Rundreise über die Isle of Harris auf den Äusseren Hebriden in Schottland 2019

18. - 25. Juli 2019

Intro

Herzlich Willkommen zu meinem Reisebericht 'Roadtrip Schottland: Eine Reise durch die Highlands bis zu den Inneren und Äusseren Hebriden mit Isle of Skye, Isle of Harris & Lewis, North & South Uist und Barra'. Den Sommer 2019 verbrachte ich 2,5 Monate in Grossbritannien mit Schwerpunkten in Nordengland und Schottland . Den Anfang machte eine gute Woche im wunderschönen Lake District (Reisebericht) im Nordwesten von England, wo ich drei Tage in Windermere und fünf Tage südlich von Keswick verbrachte. Danach reiste ich rund sieben Wochen durch Schottlands Westen und auf den Inseln der Hebriden. Zum Abschluss meiner 'Übersommern Reise' verbrachte ich sieben Tage in den Yorkshire Dales.

Ich wünsche nun viel Spass beim Lesen und Betrachten der Fotos. In diesem Kapitel erzähle ich über meine Zeit auf der Isle of Harris in den Äusseren Hebriden. Alle Kapitel gibt es auf der Startseite unter Reisebericht Schottland 2019 .

18. Juli 2019

Weiterreise auf die Äusseren Hebriden zur Isle of Harris

Der Regen plätscherte sanft ans Fenster als ich wach wurde und ich machte mir einen Milchkaffee. Mayanne war so freundlich und machte das Frühstück bereits um viertel vor sieben Uhr und ich trank noch eine schnelle Tasse Kaffee und ass ein Gipfeli und Joghurt. Dann war es auch schon Zeit, mich von Mayanne zu verabschieden und ich machte mich auf den Weg zur Fähre nach Uig.

Ich machte einen kurzen Schlenker über Portree und kaufte im Coop noch ein paar halbfrische indische Gerichte ein, da meine nächste B&B eine Mikrowelle hat. Um viertel nach acht Uhr war ich dann am Fähranleger in Uig und schaute, wie die Carmac Fähre in den Hafen einlief. Es regnete mal wieder .

Die Fähre war wieder sehr gross und der Clio fand rasch seinen Platz auf dem Mackenzie Deck, das nach Beladung für mehr Kapazität in die Höhe gehoben wird. Der Kleine fährt sozusagen schwebend. Ich ging in die Lounge, nahm ein paar Wanderprospekte von den Hebriden mit und suchte mir für die nächsten knapp zwei Stunden einen gemütlichen Platz auf dem Passagierdeck. Es gibt WiFi an Board, das aber diesmal nicht so gut funktionierte. Leider blieb das Wetter regnerisch schlecht und man konnte von der schönen Landschaft mit den vielen kleinen Inselchen während der Überfahrt kaum etwas sehen .

Tarbert auf der Isle of Harris erwartete mich dann auch mit dunklen Wolken und leichtem Regen. Der Hafen ist sehr schmal, aber der Kapitän steuerte die Fähre in einem recht flotten Tempo an den Anleger! Ich musste warten, bis die Fahrzeuge von unterem Deck von der Fähre gefahren waren und das Deck herunter gelassen wurde und konnte dann gemütlich Richtung Seilebost auf der Isle of Harris loslegen.

Ich war früh dran und das Wetter klarte auf, so dass ich mich entschloss, die Nebenstrasse zum sagenhaften Sandstrand von Luskentyre zu fahren. Der erste Blick auf die weite, flache Bucht raubte mir fast den Atem: dieses türkisblaue Wasser mit dem makellosen weissen Sand sah einfach zauberhaft aus ! Das Wasser war weit draussen und die Ebbe legte wundervolle Sandstrände frei – so weit das Auge reichte! Ich fuhr bis zum Parkplatz von Luskentyre und lief durch die Dünen ans Wasser, doch ausgerechnet dieser Teil vom Strand war am wenigsten spektakulär, so dass ich bald zurück lief. Die Dünen sind aber sehr schön!

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Auf dem Weg nach LuskentyreLuskentyre Dünen

Nun war es Zeit, zu meiner Unterkunft Beul na Mara B&B direkt an der Bucht mit feinem weissen Strand in Seilebost zu fahren. Meine Gastgeberin Catherine erwartete mich bereits und zeigte mir mein Zimmer und das Haus. Catherine ist eine reizende ältere Dame, die die B&B in der Saison allein führt und nur für die Reinigung eine Hilfe hat. Mein Zimmer war ausreichend gross mit einem Doppelbett, Tisch, Schrank und einem eigenen modernen Badezimmer. Der Knüller ist der angebaute Wintergarten, in dem das Frühstück serviert wird. Der Blick auf die Bucht bis hinüber zur Insel Taransay und dem Luskentyre Beach ist unbeschreiblich schön und gehört sicherlich zu den schönsten der gesamten Hebriden! Catherine′s Mutter hätte sich für das Haus keinen besseren Platz aussuchen können.

Diashow Beul Na Mara B&B (Klick für grössere Bilder):
Beul Na Mara (rechts)Zimmer Beul Na Mara B&BBadezimmerBlick aus dem WintergartenGarten

Nach einer kleinen Pause machte ich einen Ausflug zum nahen Traigh Iar; Traigh ist übrigens das gälische Wort für Strand. Dieser Strand ist ebenfalls ein absoluter Traum: puderweicher weisser Sand, keine Verschmutzungen, keine Algen, türkisblaues Wasser und Dünen. Ich glaube, die Strände von Harris gehören zu den schönsten Stränden, die ich je gesehen habe – da kommt selbst die Karibik nicht mit . Okay, dort ist das Wasser zugegebenermassen wärmer .

Ich lief den Strand entlang und kletterte dann die Dünen hinauf bis zum Macleod′s Stone, einem über drei Meter hohen Standing stone (Hinkelstein oder auch Menhir). Sein gälischer Name ist Clach Mhic Leòid und er wurde vermutlich vor über 5000 Jahren von einer heimischen Bauernfamilie errichtet. Damals war er eine Markierung, dass dieses Land von der Familie genutzt wird. Die MacLeods von Harris und Dunvegan waren die Clanchefs, die Harris vom 13. oder 14. Jahrhundert bis zum späten 18. Jahrhundert besetzten und sie gaben dem Stein den Namen MacLeod, um damit vermutlich ihre Vorfahren zu ehren. Es ist zumindest eine nette Geschichte und der Stein recht markant. Ich wanderte noch auf die andere Seite des Hügels und hatte einen schönen Blick auf den Strand von Horgabost und natürlich starrten mich auch wieder ein paar Shetland Schafe gebannt an .

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Traigh IarClach Mhic LeòMacleod′s StoneShetland Schafe

Ich lief zurück und machte auf der Rückfahrt einen Halt am Aussichtspunkt über den weiten Seilebost Beach und die gesamte Bucht mit dem Priel. Die Farben waren einfach unglaublich und der Blick über die Sandstrände unfassbar schön. Ein Augenschmaus!!!

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Horgabost BeachSeilebost BeachTraigh Seilebost

Den Rest des Tages verbrachte ich in der B&B und plauderte mit Catherine im Wintergarten. Glück mit Licht zum Sonnenuntergang hatte ich leider nicht.

Highlight des Tages: die fantastischen Strände von Harris

19. Juli 2019

Weisse Traumstrände und ein Sonnenuntergang

Es war wolkig und ich arbeitete bis zum Frühstück bei Milchkaffee an ein paar Fotos und dem Reisebericht. Der Tisch war um halb neun Uhr bereits gedeckt und im Wohnraum gab es Müsli, Joghurt und frisches Obst auf einer Anrichte. Hmmmm lecker, frische Erdbeeren und Blaubeeren ! Es war fast Flut und die Aussicht auf die Bucht mit dem grünen Wasser war umwerfend schön . Der Wintergarten ist wirklich ein himmlischer Ort zum Frühstücken.

Ich hatte das ganze Programm ohne Black Pudding bestellt und Catherine hatte alles bereits vorbereitet. Die Wurst war frisch vom Metzger in Stornoway und besonders lecker waren die kleinen Tomaten und die Pilze. Es war noch ein weiteres Paar aus Österreich da und wir verbrachten ein gemütliches Frühstück bei netter Plauderei.

Die Wolken über Taransay sahen nun bedrohlich dunkel aus und waren ein hübscher Kontrast zum türkisgrünen Wasser in der Bucht und so holte ich kurz entschlossen meinen Fotokram und fing diese Stimmung mit einer Langzeitbelichtung ein.

Traigh Seilebost

Das Wetter war kurze Zeit später sonniger und ich entschloss mich, eine Rundfahrt auf der Golden Road zu machen. Diese Panoramastrasse gilt als landschaftlich sehr schön und mit etwas Glück kann man auch Seehunde beobachten. In der Tat windet sich die schmale Strasse Hügel rauf und runter durch eine karge Landschaft mit vielen Mooren und Lochs und bei Finsbay konnte ich dann auch tatsächlich Seehunde auf vorgelagerten Felsen entdecken. Das obligatorische Shetland Schaf war natürlich auch vertreten!

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Seehund (Phoca vitulina)Finsbay Golden RoadShetland Schaf

Ich fuhr einmal ganz herum und an Leverburgh vorbei bis zum Scarista Beach. Auch dieser Strand besticht durch eine weite Dünenlandschaft, weissen Puderzuckersand und klarem, türkisblauem Wasser. Ein Träumchen! Auch hier spielte ich wieder mit Langzeitbelichtung, die diese schöne Strandlandschaft noch etwas mehr betonen konnte. Eine herrliche Spielzeit war das an der Luft mit der frischen Brise.

Auf dem Rückweg hielt ich nochmals am Aussichtspunkt über dem Seilebost Beach an und machte noch eine Langzeitbelichtung – dazu hatte ich heute einfach Lust und diese Aussicht auf die weite Bucht ist schlicht sensationell! Das Foto kam fast karibisch raus; es ist einfach eine atemberaubend schöne Landschaft.

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Traigh ScaristaScarista Beach
Seilebost Beach

Am Abend lief ich ein wenig am Strand entlang und fand in der Nähe der B&B eine schöne Stelle mit Felsen und Gras im Vordergrund. Der Himmel sah vielversprechend aus und die Sonne ging langsam zwischen den Wolkenlücken unter. Sonnenstern Alarm ! Leider schob sich aber von Osten eine dicke Wolkenbank herein, so dass der Himmel nach Sonnenuntergang nicht rot wurde. Aber auch so war es eine gute Ausbeute und ich kehrte glücklich zurück in die B&B.

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Beul Na MaraSeilebost

Highlight des Tages: Sonnenuntergang

20. Juli 2019

Die weissen Strände von Luskentyre und Hushinish

Heute Morgen war es zumindest mal einigermassen klar und ich verbrachte eine schöne Stunde am Seilebost Beach. Das Licht wurde für eine ganze Weile herrlich rosa und machte sich gut mit den Strukturen im Sand; es war gerade Wassertiefststand bei Ebbe. Es dauert ziemlich lange, bis die Sonne über die Hügel kommt und ich wanderte zurück zum Parkplatz, als das rosa Licht vorbei war. Als ich zurück in der B&B war, schaffte es die Sonne über die Gipfel und tauchte den Strand in immer noch schönes goldenes Licht. So verbrachte ich noch eine Weile am Strand und genoss dann gemütlich ein paar Tassen Kaffee vor dem Frühstück.

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Seilebost BeachTraigh SeilebostSeilebost Strand

Es wurde im Laufe des Frühstücks richtig schön sonnig und ich machte mich zügig auf den Weg zum Tagesausflug. Ich wollte das Sonnenlicht nutzen und ein paar Strände erkunden. Ich parkierte das Auto in der Nähe vom Friedhof und wanderte über die Dünen vom Luskentyre Strand. Dieser Strand gehört in der Tat nicht zu unrecht zu den schönsten Stränden Schottlands und Grossbritanniens! Es ist aber nicht nur der Sand, sondern die gesamte Bucht mit dem seichten, kristallklaren Wasser, den Wasserläufen und den unfassbar unglaublichen Farben . Es machte Spass, die Dünen hinauf und hinab zu laufen und immer wieder machte ich Fotopausen und genoss den fantastischen Ausblick. Ein paar Schafe grasten auf den grünen Wiesen der Dünen und beäugten mich neugierig, um dann im schnellen Galopp (was bei Schafen ziemlich komisch aussieht... ) davonzustieben .

Am Ende der Dünen in der Nähe des Parkplatzes stieg ich nach einem letzten Rundumblick die Dünen hinab zum Strand und wanderte am seichten Wasser entlang zurück zum Auto. Es war so ein angenehmer Tag mit Temperaturen über 20C und einer leichten Bise!

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Luskentyre BeachDünen von LuskentyreLuskentyre Strand

Ich fuhr weiter Richtung North Harris und machte einen Schlenker über die Golden Road. Bei dem sonnigen Wetter kamen heute die Farben der Heide und der Moore gut zur Geltung und das ganze sah viel freundlicher aus als bei meinem ersten Besuch. Es war nur Schade, dass ich keine Zeit für eine Wanderung hatte ! Ich war froh, dass ich sieben Tage für die Isle of Harris eingeplant hatte, aber trotzdem 'knubbelten' sich die Aktivitäten an den Tagen mit gutem Wetter.

Die schmale und kurvige Strasse ist eigentlich gut zu befahren und nicht so schlimm wie sie oft beschrieben wird. Sie ist halt eine typische Single Track Road mit ausreichend Passing Places, die man mit etwas Voraussicht und Vorsicht wirklich gut fahren kann. Immer wieder hielt ich an und bewunderte die schöne Moorlandschaft mit den vielen kleinen Lochs – einfach schön!

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Moor an der Golden RoadGolden Road Harris

Ich passierte Tarbert und fuhr die rund 13 Meilen lange B887 bis nach Hushinish. Diese Single Track Road ist ebenfalls sehr schmal und führt die Hügel mit einigen Blind Summits (unübersichtlichen Kuppen) hinauf und hinunter. Aber mit etwas Vorsicht und steter Bereitschaft zum plötzlichen Bremsen ist auch diese Strasse mit Genuss zu fahren.

Ungefähre eine Meile bevor man den kleinen Weiler Hishunish erreicht, hat man von einer Anhöhe einen unglaublichen ersten Blick auf den Strand und die Bucht. Wieder war ich fasziniert von dem unglaublich weissen Sand und dem klaren Wasser, das in allen grün-blau Tönen leuchtete. Dazu grüne Hügel und karge Berge &nash; was für eine herrliche Landschaft!

Hushinish Beach – Isle of Harris

An der grossen Bucht gibt es einen kleinen Parkplatz (mit Recyclingstation!) und ich hatte Glück, einen Platz zu ergattern. Ja, Recycling wird in Grossbritannien leider nicht gross geschrieben und man findet meistens nur allgemeine Mülltonnen und nur sehr selten Behälter, wo man Papier, Plastik und Glas separat entsorgen kann. Öfter mal in der Nähe von Campingplätzen und eben manchmal an den Parkplätzen. Recycling scheint sich erst langsam in Schottland durchzusetzen.

Ich wanderte langsam an der Küste entlang und kam von einer Traumbucht mit weissem Sand und blaugrünem Wasser nach der anderen vorbei! Am grossen Strand hatte es einige Leute, die Kajak fuhren oder badeten, doch in den weiteren Buchten war nichts los und sie wirkten völlig unberührt. Auf einer Weide grasten schottische Hochlandrinder und ich konnte sie auch endlich mal ablichten. Blondie hatte eine sehr interessante Frisur... Auf den feuchten Wiesen blühten unzählige Orchideen und ich musste achtsam sein, damit ich auf keine trat. Ich hatte keine grosse Lust, sie zu fotografieren und es reichte nur für eine Dokuaufnahme.

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Hushinish BeachSchottisches Hochlandrind

Ich erklomm den Hügel am Ende der letzten Bucht und konnte von dort einen fantastischen Rundumblick von den gegenüberliegenden Stränden bis zu denen von Hushinish geniessen. Eine Wanderung zum Strand auf der anderen Seite wäre auch schön gewesen, aber es sah nicht so aus, als würde ich noch einen ähnlich guten Tag bekommen – Schade!

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OrchideeHushinish Beach – Isle of Harris

Eine lange Zeit konnte ich mich nicht von dem Anblick dieser grossartigen Strände und Landschaft trennen und verweilte eine Weile auf dem Gipfel und liess mir den Wind um die Ohren wehen. Schade, dass Gerd das nicht mehr erleben konnte – er hätte es auch so schön gefunden ! Bevor sich zu viel Wehmut breit machen konnte, machte ich mich am späten Nachmittag auf den Rückweg und fuhr zurück in die B&B.

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Hushinish Beach

Es war ein langer, schöner Tag gewesen und ich liess ihn mit einem Glas Bier-Cola im Wintergarten Revue passieren. Es war Ebbe, aber das Wasser würde bald zurück kommen. Es faszinierte mich immer wieder, wie schnell die flache Bucht dann wieder voll läuft – man kann buchstäblich dabei zusehen, so schnell geht das!

Leider zogen am Abend dunkle Wolken auf und es wurde ziemlich stürmisch. Ich ging aber trotzdem nochmal raus, weil ich dachte, dass sich eine Langzeitbelichtung mit den Felsen im Vordergrund gut machen würde. Das tat es auch, aber es war bei dem Sturm unglaublich schwierig, das Stativ stabil zu halten. Länger als 30 Sekunden konnte ich nicht belichten, ohne dass das Foto unscharf wurde, aber das reichte auch schon aus, um eine dramatische Wirkung zu bekommen. Zum Glück rasten die Wolken geradezu über den Himmel.

Sturmwolken HarrisScarista Felsen

Nach zwei gelungenen Fotos gab ich dann auch auf und verbrachte den Rest des Abends im Zimmer.

Highlight des Tages: die Traumstrände von Harris

21. Juli 2019

Wanderung zur Kapelle von Rubh

Es war ein trüber Tag, aber zumindest zeitweise trocken, so dass ich am Vormittag eine Wanderung zur verfallenen Kapelle von Rubh bei Northton machen konnte. Vom Parkplatz am Ende der Strasse aus sind es etwas weniger als zwei Meilen und eine schöne Wanderung durch die Landschaft und an der Küste mit hübschen Stränden entlang.

Die mittelalterliche Kapelle wurde im 15. oder 16. Jahrhundert erbaut, aber ältere Fundamente und uralte Reste eines Friedhofes lassen darauf schliessen, dass sie bereits lange vorher – wahrscheinlich bis zu den Wikingern zurück – genutzt wurde. Sie ist auf jeden Fall ein Blickfang auf der Klippe und zudem gab es noch einige Basstölpel, die um die Felsen flogen. Die Wolken zogen ziemlich schnell und ich machte Langzeitbelichtungen bis es so weit aufklarte, dass der Himmel zu hell und zu strukturlos dafür wurde. Es war an diesem trüben Tag auf jeden Fall eine schöne Beschäftigung und etwas Bewegung noch dazu. Den Mangel an Bewegung hasse ich am meisten an den Regentagen!

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Kapelle RubhChapel Rubh Isle of Harris

Auf dem Rückweg bemerkte ich an der Stelle mit den hübschen Felsen, dass das Wasser herrlich grün leuchtete und ich hielt für ein Foto an. Der Farbkontrast mit den bräunlich-roten Felsen, dem grünen Wasser und den bedrohlichen Wolken fand ich sehr attraktiv. Der Stop hatte sich noch gelohnt!

Scarista Felsen

Dann fing es an zu regnen. Erst leicht und dann ging es in heftigen Dauerregen mit Sturmböen über. Es war nun ziemlich ungemütlich und ich zog mich einige Stunden in den Wintergarten zurück, um am Reisebericht zu schreiben. Catherine gesellte sich eine Zeit lang zu mir und wir plauderten bei einem Gläschen Wein. Sie ist wirklich eine bewundernswerte, nette ältere Dame!

Es wurde den ganzen restlichen Tag nicht mehr besser und ich blieb im Haus. Nein, ich bin wahrlich kein Schlechtwetterwanderer – nicht wegen der Fotos, sondern weil ich es einfach widerlich und unangenehm finde, im Regen und Sturm zu wandern. Igitt!!

Highlight des Tages: die Kapelle von Rubh

22. Juli 2019

Regentag & die St. Clement′s Church

An diesem verregneten Morgen brachte das Frühstück etwas Farbe ins Leben und es war mal wieder ein Foto wert . Seit gestern war eine muntere Damentruppe in der B&B und es wurde beim Frühstück auch nicht langweilig mit der Plauderei.

Es war nach dem Frühstück trüb aber trocken und ich machte einen Ausflug nach Rodel, wo sich die alte St. Clement′s Church befindet. Mann, ich muss echt verzweifelt sein, wenn ich mir schon Kirchen ansehe !!! Aber zumindest von aussen mag ich die alten Kirchen und Friedhöfe sehr, da sie immer eine besondere Stimmung ausstrahlen.

Der gälische Name der Clemenskirche ist Tur Chliamainn und die ältesten Fundamente lassen auf einen Bau im 13. Jahrhundert schliessen. Der achte Chief des MacLeod Clans gilt als Gründer der Kirche. Die Kirche ist aufgrund der gut erhaltenen Schnitzereien aus dem Mittelalter beliebt bei Besuchern und es gibt zahlreiche Steinschnitzereien zu sehen. Die befinden sich oft über den Gräbern der MacLeod Familie und sind in der Tat sehr detailreich. Viele zeigen Schwerter, die die Stärke und Kraft der Familienmitglieder demonstrieren sollen. Sie stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

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St. Clemen′s ChurchTur ChliamainnGrab eines MacLeod

An den Aussenwänden der Kirche findet man einige besondere Steinskulpturen wie den Feileadh Mor, einem traditonellen Umhang für Männer, aus dem später der Kilt hervorging. Desweiteren die berühmte Sheela-na-gig, ein Steinrelief einer weiblichen nackten Figur sowie einen Stierkopf, der Wohlstand und Stärke symbolisiert.

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St. Clemen′s ChurchFeileadh MorStierkopfSheela-na-gig

Alles in allem ein interessanter Besuch, der mir einige Zeit vertrieben hat. Danach fuhr ich nach Leverburgh zum Fähranleger, wo sich das Anchorage Restaurant befindet. Es hat auch einen Take Away und ich bestellte ein Minutensteak mit Pommes. Nun ja, ich war halt neugierig auf das Rindfleisch von der Insel und geschmacklich war das dünne Stück Fleisch wirklich gut. Nur das Aussehen eher nicht – Gerd hätte wohl eine leichte Krise bekommen...

Ich ass mein Essen und schaute im Regen vom Auto aus zu, wie die Fähre nach Bernerey hineinkam. Die sollte ich auch in ein paar Tagen nehmen. Es regnete immer stärker und ich fuhr zurück in die B&B, wo ich den Rest des Tages verbrachte.

Highlight des Tages: nicht das Minutensteak

23. Juli 2019

Noch ein Tag zum Totschlagen

Auch dieser Tag begann bewölkt und ich blieb im Bett. Nach dem Frühstück machte ich einen Ausflug zum nahen Seilebost Strand und lief zur Bewegung den Strand bis fast zur Mitte entlang. Das ist schon toll bei Ebbe! Die Wolken hinter den Bergen sahen bedrohlich dunkel aus und waren ein schöner Kontrast zu den weissen Dünen mit dem grünen Gras. So kam ich doch noch mit ein paar Fotos zurück.

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Seilebost BeachTraigh Seilebost

Bis zum frühen Abend arbeite ich an den Fotos, plauderte mit Catherine und fuhr dann doch noch zum Seilebost Strand, als die Wolken tatsächlich grosse Lücken zeigten. Die kleinen Wellen im Sand sowie die fast betonartig festen Sandstrukturen machten sich als Vordergrund gut und die Sonne reichte für ein paar Aufnahmen, bis sie fast komplett verschwand.

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Seilebost BeachTraigh Seilebost

Ich fuhr zurück und schaute mir den Rest vom Wintergarten aus an. Fast ganz zum Schluss ging ich nochmal in den Garten und fing das letzte Sonnenlicht über dem Strand und Priel ein. Immerhin.

Highlight des Tages: nichts wirklich

24. Juli 2019

Letzter verregneter Tag auf Harris

Heute war es ähnlich wie gestern: viele Wolken, recht viel Regen und ein paar Lichtblicke. Diese nutzte ich, um mich zu bewegen und am Abend gab es ein paar Aufhellungen. Ich spielte ein wenig am Strand und machte Schwarzweissfotos. Am Ende reichte es dann genau für ein farbiges Bild, als es für einen kurzen Augenblick so etwas ähnliches wie Licht gab.

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Traigh IarIar BeachIar BeachSeilebost

Schade eigentlich. Ich hatte sieben Tage auf der Isle of Harris, aber sehr viel Pech mit dem Licht. Gerade die tollen Strände mit den Farben hätten tagsüber mehr Aufmerksamkeit verdient. Aber so war es eben und ich grämte mich auch nicht wirklich.

Highlight des Tages: Feierabendbierchen

25. Juli 2019

Weiterreise auf die Isle of Lewis

Auch an diesem letzten Morgen auf der Isle of Harris war es bewölkt und es gab kein schönes Licht für mich. So genoss ich dann in Gesellschaft der Damentruppe das leckere Frühstück und bewunderte den Blick auf die Bucht. Diese Aussicht werde ich definitiv vermissen – die Lage des Hauses direkt hier am Strand ist schon sensationell .

Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen zusammen und verabschiedete mich herzlich von Catherine. Es war eine schöne Zeit bei ihr und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Heute ging es dann nach Norden auf die Isle of Lewis, wo ich fünf Tage verbringen sollte.

Im nächsten Kapitel könnte Ihr dann lesen, wie ich meine Zeit an dramatischen Küsten und mystischen Steinkreisen auf der Isle of Lewis verbrachte.

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