Fotoreise California USA 2019

Herzlich Willkommen zu meinem Reisebericht 'Roadtrip durch Kalifornien 2019'. Meine Reise führte mich über knapp drei Wochen von Santa Cruz über den Sequoia Nationalpark, dem Red Rock Canyon State Park ins Death Valley sowie zum Mono Lake bis zum Abschluss nach San Francisco.

Der Roadtrip fand im Anschluss meiner Hawaii Reise statt und wurde von mir geplant und gebucht. Ein Jeep Renegade, angemietet bei AVIS, hat mich sicher durch die Reise begleitet.

Ich wünsche viel Spass beim Lesen und Betrachten der Fotos.

21. März - 9. April 2019

Ankunft von Hawaii

Vor meinem Kalifornien Roadtrip verbrachte ich bereits sechs Wochen auf Hawaii und entdeckte dort ein wahres tropisches Paradies. Einen ausführlichen Reisebericht mit vielen Fotos findet Ihr unter Hawaii: Inselparadies im Pazifik.

Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg nach Honolulu zum Flughafen. Ich hatte vor einigen Wochen von Hawaiian Airlines ein Angebot bekommen, für ein First Class Ticket zu bieten. Ich bot den Mindestbetrag von 275 USD und habe tatsächlich den Zuschlag bekommen! Darüber freute ich mich, denn der Flug nach San Francisco dauerte rund 5,5 Stunden. Die First Class von Hawaiian entspricht übrigens der Business Class von anderen Fluggesellschaften; eine 'echte' First Class gibt es nicht.

Am Flughafen war die Hölle los, da die Ferienzeit begonnen hatte. Aber dank des First Class Tickets konnte ich den Fast Track nehmen und verbrachte noch eine halbe Stunde in der Lounge. Die gehört sicherlich zu den einfachsten Lounges, die ich je besucht habe. Es gab Päckchen mit Nüssen, Wasser, Limonade und Kaffee. Fertig .

Die Sitze im Airbus waren bequem und liessen sich komplett flach ausziehen. Es gab einen Appetizer (mein wirklich allerletzter Mai Tai!) mit Nüssen und danach ein 3-Gang Menü, wobei man den Vor- und Hauptgang wählen konnte. Ich entschied mich bei der Vorspeise für gegrilltes Hühnchen mit Quinoa und Tzaziki und beim Hauptgang für einen Quinoa Cheeseburger, der allerdings etwas merkwürdig schmeckte. Na ja, ein Freund von Quinoa werde ich wohl nicht mehr . Zum Nachtisch gab es einen Orangen Cream Pie und zum Essen einen sehr leckeren kalifornischen Chardonnay.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Während des Fluges schrieb ich ein wenig am Reisebericht und schlief fast zwei Stunden, so dass ich recht ausgeruht um 21 Uhr in San Francisco ankam. Der Koffer kam schnell und ich nahm den Shuttle Bus vom Hotel zum Best Western Grosvenor Hotel *, das sich in der Nähe des Flughafens befindet. Es ist ein klassisches Best Western Hotel mit einem grossen Zimmer, einem ordentlichen Bad und gratis WiFi. Es war mittlerweile spät und ich ging früh schlafen.

Diashow Best Western Grosvenor (Klick für grössere Bilder):
22. März 2019

Auf geht′s nach Santa Cruz

Ich wachte früh auf und ging frühstücken. Das Frühstück war recht schlicht, aber für mich absolut in Ordnung. Eigentlich reicht mir morgens viel Milchkaffee und etwas Obst. Um 9:30 Uhr nahm ich den Hotel Shuttlebus zurück zum Flughafen und von dort den Air Train zum Rental Car Center. Diesmal mietete ich das Auto bei Avis an und hatte dort einen Jeep Renegade in der SUV Intermediate Klasse gebucht. Ich freute mich über den Renegade und er liess sich hervorragend fahren. Zudem ist er im Verbrauch wesentlich günstiger als der Wrangler.

Für die Fahrt nach Santa Cruz benötigte ich knapp 90 Minuten. Leider konnte ich im Bay Front Inn Hotel noch nicht einchecken und fuhr so ein paar Locations an der Küste ab, die ich zum Fotografieren interessant fand. Leide regnete es leicht und Wandern machte nicht wirklich Spass. Also fuhr ich zurück nach Santa Cruz und checkte ein. Ich hatte 150 Dollar für das Zimmer bezahlt und fand den Preis – gelinde gesagt – eine absolute Frechheit! Das Zimmer ist stockfinster und absolut abgewohnt. Der Boden war teilweise gebrochen, das Badezimmer gammelig und der Haarfön eine Gefahr fürs Leben . Das Wifi war nicht sehr stabil und langsam. Ich musste Santa Cruz kurzfristig buchen, da sich einige Pläne geändert hatten und hatte so keine grosse Auswahl. Aber hier stimmte wirklich gar nichts und dieses Hotel kann ich wirklich nicht empfehlen. Die Bilder sehen tatsächlich besser aus als es war!

Diashow Front Bay Inn (Klick für grössere Bilder):

Es hörte auf zu regnen und ich machte einen Spaziergang über die Santa Cruz Wharf. Am Ende des Piers entspannen sich unterhalb zahlreiche Seelöwen auf den Holzplanken und ich wunderte mich, wie die Tiere da hinauf kamen. Einige Leute meinten, sie würden bei Flut drauf springen. So ging dieser Tag ziemlich ereignislos zu Ende.

Highlight des Tages: der Jeep Renegade

23. März 2019

Santa Cruz – Shark Fin Cove

Am Vormittag war es immer noch ziemlich regnerisch und ich blieb in meiner Dunkelkammer , wo ich am Reisebericht schrieb. Gegen Mittag wurde es zunehmend freundlicher und ich fuhr an die Küste, wo ich heute wandern konnte. Es gibt Richtung Norden zahlreiche schöne Buchten und Strände und ich erkundete die Gegend um den Panther Beach. Die Wellen waren hoch und brachen sich teilweise spektakulär an der Steilküste.

Während der Wanderung traf ich auf zahlreiche Vögel und freute mich über eine – wie ich glaube – Hudsonweihe (Circus hudsonius), einen Rotflügelstärling (Agelaius phoeniceus), eine Singammer (Melospiza melodia) einen Kolkraben (Corvus corax) sowie einen hübschen Westlichen Buschhäher (Aphelocoma californica), der es sich auf einer Leitung gemütlich gemacht hatte.

Schliesslich erkundete ich noch die malerische Shark Fin Cove, wo ich zum Sonnenuntergang fotografieren wollte. Der vorgelagerte Felsen sieht aus einem bestimmten Blickwinkel in der Tat wie eine Haifischflosse aus!

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Hudsonweihe (Circus hudsonius)Rotflügelstärling (Agelaius phoeniceus)Buschhäher (Aphelocoma californica)Singammer (Melospiza melodia)

Ich kehrte zurück nach Santa Cruz und spazierte nochmals über den Pier. Die Seelöwen (Zalophus californianus) waren wieder zahlreich unter dem Pier zu finden und ich versuchte mich an Fotos. Na ja, rein zur Doku reicht es. Am Strand hatte ich das erste Mal das typische kalifornische Strandgefühl. Es gab Surfer und einige Beachvolleyballfelder und ich schaute den Sportlern eine Weile zu.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Seel&oumml;wen (Zalophus californianus)Santa Cruz

Schliesslich war es Zeit, wieder zur Shark Fin Cove zum Sonnenuntergang zu fahren. Die Luft war nicht richtig klar und das Licht daher auch nicht sonderlich intensiv und so versuchte ich, das Beste daraus zu machen. Für einen Sonnenstern war es zu dunstig, aber letztendlich war ich mit der Farbstimmung und den Fotos ziemlich zufrieden und freute mich über die Ausbeute. Immerhin hatte es noch mit besserem Wetter geklappt!

Highlight des Tages: Sonnenuntergang an der Shark Fin Cove

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Shark Fin Cove
24. März 2019

Natural Bridges & Big Sur

Am Himmel konnte ich Sterne erkennen und so machte ich mich um kurz vor sechs Uhr auf den Weg zum Strand der Natural Bridges direkt in Santa Cruz. Das Felsentor direkt am Strand ist ein tolles Motiv und ich hatte Glück, dass die Wellen nicht allzu hoch waren. Das Felsentor spiegelte sich sogar im nassen Sand! Kurz vor Sonnenaufgang färbte sich der Himmel kitschig Rosa und ich machte begeistert ein paar Fotos. Vom eigentlichen Sonnenaufgang bekam ich an dieser Stelle nichts mit, da sie zu weit links aufging, aber ich war mit diesem herrlichen und ruhigen Morgen sehr zufrieden.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Zurück im Motel frühstückte ich eine Kleinigkeit und packte dann meine Sachen zusammen. Ich war froh, diese Unterkunft verlassen zu können! Meine Reise führte mich heute weiter in die Big Sur, die landschaftlich zu den schönsten Gegenden an der kalifornischen Küste gehört und kurz hinter Carmel-by-the-sea beginnt.

Im Garrapata State Park machte ich halt und wanderte den Bluff Trail entlang. Dieser gut angelegte Wanderweg führt an der spektakulären Steilküste entlang und hinter quasi jeder Biegung boten sich fantastische Ausblicke an. Die Wintermonate waren sehr nass, was der Pflanzenwelt zu Gute kommt und die ersten Blümchen wie Lilien blühten bereits. Diese Wanderung hat mir sehr gut gefallen und die Landschaft war ganz nach meinem Geschmack. Etwas Sorgen bereiteten mir die Wolken, die immer dichter wurden. Ich hoffte, dass sie mir nicht den Sonnenuntergang verderben würden; das wäre sicher sehr Schade.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Um 14 Uhr erreichte ich meine Unterkunft für die kommende Nacht, die Big Sur Lodge *. Die Zimmer sind erst ab 16 Uhr bezugsbereit und so machte ich eine rund vier Kilometer lange Wanderung, die zu einem Valley View Overlook führt. Der Weg durch den Wald führt zunächst an schönen kalifornischen Küstenmammutbäumen (Sequoia sempervirens) vorbei und geht dann in einen Eichenwald über.

Das ist auch das eigentliche Erlebnis, denn der Blick in das Tal mit der Strasse ist nicht unbedingt so spektakulär. Grosse Freude haben mir jedoch die lautstarken Diademhäher (Cyanocitta Stelleri) gemacht und ich freute mich über die Fotos, die mir gelungen sind. Ganz hübsche Kerlchen sind das!

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Nachdem ich zurück an der Lodge war, war das Zimmer (die hier Cabins genannt werden) bezugsbereit. Sie befinden sich oberhalb des Hauptgebäudes und sind sehr geräumig und sauber. Es gibt weder Fernseher noch WiFi, aber zumindest Empfang fürs Telefon. Die Lodge ist nicht gerade billig, aber vom Preis-/Leistungsverhältnis 1000x besser als das letzte Motel. Einziger Kritikpunkt ist, dass bei einem Übernachtungspreis von über 200 USD keine Frühstück inkludiert ist. Aber wie schon erwähnt, ist das für mich eh nicht so wichtig. Auf dem Zimmer hat es eine Kaffeemaschine und Kaffee wird gestellt. Milch habe ich eh immer dabei und alles war gut.

Diashow Big Sur Lodge (Klick für grössere Bilder):

Am Nachmittag wurden die Wolken wieder weniger dicht und ich machte mich auf den kurzen Weg hinunter zum Pfeiffer Beach. Obwohl es bereits kurz vor 18 Uhr war, waren noch 10 USD Eintritt fällig. Die State Parks in Kalifornien sind in der Regel nicht im Annual Pass inkludiert und haben einen eigenen Pass, der sich für mich dieses Mal jedoch nicht lohnte. Aber die (überschaubare) Ausgabe sollte sich lohnen.

Es war Sonntag und am Strand dementsprechend sehr viel los. Für meinen Geschmack schon etwas zu viel. An der Stelle, wo durch einen Felsbogen die Wellen krachten, ging dann auch gar nichts. Chinesen und Japaner posierten für Selfies und Beach Chairs standen direkt davor. Na ja, aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten und so platzierte ich mich zunächst am östlichen Ende bis die Sonne hinter dem grossen Felsen verschwand. Es war mittlerweile ein wenig leerer und ich lief hinüber auf die andere Seite. Die Sonne hatte sich durchgesetzt und bestrahlte den Strand und die Felsen mit einem herrlichen goldenen Licht. Ich entschied mich für eine Stelle, wo ein paar kleinere Felsen im Vordergrund waren und immer wieder schön von Wellen umspült wurden. Eine gute Entscheidung und als Bonus gab es auch mal wieder einen hübschen Sonnenstern. Die leichte Schleierbewölkung verfärbte sich nach Sonnenuntergang schön rot und so ging ein toller Tag mit einer guten Fotoausbeute zu Ende.

Highlight des Tages: die Big Sur als Gesamterlebnis

Diashow (Klick für grössere Bilder):
25. März 2019

Big Sur bis Sequoia

Ich schlief aus (was für mich sieben Uhr heisst ) und machte mich nach ein paar Tassen Milchkaffee auf den langen Weg nach Three Rivers, dem Ausgangsort zum Sequoia Nationalpark. Da lagen 380 Kilometer vor mir und ich wählte den ikonischen Highway 1, da das Wetter heute sehr schön war. Immer wieder gab es neue und noch spektakulärere Ausblicke auf die Steilküste und kleinere Felsen lagen wie Murmeln verteilt im Meer. Sehr schön ist auch der 80 Meter hohe McWay Wasserfall im Julia Pfeiffer Burns State Park. Leider ist der Zugang nach Regen und Erdrutschen gesperrt und die Besucher müssen sich mit einem Blick von oben zufrieden geben.

Weiter ging die Fahrt an der Küste entlang und ich hielt immer wieder an, um die tollen Aussichten auf den Chip zu bannen. Vom Hurricane Point aus hat man einen schönen Blick zurück auf die Big Creek Bridge. Es ist eine 180 Meter lange und 20 Meter hohe Bogenbrücke aus Stahlbeton und wurde 1938 eröffnet. Schliesslich wurde die Strecke flacher und sandiger. Die See-Elefanten Kolonie bei San Simeon liess ich aus. Der Parkplatz sah voll aus und ich konnte sich sehen, wie sich die Menschenmassen drängelten. Nö, hatte ich keine Lust drauf.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
McWay WaterfallBig Creek Bridge

Stattdessen machte ich ein paar Meilen weiter eine Mittagspause und wurde von niedlichen Kalifornischen Zieseln (Cyanocitta Stelleri) und einer aufgeregten Singammer (Melospiza melodia) unterhalten . Eine kurzweilige Rast!

Nun passierte ich das Green Valley, das genauso quietschend grün war wie sein Name vermuten lässt. Dort versuchte ich auch immer wieder, die zahlreichen Geier abzulichten, aber heute wollte mir so recht nichts Brauchbares gelingen.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Am späten Nachmittag erreichte ich dann Three Rivers, wo ich zwei Nächte im The River Inn gebucht hatte. Dieses Motel war einfach, aber dem Preis von 70 USD entsprechend. Leider haperte es etwas mit der Sauberkeit und ich fand Pizzareste im Kühlschrank und in der Kaffeemaschine war noch der Kaffeefilter vom vorherigen Gast. Der Hahn von der Dusche im Bad war locker und eigentlich nicht wirklich zu gebrauchen. Es dauerte eine halbe Ewigkeit (und unzählige Liter Wasser!) bis ich die gewünschte Wasserwärme eingestellt hatte. Daher kann ich dieses Hotel auch nicht wirklich empfehlen. Überhaupt bin ich von den Unterkünften auf dem Festland bisher etwas enttäuscht. Kein Vergleich zu Hawaii, wo es zwar teuer ist, aber vom Preis-Leistungsverhältnis her passt!

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Der Sequoia Nationalpark ist wieder im Annual Pass enthalten und ich fuhr zur goldenen Stunde ein paar Meilen in den Park hinein, bis ich einen netten Aussichtspunkt auf die Berge fand. Ein schönes Motiv, aber es klappte nicht mit dem letzten goldenen Licht, da sich die Sonne hinter einer etwas dichteren Wolkendecke versteckte. Zufrieden war ich aber trotzdem und freute mich auf die Riesenmammutbäume am morgigen Tag.

Highlight des Tages: die Fahrt entlang der Big Sur

Diashow (Klick für grössere Bilder):
26. März 2019

Sequoia und Kings Canyon Nationalpark

Nach einem schnellen Frühstück im Zimmer startete ich zeitig zum Ausflug in den Sequoia Nationalpark. Kurz hinter dem Eingang befindet sich der Tunnel Rock, ein flacher Granitfelsen unter dem das Civilian Conservation Corps (CCC) 1938 einen schmalen Tunnel gegraben hat. Erst 1997 wurde der Highway erneuert und in seiner heutigen Form verbreitert und man kann nur noch zu Fuss oder mit dem Velo den Tunnel passieren.

Ich schraubte mich langsam die Berge hinauf und als ich um eine Kurve bog, sah ich mein absolutes Highlight: einen Schwarzbären (Ursus Americanus) !! Der hübsche Kerl und ich schauten uns ungefähr eine Minute frontal an, bevor er weiter die Strasse lang zog. Erst jetzt schnappte ich mir die Kamera und mir gelang noch dieses Foto. Dann verschwand er im Wald unterhalb der Strasse. Ich war atemlos und total happy . Besser konnte es heute nicht mehr werden ! Übrigens haben in diesem Teil der Sierra und Yosemite über 90% der Schwarzbären ein braunes Fell. In dieser Region gibt es seit den 1920er Jahren keine Grizzlybären mehr.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Schwarzbär (Ursus Americanus)Tunnel rock

Weiter ging die Fahrt immer weiter in die Höhe und in den Schnee, bis ich auf 2100 Meter Höhe den Parkplatz vom General Shermann Tree erreichte. Es war eine gute Entscheidung, früh zu starten und ich bekam noch einen Parkplatz. Im Winter ist dies die einzige Möglichkeit zu parkieren, da der Trail von der Wolverton Road aus geschlossen ist. Der Wanderweg war geräumt, aber ziemlich eisig und ich musste mit meinen Sommerboots etwas Vorsicht walten lassen. Allein die Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) in diesem Teil des Waldes sind unfassbar gross und beeindruckend und nochmal ein ganzes Stück mächtiger als die Küstenmammutbäume. Bis zum General Sherman Tree ist es nur ein kleines Stück und irgendwie wirkt er gar nicht so riesig wie er tatsächlich ist, weil er eben von vielen anderen fast ebenso grossen Bäumen umgeben ist.

Der General Sherman Tree gilt als der grösste Baum der Welt, gemessen am Volumen von circa 1480 Kubikmetern. Es ist stattliche 83 Meter hoch und hat am Boden einen Durchmesser von über 11 Metern! Sein Alter liegt zwischen 1900 und 2500 Jahren – unfassbar! Diese Dimension wird erst deutlich, wenn man Menschen davor stehen, die aussehen wie Zwerge – so wie ich, als ich vor dem General posierte. Die Bedingungen im mittleren Teil der Sierra auf dieser Höhe sind ideal für das Wachstum der Riesenmammutbaum. Milde Winter- und Sommertemperaturen, viel Schnee im Winter und Brände (ja, Mammutbäume profitieren durchaus von Feuern!) schaffen diese Bedingungen.

Ich war tief beeindruckt von der Grösse des General Sherman Trees und seinen ebenso mächtigen Nachbarn. Es war, als würde man inmitten von naturgeschaffenen Wolkenkratzern stehen! Fotografieren kann man diese Bäume auch nur mit einem gekippten Weitwinkel. Ich verbrachte bei den Bäumen eine ganze Weile und war überrascht, wie weich sich die Rinde anfühlt.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Sequoiadendron giganteumZwerg vor dem General :)

Schliesslich konnte ich mich losreissen und setzte die Fahrt fort. An den Strassenrändern türmten sich an die vier Meter hohe Schneewände, aber die Strasse war Schnee- und Eisfrei und gut zu befahren. Immer wieder hielt ich an und bewunderte die Riesenmammutbäume bis ich den Ort Grant Grove Village erreichte. Dort befindet sich der zweitgrösste Riesenmammutbaum der Welt, der General Grant Tree. Durch das Gebiet führt ein Rundwanderweg und ähnlich wie beim General Sherman hat es hier eine Ansammlung von riesigen Bäumen, aus denen der General Grant gar nicht so sehr heraus sticht. Dieser Baum hat ein Volumen von 1350 Kubikmeter, ist 81 Meter hoch und hat ein Alter von zwischen 1500 und 1900 Jahren. Er ist etwas schlanker als der General Sherman Tree und hat am Boden einen Durchmesser von 8.80 Meter.

Ich verbrachte auch hier viel Zeit mit den Bäumen und konnte mich an ihnen kaum sattsehen. Doch mein Magen knurrte ein wenig und ich fuhr ins Dorf und bestellte mir im Restaurant eine Salamipizza. Allein Essen im Restaurant gefällt mir überhaupt nicht und so verbrachte ich so wenig Zeit wie möglich mit dem Essen und machte mich auf den Rückweg.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Aussicht auf den Kings CanyonZwerg an General Grant

Am Giant Forest Museum befindet sich der Big Tree Trail und wieder hatte ich Glück mit einem Parkplatz; ich fuhr nun antizyklisch. Diese Rundwanderung führt an vielen sehr grossen Riesenmammutbäumen vorbei und es war ziemlich beeindruckend in diesem Wald der Riesen zu spazieren. Man kommt sich einfach wirklich richtig klein vor ! Sehr schön waren auch die leuchtend grünen Moose, die an den Bäumen wachsen. Eine tolle intensive Farbe. Ich genoss diese schöne Wanderung durch den Schnee und um die Bäume herum sehr und verabschiedete mich schon fast wehmütig von den Giganten .

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Sequoiadendron giganteumUnfassbar riesig!Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum)

Es war nun komplett bewölkt und ich fuhr zurück Richtung Three Rivers. An fast derselben Stelle, wo ich heute morgen den Bären gesehen habe, traf ich nun auf eine Gruppe weiblicher Maultierhirsche (Odocoileus Hemionus)! Ich freute mich über die Sichtung und ein paar Fotos von einem geduldigen Modell sind mir auch gelungen. Zum Abschluss des Tages posierte eine Wanderdrossel (Turdus migratorius) für mich. Ich mag diese etwas pummeligen Vögel sehr gern und es war für mich das Ende eines sehr spannenden und gelungenen Tages.

Highlight des Tages: der Schwarzbär, aber auch die Riesenmammutbäume

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Maultierhirsch (Odocoileus Hemionus)Wanderdrossel (Turdus migratorius)
27. März 2019

California Super Bloom & Pinnacles

Als ich nach draussen schaute, sah ich Sterne und freute mich darauf, dass es doch noch mit schönem Morgenlicht klappen würde. So fuhr ich die paar Meilen zu meinem Standpunkt und baute das Stativ auf. Ungefähr 20 Minuten vor Sonnenaufgang zogen in unglaublicher Geschwindigkeit Wolken auf und verdarben mir den Spass – Bummer!!! Sehr Schade und ich fuhr etwas enttäuscht zurück ins Motel und trank meinen Milchkaffee.

Bald darauf machte ich mich auf den Weg Richtung Süden zum Antelope Valley California Poppy Reserve. Bill, mein zukünftiger Gastgeber, hatte mir im Vorfeld den Tip gegeben, hier vorbei zu fahren, da der Kalifornische Goldmohn (Eschscholzia californica) gerade in voller Blüte stand und ganze Hügel bedecken würde. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen, hatte ich doch schon in den Nachrichten von einem Ort bei Los Angeles überwältigend schöne Bilder von der Blütenpracht gesehen.

Schon vom Highway 138 aus konnte man überall leuchtend rote und orangefarbene Hügel sehen und als ich am Poppy Reserve ankam, war ich erst mal total überwältigt von dem Anblick. Über Kilometer zog sich der Goldmohn dicht an dicht über die Hügel; unzählige Pflanzen! Der Andrang an Besuchern war heute gross und der Verkehr wurde von einem Sheriff geregelt. Ich parkierte ausserhalb und lief zum Reserve, was mir 10 USD Parkgebühr sparte. Ich hab ja noch zwei gesunde Füsse... Im Reserve sind Wanderwege angelegt, die man natürlich nicht verlassen soll – und auch nicht muss! Ich wanderte über 90 Minuten umher und konnte mich an den Blütenteppichen und an den intensiven Farben nicht sattsehen. Schön war auch der Kontrast mit den blau-lila Blumen, dessen Namen ich nicht herausfand. Bei dem Anblick fiel ich auch mal wieder in einen richtigen Fotorausch und Ihr müsst nun mit der Ausbeute leben...

Diashow (Klick für grössere Bilder):
California Super Bloom

Schliesslich fuhr ich weiter und erreichte nach rund einer Stunde den Red Rock Canyon State Park kurz hinter Mojave. Auf beiden Seiten des Freeways befinden sich tolle Felsformationen, die ich zum Sonnenaufgang fotografieren wollte. Jetzt schaute ich mich nur um und suchte nach geeigneten Standorten, bevor ich zu meiner Unterkunft für die kommenden zwei Tage nach Ridgecrest weiterfuhr. Ich freute mich schon darauf, diese Felsen im schönen Morgenlicht zu fotografieren, in dem sie die Farben sicherlich besser entfalten würden als in diesem harten Mittagslicht.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Red Rock Canyon State Park

Ich hatte dort ein Zimmer mit Privatbad über AirBnB gebucht und mein Gastgeber Bill, von dem ich im Vorfeld schon viele Informationen erhalten habe, erwartete mich bereits. Das Haus ist sehr geräumig und schön und mein Zimmer sehr gemütlich mit schnellem WiFi. Das Bad war gross, sauber und hatte eine tolle grosse Dusche. Hier fühlte ich mich sofort wohl und ich plauderte nach meiner Ankunft bei einer Tasse Kaffee mit Bill.

Diashow Bill & Sally (Klick für grössere Bilder):

Und schon gab er mir einen super Tip: die Trona Pinnacles, die sich rund 25 Minuten Fahrzeit entfernt befinden. Die letzten fünf Meilen führen über eine einigermassen gute Schotterpiste und man sieht schon von Weitem diese beeindruckenden Felsnadeln, die u.a. als Filmkulisse für 'Der Planet der Affen' oder 'Star Trek V' diente. Diese porösen Gesteinstürme aus Kalziumkarbonat sind bis zu 43 Meter hoch und steigen aus dem trockenen Bett des Searles Lake auf. Diese Tuffsteinsäulen bildeten sich vor über 10.000 Jahren unter Wasser und sind sozusagen die älteren Vorgänger der Tufas vom Mono Lake, den ich auch noch besuchen sollte.

Ich war begeistert von diesem Spielplatz und suchte mir ein paar schöne Motive aus. Viel Zeit hatte ich nicht, da die Sonne ungefähr 25 Minuten vor Sonnenuntergang hinter den Hügeln verschwindet. Aber ich wusste bereits jetzt, dass ich morgen nochmals zum Sonnenuntergang hierher kommen wollte!

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Glücklich fuhr ich zurück nach Ridgecrest und Bill lud mich zum Abendessen ein! Er hatte ein richtig gutes, saftiges und natürlich amerikanisch riesiges Steak gebraten und dazu gab es eine Kartoffel mit Sauerrahm und Gemüse.

Ich habe mich sehr über die leckere Mahlzeit gefreut und plauderte noch eine ganze Weile mit Bill, bis es Schlafenszeit war. Morgen würde es ein früher Beginn und ein langer Tag werden!

Highlight des Tages: der Goldmohn Rausch und die Pinnacles

Wie es weiter ging auf meinem California Roadtrip könnt Ihr im folgenden Kapitel lesen.

Gefällt Euch meine Fotografie?

Wenn Euch meine Arbeit gefällt, würde ich mich freuen, wenn Ihr auf meinem Fotoblog meine aktuellen Arbeiten verfolgt.

Affiliate Partner*

Hinweis: Alle externen Links zu Booking.com sowie GetYourGuide.com auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Ich bekomme eine kleine Provision, wenn Ihr über den Link bucht.