Der Westen von La Palma – Teil 2

12. Dezember 2020 - offen

Herzlich Willkommen zu meinem Fotoreisebericht 'Überwintern auf den Kanaren zur Zeit von Corona'. Momentan ist es ein Live Reisebericht, da ich noch nicht genau weiss, wie lange ich bleiben werde und welche Inseln ausser Teneriffa ich besuchen kann. Zur Zeit ist La Palma dazu gekommen, wo ich einige Zeit bleiben werde. Aufgrund von Covid-19 möchte ich alles so flexibel wie möglich halten.

Den November verbrachte ich dieses Jahr noch Zuhause, aber das neblige und kalte Wetter ging mir Ende November dann ziemlich auf die Nerven. Ausserdem deutete sich bereits an, dass Deutschland wohl doch in einen harten Lockdown mit Ausgangssperren gehen würde und so buchte ich mir nur den Hinflug nach Teneriffa für den 12. Dezember 2020. Ende offen. Das Auto – diesmal wieder ein Opel Mokka X, mietete ich wie gewohnt bei Cicar an.

21. Januar - 13. Februar 2021

E-Bike Touren

Auch von Todoque aus machte ich täglich meine E-Bike Touren und zeige Euch hier ein paar Impressionen. Viel habe ich nicht gemacht, aber ein paar Fotos sind doch dabei rumgekommen.

Diese erste Tour führte mich zunächst hinauf zur Cumbre Vieja, bis ich abbrechen musste, weil die unasphaltierten Lavageröllpisten nicht für mein Bike geeignet waren; die Reifen waren zu dünn. Die Aussichten zur Caldera de Taburiente waren aber toll und auch die Aussicht auf Tazacorte mit seinen Bananenplantagen.

Eine Tour machte ich Richtung Los Canarios bis zur Ermita de Santa Cecilia, wo ich eine längere Pause einlegte. Die Passatwolken zogen hinein und die Stimmung mit den Kiefern Richtung Küste änderte sich ständig. Es war toll, diese sich ständigen ändernden Aussichten zu beobachten!

Für kurze Touren fuhr ich nach Puerto Naos und genoss in der Laly's Bar einen sehr leckeren Barraquito. Es waren insgesamt 14 km und 540 Höhenmeter bergauf – ein gutes, kurzes Training !

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Cabeza de Vaca, TodoqueTazacorte, La PalmaBlick nach El HierroErmita de Santa CeciliaBlick auf die Küste Richtung Puerto NaosMirador de las Hoyas

Auf dem Rückweg fuhr ich am Plaza de La Glorieta vorbei. Dieser Platz ist mit Mosaiken, Skulpturen, Pergolen und Bänken vom palmerischen Architekten und Künstler Luis Morera in den 1990er Jahren gestaltet worden.Die Mosaike und Skulpturen des Platzes bilden einheimische Fauna und Flora nach. Zum Schluss gab es noch Ausblicke auf die Bananenplantagen mit dem Leuchtturm Faro de Las Hoyas an der Küste.

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Plaza de La Glorieta, La PalmaPlaza de La Glorieta, La Palma, Kanaren

Mit dem E-Bike machte ich einen Ausflug zum Mirador de Cancelita und war erfreut, dass die schmale Zufahrtsstrasse neu geteert wurde und der Aussichtspunkt nun auch wieder mit dem Auto zu erreichen ist. Die Aussicht in die Caldera Taburiente war wie immer wunderschön und ich machte hier eine ausgiebige Pause.

Einmal probierte ich von der Westseite und der Cabeza de Vaca hoch zum Llano de Jable zu fahren. Aber am Ende der geteerten Strasse musste ich doch leider umkehren. Die Reifen meines E-Bikes waren nicht breit genug für den lockeren Untergrund aus Lavasteinen und Lavaasche. Aber es war ja auch kein E-Mountainbike . Trotzdem Schade. Aber immerhin hat man von oben ein tolles Panorama über die Atlantikküste bis hin zur Caldera de Taburiente.

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Oben am Mirador de CancelitaMirador de CancelitaCabeza de VacaBlick über Aridanetal

Eine weitere sehr schöne Tour führte mich ohne Hauptstrassen zur Ermita Virgen del Pino unterhalb der Cumbrecita und dann am Calderarand weiter durch den Wald bis zur LP-301, die ich hoch bis zum Mirador Llano del Jable fuhr. Insgesamt waren es 1458 Höhenmeter bergauf und gute 37 Kilometer. Schön war in der fruchtbaren Ebene bei der Ermita die Mandelbaumblüte, die in vollem Gange war. So schön anzusehen, diese herrlichen Blüten!

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Mandelblüte bei El PasoMirador Llano del JableKirche in El Paso

Anfang Februar machte ich nochmal eine Wanderung durch die Felder und die blühenden Mandelbäume rund um die Ermita Virgen del Pino. Die Blüten waren nun zahlreich und wunderschön, während der Baum von dem Sonnenuntergang vor ein paar Tagen bereits verblüht und grün war!

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Mandelblüte bei El PasoMandelbaumblüte bei El Paso, La Palma

Unterwegs traf ich auf einige Schmetterlinge und ein besonders hübsches Exemplar, das Kanaren-Waldbrettspiel (Pararge xiphioides), liess sich auch mal fotografieren. Nicht sehr erfolgreich, aber für ein Dokufoto hat es gereicht.

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Kanaren-Waldbrettspiel (Pararge xiphioides)Ermita Virgen del Pino

Es gab viele blühende Felder mit Blumen und Raps und der Kontrast zu den grünen Hängen der Cumbre und dem tiefblauen Himmel war einfach fantastisch anzusehen. Zum Schluss widmete ich mich nochmal den Mandelbäumen und fing einige schöne Ansichten ein.

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Blühende Landschaft bei El PasoMandelbaumblüte bei El Paso, La PalmaMandelbaumblüte bei El Paso

Das war eine wirklich schöne Wanderung und ein Augenschmaus, den ich sehr genossen habe.

Wildlife

Im Garten der Finca bei Hans und Karin tummelten sich die hübschen Kanareneidechsen (Gallotia galloti palmae) und wärmten sich auf den Lavasteinen auf. Hin und wieder versuchte ich sie auf den Chip zu bannen und freute mich über das dicke Männchen mit der schönen blauen Zeichnung.

Über der Finca jagten oft Turmfalken, aber ein wirklich gutes Foto wollte mir einfach nicht gelingen und der kleine Kanarenzilpzalp (Phylloscopus canariensis) ist kein fotografisches Highlight, aber ein sehr niedliches Vögelchen, das immer wieder an den Strelizien naschte.

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Kanareneidechse (Gallotia galloti palmae) – MännchenKanareneidechse (Gallotia galloti palmae) – WeibchenKanareneidechse (Gallotia galloti palmae)Kanareneidechse (Gallotia galloti palmae) – WeibchenKanarengirlitz (Serinus canaria)Kanarenzilpzalp (Phylloscopus canariensis)Im Garten der Casita IndraIm Garten der Casita Indra

An der Bootsrampe in La Bombilla tummeln sich in der Regel immer zahlreiche der hübschen Roten Felsenkrabben (Grapsus adscensionis) und an meinen letzten Tagen nahm ich die RX10 IV mit auf meine Biketour und verbrachte einige Zeit an der Rampe mit den hübschen Gesellen. Ich finde sie mit ihrer leuchten roten und blauen Farbe einfach wunderschön und auch die Details ihrer Augen und Scheren sind faszinierend.

Mit etwas Geduld sind mir dann auch einige Fotos gelungen. Ich freue mich immer sehr über die so schön rot leuchtenden Krabben.

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Rote Felsenkrabben (Grapsus adscensionis)Rote Felsenkrabben (Grapsus adscensionis), La PalmaRote Felsenkrabben (Grapsus adscensionis)Rote Felsenkrabben (Grapsus adscensionis), La Palma

Charco Verde

Nach den vielen Shootings in den Bergen hatte ich mal wieder Lust auf Küste und peilte den Charco Verde an. Doch obwohl es sehr wenig Wind hatte, gab es eine lange Dünung, die sich zu hohen Wellen aufbaute und für ordentlich Gischt führte. So viel Gischt, dass es für Fotos völlig unbrauchbar war . Dasselbe auch an der Playa Nueva, so dass ich völlig gefrustet zum Mirador de Las Hoyas zurück fuhr und ein paar 'Verzweiflungsfotos' machte . Na, so schlimm war es nicht, aber eben auch wirklich kein fotografisches Highlight mit den Bananenplantagen und dem Leuchtturm von oben.

Mirador de Las Hoyas, La Palma, Kanaren

Ein paar Tage später startete ich meinen zweiten Versuch an der Charco Verde und diesmal war es besser. Einige hohe Wellen sorgten zwar immer noch für ordentlich Gischt (und häufigen Filterputzen! ), aber immerhin war es möglich, zu fotografieren.

Es gab eine leichte Calima und ein schön definierter Sonnenstern war nicht möglich, aber die Stimmung war dennoch sehr schön. Ich spielte wieder mit Langzeitbelichtungen und ganz zum Schluss – kurz bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwand – gelang mir doch noch ein hübscher Sonnenstern. Trotz der etwas widrigen Umstände war ich mit meinen Fotos dennoch happy .

Zum Charco Verde kehrte ich immer wieder zurück, um mein Glück zu probieren. Aufgrund der Wellen und der Gischt war es bei meinem zweiten Besuch nicht ideal und ich war davon auch ziemlich schnell angepisst . Ein einziges Foto sollte mir kurz vor Sonnenuntergang gelingen und die Wolken leuchteten zumindest noch ein wenig nach – super...

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Charco Verde, La PalmaSonnenuntergang am Charco VerdeSonnenuntergang, Charco Verde auf La PalmaSonnenuntergang am Charco Verde

Als die Wellen etwas unter Kontrolle waren, entschloss ich mich für einen weiteren Abend am Charco Verde. Ideal war er auch nicht, aber es machte mir Spass, mit den unterschiedlichen Belichtungszeiten zu spielen.

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Charco Verde, La PalmaSonnenuntergang, Charco Verde auf La Palma

So gab es eine gute Abwechslung zwischen Sonnenstern und längeren Belichtungen mit den Wellen, die über die Lavafelsen rollten. Alles in allem nicht schlecht, wenn auch nicht der beste Abend .

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Charco Verde, La PalmaCharco Verde

La Cumbrecita & Ermita de la Virgen del Pino

Endlich konnte ich mal zur Caldera de Taburiente hoch und fuhr zu meinem ersten Sonnenaufgang. Ich benötigte keine Reservierung für die Parkplätze, da ich schon um 8:30 Uhr auf dem Rückweg sein würde. So wanderte ich im Dunkeln mit Stirnlampe zum Mirador de los Roques und fotografierte in der ersten Morgenstunde. Mir gefällt die Aussicht auf die Cumbre und in die Caldera de Taburiente von diesem Aussichtspunkt sehr gut. Es ist eine gewaltige Mischung von Vulkangestein, schroffen Felsen und leuchtend grünen Kiefern.

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Mirador de los Roques, La PalmaBlaue Stunde Mirador de los RoquesLa Cumbrecita, Caldera de TaburienteCaldera de Taburiente

Die blaue Stunde war schön, aber am besten war es, als sich die Cumbre rosa färbte und später das erste rote Licht bekam. Wunderschön! Ich fotografierte, bis mir das Licht zu hart war und machte mich dann wieder auf den Heimweg.

Ich war an einem Morgen neugierig, wie es an der Cumbrecita aussehen würde und machte mich rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf den Weg zur Ermita Virgen del Pino. Die Gipfel der Cumbre bekamen jedoch von diesem Standpunkt nur wenig Licht ab und als Motiv nicht wirklich brauchbar. So blieb es auch bei nur einem Dokumentationsfoto.

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Sonnenaufgang in der Caldera TaburienteMirador de los Roques, SonnenaufgangBlick zum Pico Bejenado

Auf meiner E-Bike Tour hatten mich die blühenden Mandelbäume unterhalb der Cumbrecita bei der Ermita de la Virgen del Pino sehr begeistert und so entschloss ich mich, sie an einem späten Nachmittag im warmen Licht zu fotografieren.

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Mandelbaumblüte bei El PasoBlühender Mandelbaum

Ich wanderte durch die Landschaft und fotografierte verschiedene Bäume und die schöne Landschaft um die Ermita. Am Ende blieb ich bei einem einzelnen wunderschön blühendem Baum und fotografierte ihn im sich ständig wechselnden Licht. Man kann schön sehen, wie das Licht immer röter wurde, bis der Baum schliesslich im Schatten war und die Blüten wieder weisser waren. Ein toller Fotoausflug mit einer schönen Ausbeute!

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Blick zur CumbrecitaMandelbaumblüte bei El Paso, La PalmaBlühender Mandelbaum bei El Paso

Ich wollte nochmal einen Sonnenaufgang an der Ermita Virgen del Pino mit Wolken an der Cumbre probieren und fuhr die 20 Minuten an einem Morgen hinauf. Leider flossen die Wolken nicht wie ein Wasserfall, sondern nur auf einer Ebene . Ich versuchte mich aber trotzdem an einigen Fotos, weil der Vordergrund mit dem blühenden wilden Raps einfach so schön harmonisch wirkte. So war es wenigstens kein vergebener Morgen .

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Blick zur CumbrecitaKein Wolkenwasserfall :(

Mirador de Cancelita

Einen Sonnenaufgang verbrachte ich am Mirador de Cancelita. Die blaue Stunde war sehr schön und mich beeindruckte die Stimmung in der gewaltigen Caldera ganz besonders. Es herrscht eine unglaubliche Stille, die nur hin und wieder von kleineren Steinschlägen unterbrochen wird. Im Oktober 2019 hatte es hier einen gewaltigen Erdrutsch gegeben und eine grosse Narbe in den Berg rechter Hand geschlagen. Seitdem ist auch der Wanderweg in die Caldera von La Cancelita aus gesperrt, weil er schlicht und einfach verschüttet wurde.

Während ich nach der blauen Stunde auf die ersten Sonnenstrahlen wartete, entdeckte ich plötzlich, wie sich die Passatwolken vom Atlantik über Los Llanos schoben. Im Hintergrund war die Insel El Hierro deutlich zu erkennen. Und das alles auch noch im schönen rosa Licht! Fasziniert schaute ich zu, wie die Wolken immer weiter in die Stadt trieben – toll !

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Passatwolken über Los LlanosLos Llanos, La PalmaEl Hierro in der Distanz

Schliesslich ging die Sonne auf und ich widmete mich wieder der Caldera de Taburiente. Schön sahen die Gipfel im ersten Sonnenlicht des Tages aus und ich genoss diesen fotografischen Morgen sehr.

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Mirador de Cancelita, La PalmaCaldera de Taburiente

Einen Sonnenuntergang musste ich am Mirador de Cancelita natürlich auch mal fotografieren und ich suchte mir einen strahlend schönen – aber natürlich wieder wolkenlosen – Tag aus.

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Mirador de Cancelita, La PalmaSonnenuntergang Mirador de Cancelita

Es war gar nicht so einfach, die Narbe vom Erdrutsch auszublenden und es ging auch nicht bei den weitwinkeligen Aufnahmen. Aber diese Narbe gehört jetzt halt auch zu der Landschaft dazu. Schön war es, wie sich die Schatten die Caldera hochzogen und die Gipfel sich immer röter färbten.

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Sonnenuntergang Mirador de Cancelita, La PalmaMirador de Cancelita, La Palma

Mir hat der späte Nachmittag gefallen und ich hab die Zeit dort oben genossen.

El Remo & La Bombilla

El Remo ist ein kleiner Ort an der Küste mit einer seltsamen Stimmung, ähnlich wie La Bombilla. Ich kann das gar nicht beschreiben, aber diese Siedlungen sind mit den kleinen Häusern, die irgendwie nicht sehr behaglich aussehen, seltsam .

Allerdings gibt es einige interessante Lavaküsten und an einem Abend suchte ich mir genauso eine in El Remo aus. Seit einigen Tagen hatte es eine enorme Dünung mit riesigen Wellen, die teilweise 4-5 Meter Höhe erreichten. Durch die heftige Gischt war es an der Küste praktisch unmöglich zu fotografieren – bis auf diese Stelle mit dem hübsch durch die Wellen erodierten Felsen.

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El RemoEl Remo, La Palma

Ich arbeitete mit lange Belichtungen und freute mich über das immer wieder etwas andere Ergebnis. Zum Schluss versuchte ich mit einer etwas längeren Brennweite (um die Gischt zu vermeiden) einen Sonnenstern und trotz der Calima war ich mit dem Ergebnis recht zufrieden.

Mit den Küsten hatte ich nicht so recht Glück, denn die Dünung war oft sehr hoch, produzierte mega Wellen und noch mehr Gischt, die fotografieren unmöglich machte. Anfang Februar ging es dann endlich mal an dem markanten Felsen in La Bombilla. Es war zwar immer noch häufiges Filterputzen angesagt, aber zumindest war es nicht ungemütlich und eine Freude, das Beste aus den Bedingungen zu machen.

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La BombillaLa Bombilla, La Palma

Ich spielte zunächst mit Langzeitbelichtungen (da bin ich anscheinend dieses Jahr auf einem Trip... ) und versuchte mich gegen Ende des Sonnenuntergangs an einem Sonnenstern. Nicht einfach, aber etwas Brauchbares ist dann doch dabei herausgekommen. Sony rockt halt !

Tubo Volcánico Cueva de Las Palomas

Bei einer meiner E-Bike Touren kam ich am Besucherzentrum der Lavahöhlen Cueva de las Palomas vorbei und entschied mich für einen kurzen Besuch. Die Lavaröhren entstanden 1949 beim San Juan Ausbruch und sind mit einer Führung zu besichtigen, die ich an einem anderen Tag machte.

An diesem Tag wanderte ich nur den Steg bis zur gläsernen Plattform entlang. Der Eintritt ist übrigens zur Zeit frei; die kanarische Inselregierung möchte damit das Interesse ankurbeln. Das neue Besucherzentrum ist liebevoll angelegt und in einem kleinen Ausstellungsraum gibt es zahlreiche Informationen über die Flora und Fauna sowie über den Vulkanausbruch und den Lavaröhren. In einem kleinen Kino kann man einen informativen Film zum Vulkanausbruch ansehen.

Zwei Mal täglich gibt es eine 10-minütige Führung in eine kleinere Lavaröhre unterhalb des Besucherzentrums. Hier erklärt der Guide die verschiedenen Lavaformen und die Entstehung der Röhren. Ich fand es toll, einen ersten Blick in den Lavatunnel zu werfen und beschloss, auf jeden Fall eine Führung mitzumachen später in der Woche.

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Las Coladas de San Juan, La PalmaTubo Volcänico Cueva de Las PalomasLas Coladas de San Juan, La PalmaTubo Volcänico Cueva de Las PalomasLas Coladas de San Juan

An diesem Tag wanderte ich dann nach der Führung die Stege entlang, bewunderte die Strick- und Brockenlava und von der Glasplattform die Aussicht auf den Lavastrom und die Küste. Ein kurzweiliger Ausflug, der mir Lust auf mehr gemacht hat.

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Tubo Volcänico Cueva de Las PalomasLas Coladas de San Juan, La Palma

Nur zwei Tage später hatte ich mir bereits bei La Palma Outdoor für 20 Euro online eine Tour durch die Lavaröhre gebucht. Treffpunkt war das Besucherzentrum, wo ich mit zwei weiteren deutschen Jungs von unserem belgischen Guide erwartet wurde. Seinen Namen hab ich leider vergessen, aber seine Führung war sehr amüsant, kurzweilig und mit viel Wissen verbunden und er hatte immer einen lustigen Spruch auf den Lippen.

Wir wurden mit Helm, Stirnlampe und Schirm (es gab an diesem Tag einige Schauer) ausgestattet und los ging es über den Steg bis zum Eingang in den Lavatunnel. Ich war aufgeregt !

Gleich am Anfang befindet sich der grösste Hohlraum und das wird auf den Fotos auch erst ersichtlich, wenn sich Menschen dort befinden. Im oberen Teil befindet sich eine der Öffnungen, die Licht hereinlassen und durch Explosionen während des Lavaflusses entstanden sind. Insgesamt gibt es auf den begehbaren rund 220 Metern sechs solcher 'Fenster'.

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Tubo Volcänico Cueva de Las PalomasLavaformLavafluss mit Wasserriss

Zur Entstehung der Lavatunnel zitiere ich an dieser Stelle Wikipedia: ''Der Bildungsmechanismus der Lavaröhre wird wie folgt angenommen: In der Nähe der Eruptionsstelle des Vulkans fliesst die Lava zunächst in offenen Kanälen im Gelände hinab, wobei die Lava sich durch den Kontakt mit dem Umgebungsgestein an der Unterseite und durch den Kontakt mit der Luft an den Rändern abkühlt und erstarrt. Durch die langsame Abkühlung des Lavastroms an seinen Rändern wird die Lava dort zähflüssiger und es bilden sich Seitenwände, die immer höher wachsen und den Lavafluss schliesslich überdachen. Je grösser die Geländeneigung ist, desto leichter bildet sich ein Kanal aus, der schliesslich zu einem Lavatunnel führt.''

Sehr interessant waren die kleinen Stalaktiten, die durch Niederschlagswasser entstehen. Sie sind hier aber sehr klein und nicht vergleichbar mit den Stalaktiten in unseren Höhlen wie beispielsweise im Sauerland. Faszinierend waren die Wurzeln der Sauerampfer, die bis in den Lavatunnel wuchsen!

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Tubo Volcänico Cueva de Las Palomas, La PalmaFlechtenKleine StalaktitenStalaktitenWurzeln der SauerampferAuswölbung von Explosion

Immer wieder sahen wir auch grössere und kleinere Auswölbungen, die von Explosionen zeugten und Risse, durch die sich das Wasser seinen Weg bahnte. Ich fand es total begeisternt, hier in dem Lavatunnel zu stehen, wo im Jahr 1949 die Lava floss .

Ganz zum Schluss krochen wir durch eine niedrige Öffnung in einen weiteren Teil des Lavatunnels und dort ging es für uns auch nicht mehr weiter. Es wurde definitiv zu niedrig und voll mit Brocklava. So gingen wir zurück und genossen den Spaziergang inmitten der Lava.

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Tubo Volcänico Cueva de Las PalomasTubo Volcänico Cueva de Las Palomas, La Palma

Ich kann die Tour für vulkanisch interessierte Menschen nur empfehlen – ich war begeistert!

Am Nachmittag fuhr ich an die Strasse unterhalb der Glasplattform und erkundete dort das Lavagebiet. Es war nicht schwer, zwei der 'Fenster' zu finden. Beeindruckend war, dass man auch hier die Wölbungen der Explosionen erkennen konnte und Stricklava gab es auch.

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Coladas de San JuanAussichtsplattform Coladas de San Juan, La Palma

Es war der Tag der Coladas de San Juan und den Sonnenuntergang diesen Tages fotografierte ich wieder im oberen Bereich des Lavastroms, wo ich einen offenen Lavatunnel und Stricklava gefunden hatte. Sehr erfolgreich oder besser gesagt überhaupt nicht erfolgreich war dieser Ausflug: es gab einfach kein gutes Licht, die Passatwolken hingen tief und ich packte etwas enttäuscht zusammen.

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Fenster zum Lavatunnel, Tubo Volcänico, La PalmaFenster zum Lavatunnel, Tubo Volcänico

Am 13. Februar nahm ich (vorerst) Abschied von Karin und Hans und zog weiter in den Süden nach Las Indias (Fuencaliente). Im nächsten Kapitel könnt Ihr lesen, was ich dort erlebte.



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