zum Castelo dos Mouros, einer maurische Burg nur wenig unterhalb des Palácio da Pena. Das Eintrittsticket hatte ich mir auch online bei der Parkverwaltung gebucht und konnte so direkt in die Burg; ein Timeslot war nicht notwendig. Der Weg führte zunächst durch den Wald und an Silos vorbei, die als Lagerstätte für Lebensmittel im islamischen Viertel dienten. Die jahrtausendealte maurische Burg, die unter islamischer Herrschaft gegründet wurde, war ein Aussichtspunkt mit Blick auf die Atlantikküste und die Sintra-Hügel und nahm damals eine strategische Position ein, um sowohl das umliegende Territorium als auch die maritimen Zugänge zur Stadt zu verteidigen.

Die Mauren lebten hier bis 1147, als Sintra nach der Eroberung der Städte Lissabon und Santarém an Afonso Henriques, den ersten König von Portugal, übergeben wurde. Die Verwaltung der Stadt Sintra wurde einem Meister der Tempelritter übertragen. Mit der Ansiedlung einer christlichen Bevölkerung in der maurischen Burg begann das islamische Viertel zu verschwinden und einer mittelalterlichen Stadt Platz zu machen, deren Besetzung bis ins 15. Jahrhundert andauerte.

Bereits im 19. Jahrhundert liess König Ferdinand II. die Burg restaurieren und hauchte der mittelalterlichen Fantasie um diesen Ort neues Leben ein. Die Burg wird seit 1976 archäologischen ausgegraben und förderte unzählige Entdeckungen zu Tage. 1995 stufte die UNESCO die Kulturlandschaft von Sintra als Weltkulturerbe ein, wozu auch das Castelo dos Mouros gehört.

Gleich nach dem Eingang geht es in so eine archäologische Ausgrabungsstätte hinunter und man sieht viele der Silos, die der Konservierung bestimmter Lebensmittel wie beispielsweise Getreide dienten. Direkt daneben befindet sich das hohe Gewölbe der Zisterne mit einer Speicherkapazität von fast 600 Kubikmeter Wasser. Die Steinmetzspuren und der Spitzbogen der Eingangstür weisen darauf hin, dass der Bau im 13. Jahrhundert begann. Es gibt keine Aufzeichnungen darüber, dass das Wasser jemals ausgetrocknet ist, der Legende nach ist ein maurischer König darunter begraben.

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Zugang zum Castelo dos MourosSilos im Keller der BurgZisterne der maurischen Burg

Nun erreicht man den grossen Arms Square, das Zentrum der Burg. Von hier führen die Burgmauern auf die Anhöhen und man kann darauf laufen und hochsteigen. Der Platz ist der grösste Bereich der Burg, der die Kapazität einer Militärgarnison ermöglichte. Die von König Ferdinand II. im 19. Jahrhundert durchgeführte Umgestaltung verwandelte diesen Raum in eine idyllische Umgebung mit Ruhebereichen und Elementen, die an die maurische Vergangenheit erinnern.

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Arms Square, Castelo dos MourosBlick zum Palacio Nacional, SintraWehrgang, Burg der Mauren in SintraDie Burg der Mauren in Sintra

Die Mauern schlängeln sich mit ihren Granitblöcken auf den Klippen der Hügel entlang und bieten dabei atemberaubende Ausblicke über die Stadt, den Palast von Pena sowie auf den PaláacioNacional bis hin zum Blau des Atlantischen Ozeans. Es hat mir sehr viel Spass gemacht, jeden Wehrgang abzulaufen und die Aussichten zu geniessen und ich kann auch den Besuch des Castelo dos Mouros im Anschluss an den Palast nur wärmstens empfehlen.

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Blick über Castelo dos Mouros nach SintraCastelo dos Mouros in Sintra

Nach diesem üppigen Kulturprogramm musste ich mich erstmal in meinem schönen kleinen Garten erholen und chillte dort bis es Zeit für den Sonnenuntergang war. Den verbrachte ich heute auf den Klippen beim bezaubernden Dorf Azenhas do Mar an der Küste des Naturparks Sintra-Cascais. Von hier hat man einen schönen Blick auf den kleinen Ort mit Meeresschwimmbecken, der von der Ansicht her stark an die idyllischen Städte der Amalfiküste in Italien wie Positano erinnert. Aber natürlich hat Azenhas do Mar seinen eigenen Charme und ich genoss meine Spielzeit dort von der goldenen bis zur blauen Nachtstunde. Ich finde es immer wieder faszinierend schön, wie sich dasselbe Motiv im Wandel des Lichts verändert .

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Blick auf Azenhas do Mar, PortugalSonnenuntergang in Azenhas do MarBlaue Stunde in Azenhas do Mar, Portugal

Es war ein perfekter Abschluss eines ereignisreichen Tages mit Kultur und Landschaft. Das finde ich so schön an Sintra – man kann jede Menge Geschichte und Kultur tanken und sich gleichzeitig fotografisch an der spektakulären Landschaft an der Küste austoben .

1. Februar 2023

Besichtigung des Palácio Nacional de Sintra und des Palast de Monserrate

Heute setzte ich mein Kulturprogramm in Sintra fort und ging zu Fuss zum Palácio Nacional de Sintra, der mit seinen grossen konischen Kamin-Schornsteinen, die sich über der Palastküche weithin sichtbar erheben, das Wahrzeichen Sintras ist. Erbaut als maurisches Alcázar im 10. Jahrhundert, diente er vom 14. bis zum 20. Jahrhundert als königliche Sommerresidenz.

König Diniz, der 6. König von Portugal, liess seine Gemächer auf den Fundamenten des Maurenpalastes anlegen und João I., der 10. König von Portugal, begann Anfang des 15. Jahrhunderts mit dem Bau seiner Sommerresidenz. Manuel I. liess diesen Bau weiter erweitern und unter João III. wurden die Räume im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance eingerichtet. Die markanten konischen Küchenschornsteine wurden erst nach dem Erdbeben von 1755 errichtet und die vom Erdbeben zerstörten Teile des Palastes weitgehend im alten Stil rekonstruiert. Der Palácio Nacional de Sintra befindet sich heute in Besitz des portugiesischen Staats und gehört zum UNESCO-Welterbe in Portugal.

Auch dieses Ticket hatte ich online gebucht und konnte nach dem Scannen des Buchungscodes direkt in den Palast. Einen Timeslot zu buchen ist hier nicht notwendig. Durch die prächtigen Arkaden betritt man den Palast und erreicht über eine schöne Treppe im ersten Stock den Raum der Palastwache, wo die zeremoniellen Wachen bereit standen. Hier steht auch ein kleines hübsches Modell des Palastes, bei dem der Besucher eine schöne Übersicht über die Anlage bekommt.

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Palacio Nacional de Sintra, PortugalRaum der Palastwache, Palacio Nacional de SintraModell vom Palacio Nacional de Sintra

Nun betritt man einen der drei besonders bemerkenswerten Säle: den Saal der Schwäne. Die Holzdecke mit achteckigen Kassetten ist mit 72 weissen Schwänen ausgemalt und sind eine Hommage Joãos I. an seine Frau Philippa von Lancaster. Sehr schön sind hier auch wieder die Fliesen, die die Wände verkleiden. Direkt nebenan ist der eindrucksvolle Elsternsaal, dessen Decke 136 Elstern zeigen. Ich war allerdings mehr von den Fliesen am Kamin beeindruckt und hab die Decke gar nicht so richtig wahr genommen. In der oberen rechten Ecke sieht man auf dem Foto aber immerhin ein paar Elstern .

Die Goldene Kammer ist der dritte Raum im Palast von João I und Philippa von Lancaster. Hier würde der Monarch Personen von höchstem sozialen Status empfangen, die hier auch in dem pompösen Bett schlafen konnten. Dies war die Nutzung, die König Sebastião dieser Kammer gab. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde der Raum in Gold gehalten, aber diese Dekoration ging mit der Zeit verloren. Im 19. Jahrhundert wurde daraus schliesslich das Esszimmer.

Anschliessend ist das Kleiderzimmer von König João I. und Königin Philippa von Lancaster. Hier wurden die wichtigen Besitztümer des Königs und der Königin in Truhen aufbewahrt: Kleidung, Schmuck, Silber und andere zeremonielle Gegenstände. Beeindruckend schön sind in diesem Zimmer auch wieder die Fliesen. Herrliche Kunst und Farben und damit ging es im Zimmer nebenan, dem Camarin, weiter. Der Raum ist in drei kleine Abteile unterteilt, die als Anbau an die Garderobe genutzt werden konnten. Der Camarim wurde wie der Kleiderschrank zur Aufbewahrung von Gegenständen von grosser Pracht verwendet.

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Saal der Schwäne, SintraSwan Room, Palacio Nacional de SintraElsternsaal, Palacio Nacional de SintraGolden Chamber, Palacio Nacional de SintraKleiderraumKacheln im Palacio Nacional de SintraCamarim, Palacio Nacional de Sintra

Es folgt ein langer Korridor, der zum Wappensaal führt und in dem Objekte wie Fliesen und Wandteller ausgestellt sind. Der imposante und absolut prächtige Wappensaal übertrifft allerdings alles bisher gesehene! Den Saal ziert eine wunderschöne achteckige, holzgetäfelte Kuppeldecke aus der Zeit von Manuel I. von 1495 bis 1521; einem der bedeutendsten König Portugals. Um das königliche Staatswappen in der Mitte gruppieren sich die Wappen der acht Kinder Manuels I. und weitere Wappen von 72 adeligen Familien, deren Position in der Hierarchie sich im Abstand zum königlichen Wappen widerspiegelt – faszinierend!

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Fliesen im Palacio Nacional de SintraKorridor zum WappensaalAusstellung der FliesenWappensaal im Palacio Nacional de SintraDecke im Wappensaal

Die Wände zieren Gemälde aus blau-weissen Kacheln, die Szenen der Galanterie im 18. Jahrhundert darstellen (was sich mir nicht ganz erschloss... Kulturbanause, der ich bin... )

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Deckengemälde im WappensaalDecke im Wappensaal, Palacio Nacional de Sintra

Der Wappensaal ist absolut imposant und beeindruckend und ich verbrachte hier fast 20 Minuten, um die Decke mit den Wappen und die Gemälde zu studieren. Einfach nur fantastisch!

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Gemälde im WappensaalWappensaal, Palacio Nacional de Sintra

Zu meiner Überraschung gab es nach dem wunderschönen Saal noch ein Schlafzimmer; und zwar die Kammer von König Alfonso VI, dem 22. König von Portugal, mit einer etwas tragischen Geschichte. Denn diese Kammer wurde das Gefängnis von König Alfonso VI, der von seinem Bruder abgesetzt wurde. Neun Jahre lang lebte der König hier isoliert und von 300 Soldaten bewacht. Der Palast war nun im 17. Jahrhundert der Gefängnisort für einen König, der seiner königlichen Autorität beraubt worden war. Der Keramikboden ist einer der ältesten im Palast aus der Zeit um 1430-1440.

Immerhin war seine Kammer direkt neben der Kapelle des Palastes von Sintra, in der Gottesdienste abgehalten wurden, die gleichzeitig Gott und dem König huldigten. Während der Messe war der König hinter einem Vorhang neben der Hauptkapelle versteckt, was ihm eine heilige Aura verlieh, die ihn allen anderen Anwesenden deutlich überlegen machte. Die Kapelle stammt aus der Regierungszeit von König Dinis und Isabel von Aragon (13. Jahrhundert), wurde aber während der Herrschaft von Afonso V. verändert und erweitert. Die Decke im Mudéjar-Stil ist eine der am besten erhaltenen in Portugal.

Weiter ging es in den Vorraum des Ratssaals, der durch seine Kacheln und den kleinen Brunnen beeindruckt. Dieser Raum ist auch als Arabischer Raum bekannt und dient als Wartezimmer ausserhalb des Versammlungsraums der Richter oder Ratsmitglieder. Die Kacheln und der Brunnen stammen aus der Regierungszeit von König Manuel I. (1495-1521). Nicht überraschend schreitet man dann in den Rathaussaal, dem Raum für die Sitzungen der Richter des Hauses – schlicht und unspektakulär.

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Schlafzimmer von König Alfonso VI.Kapelle des Palacio Nacional de SintraVorraum des Ratsaals mit BrunnenRathaussaal, Palacio Nacional de Sintra

Vom Rathaussaal ging es weiter in die Küche; sie werden schon gewusst haben, warum . Bis ins 15. Jahrhundert gehörte das gemeinsame Essen mit den Untertanen neben der Ausübung von Recht und Schutz zu den grundlegenden Aufgaben des Königs. Dies war einer der wichtigsten Akte der Vereinigung, und daher gehörten die Bankette, obwohl sie nur gelegentlich stattfanden, zu den wichtigsten höfischen Ereignissen. Dementsprechend dimensionieren war auch die Küche, wo auf grossen Öfen mit den beiden 33 Meter hohen Schornsteinen die gejagten Tiere für Bankette zubereitet wurden.

Zum Abschluss gab es noch das Schlafzimmer von König Pedro V (1837-1861) und seiner Königin Stephanie. In seiner Regierungszeit wurden diese Zimmer angepasst, um den König und die zukünftige Königin Stephanie unterzubringen. An der Decke ist der Schild mit der Königskrone und dem Monogramm 'PS' sichtbar und nebenan befindet sich das Badezimmer mit einer grossen Badewanne aus Keramik.

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Küche des Palacio Nacional de SintraSchlafzimmer von König Pedro V

Mit diesem Raum war der Besuch des Innenbereiches des Palastes abgeschlossen und ich trat in den zentralen Hof mit der Wassergrotte. Die Patio ist überraschend klein, aber sehr schön gestaltet. In der Mitte befindet sich neben einem Baum ein Wasserspeier in Form einer gewundenen Säule aus dem 16. Jahrhundert. Das Highlight ist die Wassergrotte mit Wasserspeier, die aus winzigen Löchern in der mit Kacheln kunstvoll verzierten Wand ragen. Die Deckenputze werden der Werkstatt von Giovanni Grossi zugeschrieben und zeigen die Erschaffung der Welt (zentrale Komposition), die vier Jahreszeiten (Ecken) und mythologische Themen.

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Patio, Palacio Nacional de SintraWasserspeier im zentralen HofWassergrotte im Palacio Nacional de SintraMauer im Garten vom Palast

Mit einem Spaziergang durch den Garten mit Brunnen und einem Teich mit Goldfischen schloss ich meine Besichtigung ab. Der Palácio Nacional de Sintra hat mich absolut begeistert und war ein sehr lohnenswerter Besuch. Es war auch – zumindest nun im Winter – überhaupt nicht überlaufen mit nur wenigen Besuchern und ich konnte mir alle Zeit dieser Welt lassen.

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Goldfischteich im GartenGarten vom Palacio Nacional de SintraPalacio Nacional de Sintra, PortugalSintra

Ich lief zurück zum Haus und nach einer kleinen Mittagspause nahm ich das Bike und fuhr zum Palácio de Monserrate, der mein letztes kultur-historisches Ziel in Sintra sein sollte.

Palácio de Monserrate

Vor dem Eingang konnte ich mein Bike sicher abschliessen und gleich den Eingang passieren, weil ich auch dieses Ticket bereits vorab online gebucht hatte. Der Weg führt zunächst durch schöne Parkanlagen bergab, bis man den prächtigen Palast erreicht, der eine bewegte Geschichte mit vielen wechselnden Besitzern hinter sich hat.

Im Jahr 1540 baute hier Bruder Gaspar Preto eine Einsiedelei, die Unserer Lieben Frau von Monserrate gewidmet war. Inspiriert war er dazu von einer Reise über die Iberische Halbinsel als er das Kloster von Montserrat in der Nähe von Barcelona besucht hatte. 1718 wurde das Anwesen von Caetano de Mello e Castro, dem Vizekönig von Portugiesisch-Indien, erworben. 1755 verwüstete jedoch das Erdbeben von Lissabon die Stätte und hinterliess eine grosse Spur der Zerstörung. Trotz des schlechten Zustands wurde das Gelände 1789 von Gerard of Visme, einem britischen Händler, gemietet, der dort den Bau eines neugotischen Schlosses anordnete, in dem er jedoch nur wenige Jahre wohnen sollte. Schliesslich wurde 1793 der britische Schriftsteller William Beckford der neue Pächter von Monserrate. Anschliessend gab er Restaurierungsarbeiten am Gebäude und den riesigen umliegenden Gärten in Auftrag. Die Stätte war 1799 erneut zur Aufgabe verurteilt, als der Schriftsteller aus dem Anwesen auszog.

So wurde Francis Cook, ein britischer Händler und Kunstsammler, 1846 nach einer solchen Reihe von Besitzern, Geschichten, Restaurierungen und Verlassenen Eigentümer des Anwesens von Monserrate und der 1. Vicomte von Monserrate. Dort gab er den Bau des Palastes in Auftrag, der gotische und indische Einflüsse mit maurischen Anregungen kombiniert. Die exotischen Motive der Innendekoration erstrecken sich auf das Äussere, das ebenfalls neu gestaltet und in einen der schönsten botanischen Gärten Portugals verwandelt wurde.

Die portugiesische Regierung erwarb das Anwesen und den Palast 1949, bevor einige Jahre später der Park und der Palast von Monserrate als Eigentum von öffentlichem Interesse eingestuft wurden. Sie bilden einen wichtigen Teil der Kulturlandschaft von Sintra, die 1995 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Der erste Blick auf diesen märchenhaften Palast ist beeindruckend; irgendwie wirkt es wie ein Palazzo in der Toskana! Betritt man den Palast findet man sich im zentralen Atrium wieder, durch das die Familie und ihre Gäste auf dem Weg zu den anderen Teilen des Hauses gingen, einschliesslich der Schlafzimmer im Obergeschoss. Die achteckige Form des Atriums mit dem Brunnen in der Mitte existierte bereits im ursprünglichen Palast von Monserrate, der von Devisme erbaut und von William Beckford bewohnt wurde. Ich war von der Haupthalle total fasziniert und konnte mich weder an der Decke noch an den Galerien, die die Räume und Türme des Palastes verbinden, mit den Säulen und wunderbaren Kacheln sattsehen.

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Palácio de Monserrate, SintraAtrium im Palácio de MonserrateGalerie im Palácio de Monserrate

Ein Raum, der von der Galerie abzweigt ist die Bibliothek. Dieser Bereich diente Francis Cook und seinen Nachkommen als Arbeitsbüro. Daher ist dies der einzige Hauptraum, der mit einer reichen und soliden Tür verschlossen werden kann. Nebenan befindet sich das prächtige Wohnzimmer von Monserrate, in dem sich die Damen einfach aufhalten konnten, sei es beim Lesen oder bei handwerklichen Arbeiten, ob in Begleitung der Herren oder gelegentlicher Anwesenheit von Kindern. Nach dem Abendessen war dies der Raum, in den sich die Frauen zurückzogen, während die Männer sich auf den Weg zum Billardzimmer machten.

Der erste Blick auf diesen märchenhaften Palast ist beeindruckend; irgendwie wirkt es wie ein Palazzo in der Toskana! Betritt man den Palast findet man sich im zentralen Atrium wieder, durch das die Familie und ihre Gäste auf dem Weg zu den anderen Teilen des Hauses gingen, einschliesslich der Schlafzimmer im Obergeschoss. Die achteckige Form des Atriums mit dem Brunnen in der Mitte existierte bereits im ursprünglichen Palast von Monserrate, der von Devisme erbaut und von William Beckford bewohnt wurde. Ich war von der Haupthalle total fasziniert und konnte mich weder an der Decke noch an den Galerien, die die Räume und Türme des Palastes verbinden, mit den Säulen und wunderbaren Kacheln sattsehen.

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Palácio de Monserrate, SintraWohnzimmer im Palácio de MonserrateAtrium im Palácio de MonserrateBibliothek im Palácio de Monserrate

Das Highlight der Zimmer und das prächtigste der prächtigen Zimmer ist jedoch der Musiksaal mit einer absolut fantastischen Decke. Der Musiksaal galt als die Haupthalle des Palastes, der wichtigste Ort für den Empfang und die Interaktion mit Gästen. Hier wurde Musik gemacht und es fand gesellschaftliche Unterhaltung am Nachmittag und Abend im Sommer statt.

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Musiksaal im Palácio de Monserrate, SintraDecke im MusiksaalBuntglasfenster, Palácio de Monserrate

Die Küche war leider nicht zu besichtigen, da sie zur Zeit umfassend renoviert wird. Zum Schluss schaute ich in den Raum für sakrale Kunst hinein. In Monserrate brachte Francis Cook eine bemerkenswerte Sammlung religiöser Kunstwerke zusammen und der Gedanke wird von einem sehr schönen Buntglasfenster unterstützt.

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Decke im Palácio de Monserrate, SintraAtrium im Palácio de MonserratePalácio de Monserrate in Sintra

Es war ein schöner kurzweiliger Besuch in diesem wirklich sehenswerten Palast und ein perfekter Abschluss meines Kulturprogramms in Sintra. Es gibt zwar noch weitere Häuser und Villen wie z.B. die Quinta da Regaleira zu besichtigen, aber für mich reichte es nun .

Zum Sonnenuntergang fuhr ich nochmal zum Praia da Adraga. Heute war Ebbe mit hohen Wellen und ich nutzte die Zeit für schöne Spielereien mit Gegenlicht und langen Belichtungen. Die Stimmung war hier jedes Mal anders, je nach Licht und Tidenstand – toll ! Hin und wieder erwischte mich mal eine Welle, aber ein wenig nasse Füsse schaden ja nicht .

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Praia da Adraga, SintraSonnenuntergang am Praia da Adraga
Praia da Adraga, Naturpark Sintra-Cascais

Einen weiteren ikonischen Strand der Sintra Küste hob ich mir für meine nächste Destination bei Lissabon auf und freute mich bereits darauf. Was für ein schöner Abschluss war dieser Abend am Strand an diesem tollen Tag in Sintra!

2. Februar 2023

Besichtigung des Palácio Nacional de Sintra

Heute besuchte ich, wie schon erwähnt, nochmal den Palácio Nacional da Pena. Diesmal hatte ich den ersten Eintritt um 9:30 Uhr gebucht und insgesamt waren es nur wenige Besucher in dieser ersten Gruppe. Ich lief nun sehr langsam durch den Palast und schaute mir alles nochmal in Ruhe und genauer an. Eine gute Entscheidung !

Den Rest des Tages verbrachte ich mit Einkaufen und Tanken im Auchan und chillte im Garten. Sonnenuntergang fiel heute aus; es war mal wieder so viel Sand in der Luft, dass die Sonne kaum noch zu sehen war . Der Clio war auch schon eher gelb als blau .

3. Februar 2023

Weiterreise nach Aldeia de Juzo / Lissabon

Meinen letzten Morgen in Sintra liess ich ruhig angehen und packte am späten Vormittag das Auto. Heute ging es nur eine sehr kurze Strecke weiter nach Aldeia de Juzo vor den Toren von Lissabon.

Im nächsten Kapitel geht es mit meinen Stadtbesichtigungen in Lissabon und der Landschaften im Naturpark Sintra-Cascais weiter.



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