La Palma – Kanarische Inseln 2017

11. - 21. November 2017

Anreise über Teneriffa nach La Palma

Am 11. November ging es am Mittag mit Easyjet los Richtung Teneriffa. Der Flug dauerte knapp vier Stunden und verlief ruhig. Schön war diesmal der Blick auf die portugiesische Hauptstadt Lissabon und die langen Brücken.

Nach der Landung auf dem Teneriffa Süd Flughafen mussten wir eine Weile am Cicar Schalter anstehen, um unser Auto anzumieten. Wir hatten zunächst einen Opel Astra GTC, den wir mit auf die Fähre nach La Palma nehmen würden. Leider bemerkten wir erst später auf La Palma ein kleines technisches Problem und so begleitete er uns nur eine Woche, bis wir dort auf einen Opel Astra Turbo wechselten.

Die Fahrt zu unserem Hotel für eine Nacht an der Costa del Silencio war nur kurze 20 Minuten lang und wir erreichten problemlos das Marino Hotel Tenerife *. Es ist ein klassisches Apartmenthotel im touristischen Süden, aber das war für uns für diese eine Nacht zum Schlafen völlig okay. Das Apartment war sehr geräumig mit einer eingerichteten Küchenzeile, Wohnzimmer mit Balkon, Schlafzimmer und Bad.

Diashow Marino Hotel Tenerife(Klick für grössere Bilder):

Wir brachten unser Gepäck ins Apartment und fuhren zum Mercadona, um für La Palma zuckerfreie Limonade und ein paar Grundnahrungsmittel einzukaufen. Vor allem zuckerfreie Limo ist in den kleinen Supermärkten auf den Inseln mitunter schwer zu finden oder es gibt nur Cola oder Sprite Light.

Nach dem Einkauf gingen wir in das Restaurant des Hotels, wo wir recht gut zu Abend assen. Vor dem Restaurant und dem Poolbereich fand eine Kinderanimation statt – so richtig wie man sich das Touristen Klischee vorstellt . Uns war es für diesen einen Abend egal, aber wir konnten uns nicht vorstellen, dauerhaft in so einer Umgebung Ferien zu machen...

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einer Tasse Kaffee und einem Gipfeli auf den Weg zum Fred Olsen Fähranleger in Los Cristianos. Wir reihten uns in die Schlange ein und genossen die Morgensonne, bis die Fähre einlief. Ruckzuck konnten wir an Bord und die Fähre legte pünktlich um 9:30 Uhr ab. Ein letzter Blick zurück auf den Touristen-Moloch von Los Cristianos und ein Ausblick auf den Gipfel des Teide und wir waren auf offener See. Nach rund einer Stunde erreichten wir La Gomera und freuten uns, das hübsche Städtchen San Sebastian mit den bunten Häusern wiederzusehen. Nach einer halben Stunde legten wir bereits wieder ab und fuhren in rund zwei Stunden weiter bis La Palma, wo wir gegen 12:30 Uhr ankamen.

Sonnenschein erwartete uns und wir machten uns auf den rund 90-minütigen Weg nach Puntagorda im Nordwesten, wo wir neun Tage im schönen Haus Casa La Oliva * verbrachten. Das Haus steht am Ortsrand in einer ruhigen Seitenstrasse und hat einen grossen Wohnraum mit voll eingerichteter Küche, ein grosses Schlafzimmer, ein Badezimmer und einem Sitzplatz vor dem Haus. Auf dem Dach befindet sich eine Terrasse mit Liegestühlen und eine Waschküche mit moderner Waschmaschine. Schnelles Breitbandinternet machte die Unterkunft für uns perfekt und so konnten wir jederzeit deutsche Sender streamen (der Fernseher kannte ausschliesslich spanische Programme).

Diashow Casa La Oliva (Klick für grössere Bilder):

Den Tag liessen wir gemütlich im Restaurant Jardin de Los Naranjos ausklingen, das sich nur zwei Gehminuten von unserem Haus befand. Die Küche dort ist ausgezeichnet und wir liessen uns Pulpo, kanarisches Kaninchen und Zwiebelsteak schmecken.

Caldera de Taburiente

Der Schwerpunkt unseres Aufenthaltes in Puntagorda sollte in dem Erkunden der fantastischen Caldera de Taburiente, unserem absoluten Highlight auf La Palma, liegen. Die Caldera de Taburiente hat rund neun Kilometer Durchmesser und einen Umfang von circa 28 Kilometern. Zur Entstehung findet man auf Wikipedia diese Infos:

Die Caldera de Taburiente ist Teil des Vulkanismus-Prozesses von La Palma. Vor etwa zwei Millionen Jahren brach der Schildvulkan La Palmas, der Garafia-Vulkan, aus rund 4000 Metern Tiefe durch die Meeresoberfläche und erreichte eine Höhe von etwa 2500 Metern ü. Meeresspiegel. Vor 1,2 Millionen Jahren kollabierte der Vulkankegel und ergoss eine Trümmerlawine in südwestliche Richtung, die heute im Meeresboden der Inselflanke durch Sonarmessungen noch nachweisbar ist.

Vor etwa einer Million Jahren entstand ein neuer Vulkan, der Taburiente-Vulkan, der den Garafia-Vulkan vollständig mit seiner Lava überdeckte und eine Höhe von rund 3000 Metern erreicht haben sollte. In der Zeit vor 125.000 bis 500.000 Jahren stürzte die Westflanke des Taburiente-Vulkans ein, die dabei die Caldera de Taburiente und den rund zehn Kilometer langen Gebirgszug Cumbre Nueva entstehen liess. Der nordöstliche Rand der Caldera de Taburiente bildet zusammen mit dem Cumbre Nueva-Rücken die Abrisskante (Amphitheater) der Cumbre Nueva-Trümmerlawine, deren Ablagerungen heute in 2500 bis 4000 Metern Wassertiefe der Inselflanke liegen und die Trümmerlawine des Garafia-Vulkans überdecken. Diese Ablagerungen nehmen eine Fläche von etwa 780 Quadratkilometern ein und haben ein Volumen von rund 95 Kubikkilometern.

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Am höchsten Punkt, dem 2.426 Meter hohem Roque des los Muchachos, befindet sich das Observatorium, das zusammen mit dem Teide Observatorium auf Teneriffa das European Northern Observatory bildet. Die Ansammlung von unterschiedlichen grossen Observatorien ist beeindruckend und faszinierend und das Gran Telescopio Canarias ist mit 10,4 Metern Durchmesser das grösste Spiegelteleskop der Welt!

Wir verbrachten einige Sonnenauf- und Sonnenuntergänge auf dem Kraterrand und hatten sehr viel Spass dabei, neue Ansichten und Bildkompositionen zu finden. Die Blicke auf die zerklüfteten Berge und Schluchten im Krater sind überwältigend schön und bieten unzählige Motive in den unterschiedlichen Lichtstimmungen. Wir wanderten teilweise in stockfinsterer Nacht mit Stirnlampen zu unseren Standpunkten, da wir zur Zeit des Neumondes auf La Palma ankamen und es kein natürliches Licht gab. Dafür war der Blick auf den Sternenhimmel umso schöner! Fotos machten wir allerdings nicht – ehrlich gesagt finde ich nur Sterne ohne Bildkomposition oder Einbeziehung der Landschaft langweilig und warte auf wenigstens etwas Mondlicht

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Die Observatorien schauten wir uns natürlich auch etwas näher an. Sie wurden unter der Beteiligung mehrerer europäischer Länder 1985 eröffnet. Das Gran Telescopio Canarias wurde 2009 in Betrieb genommen und es befinden sich noch weitere Spiegelteleskope wie das Liverpool oder Mercator Teleskop in der Nähe. Zu den speziellen Teleskopen zählen unter anderem das Dutch Open Teleskop DOT und das Swedish Solar Teleskop SST zur Sonnenbeobachtung, das Carlsberg-Meridian Teleskop CMT für Astrometrie und die zwei MAGIC Teleskope für Gammastrahlung. Die Ansammlung der Teleskope mutet mitunter an wie aus einem Science Fiction Film, aber sie stören den Landschaftsgenuss keinesfalls, da sie nur von wenigen Stellen sichtbar sind.

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Mercator TeleskopWilliam-Herschel-Teleskop WHTNazionale Galileo TNGGran Telescopio CANARIAS GTC

Und hier nochmal ein paar Stimmungen, die wir stets am Morgen um die Sonnenaufgangszeiten einfangen konnten – und einmal, als es keine Wolken hatte, auch mal aus Langeweile den Sternenhimmel . Die Caldera präsentierte sich immer etwas anders und obwohl ich etwas enttäuscht war, dass wir keine mit Wolken gefüllte Caldera präsentiert bekamen, war ich doch jeden Morgen über die jeweilige immer etwas andere Stimmung erfreut. Aber wir hatten ja noch drei Wochen und ich hoffe, dass es mit den Wolken und auch dem Wolkenfall noch klappen würde!

Zur Lavafelswand (La Pared de Roberto) gibt es noch eine schöne Legende (Zitat von La Isla Bonita Turismo Rural):

Hier soll sich an den Füssen einer Lavafelswand (La Pared de Roberto) in der Nähe von Los Andenes eine Legende zugetragen haben, nach der sich an dieser Stelle ein Liebespärchen unter dem nächtlichen Sternenhimmel zu treffen pflegte. Sie war eine schöne Ureinwohnerin aus Garafía und er stammte aus Barlovento. Die Liebe, die beide sich schworen, war so stark, dass selbst der Teufel neidisch wurde. Es wird erzählt, dass der Teufel diese Felswand in einer Nacht erschuf, um die Verliebten auseinanderzubringen. Dem mutigen Jüngling gelang es zwar, die Wand zu überwinden. Die Anstrengungen waren derart kraftraubend, dass er in den Krater La Caldera de Taburiente fiel. Der Teufel wollte darauf das traurige Mädchen für sich gewinnen, aber sie verweigerte sich ihm und stürzte sich ebenfalls in die Tiefe, um sich mit ihrem Geliebten zu vereinigen. Das Werk des Teufels war umsonst und in seiner Wut schlug er den Basaltfels entzwei, das tragische Ende dieser Liebesgeschichte heraufbeschworen hatte.

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La Pared de Roberto

Der Nordwesten

Wenn wir nicht auf der Caldera unterwegs waren, erkundeten wir die Gegend um Puntagorda im Nordwesten der Insel. Wir waren ja nun im November hier und die Mandelbäume bereits kahl und so gefiel uns die Landschaft auch nicht so sehr wie vielleicht im Frühling oder Sommer.

Interessant war allerdings der Mercadillo in Puntagorda, wo am Samstag und Sonntag Produkte der Bauern sowie Kunsthandwerk verkauft wird. Die Auslagen waren ein Genuss für die Sinne: es gab jede Menge frisches Obst und Gemüse, leckere Backwaren wie die herrlichen Mandel- oder Kokuskekse sowie Kuchen und ein fantastisches Zwiebelbrot. Wir deckten uns dort reichlich mit den guten Sachen ein und freuten uns über das frische , gesunde Essen.

In der Nähe des Marktes befindet sich der Mirador de Izcagua direkt über den Barranco mit einem Blick bis hinüber zur Windmühle von Las Tricias, wo sich das Museo del Gofio befindet. Ein weiterer Aussichtspunkt, den wir von unserem Haus erwandern konnten, ist der Mirador Matos, von dem man die gesamte Nordküste überblicken kann.

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Mercadillo PuntagordaMolino de las TriciasMirador Matos

Die meiste Zeit verbrachten wir mit der Erkundung der Küste und was sie so zu bieten hatte. Die sind steil. Sehr steil! Fast überall führen schmale Stichstrassen zu kleinen Parkplätzen noch hoch über dem Meer. Über alte Pfade, die heute noch von Fischern genutzt werden, kann man dann noch 100 Höhenmeter und mehr zum Wasser absteigen. Dort befinden sich immer kleinere Hütten, die von den Einheimischen immer noch genutzt werden, in atemberaubender Steillage – bei manchen haben wir uns gefragt, wie man sie ohne Absturz überhaupt erreichen kann!

Ein schöner Küstenort ist Santo Domingo, wo wir den vorgelagerten Felsen Roque de Santo Domingo und Roque de las Tabaides Zeit zu Sonnenuntergang widmeten. Vom Mirador Tanausú hoch über der Küste hat man einen schönen Blick auf den langgestreckten Ort. Der Roque de las Tabaides hat ein hübsches Loch und der Roque de Santo Domingo steht umtost von hohen Wellen des Atlantiks attraktiv vor der Küste. Der Weg hinunter hielt uns fit und unsere Waden waren nach dem Aufstieg jedes Mal so stramm, dass jeder balinesische Kampfhahn vor Neid erblassen würde

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Roque Santo DomingoRoque de las Tabaides

In der Nähe von Las Tricias befinden sich ausser der hübschen Kirche Ermita de Las Tricias einige schöne Drachenbäume, die sich aber nur schwer im schönen Licht einfangen liessen. Wir versuchten es dann auch nur ein einziges Mal und sind mit dem Ergebnis recht zufrieden.

Nach zwei Tagen machte unser Mietwagen plötzlich beängstigende Geräusche beim Bremsen am rechten Vorderreifen. Es hörte sich an, als würde permanent Metall auf Metall reiben, dass sich beim Bremsen noch verstärkte . Da wir keine Automechaniker sind und nicht einschätzen konnten, ob es ein sicherheitsrelevanter Schaden ist oder nicht, entschlossen wir uns, Cicar zu kontaktieren und einen Tag später kam ein Abschleppwagen mit einem Austauschauto und nahm unser Auto mit. Ein toller, unkomplizierter Service von Cicar und wir waren dann mit einem flotten Opel Astra Turbo unterwegs .

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Ermita Las TriciasDrachenbaumMirador Tanausú

Doch der Felsen von Santo Domingo war nicht das einzige Highlight an der Küste. Schön waren auch die Ausblicke auf die Steilküste von oberhalb, wo sich an einigen Stichstrassen kleine Parkbuchten befanden. Wir schauten uns auf unseren Erkundungen geeignete Standpunkte aus, die wir dann zu Sonnenuntergang aufsuchten. So konnten wir einige schöne Lichtstimmungen über den Barrancos, der Küste und dem Meer einfangen.

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Flora und Fauna

In der Tierwelt haben uns die Kolkraben (Corvus corax) fasziniert und viel Freude gemacht. Oben auf der Caldera waren sie immer zur Stelle und schauten, ob etwas für sie abfallen würde. Clever sind sie auch und inspizierten meinen Fotorucksack immer sehr genau. Das Füttern ist eigentlich verboten, aber widerstehen konnten wir den intelligenten Vögeln trotzdem nicht. Es gibt auf La Palma auch nur noch 17 Brutpaare sowie 7 unverpaarte Vögel und sie stehen unter Schutz.

Der Kanarenpieper (Anthus berthelotii) hat uns ständig begleitet und war sowohl ein Gast in unserem Garten als auch oben am Roque des los Muchachos zu finden. Ein niedlicher und flinker kleiner Kerl und so freute ich mich über das Foto, das mir auf dem Parkplatz am Roque gelang.

Auf unseren Wanderungen liess Gerd es sich nicht nehmen, eine der zahlreichen Kreuzspinnen zu fotografieren. Ausserdem übte er sich an einem Nachmittag in Geduld, bis eine der einheimischen Westkanareneidechsen (Gallotia galloti palmae) aus ihrem Versteck heraus schaute und so dieses vorwitzige Portrait entstand.

Bei den Pflanzen sind um diese Jahreszeit die Feigenkakteen (Opuntia ficus-indica) und die Rosetten Aeonium Nobile allgegenwärtig.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Kolkrabe (Corvus corax)Kanarenpieper (Anthus berthelotii)Eidechse (Gallotia galloti palmae) KreuzspinneAeonium NobileFeigenkaktus (Opuntia ficus-indica)

Nach diesen schönen neun Tagen rund um die Caldera zogen wir weiter in die Inselmitte, wo wir in El Paso unsere Basis hatten. Was wir dort erlebten, könnt Ihr im folgenden Kapitel lesen .

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