Roadtrip über die Isle of Lewis auf den Äusseren Hebriden in Schottland 2019

25. - 30. Juli 2019

Intro

Herzlich Willkommen zu meinem Reisebericht 'Roadtrip Schottland: Eine Reise durch die Highlands bis zu den Inneren und Äusseren Hebriden mit Isle of Skye, Isle of Harris & Lewis, North & South Uist und Barra'. Den Sommer 2019 verbrachte ich 2,5 Monate in Grossbritannien mit Schwerpunkten in Nordengland und Schottland . Den Anfang machte eine gute Woche im wunderschönen Lake District (Reisebericht) im Nordwesten von England, wo ich drei Tage in Windermere und fünf Tage südlich von Keswick verbrachte. Danach reiste ich rund sieben Wochen durch Schottlands Westen und auf den Inseln der Hebriden.

Ich wünsche nun viel Spass beim Lesen und Betrachten der Fotos. In diesem Kapitel berichte ich über meine Zeit auf der Isle of Lewis in den Äusseren Hebriden. Alle Kapitel gibt es auf der Startseite unter Reisebericht Schottland 2019 .

25. Juli 2019

Weiterreise auf die Isle of Lewis

Auch an diesem letzten Morgen auf der Isle of Harris war es bewölkt und es gab kein schönes Licht für mich. So genoss ich dann in Gesellschaft der Damentruppe das leckere Frühstück und bewunderte den Blick auf die Bucht. Diese Aussicht werde ich definitiv vermissen – die Lage des Hauses direkt hier am Strand ist schon sensationell .

Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen zusammen und verabschiedete mich herzlich von Catherine. Es war eine schöne Zeit bei ihr und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Heute ging es dann nach Norden auf die Isle of Lewis, wo ich fünf Tage verbringen sollte.

Ich fuhr zunächst zum Co-op nach Stornoway, wo ich mir einige halbfrische indische Gerichte für die nächsten Tage kaufte. Ich mag die wirklich gern und es gibt fünf verschiedene Gerichte, die alle unterschiedlich und lecker sind. So gerät meine Ernährung wenigstens nicht ganz aus den Fugen .

Danach fuhr ich eine grosse Runde über die Strände an der Westküste, die ich mir ansehen wollte. Mein erster Halt war der Strand von Dail Beag und ich war sofort von dieser halbmondförmigen Bucht verzaubert. Weisser Sand, seichtes türkisblaues Wasser und das ganze umrahmt von einer grossartigen Steilküste. Wow... ! Ich wanderte die Klippen hoch und genoss immer wieder die herrlichen Ausblicke auf die Bucht und die Küste. Ganz toll! Ich hoffte, dass es mit Licht zu einem Sonnenuntergang hier mal klappen würde.

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Dail Beag Beach

Ich fuhr weiter und machte einen Stop am Dal Mor Beach, der mich aber nicht ganz so begeistern konnte. So erreichte ich dann am frühen Nachmittag meine Unterkunft für die kommenden fünf Tage, die Gealabhat Callanish B&B. Meine Gastgeber waren nicht Zuhause, hatten aber an der Tür eine Notiz hinterlassen, dass mein Zimmer oben links war und es im Kühlschrank Milch hat – sehr schön!

Das Zimmer war ausreichend gross und schlicht funktional eingerichtet. Es gab keinen Schrank, aber Gregor baute in den folgenden Tagen eine grosse Kommode mit Schubladen auf. Das private Badezimmer war sehr modern mit einer High-Tech Dusche, die mir mit ihren vielen Düsen Duschspass bereitete . Sehr fancy!!! Dazu gab es noch ein Tablett mit Wasserkocher und Tee, aber keinen Kaffee. Gut, dass ich mir noch löslichen Kaffee für solche 'Notfälle' besorgt hatte! Ich konnte die Mikrowelle, die in einem Raum unter der Treppe versteckt war, nutzen und machte mir ein Gericht warm. Gregor, einer der Gastgeber, kam von der Arbeit und begrüsste mich herzlich. Später sollte ich auch noch Douglas, seinen Partner kennenlernen. Die beiden sind ein tolles Paar und führen die B&B mit sehr viel Leidenschaft und Mühe. Das Bauernhaus gehörte früher Gregors Grossmutter, die bereits eine B&B führte. Vor einigen Jahren hat Gregor das Haus gekauft, aufwendig renoviert und die Tradition weitergeführt.

Diashow Gealabhat Callanish B&B (Klick für grössere Bilder):
Gealabhat Callanish B&BDoppelzimmerEssbereichKücheLoungeGarten

Vom indischen Tikka Masala gestärkt lief ich zum Callanish Stone Circle, um ihn mir einmal anzusehen. Wow, ich freute mich bereits auf den Sonnenaufgang!

Das Wetter sah vielversprechend aus und ich machte mich auf den rund 26 Meilen langen Weg zu den Mangersta Sea Stacks (Felsnadeln). Ich kam im Sonnenschein an, lief im Sonnenschein zur Klippe, baute im Sonnenschein mein Stativ und Kamera auf und ... konnte nur zwei Fotos ohne warmes Licht machen, weil sich just in dem Augenblick eine Wolkenbank vor die Sonne schob ! Ich konnte es nicht fassen und starrte ungläubig auf die riesige dunkle Wolkenbank. Nach zwei Fotos packte ich desillusioniert zusammen und machte mich auf den Rückweg. Über 50 Meilen für nix....

Mangersta Sea Stacks

Zurück in Callanish sah es nicht schlecht aus und ich erkundete den Steinkreis von Callanish III. Auf Gälisch heisst er Cnoc Filibhir Bheag und er gehört zusammen mit den anderen Steinkreisen zu den wichtigsten neolithischen Bauwerken an der Westküste der Isle of Lewis. Allgemein bekannt ist dieser Steinkreis als Doppelellipse, da er aus zwei konzentrischen Kreisen mit 17 Steinen besteht. Der lokalen Legende nach waren die Steine aller Callanish Steinkreise einst heidnische Riesen, die der heilige Kieran von Irland in Stein verwandelt hatte, weil sie sich weigerten, das Christentum anzunehmen. Eine andere Legende für Callanish I war, dass, als die Sonne am Mittsommermorgen aufging, der 'Glänzende' die Steinallee entlangging und seine Ankunft durch den Ruf des Kuckucks angekündigt wurde. Das könnte eine Erklärung für die astronomischen Bedeutung der Callanish-Steinkreise sein.

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Callanish III SteinkreisCnoc Filibhir BheagCalanais III

Der Himmel im Westen zeigte am Anfang noch etwas Farbe und ich versuchte, den Steinkreis ansprechend auf den Chip zu bannen. Später wurde es grauer und ich machte ein paar Fotos, die ich später in Schwarzweiss entwickelte. Der Himmel verfärbte sich einen kurzen Augenblick in ein leuchtendes Rosa und sah über dem Loch recht hübsch aus.

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Callanish III SteinkreisCnoc Filibhir BheagCalanais III

So war es doch noch ein versöhnliches Ende vom Tag. Obwohl ich über Mangersta schon ziemlich enttäuscht war!!!

Highlight des Tages: der Callanish Steinkreis

26. Juli 2019

Die weissen Strände der Isle of Lewis

Ein Traum wurde war und es gab im Osten einen Streifen schönes Licht, als ich um kurz vor vier Uhr aufstand. Also machte ich mich auf den kurzen Weg zum berühmten Callanish Steinkreis, um zunächst in der blauen Stunde zu fotografieren. Der Steinkreis, auf gälisch Tursachan Calanais, hat 13 Steine aus uraltem Gneis und ist kreuzförmig angelegt mit einem zentralen, 4 1/2 Meter hohen Menolithen. Insgesamt sind es 20 Steine, die die Kreuzform bilden. Errichtet wurde er bereits vor über 5000 Jahre und damit nicht von den Kelten, die es um diese Zeit noch nicht gab. Aber wer diese Steinkreise errichtet hat? Man weiss es nicht wirklich! Bis 1981 waren sie von 1,5 Meter hohem Torf überwuchert, der die Steine allerdings perfekt konservierte, und wurden erst dann freigelegt so wie man sie heute sehen kann.

Die blaue Stunde war toll und ich konnte die Zeit ganz allein in der mystischen Stimmung der uralten Steine verbringen. Das ist schon ein eigentartiges Gefühl, dass sie vor so langer Zeit errichtet wurden und ich stellte mir die Rituale vor. Fast schon ein wenig unheimlich!

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Callanish I SteinkreisTursachan ChalanaisCallanishCalanais Steinkreis

Zum Sonnenaufgang kamen ein weiterer Fotograf, meine Mitbewohnerin Helle aus der B&B und zwei amerikanische Damen, die lautstark einen Videocall mit ihren Freunden in den USA machten. Super... Aber die wirklichen Party Poopers waren die Schafe, die just in dem Augenblick im Steinkreis grasen mussten, als die Sonne in der schmalen Wolkenlücke aufging! Irgendwie gelang es mir dann aber doch noch, immer dann auszulösen, wenn die Jungs gerade hinter einem Stein waren – Glück gehabt! Die Stimmung war sehr schön in dem warmen Licht und die Sonnensterne gefielen mir sehr gut. Nach nur ein paar Minuten verschwand die Sonne dann in der Wolkenbank und ich machte mich auf den Weg zurück in die B&B, wo ich noch knapp zwei Stunden bis zum Frühstück schlafen konnte.

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Callanish I SteinkreisTursachan ChalanaisCalanais SteinkreisCallanishCalanais SteinkreisCalanais SteinkreisCalanais Steinkreis

Als ich herunter kam, war Douglas in der Küche schon fleissig und hatte den Tisch gedeckt. Wir plauderten ein wenig und bald gab es eine grosse Kaffeepresse mit leckerem Kaffee. Ich nahm natürlich wieder das Full Scottish Breakfast, das Douglas frisch zubereitet und aus Schinken, Spiegelei, Bohnen, Pfannkuchen, Tomaten und Pilzen bestand. Und natürlich sehr lecker war! Ich unterhielt mich nett mit Helle und Douglas und das Frühstück verging wie im Flug.

Das Wetter war heute gut und ich wollte die Zeit nutzen, ein paar der traumhaften weissen Strände an der Westküste zu besuchen. Bereits die Fahrt entlang der B8011 war ein Traum und es gab immer wieder Ausblicke über zahlreiche Lochs in der Moorlandschaft und grössere Lochs mit Meerzugang und niedlichen Häfen wie der von Miavaig. Ich fuhr die Rundstrecke auf der Halbinsel bei Miavaig und war verzaubert vom ganz wunderbaren Cliff Beach. Strahlend weiss lag er da in der Bucht, die von grünen Hügeln umgeben war und das Wasser strahlte in einem herrlichen türkisblau – an diesen Farben mit einem blauen Himmel und ein paar Schäfchenwolken kann ich mich kaum satt sehen ! So schön! Ich blieb hier eine Weile, wanderte am Strand und in den Dünen entlang und genoss einfach diesen wunderbaren Anblick. Schliesslich konnte ich mich losreissen und fuhr weiter zum Reef Beach, der eigentlich ähnlich schön war, aber durch den nahen Campingplatz wesentlich trubeliger war. Auch war er durch die Weitläufigkeit nicht ganz so idyllisch wie der Cliff Beach.

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Cliff BeachCliff BeachReef Beach

Ich kehrte zurück zur B8011 und setzte die Fahrt fort bis zur absolut grossartigen Uig Bay. Der erste Blick auf die weite, weisse Bucht inmitten der grünen Landschaft von einem Hügel aus, ist einfach umwerfend und atemberaubend schön! Ich hatte Glück und es war Ebbe und der weisse Strand war so lang wie das Auge reichte. Ich parkierte am Ardroil Campingplatz und lief begeistert auf den Sand hinaus bis zur Wasserkante. In jede Richtung war die Aussicht beeindruckend und ich versuchte, die Weite irgendwie auf den Chip zu bannen. Nach einem langen Spaziergang und einer Mittagspause fuhr ich schliesslich langsam zurück und machte einen Abstecher über die B8059 bis zum Bostadh Beach.

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Uig BayArdoil Beach

Auf gälisch heisst er Traigh Bhostadh und liegt am nördlichen Ende der Insel Great Bernera, die über eine Brücke mit der Isle of Lewis verbunden ist. Und was soll ich sagen? Ich sah eine weitere wunderschöne Bucht mit weissem Puderzuckersand, vorgelagerten Felsen, türkisblaugrünem Wasser und einigen Inselchen weiter hinten. Einfach nur herrlich! Bei dem Panoramabild habe ich mir erlaubt, einige dickbäuchige Touris aus der Idylle zu stempeln, aber so sieht es einfach perfekt aus.

Begeistert hat mich auch ein kleiner, ziemlich munterer Wiesenpieper (Anthus pratensis), der für einen Moment auf einem Felsen für mich posierte und mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

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Bostadh BeachWiesenpieper (Anthus pratensis)Traigh Bhostadh

Der Tagesausflug hatte sich gelohnt und ich habe viele schöne Strände sehen können. Es war Zeit für eine Pause in der B&B und am Abend fuhr ich zum Dail Beag Strand, wo ich auf das Licht wartete. Hin und wieder fand die Sonne ihren Weg und leuchtete den kleinen Loch Dhailbeag mit den Bergen warm an. Kurz vor Sonnenuntergang lief ich den Hügel hinauf und konnte zum Schluss noch einige schöne, bunte Fotos einfangen. Diese Halbmond Bucht ist wirklich schön!

Auf dem Heimweg glühte der Himmel immer noch und musste für einen letzten Schnappschuss herhalten. Jetzt hatte ich aber wirklich genug vom Fotografieren heute und gönnte mir ein Glas Wein als Absacker vorm Einschlafen.

Highlight des Tages: die weissen Strände von Lewis

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Loch DhailbeagDail Beag BeachTraigh Dail Beag
27. Juli 2019

Steinkreise rund um Callanish

Heute war ein Schwarzweiss und Steinkreis Tag! Das Wetter war den ganzen Tag über eher trüb, aber trocken und ich schaute mir ein paar mehr Steinkreise an. Sie alle gehören zum erweiterten Kreis von Callanish, was eher weniger bekannt ist. Die meisten schauen sich nur den Hauptsteinkreis Callanish I an.

Douglas und Gregor hatten mir allerdings mehr von den Steinkreisen erzählt und mir auch ein Buch mit mehr Informationen zur Verfügung gestellt. So fuhr ich als erstes zu Callanish IV, der direkt an der B011 liegt und über einen kleinen Steg zu erreichen ist. Er liegt sehr schön auf einem Hügel mit Blick über die Lochs und das Moor. Sein gälischer Name ist Ceann Thulabhaig und er besteht aus fünf stehenden und einem umgefallenen Stein; der grösste ist 2,7 Meter hoch. Ich machte ein paar Fotos und hoffte, dass ich ihn nochmals bei besserem Wetter besuchen konnte!

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Callanish IVCeann ThulabhaigCallanish VIIICleitir

Ich fuhr weiter bis zur Brücke nach Great Bernera und parkierte direkt nach der Brücke. Callanish VIII mit dem gälischen Namen Cleitir befindet sich gleich daneben und überblickt den Meereskanal, der Bernera von der Isle of Lewis trennt. Er besteht aus vier stehenden und einem gefallenen Stein und ist eigentlich ein Halbkreis, was ihn zu etwas Aussergewöhnlichem macht, da es in Britannien keinen vergleichbaren gibt. Er war auch nicht einfach zu fotografieren, aber ich hab mir Mühe gegeben .

Zum Schluss fuhr ich auf dem Heimweg zur B&B an Callanish II vorbei, der sich unweit von Callanish III befindet. Er hat den schönen gälischen Namen Cnoc Ceann a′Ghàrraidh und besteht aus fünf stehenden und drei gefallenen Steinen; der grösste ist um die 3,3 Meter hoch. Ein hübscher Steinkreis, der mir auch in besserem Licht gut gefallen würde!

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Callanish VIII CleitirCallanish IICnoc Ceann a′Ghà

So ging dann dieser Steinkreis Tag zu Ende und ich verbrachte den Abend in der B&B.

Highlight des Tages: na die Steinkreise eben

28. Juli 2019

Butt of Lewis, Vögel und Sonnenuntergang am Bostadh Beach

Mit schönem Morgenlicht hat es dann mal wieder nicht geklappt und ich entwickelte bis zum Frühstück ein paar Fotos. Heute waren zwei andere Gäste da und es sollten jeden Tag andere sein. Die meisten scheinen wirklich nur einen Tag hier zu bleiben ! Dieses hektische Reisen wäre (und war auch früher) nichts für mich .

Nach dem Frühstück musste ich zunächst nach Stornoway zum Tanken fahren, da heute Sonntag war und hier alles – wirklich ALLES – geschlossen ist. Es fahren keine Busse, Läden, Museen, öffentliche Toiletten (!!) und Tankstellen sind geschlossen und die meisten Restaurants aussserhalb von Stornoway auch. Die Inseln Harris und Lewis sind die einzigen Inseln der Hebriden, die Presbyterianisch sind und nach wie vor am Sonntag den Sabbat pflegen. Eine einzige Tankstelle, die Engebret Ltd. in der Nähe des Flughafens, hatte geöffnet und ich tankte voll, bevor ich mich auf den Weg zum Butt of Lewis machte. Die steilen Klippen mit dem Leuchtturm markieren den nördlichsten Punkt der Isle of Lewis.

Es war ein sonniger Tag mit wenig Wind und der Atlantik war gnädig mit den Wellen. Ich wanderte auf den Klippen herum und fand schliesslich einen schönen Standpunkt, um die Küste mit dem Leuchtturm und dem Meer einzufangen. Der Leuchtturm ist für Schottland etwas ungewöhnlich, da er aus rotem Backstein besteht und nicht weiss angemalt wurde. Dort verbrachte ich eine ganze Weile und beobachtete die Seevögel und genoss einfach die Stimmung am Meer.

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Butt of LewisButt of Lewis Lighthouse

Ich freute mich sehr über die zahlreichen Basstölpel (Morus bassanus) und hatte genügend Zeit, meine Autofokusfähigkeiten beim Mietziehen zu üben. Mittlerweile klappt das ganz gut und ich habe auch die geeigneten Einstellungen für mich an der Sony RX10 IV dafür gefunden. Wenn ein Foto fehl fokussiert ist, liegt es sicher an mir und nicht der Kamera! Diese Fotos der Basstölpel gehören sicherlich zu meinen besten dieser Reise und daher widme ich ihnen eine kleine Fotoserie.

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Basstölpel (Morus bassanus)Basstölpel (Morus bassanus)Basstölpel (Morus bassanus)Elternteil mit JungvogelBasstölpel (Morus bassanus)

Ich wunderte mich immer wieder über die kleinen, gedrungenen Möwen bis ich auf dem Display erkannte, dass es sich um Eissturmvögel (Fulmarus glacialis), die streng genommen auch zu den Möwenvögeln gehören, handelt!

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Eissturmvogel (Fulmarus glacialis)Eissturmvogel (Fulmarus glacialis)

Schliesslich machte ich mich auf den Rückweg und schaute mir den niedlichen Hafen von Port Ness an, der von einer hohen Kaimauer geschützt wird. Danach fuhr ich eine Meile weiter und parkierte am schönen Eoropie Beach. Es war mittlerweile bewölkt und die Farben der Dünen und vom grünblauen Meer kamen nicht mehr so gut zur Geltung, aber ein schöner kleiner Spaziergang war es dennoch. Zumindest etwas Beine vertreten.

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Eoropie BeachPort Ness Hafen

Auf dem Weg zurück entdeckte ich einen Wegweiser zu einem Steinkreis und bog kurz entschlossen ab. Es handelte sich um Steinacleit, der leicht erhöht über einem kleinen Loch mit einer Insel liegt. Auf der Insel befinden sich ebenfalls Überreste prähistorischer Bauten, die ich aber mit blossem Auge nicht erkennen konnte. Der Ort lag sehr lange unter einer Torfschicht und wurde nicht archäologisch ausgegraben, so dass es keine gesicherten Kenntnisse über die gefundenen Steine gibt. Lange Zeit glaubte man, dass es sich um einen neolithischen Steinkreis handeln würde, doch Vergleiche mit ähnlichen Steinkreisen schlossen das aus, so dass man letztendlich davon ausgeht, dass es sich um einen prähistorischen Bauernhof handeln dürfte. Auf dem Luftbild ist das auch gut erkennbar. Ich fand den Besuch ganz interessant und versuche mir immer irgendwie vorzustellen, wie das damals wohl so war.

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Steinacleit SiedlungSteinacleit

Weiter ging es zurück bis zum Vogelreservat Loch na Muilne des RSPB. Hier brütet das seltene Odinshühnchen, aber natürlich habe ich es nicht gesehen. Es hat eben auch nur wenige Paare. Dafür machte mir aber die andere Vogelwelt viel Freude: ein junger Star (Sturnus vulgaris), ein Steinschmätzer Weibchen (Oenanthe oenanthe) und zwei Vögelchen, die super süss waren, ich aber nicht identifizieren konnte .

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Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe)Star (Sturnus vulgaris)

Nach meiner Vogeltour fuhr ich zurück in die B&B, wo ich eins meiner leckeren indischen Gerichte ass und eine Zeitlang entspannte. Das Wetter wurde wieder freundlicher und ich entschloss mich, zum Bostadh Beach zu fahren &ndash, für Mangersta war es mir noch zu bedeckt und auf noch so eine Pleite wie beim ersten Besuch hatte ich absolut keinen Bock!

Doch Bostadh enttäuschte nicht und ich bekam einen schönen Himmel und sogar einen Sonnenstern. Mir gefallen diese halbmondförmigen Buchten auf den Äusseren Hebriden wirklich aussergewöhnlich gut und ich hatte meine Freude daran. Die Sonne ging schliesslich im Dunst unter (gut, dass ich nicht bis Mangersta gefahren bin!!! ) und sorgte anschliessend noch für eine mega kitschige rosa Farbe am Himmel. Das Foto ist bereits um 35% entsättigt und sieht immer noch aus wie ein Kitschtraum in Pink !

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Bostadh BeachTraigh BostadhBostadh – Great BerneraGreat Bernera

So ging ein langer, aber schöner Tag zu Ende. Das Feierabend Bierchen hatte ich mir verdient!

Highlight des Tages: die Vögelchen

29. Juli 2019

Tolsta, Tiumpan, Mangersta Sea Stacks & Steinkreise

Wie immer schaute ich im Morgengrauen aus dem Fenster und wie immer war es auch grau und trüb. Sonnenaufgänge scheinen in Schottland wirklich ein seltenes Gut zu sein – umso mehr freute ich mich über den einen Sonnenaufgang beim Steinkreis.

Traigh Ghearadha

Nach einem unterhaltsamen Frühstück machte ich bei Sonnenschein einen Ausflug in den östlichen Teil von Lewis. Als erstes fuhr ich an Stornoway vorbei bis nach Tolastadh, wo sich der Traigh Ghearadha (Gary Beach) befindet. Die Bucht ist etwas grösser und am Rande befinden sich einige grosse Felsen. Es war Ebbe und der Strand riesig gross, aber leider war die Sicht wegen des Restnebels noch ziemlich dunstig. Ein schöner Anblick war es aber allemal. Am Ende des Strandes befindet sich über einer kleinen Schlucht die Bridge to Nowhere, die um 1920 von Lord Leverhulme geplant und gebaut wurde. Er wollte Tolsta und Ness im Norden, rund 18 Kilometer entfernt, mit einer Strasse verbinden. Diese Strasse wurde aber nie gebaut und die Brücke endet hier buchstäblich im Nirgendwo. Nach der Brücke führt ein Wanderweg die Küstenlinie entlang, wo ursprünglich die Strasse verlaufen sollte. Die Brücke wurde aus Stahlbeton gebaut und ist rund 15 Meter hoch und 30 Meter lang.

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Traigh GhearadhaBridge to Nowhere (Gary Bridge)

Nach einer Weile machte ich mich auf den Rückweg, passierte Stornoway und fuhr am Flughafen vorbei bis ans östliche Ende auf die Halbinsel Eye zum Tiumpan Head Lighthouse. Der 21 Meter hohe Leuchtturm wurde 1900 in Betrieb genommen und wird seit 1985 automatisch von Edinburgh aus gesteuert. Besonders ist, dass sich in den Räumlichkeiten eine Hunde- und Katzenpension befindet und die Geräuschkulisse schon etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dafür ist die Küste dort spektakulär und ich konnte einige Basstölpel auf einer kleinen Wanderung beobachten.

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Tiumpan Head Leuchtturm

Am Nachmittag fuhr ich zurück in die B&B, ass etwas und entwickelte ein paar Fotos. Das Wetter sah nun richtig gut aus und ich entschloss mich, Mangersta noch eine Chance zu geben. Wenn nicht heute, wann sonst... ? Um halb sieben machte ich mich im herrlichen warmen Sonnenlicht auf den Weg und genoss den ersten Blick auf die Uig Sands. Aber was war DAS denn ??? Weit draussen auf dem Meer baute sich eine riesige Wand Seenebel auf! Oh nein, bitte nicht schon wieder !!!! Meine Formel 1 Gene erwachten schlagartig und die Single Track Road wurde zu meiner Rennpiste – so schnell raste ich zum Parkplatz von Mangersta . Doch dieses Mal hatte ich Glück und der Nebel liess sich Zeit. Ich eilte zu meinem Standpunkt und konnte ein paar Fotos im schönsten Licht machen. Die Felsen sehen wirklich toll aus.

Dann schlich sich der Seenebel immer näher an die Küste heran und floss schliesslich die Steilküste hinauf. Eine Nebelwelle ! Die Situation änderte sich jede Minute und ich versuchte, diese aussergewöhnliche Stimmung einzufangen. Ich war happy und wurde von einer Horde Schafe beobachtet! Ich wollte nach einer Weile schon einpacken, weil mich der Nebel schon erreicht hatte, aber dann zog er sich doch wieder zurück und die Mangersta Sea Stacks leuchteten im schönsten Goldrot. Dann kam der Nebel aber endgültig zurück und ich lief zurück zum Auto. Ich war nicht enttäuscht, dass es mit dem letzten Licht nicht geklappt hat, denn mit der Nebelausbeute war ich mehr als zufrieden.

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Mangersta Sea Stacks

Ich wollte jetzt schauen, ob an den Callanish Steinkreisen noch etwas gehen würde und fuhr somit zurück bis zu Callanish VI, dem Ceann Thulabhaig. Den hatte ich ja schon vorgestern erkundet und wusste somit genau, was ich wollte. Ich war begeistert vom warmen Licht und mit Sonnensternen hat es auch so geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Prima!

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Mangersta Sea StacksCallanish IVCeann Thulabhaig

Weiter ging es zu Callanish II, dem Cnoc Ceann a′Ghàrraidh Steinkreis, den ich mir in genau so einem schönen Licht gewünscht hatte. Auch hier gelangen mir rasch ein paar Fotos im schönen Licht und ich besuchte zu guter Letzt noch Callanish III, den Cnoc Filibhir Bheag Steinkreis.

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Callanish IICnoc Ceann a′GhàrraidhCallanish III – Cnoc Filibhir Bheag

Hier spielte das Licht nochmal richtig mit und ich konnte wieder mit Sonnensternen spielen. Was für einen Unterschied doch gutes Licht macht! Die Schwarzweissfotos gefallen mir zwar auch, aber goldenes Licht und dann auch noch hin und wieder mit Sonnenstern ist doch absolut unschlagbar.

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Callanish IIICnoc Filibhir Bheag
Callanish III – Cnoc Filibhir Bheag

Es war zwar ein ziemlich hektischer Abend, aber ich konnte die Lichtstimmungen doch richtig geniessen. Zufrieden liess ich den Abend in der B&B bei einem Glas Wein ausklingen.

Highlight des Tages: die Mangersta Sea Stacks

30. Juli 2019

Weiterreise nach North Uist

Ich erspare mir und Euch Details: es war nix mit Sonnenaufgang... Heute musste ich bereits um 8 Uhr frühstücken, da ich um 12 Uhr die Fähre von Leverburgh nach North Uist nehmen würde. Ich musste also wieder zurück fahren, aber das war der Buchungssituation Anfang April geschuldet. Bereits so viele Monate im Voraus war es schwierig, freie Unterkünfte zu finden . Aber so schlimm ist das auch nicht, denn es sind ja nur rund 90 Minuten zurück nach Harris.

Nach einem wieder fröhlichem Frühstück verabschiedete ich mich herzlich von Douglas und Gregor und machte mich im Nieselregen auf den Weg nach Harris.

Wie es für mich auf der nächsten Insel der Äusseren Hebriden weiter ging, könnt Ihr im nächsten Kapitel lesen.

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