Roadtrip über die Insel Barra auf den Äusseren Hebriden in Schottland 2019

11. - 16. August 2019

Intro

Herzlich Willkommen zu meinem Reisebericht 'Roadtrip Schottland: Eine Reise durch die Highlands bis zu den Inneren und Äusseren Hebriden mit Isle of Skye, Isle of Harris & Lewis, North & South Uist und Barra'. Den Sommer 2019 verbrachte ich 2,5 Monate in Grossbritannien mit Schwerpunkten in Nordengland und Schottland . Den Anfang machte eine gute Woche im wunderschönen Lake District (Reisebericht) im Nordwesten von England, wo ich drei Tage in Windermere und fünf Tage südlich von Keswick verbrachte. Danach reiste ich rund sieben Wochen durch Schottlands Westen und auf den Inseln der Hebriden. Zum Abschluss meiner 'Übersommern Reise' verbrachte ich sieben Tage in den Yorkshire Dales.

Ich wünsche nun viel Spass beim Lesen und Betrachten der Fotos. In diesem Kapitel geht es um die zweiten fünf Tage im Süden der Insel Barra bei Castlebay in den Äusseren Hebriden. Alle Kapitel gibt es auf der Startseite unter Reisebericht Schottland 2019 .

11. August 2019

Umzug nach Castlebay

Heute waren meine ersten fünf Tage im Norden von Barra bereits vorbei und ich zog für weitere fünf Tage nach Castlebay um. Die Insel ist zwar klein, aber die Fahrzeiten auf den schmalen Single Track Roads oft lang und so verteilte ich die zehn Tage auf zwei Unterkünfte. Castlebay ist zudem die Inselhauptstadt und hat eine bessere Infrastruktur.

Maria hatte mir Zeit bis Mittag gegeben, um das Zimmer zu verlassen und so machte ich mich um kurz nach 12 Uhr auf den Weg nach Castlebay. Als ich am Flughafen vorbei kam, stand bereits eine Logan Air Maschine dort und ich wartete kurz entschlossen, bis sie rund 20 Minuten später startete. Ein letztes Mal Flugzeuge beobachten!

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Barra AirportPort-adhair BharraighLogan Air Twin OtterLogan Air

Schliesslich fuhr ich zu meiner Unterkunft Hillside in Castlebay, wo ich von Doreen empfangen wurde. Mein Zimmer war mit unter 10m2 sicher das kleinste Zimmer der gesamten Reise! Als ich mein Zeugs im Zimmer hatte, konnte ich mich gerade noch drehen . Wenn ich etwas aus meiner Reise in UK gelernt habe, dann ist es, keine Einzelzimmer mit Twin Bed zu buchen und lieber mehr für ein Doppelzimmer zur Alleinnutzung zu zahlen. Die kleinen Kammern sind hier in Grossbritannien doch noch sehr häufig und ich bin dazu auch kein Freund von den schmalen Einzelbetten. Muss ich nicht haben .

Abgesehen von der minimalen Grösse war aber alles perfekt: es gab Kaffee und jeden Tag ein Stück von Doreen′s sehr leckerem und selbst gebackenen Kuchen und das Frühstück war super lecker. Dazu schnelles, unbegrenztes Internet, ein schöner Sitzplatz draussen und ein eigenes Bad, das über dem Gang lag. Die Matratze war für deutsche Verhältnisse vielleicht zu weich, aber ich liege auch lieber auf härteren Matratzen. Sorry für das schlechte Bild des Badezimmers, aber irgendwie ist da beim Fotografieren etwas gründlich schief gegangen .

Diashow Hillside B&B (Klick für grössere Bilder):
Hillside Accommodation CastlebayHillside Castlebay Barra

Nachdem ich eingezogen war, machte ich einen Spaziergang an der Südostküste von Castlebay. Ich wollte mich nur bewegen und der Weg war auch recht schön. Immer wieder konnte ich das schöne türkisblaue Wasser sehen – herrlich! Zurück im Hillside ass ich eine Kleinigkeit und beobachtete die hübschen Spatzis. Es gab Jungvögel, die so niedlich auf der Veranda posierten!

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Castlebay Barra

Am Abend gab es etwas Licht und ich fotografierte das Kisimul Castle gegen den schönen bunten Sonnenuntergangshimmel. Na, da gab es ja mal wieder etwas Licht! Ich blieb, bis das Licht verschwunden war und ich noch ein wenig blaues Licht einfangen konnte. Langsam kam auch das wieder und ausserdem war die Calmac Fähre auch schon am Anleger. Sie würde morgen früh wieder Richtung Oban ablegen.

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Kisimul Castle Castlebay BarraCalmac Fähre in Castlebay, Barra
Castlebay Barra Äussere Hebriden

Highlight des Tages: Kisimul Castle in Rosa

12. August 2019

Ausflug nach Mingulay

Es sah nicht schlecht aus heute Morgen und ich fuhr ein paar Minuten die Strasse an der Ostküste entlang bis ich eine Stelle erreichte, die ich mir am Vortag ausgesucht hatte. In der Tat war der Himmel im Osten schön gelb-orange und die Schären spiegelten sich im völlig glatten Wasser. Es war absolut windstill, was für die Spiegelungen toll war, aber dafür wurde ich von gefühlt Millionen von Midges umschwärmt . Ich hatte mich mit Smidge eingecremt und wurde nicht gebissen, aber die grosse Anzahl der kleinen Mücken war schon krass. Zwischendurch bin ich immer wieder zurück ins Auto, um mal durchatmen zu können! Letztendlich sind aber ein paar Fotos entstanden und ich genoss die frühe Stunde trotz der Midges sehr.

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Isle of BarraBarra Äussere Hebriden

Zurück in der B&B war es fast schon Zeit fürs Frühstück, das von Doreen pünktlich um acht Uhr serviert wird. Jeweils am Vortag kann man wählen, was man möchte und aus allen üblichen Verdächtigen eines Full Scottish Breakfast wählen. Auf einer Anrichte gibt es Müsli, Obst, Saft und Joghurt. Ich hatte mich für Speck, ein Würstchen, Spiegelei und Tomate entschieden und liess es mir schmecken.

Ich hatte mich gestern aufgrund der sehr guten Wettervorhersage spontan dazu entschieden, einen Bootsausflug zur Insel Mingulay zu machen. Es gab noch eine minimale Chance auf Papageitaucher auf See zu sehen und die Insel an sich soll ziemlich spektakulär sein. Die Tour auf dem kleinen, 10 Meter langem, Boot Boy James dauert rund sechs Stunden und kostet 50 Pfund. Um neun Uhr war ich dann auch am Anleger in Castlebay, wo ich sofort an Board gehen konnte. Francis ist der Skipper und seine Tochter Rebecca unterstützt ihn dabei. Hier zeigte sich mal wieder der deutliche Unterschied zwischen Durchführung und Service in den USA und hier. Als alle Personen (wir waren 11) an Bord waren, startete Francis die Motoren und fuhr los. Es gab weder von ihm noch von Rebecca eine Begrüssung oder Informationen, geschweige denn Sicherheitshinweise ! Immerhin gab es leckeren Kaffee (oder Tee), den Rebecca auch mehr oder weniger wortlos brachte. Ich fand das schon sehr seltsam ! Zumindest ist Francis ein sehr erfahrener Skipper und navigierte das Boot die ganze Zeit kompetent und sicher.

Mingulay liegt am südlichen Ende der Äusseren Hebriden und ist rund 19 Kilometer von Castlebay entfernt. Die Fahrt ging entlang von wunderschönen Stränden und steilen Felsküsten. Auf einigen Felsen nisteten Kormorane und Möwen und kurz bevor wir Mingulay erreichten, wurden wir von einer ganzen Horde Seehunden beäugt und begleitet. Die Jungs waren schon lustig, wie sie immer wieder aufrecht aus dem Wasser auftauchten, um zu schauen, was denn da schon wieder kommt!

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Blick zurück nach CastlebaySandrayKormoraneSeehund Begrüssung

Mingulay gehört heute dem National Trust of Scotland und die letzten Bewohner verliessen die rauhe Insel vor rund 100 Jahren. Heute findet man immer noch die verfallenen Häuser und die alte Schule, aber ansonsten gehört die Insel der Vogelwelt. Hier brüten und leben grosse Kolonien von Eissturmvögeln, Trottellummen, Dreizehenmöwen, Austernfischer, Papageientaucher, Tordalke und Seeschwalben.

Auf der Ostseite der Insel befindet sich ein atemberaubend schöner weisser Sandstrand und die Boy James ankerte am südlichen Ende vor Felsen. Wir mussten in ein kleines Beiboot umsteigen, das uns zu den Felsen brachte, wo wir an Land gehen konnten. Und Francis konnte tatsächlich sprechen! Er teilte uns mit, dass wir in rund 1 1/2 Stunden wieder hier sein sollten und dass wir einfach den Pfaden folgen sollten. Gut gut....

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MingulayStrand von Mingulay

Das Wasser war fantastisch türkisblau und glasklar und der Anblick mit den grünen Hügeln ein wahrer Augenschmaus. Ich konnte mich gar nicht sattsehen und musste immer wieder ein Foto machen. Nach kurzer Zeit erreicht man das am wenigsten zerfallene Haus, was mal die Schule war. Von dort aus geht es hinunter zum Strand und auf der anderen Seite wieder den Hügel hinauf, wo die Papageitaucher waren. Aber es war ja schon fast Mitte August und die Vögel schon wieder auf dem Meer. Es gab nur noch die Nisthöhlen zu bewundern. Schade, aber das wusste ich vorher. Aber die Insel ist so schön, dass ich den Ausflug trotzdem machen wollte.

Ich wanderte also weiter herum und machte am Bach eine Mittagspause, wo ich mein Sandwich ass. Beobachtet wurde ich dabei von einigen Wiesenpiepern (Anthus pratensis), die hübsch auf den Pflanzen posierten. Niedliche Kerlchen die Kleinen.

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Mingulay SchulhausWiesenpieper (Anthus pratensis)Wiesenpieper (Anthus pratensis)Mingulay

Dann war es bereits Zeit, langsam zurück zu gehen. Am Strand ankerten mittlerweile zwei Segelboote und wieder musste ich einfach Fotos von diesem herrlichen Strand und dem klaren Wasser machen. Die Sonne schien, es war warm und die Landschaft wunderschön: es war ein guter Ausflug bisher!

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Strand von MingulayWestküste von Mingulay

Francis und Rebecca holten uns mit dem Beiboot ab und wir fuhren weiter südlich zwischen Mingulay und der letzten Insel der Äusseren Hebriden, Barra Head, durch auf den offenen Atlantik. Nun wurde die Fahrt ungemütlicher! Die Wellen waren zwar nicht sehr hoch, aber kurz und die Boy James kämpfte sich gegen die Windrichtung durch. Die Steilküsten an der Westseite von Mingulay gehört zu den höchsten von Grossbritannien und erreichen Höhen von bis zu über 270 Meter. Dazu gibt es einige eindrucksvolle Felsnadeln, wobei Gunamul die bekannteste ist. An ruhigen Tagen wie heute (!) kann man durch einen Felsbogen fahren. Die Felsen sind hier über 150 Meter hoch und die Fahrt durch den Bogen war ziemlich spektakulär! Francis navigierte das Boot sicher und langsam, so dass wir die Stimmung in dieser gewaltigen Kulisse geniessen konnten.

Eine zweite, enge Passage konnten wir heute nicht fahren, da die See dafür nicht ruhig genug war. Die Fahrt ging nun weiter die Küste entlang und blieb unruhig bis wir schliesslich wieder die vom Atlantik abgewandte Seite erreichten. Ich fand die Schaukelei nicht so toll, aber das Erlebnis, durch den Felsbogen zu fahren, war es wert! Ausserdem konnten ich noch Papageitaucher auf dem Meer entdecken und freute mich, sie doch noch gesehen zu haben .

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Gunamul Felsbogen MingulayGunamul

Gegen 15 Uhr waren wir zurück in Castlebay – es war wirklich ein lohnenswerter Ausflug, den ich empfehlen kann. Es ist halt ein schottischer Service und man sollte keine grossen Erwartungen daran haben.

Ich verbrachte anschliessend einige Zeit in der B&B und fuhr zum Sonnenuntergang nochmal raus zu einem Strand in der Nähe von Borve. Es war nun ziemlich wolkig und ich suchte mir eine schöne Stelle mit kleineren Pools in den Felsen. Fast ganz zum Schluss schaute die Sonne kurz zwischen den Wolken hervor und es gab einen Sonnenstern. Na ja, nichts Besonderes heute Abend, aber trotzdem war die Zeit am Meer schön.

Highlight des Tages: Mingulay

13. August 2019

Wanderung zum Dun Ban & Kisimul Castle

Der Sonnenaufgang war mal wieder durch eine Wolkenbank im Osten verdeckt, doch die Sonne stieg rund 40 Minuten später darüber und sorgte für immer noch schönes warmes Morgenlicht.

Ich nutzte die Gelegenheit und fotografierte Kisimul Castle vom Ufer aus. Es war noch ziemlich wechselhaft und auf Vatersay regnete es. Das Regengebiet zog östlich und zauberte dann einen Regenbogen über die Bucht. Das war eine schöne Stimmung! Das Castle wurde schön angestrahlt und etwas später auch der Ort. Die Calmac Fähre lag noch am Anlieger; sie fährt jeden Tag pünktlich um 8 Uhr nach Oban.

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Kisimul CastleCastlebay Isle of Barra
Castlebay

Seit gestern gab es weitere Gäste in der B&B und ich war beim Frühstück nicht mehr allein. So verging die Zeit bei etwas Plauderei und Blicken auf die schöne Bucht kurzweilig.

Das Wetter war stabil und sonnig und so entschloss ich mich zu einer Wanderung am Halaman Beach zum Dun Ban. Ein Dun ist eine schottische (keltische) Bezeichnung für eine Befestigung aus der Eisenzeit und meistens ein Rundhaus. Das Dun Ban ist rund 2000 Jahre alt. Die Wanderung begann im kleinen Weiler Tangasdal und nach einer kurzen Strecke über eine Weide erreichte ich Loch Tangasdail, wo sich am anderen Ende die Ruine vom MacLeod′s Tower befindet. Das Schloss wurde 1430 erbaut und hatte vermutlich drei Stockwerke. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen.

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MacLeod Tower

Die Wanderung führte durch schöne Machair Wiesen und vor allem die lila blühende Erika sorgte immer wieder für hübsche Farbtupfer. Ich verweilte öfter, um die tollen Ausblicke zurück auf den Halaman Beach und auf die felsige Küste im Westen zu bewundern. Schafe gab es auch reichlich und schauten mich immer wieder neugierig an . Nach etwas mehr als einer Stunde erreichte ich dann das alte Rundhaus. Ich hab es erst gar nicht erkannt , denn es ist eigentlich nur noch ein Steinhaufen und erst beim genaueren Hinsehen kann man erkennen, dass die Steine nicht natürlich dort liegen. Nun ja, ich hab es gesehen und die Wanderung war bisher sehr abwechslungsreich und schön.

Ein Regenschauer zog vorbei und ich wanderte im Sonnenschein zurück. Eine steinige, flache Bucht war ein Anlaufort für ein Rettungsboot eines torpedierten Schiffes im 2. Weltkrieg und es gibt auch noch Ruinen von Bunkern. Ein Tagpfauenauge erfreute mich tief in der Wiese. Schön zum Ansehen, nicht so ideal zum Fotografieren. Schliesslich erreichte ich wieder den Halaman Beach und machte eine Mittagspause in den Dünen. Die Wanderung dauerte etwas mehr als zwei Stunden und war bei dem schönen Wetter wirklich lohnenswert.

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Dun BanDun Ban

Am Nachmittag besuchte ich dann Kisimul Castle. Donald, Doreen′s Mann, steuert das kleine Boot alle 30 Minuten von Castlebay hinüber zum Castle. Ich war diesmal der einzige Gast und hatte das Castle ganz für mich allein. Der Eintritt kostet 4.50 Pfund und der Bootstransfer ist dabei inkludiert.

Das Castle wurde im 16. Jahrhundert von den MacNeils auf einer kleinen Insel erbaut und bereits 1838 wieder verlassen. Danach verfiel es bis es 1937 von einem weiteren MacNeil gekauft und wieder aufgebaut wurde. 2001 wurde es Historic Scotland übergeben, aber hin und wieder übernachten MacNeils immer noch im Schloss. Der Name Kisimul bedeutet so viel wie Felsen in der Bucht.

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Kisimul Castle

So befindet sich im Haupttrakt auch ein eingerichtetes Schlafzimmer mit einem Bad. Die Insel hat einen eigenen Brunnen, so dass Wasser kein Problem ist. Im oberen Teil auf der Mauer kann man noch das ursprüngliche Abort bewundern. Ein Loch in der Mauer mit einem Gitter. Sieht nicht sehr gemütlich und etwas zugig aus...

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Kisimul CastleBlick nach CastlebayAbort

Es gibt einige Hallen und die alte Kapelle mit dem Clan Wappen zu besichtigen und man kann über die Mauer laufen. Von dort gibt es immer wieder schöne Ausblicke auf Castlebay und die Landschaft. Eine Stunde hielt ich mich dort auf und fuhr dann mit Donald wieder zurück nach Castlebay. Er umrundete dabei das Castle, so dass ich es aus allen Richtungen bewundern konnte.

Zurück in der B&B genoss ich Doreen′s selbstgemachtes Toffee und Kuchen. Sie backt wirklich hervorragend! Das Wetter verschlechterte sich dann leider und für mich war der Tag beendet.

Highlight des Tages: die Wanderung am Halaman Beach

14. August 2019

Tag der Menhire

Das Wetter war bedeckt am Morgen und ich blieb bis zum Frühstück mit meinem Milchkaffee im Bett. Heute war die B&B voll und ein weiteres Paar, Donald & Jacqueline, gesellte sich zu uns zum Frühstück, das nun sehr gesellig war.

Danach hatte ich den Ehrgeiz, die zwei einzigen Menhire auf Barra zu finden und fuhr Richtung Osten bis Brevig. Dort gibt es den Breibhig Standing Stone, den man allerdings von der Strasse aus nicht sehen kann. Doch nach einer kurzen Suche fand ich die Parkbucht und den Pfad den Hügel hinauf. Nach einer schnellen Wanderung stand ich dann vor dem knapp unter drei Meter hohem Menhir. Um ihn herum liegen Reste von zwei gefallenen Menhiren, aber leider ist über ihn nicht viel – oder besser gar nichts – bekannt. Zumindest habe ich nichts finden können.

Die Aussicht von dort ist spektakulär und wäre mit Sicherheit auch eine tolle Location für den Sonnenaufgang – wenn es denn Sonnenaufgänge geben würde...

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Brevig Standing StoneBreibhig Standing StoneBreibhig Menhir

Der andere Menhir ist auf der Westseite von Barra bei Borve. Er war wesentlich einfacher zu finden und nur wenige Meter neben der Strasse – aber leicht zu übersehen, denn er ist noch nichtmals einen Meter hoch! Fast schon niedlich, wie er das so einsam in der Machair Wiese steht. Über ihn ist ebenso wenig geschichtliches bekannt wie vom Brevig Standing Stone, aber hübsch ist er trotzdem.

Zum Abschluss des Tages wollte ich noch die Seehunde finden, die sich etwas weiter nördlich am Strand bei Allasdale trollen sollten. Das Wetter war noch gut und ich wanderte eine ganze Zeitlang am Strand entlang bis ich sie endlich gefunden hatte. Sie waren ziemlich weit weg auf vorgelagerten Felsen, aber mit 600mm konnte ich sie einigermassen gut einfangen.

Ich fuhr zurück nach Castlebay und kaufte mir Lachs von Barra Atlantic. Dieser kalt geräucherter Lachs ist wirklich absolut fantastisch und vergleichbar mit dem Pazifiklachs, den wir in Neuseeland so gern mochten. Ein grosses Stück reichte mir zum Abendessen und dann gab es ja auch noch ein riesiges, süsses Stück Kuchen von Doreen. Ich war pappsatt!

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Borve Standing StoneBorve MenhirSeehunde (Phoca vitulina)

Das war dann auch das Ende dieses Tages. Es fing an zu regnen und ich arbeitete am Reisebericht.

Highlight des Tages: die Menhire

15. August 2019

Letzter Tag auf Barra und den Äusseren Hebriden

Dieser Morgen war genauso wie vor zwei Tagen: zum Sonnenaufgang wieder zu viele Wolken im Osten, aber dann wunderschönes Licht auf Castlebay und Kisimul Castle. Das Licht war heute wirklich aussergewöhnlich schön goldig und ich freute mich über die Fotos. Die Calmac Fähre war auch schon wieder abfahrbereit: morgen schon sollte ich auf dieser Fähre sein!!

Vom Frühstücksfenster konnte ich sehen, wie sie schliesslich Richtung Oban ablegte und am Kisimul Castle vorbei fuhr. Durch die Perspektive sah die Fähre riesig und die Burg fast winzig aus!

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Kisimul CastleKisimul & CalmacCastlebay

Es sollte heute nochmal ein richtig schöner Tag vor dem Wetterwechsel werden und ich machte mich bald nach dem Frühstück auf den Weg nach Vatersay. Ich wollte dort die Fotos nochmal mit Langzeitbelichtungen wiederholen und am Strand spazieren gehen. Die Vatersay Strände Traigh a Bhaigh und Traigh Shiar werden mir mit Sicherheit als einige der schönsten Strände, die ich je gesehen habe, in Erinnerung bleiben!

Den Traigh a Bhaigh konnte ich von der Seite bereits gut fotografieren, aber für das ikonische Bild mit dem Tor stand die Sonne noch nicht richtig. So wanderte ich zunächst nochmal am Traigh Shiar herum, wo die Flut langsam heran rollte und Kühe am Strand ruhten . Wirklich!!!

Nach einiger Zeit fuhr ich dann zu dem namenslosen Strand am Anfang von Vatersay und die Sonne stand hier goldrichtig. Es war auch niemand am Strand und ich konnte ganz in Ruhe nach Bildkompositionen suchen und den schönen Strand geniessen.

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Vatersay – Traigh a BhaighVatersay – Traigh Shiar

Nun war auch genug Zeit vergangen und die Sonne stand für Traigh a Bhaigh richtig. Am Himmel waren ein paar dekorative Wölkchen und der Ausblick über den weissen Sand durch das Tor auf das türkisblaue Wasser ist einfach aussergewöhnlich schön. Auch hier hatte ich alle Zeit der Welt zu fotografieren und setzte mich anschliessend noch in die Dünen und genoss die tolle Aussicht. Nach einem letzten Strandspaziergang fuhr ich schlieslich zurück.

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Vatersay – Traigh a BhaighTraigh a BhaighVatersay
Vatersay – Traigh a Bhaigh

Heute gab es ein letztes Mal Lachs und ich konnte bei Doreen eine weitere Portion für morgen einfrieren – juhuuu ! Natürlich gab es auch heute ein leckeres Stück Kuchen und ich liess es mir schmecken. Ich konnte gerade noch draussen sitzen, denn mittlerweile hatte es sich sehr schnell zugezogen und die ersten Tröpfchen fielen.

Die Wettervorhersage sah für morgen nicht gerade gut aus. Regen und Sturm war vorausgesagt ! So packte ich meine Sachen zusammen und verbrachte den letzten Abend bei einer netten Unterhaltung mit Jacqueline und Donald und einem Glas Wein.

Highlight des Tages: Vatersay Beaches

16. August 2019

Unruhige Überfahrt nach Oban und Weiterreise nach Inverary

Als ich aufwachte, hörte ich schon den Regen plätschern und der Wind heulte um das Haus. Die Wettervorhersage war also genau richtig und ich machte mich auf eine unruhige Überfahrt nach Oban bereit.

Ich trank eine Tasse Kaffee auf dem Zimmer und fing dann an, den Clio zu beladen. Bei Abreise zur Frühfähre serviert Doreen kein Frühstück (es gibt eine kleine Reduktion auf den Zimmerpreis) und ich machte mir noch eine Thermoskanne voll Kaffee. Sandwiches hatte ich auch noch.

Im Regen (ich hasse es !!!) packte ich die Sachen in den Clio, verabschiedete mich von Doreen und fuhr zum Fähranleger. Der Regen war nun sehr stark und ich konnte kaum glauben, dass es gestern noch so ein herrlicher sonniger Tag war ! Pünktlich ging das Laden los und der Clio fand seinen Platz im unteren Teil der Fähre.

Ich ging auf Deck 5 und suchte mir ein gemütliches Plätzchen. Ich hatte den Laptop dabei, weil ich während der über vier Stunden langen Überfahrt etwas am Reisebericht schreiben wollte. Soviel zur Theorie...

Die Fähre legte ab und ich konnte einen letzten Blick auf Kisimul Castle erhaschen. Es regnete so stark, dass ich schon kurze Zeit später die Küste nicht mehr sehen konnte. Schade .

Als wir kurze Zeit später den offenen Atlantik erreichten, ging der Spass los... Die Wellen schlugen immer wieder bis aufs 5. Deck hoch und die See war extrem unruhig. Auf dem Schiff herrschte schon fast eine gespenstische Stille, weil irgendwie alle hofften, dass das Geschaukel und Getöse durch die Wellen bald vorbei gehen würde. Aber da mussten wir rund 2,5 Stunden durch, bis wir die schützenden Inseln vor der schottischen Küste erreichten.

Was ich in den kommenden zwei Tagen in Inverary erlebte, könnt ihr im ersten Kapitel dieses Schottland Highlands Reiseberichts am Ende lesen.

An dieser Stelle endet der Reisebericht von den Äusseren Hebriden. Ich bedanke mich für Euer Interesse an meinem Fotoreisebericht und freue mich über Euren Besuch meines Fotoblogs mit aktuellen Fotos und Informationen über meine Fotoprojekte: Fotoblog SA*GA Photography ~ Moments in Light ~

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