Myanmar 2018

7. November 2018

Weiter nach Heho und zum Inle See

Heute morgen hiess es wieder früh aufstehen, da wir bereits um 8 Uhr nach Heho fliegen sollten. Wir fuhren um 6:15 Uhr zum Flughafen, was sehr angenehm war, denn es gab noch keinen dichten Verkehr oder Stau.

Am Domestic Airport checkte Shine unsere Gruppe ein. Sehr angenehm, denn niemand interessierte sich für unser Handgepäck, das eigentlich viel zu viel und zu schwer war. Nach der Sicherheitskontrolle frühstückten wir etwas karg aus der Breakfast Box, die wir vom Hotel bekommen hatten. Dort war ein Gipfeli, Kuchen, Obst und ein Ei ohne Salz drin .

Mit einer Verspätung von 30 Minuten flogen wir schliesslich mit Air KZB rund 75 Minuten bis nach Heho in den Shan Staat. Im Flugzeug gab es tatsächlich auch etwas zu essen: in dem Gipfeli hatte sich eine Bockwurst versteckt ! Am Flughafen wurden wir von unserem neuen Fahrer erwartet und fuhren durch eine wirklich schöne Landschaft bis nach Pindaya. Es gab blühende gelbe Sesamfelder, die mit der roten Erde und der üppig grünen Vegetation der Landschaft herrlich harmonierten. Ein Genuss für die Augen!

An einem dieser Felder hielten wir an und ich konnte gar nicht anders, als diese gelbe Pracht zu fotografieren. Und ich war ziemlich happy, dass ich mich für einmal in Ruhe der Blümchenfotografie widmen konnte und freue mich über die Fotos. Im Hof des Hauses neben dem Feld legten zwei junge Frauen Mais zum Trocknen aus. Shine war natürlich sofort Feuer und Flamme und bald darauf waren die Frauen in ein fröhliches Gespräch verwickelt während wir fotografierten. Später kamen noch ihre Mutter und Grossmutter dazu – drei Generationen! Die Gesichter der Frauen waren faszinierend anzusehen und man konnte fast ein Leben darin lesen. Eine Seidenspinne fand ich auch noch und fotografierte sie für Gerd. Er hätte daran Spass gehabt !

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Wir fuhren weiter und kehrten zum Mittagessen in ein Lokal am See ein. Dort genossen wir ein entspanntes Mittagessen, bevor wir zu den Höhlen der Shwe U Min Pagode auf den Berg fuhren. Zur Beschreibung zitiere ich hier Wikipedia: Die Kalkstein-Höhlen befinden sich in einem Höhenzug bei der Stadt Pindaya. Sie sind über einen gedeckten Treppenaufgang zugänglich. Ausgehend von der geräumigen Eingangshalle führt ein Netz von Gängen tief in den Berg. Die Wände der kleinen Hallen und der Gänge sind bedeckt mit meistens vergoldeten Buddhastatuen aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Grössen. Laut Legende hat eine Riesenspinne vier badende Prinzessinnen in eine Höhle entführt. Prinz Kummabhaya tötete die Spinne mit einem Pfeil und erwählte die schönste Prinzessin zu seiner Gemahlin. Seither haben sich in der Höhle mehr als 8000 Buddhastatuen angesammelt. Die ältesten stammen aus dem 18. Jahrhundert, und neue Votivgaben kommen bis heute hinzu.

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Shwe U Min Pagode

Am Eingang erwartete uns dann auch das Abbild einer riesigen Spinne und ich liess es mir als Spinnenphobiker nicht nehmen, vor ihr zu posieren. Sehr sehr mutig Über einen Aufzug ging es zum Eingang der Höhle, wo eine grosse Pagode steht. Der Anblick der tausenden Buddha Figuren war einfach nur überwältigend. Eng aneinander standen sie dort und wenn man nach oben schaute, fand man Figuren noch in jeder möglichen oder unmöglichen Ecke.

Das Höhlensystem ist circa 150 Meter lang, aber es gibt sehr viele grosse und schmale Gänge und so gut wie jeder Zentimeter ist mit einem Buddha besetzt. Einige haben Ländernamen; ich habe u.a. die Schweiz, Italien, Singapur und Österreich gesehen, und später herausgefunden, das auf den Tafeln die Namen der Spender der jeweiligen Restaurierung standen. Wir hielten uns 90 Minuten in dem Höhlensystem auf und ich wurde nicht müde, die grossen und kleinen Buddhas zu fotografieren. Am Ende des Systems gibt es ein schwarzes Loch, das der Legende nach diese Höhle mit einer Höhle in Bagan verbindet. Es war leicht abschüssig und durch die Nässe schweineglatt und ich wollte nicht unbedingt herausfinden, ob das tatsächlich stimmt .

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Der Weg nach Bagan...

Schliesslich trafen wir uns alle wieder draussen, liefen zum Auto zurück und machten noch einen kurzen Stopp an der Tempelanlage der Stadt. Die Pagoden waren hier älter und mit weissen Elefanten verziert. Diese älteren Pagoden hatten ihren ganz eigenen Charme und ich hatte viel Spass daran, sie zu entdecken.

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Nun war es auch schon wieder Zeit, zu unserem Nachtquartier nach Kalaw zu fahren. Unterwegs trafen wir zu meiner grossen Freude auf ein Feld mit Sesamsamen und roter Erde – und dass auch noch im guten Licht. Glücklicherweise konnten wir anhalten und ein paar Fotos einfangen. Das Ganze war ziemlich grafisch und landwirtschaftlich geprägt – aber besser als gar nichts. Landschaft... yeah...!! Ich freute mich sehr darüber!

Der Höhepunkt fand dann aber kurz vor Sonnenuntergang statt, als wir auf einen Ochsenkarren trafen. Alle sprangen wild aus dem Auto und Shine überrumpelte den armen Kerl total, indem er auf ihn einredete und zum Anhalten animierte – oder soll ich sagen 'zwang' ? Aber der Bauer posierte freundlich für uns und Shine sorgte für den notwendigen Staub im Hintergrund, als er wiederum wie ein Derwisch hinter dem Ochsenkarren Staub aufwirbelte . Ich wusste gar nicht, ob ich mehr lachen oder fotografieren sollte... ! Das Foto oben rechts zeigt Shine, wie er nach dem Staub Aufwirbeln aus dem Bild rennt . Ich muss trotzdem sagen, dass ich am meisten Spass an den Fotos mit Sonnenstern hatte. Es war gar nicht so leicht, im Eifer des Gefechts den Sonnenstern so zu platzieren, das er noch in die Bildkomposition passte .

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Wir erreichten schliesslich Kalaw und übernachteten im Hill Top View Hotel *. Das Zimmer im kleinen Bungalow war sauber und geräumig; das Bad gefiel mir mit der Badewanne nicht ganz so. Müde fiel ich ins Bett, auch wenn ich wie immer nicht schlafen konnte.

Highlight of the day: die Shwe U Min Pagode

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8. November 2018

Wanderung um Kalaw und ein Klosterbesuch

Da ich eh früh wach war, schaute ich kurz draussen, ob ich etwas zum Sonnenaufgang fotografieren konnte. Aber Richtung blaue Stunde und Kalaw fand ich keine Bildkomposition und in Richtung Sonnenaufgang keinen Standpunkt. Schade – Landschaft soll einfach nicht sein... !

So schrieb ich bis zum Frühstück um 6:30 Uhr am Reisebericht. Eine Stunde später war Abfahrt und wir hielten in Kalaw für einen kurzen Stopp an der Aung Chan Tha Pagode, die aussnahmsweise mal nicht goldig ist, sondern mit unzähligen gold- und silberfarbigen Glasmosaiken versehen ist, die in der Sonne um die Wette funkeln.

Heute fuhren wir nur ein paar Kilometer aus Kalaw heraus, wo wir eine Wanderung starteten. Zu uns gesellte sich Ku-Kuu, eine einheimische Touristenführerin, die sich auf Trekking spezialisiert hat – ein sehr nettes Mädchen mit viel Wissen. Wir wanderten nun durch ein hübsches, grünes Tal mit intensiver Landwirtschaft. Hier wird Kohl, Tomaten, Blumenkohl, Ingwer, Reis, Kartoffeln und Chili angebaut. Das Gemüse wird zum Teil auf dem Markt verkauft und auch zur Selbstversorgung genutzt. Die Häuser machten alle einen gepflegten und ordentlichen Eindruck. Nach kurzer Zeit erreichten wir ein Haus, in dem Ku-Kuus Grossvater des Stammes Taong Yoe wohnt. Ku-Kuu stellte ihn vor und Shine stellte mit seiner offenen Art schnell den Kontakt her. Grossvater und Enkelin sassen dann auf der Treppe und wir konnten den 87 Jahre alten Mann mit seinem Charaktergesicht, in dem das Leben geschrieben stand, fotografieren.

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Aung Chan Tha PagodeSeidenspinnchen :)

Dann habe ich mich jedoch ausgeklingt. Alle gingen in das Haus, wo weitere Fotos mit dem Grossvater inszeniert wurden, aber das war mir (und Carsten) etwas zu viel des Guten. Na ja, Gerd und ich haben das nie gemacht (noch gemocht), weil es uns immer eher unangenehm war und ich muss das jetzt auch nicht haben...

Danach wanderten wir weiter durch das Tal und bewunderten die Landschaft. Wir trafen auf zwei Bauernfrauen, die gerade Kohl von Hand aussähten. Auch sie unterhielten sich freundlich mit Shine und wir fotografierten ein wenig zur Dokumentation. Das harte Licht wurde der Landschaft leider nicht gerecht, aber so ist es nun mal. Das ist im Sommer in den Bergen in der Schweiz auch nicht anders, wenn man am Tag wandert! Wir erreichten einen Aussichtspunkt mit einem weiten Blick über die Bergketten und mir blutete das Herz: wie toll würde es mit abendlichen Streiflicht als Silhouette mit Staffelung der Berge aussehen! So machte ich nur ein Dokumentionsfoto für den Reisebericht und wir fuhren mit einem Pick-up in das Dorf, wo wir bei einer Familie des Padaung Stammes zu Mittag assen.

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Bei der Familie bot sich uns wieder ein besonderes Erlebnis. Die Grossmutter webte Longgyis, in der Küche wurde das Essen zubereitet und ich spielte mit der kleinen Enkelin Fussball . Das Essen war super lecker und bestand aus Fried Noodles, Avocadosalat, Gurkensalat, Kroepoek und Obst. Wir liessen es uns schmecken und verbrachten eine vergnügliche Pause.

Danach schauten wir uns noch im Dorf um und fuhren dann mit dem Pick-up zurück zum Auto und setzten unsere Fahrt Richtung Inle See fort. Der erste Zwischenstop war in einem Laden für Schirme und Laternen aus Papier und wir konnten zusehen, wie so ein Schirm hergestellt wird. Der Prozess war interessant und wir bewunderten zudem das handwerkliche Geschick des jungen Mannes, der die Schirmhalter schnitzte. Normalerweise hätten wir sicherlich einen Schirm gekauft, aber das war in einem früheren Leben. Heute brauche ich keine neuen Sachen mehr.

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Wir erreichten im schönsten Licht den Inle Lake und ich entdeckte eine wunderschöne Spiegelung der Berge im See, aber wir hatten noch einen Halt in einem Kloster geplant. So sagte ich dann auch nichts, aber innerlich heulte ich leise vor mich hin...

Das alte Kloster Shwe Yaunghwe Kyaung in Nyaungshwe aus Holz war dann aber auch wirklich schön und obwohl es seit 1-2 Jahren den Mönchen verboten ist, sich in die hübschen ovalen Fenster zu stellen, machten zwei junge Novizen eine Ausnahme und posierten gekonnt in verschiedenen Haltungen. Wir hatten unsere Freude an diesem schönen Motiv und die Jungs offensichtlich auch.

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Später versammelten sie sich im Kloster und meditierten – oder hatten einfach nur Spass. Zumindest machte es den Eindruck, denn nicht alle beteten, sondern unterhielten sich. Wir beobachteten sie eine Weile und zogen uns dann zurück. Zum Abschied winkten sie uns freundlich zu und wir schlossen diesen langen Tag fotografisch ab.

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Wir fuhren in unser Hotel Thanakha Inle *, wo wir drei Nächte bleiben sollten. Das Hotel ist luxuriös und bietet allen Komfort, den man sich vorstellen kann. Die Zimmer sind ebenso geräumig wie das Bad mit begehbarer Dusche.

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Wir bezogen die Zimmer und trafen uns zum Tagesabschluss bei einem Bierchen im Restaurant.

Highlight des Tages: die Novizen im Kloster bei Inle

9. November 2018

Ein Tag auf dem Inle See

Heute frühstückten wir bereits um sechs Uhr, damit wir um sieben Uhr unseren Tag auf dem Inle See starten konnten. Wie fast immer war es morgens neblig und so hatten wir es auch nicht allzu eilig. Das Frühstück war sehr gut mit frisch gebackenem Brot, frischem Joghurt, Ei nach Wahl, einem Obstteller, Kaffee und Marmelade. Arbeitsfoto links ©Michael Lohmann.

Gestärkt bestiegen wir dann verteilt auf zwei Boote unser traditionelles Langboot, das mit Stühlen, einem Schirmchen und einer Decke ausgerüstet war. Ich war mit Shine, Birgit und Carsten in einem Boot. Los ging es in rasanter Fahrt aus dem Kanal hinaus auf den See, den wir nach rund 10 Minuten erreichten. Am Anfang des Sees warteten bereits einige traditionell gekleidete Einbeinfischer in ihren Booten mit Reusen auf Besucher, um für sie in den berühmten Stellungen zu posieren. Shine nannte dies 'Fischer Kung-Fu' Die Fischer verdienen mit dem Posieren ihr Geld und es ist pure Show für die Touristen. Die Fischer bewegen ihr Boot zwar mit dem einen Bein, aber diese Posen – vor allem mit der Reuse – machen sie im wirklichen Arbeitsleben nicht .

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Einbeinfischer am Inle Lake

Weiter ging die Fahrt über den See und wir bewunderten einen Schrein mitten im See, der von zahlreichen Kormoranen belagert wurde – das Foto dazu gibt es erst morgen . Wir fuhren langsam durch das Dorf Nampan, das wie viele andere Dörfer auf Pfählen in den See erbaut wurden und erfreuten uns an den Holzhäusern und den Spiegelungen.

Ein weiteres Highlight waren die zahlreichen tief rosa leuchtenden Wasserlilien, die nur morgens geöffnet sind. Ich war total fasziniert von diesem Anblick der tausenden Lilien, die sich im ruhigen Wasser spiegelten. Leider waren sie nur sehr schwer gut zu fotografieren: durch das harte Licht gab es Überstrahlungen und an zahlreichen Lilien wimmelten unzählige Insekten . Mit langer Brennweite gelangen mir zumindest einige Aufnahmen, aber die meisten landeten im virtuellen Papierkorb. Gefreut habe ich mich auch über die kleine Schafstelze

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Stelzenhäuser in NampanSchafstelze

Wir fuhren nun rund 90 Minuten auf dem See entlang Richtung Süden und genossen sowohl die Aussichten als auch die Menschen entlang der Dörfer, die wir immer wieder passierten. Das Wasser war teilweise sehr ruhig und die Häuser spiegelten sich herrlich darin. Interessanterweise gibt es hier auch Fischergalgen, mit denen gefischt wird! Es sind genau dieselben, mit denene Zuhause am Hochrhein zwischen Basel und Laufenburg ehemals Lachse gefischt wurden.

Wir erreichten schliesslich das Dorf Thaung Tho des Pa-O Stammes am südlichen Ende des Inle Sees. Dort befindet sich ein älteres Pagodenfeld, dessen Besuch sich absolut gelohnt hat! Ich wurde es nicht müde, in jeden Tempel hineinzuschauen und die Buddha Figuren in allen Variationen innen zu entdecken. Es gab sehr enge Eingänge, aber auch moderne Buddha Figuren, wie den liegenden Buddha. Ich verfiel geradezu in einen Foto-Flash !

Doch nicht nur die Buddhas begeisterten mich, sondern auch eine niedliche Libelle, die eine Weile auf einer Mauer sass.

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Wir passierten weiterhin verfallene Tempel und Pagoden, die fast schon malerisch anmuteten. Sie gehören bereits zu Sagar, die verfallene Hauptstadt, die Nyaungshwe vorausging. Einige hundert Stupas zeugen noch von der Vergangenheit, aber sie versinken langsam aber sicher im Inle See. Der Anblick der halb versunkenen Pagoden war schon ziemlich melancholisch. Nichts ist für immer – auch im Buddhismus nicht.

Im Ort Sagar gingen wir an Land und schauten uns zunächst im Dorf und den Gebäuden etwas um. Es war heiss und ich hatte an den Armen einen leichten Sonnenbrand und so machte ich mich früh auf zum Restaurant, um aus der Sonne zu kommen. Bald kamen auch die anderen und wir genossen dort ein wirklich leckeres Mittagessen.

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Unser letztes Ziel war das Dorf Mai Thaok, wo wir nochmal anlegten und im schönen letzten Licht des Tages fotografieren konnten. Es gab einige schöne Häuser und Flussszenen. Zu guter Letzt trafen wir auf dem Inle See nochmals auf ein paar Fischer, die wiederum in typischen Stellungen für uns vor dem rosa Himmel posierten. So endete der Tag, wie er angefangen hatte: mit den Fischern vom Inle Lake.

Highlight des Tages: die Thaung Tho Pagoden

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10. November 2018

Ein weiterer Tag auf dem Inle Lake

Wir konnten heute länger schlafen, aber ich war wie immer um kurz nach fünf Uhr wach. So arbeitete ich am Reisebericht bis es um sieben Uhr Zeit zum Frühstücken war. Danach warteten bereits die Langboote auf uns und es ging in rasanter Fahrt den Kanal entlang. Hier mal ein kurzes Video, das die Fahrt zeigt (©Michael Lohmann):

Doch das Boot von Michael's Gruppe hatte ein technisches Problem und sie mussten das Boot auf dem Inle See tauschen. Ein paar Fischer verkürzten uns die Wartezeit und posierten in den bekannten Stellungen. Ich fotografierte nochmal munter drauf los und gab dem Fischer ein Trinkgeld. Bald darauf kam auch das Ersatzboot und unsere Leute konnten umsteigen. Ende gut, alles gut . Das Licht war komplett uninteressant am Morgen und so entschied ich mich dieses Mal für eine Schwarzweissentwicklung.

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Der Nebel lichtete sich heute schneller und der Tempel im See präsentierte sich attraktiver als gestern – so war er ein Foto wert . Schliesslich erreichten wir den Markt in Nampan, wo wir 90 Minuten Zeit hatten. Ich schlenderte über den Markt und machte ein paar dokumentarische Fotos für den Reisebericht. Im Hafen herrschte ein unglaubliches Gewusel von Langbooten, aber irgendwie hatten die Einheimischen das Chaos perfekt im Griff. Der Markt war genauso wie jeder andere auch und es wurde Waren wie Obst, Gemüse, Touristensouvenirs, Fisch und Kleidung angeboten – kurzum allem, was man im täglichen Leben benötigt. Ich hielt mich rund 40 Minuten im regen Treiben auf, bis ich dann genug hatte und mich zum Solitaire spielen in den Schatten setzte. Mein Bedarf an Märkten ist nun gedeckt .

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Nachdem wir wieder komplett waren, fuhren wir ins Dorf Nampan und besichtigten eine Lotusseide Weberei. Das war nun wirklich mal wieder spannend! Die Fäden werden aus den Stängeln der Lotusblumen gewonnen. Dazu wird ein kurzes Stück abgeschnitten und die Fasern hinaus gezogen. Nach 3-4 Stückchen wird daraus ein Faden gerollt. Für einen Meter Stoff benötigt man rund 10.000 Stängel und eine Weberin arbeitet daran eine Woche. Deshalb sind die Endprodukte wie Schals auch nicht billig, aber auf der anderen Seite mit rund 150 USD für einen Schal doch wieder günstig, wenn man bedenkt, wie aufwendig die Produktion ist. Diese sehr interessante Besichtigung hat mir ausgesprochen gut gefallen.

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Danach fuhren wir nochmals durch das Dorf Nampan, wo die Spiegelung wieder perfekt war und wir heute auch etwas mehr blauen Himmel hatten. Sehr malerisch sah das Dorf auf den Pfählen damit aus und immer wieder trafen wir auch auf interessante Menschen, die einfach ihrem täglichen Leben nachgingen.

Wir besuchten eine Schmiede, wo ich aber aufs Fotografieren verzichtete – es war Zeit für eine Fotopause . Der letzte Stopp vor dem Mittagessen war in einer Zigarren Produktion, wo eine handvoll Frauen auf dem Boden sitzend in einem rasenden Tempo Zigarren rollten. Ich versuchte mich an einigen Fotos, war aber schon nicht mehr so richtig bei der Sache. Es war definitiv Zeit für eine Pause und wir fuhren zu einem Restaurant in Downtown, wo wir vom Balkon im oberen Stockwerk beim Essen dem Treiben auf dem Fluss zusehen konnten. Beide Arbeitsfotos oben ©Michael Lohmann.

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Nach dem Mittagessen stand dann der interessanteste Teil auf dem Programm: ein Besuch im Pagodenwald von Indein, wo sich die Ruinen von Shan-Pagoden befinden. Schon die Anreise über den idyllischen Nam Pilu Fluss ist ein Augenschmaus und ich konnte dort öfter Eisvögel sichten.

Am Eingang des über 2000 Jahre alten Shwe Indein (oder auch Shwe Inn Thein) Pagodenwaldes war ziemlich viel Rummel, aber die Touristen verliefen sich schnell. Es gibt einige Händler, die meist unaufdringlich ihre Longgyis oder Schals verkaufen wollen. Die über 1000 Pagoden sind teilweise vom Dschungel überwachsen bzw. die Natur erobert sich ihren Lebensraum zurück. Die Bäume wachsen teilweise durch die Pagoden durch! Die ältesten Pagoden stammen aus dem 17. Jahrhundert und es werden immer noch neue Pagoden gebaut. Dieser Ort ist mystisch und ich habe selten etwas Schöneres gesehen als diese verfallenen Pagoden inmitten der Natur.

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Immer wieder entdeckte ich schöne Figuren oder überwachsene Pagoden und es machte Spass, mit Shine durch den Pagoden Dschungel zu wandern. Das Licht am späten Nachmittag war wunderschön warm und liess die vergoldeten Pagoden wunderbar leuchten. Ich wusste gar nicht, was ich zuerst fotografieren wollte und fühlte mich damit fast überfordert! Ich glaube, ich bräuchte hier mehrere Stunden auf mehrere Tage verteilt, um das richtige Gefühl für Fotos zu bekommen. So versuchte ich zumindest das Beste aus meiner Überwältigung zu machen und den Ort zu geniessen.

Ich fühlte mich etwas verloren und Shine schien das zu spüren. Es hiess zunächst, man könnte nicht mehr auf die Hügel für eine Aussicht über das Pagodenfeld, aber Shine fragte ein paar Kinder, die ihm einen Weg zeigten. So wanderten wir einen schmalen, steilen Pfad auf einen Hügel mit einer Pagode hinauf und hatten einen wunderbaren Überblick auf die Pagoden.

Ich sprach mit Shine über Gerd und dem Tod im Buddhismus und er sagte mir ein paar sehr schöne Dinge aus dem Buddhismus, die ich mit Sicherheit in meinem Herzen mitnehmen werde. Buddha kann mir nur den Weg zeigen – gehen muss ich ihn allein und die Kraft dafür finden. Ich möchte gern daran glauben, dass wir uns irgendwann wieder in einer anderen Welt begegnen. So endete dieser Tag nachdenklich mit vielen Gedanken in Kopf und Herz.

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Die Rückfahrt über den See dauerte eine Stunde und wir kamen in die Dunkelheit. Eine tolle Erfahrung, in rasender Geschwindigkeit über den See zu düsen, die mir viel Spass gemacht hat.

Highlight des Tages: das Shwe Inn Dain Pagodenfeld

11. November 2018

Weiterreise nach Bagan

Heute hiess es Abschied nehmen von Inle See und wir reisten nach Bagan weiter, wo wir ebenfalls drei Tage bleiben würden. Unser Flug ging glücklicherweise bereits früh um 9 Uhr, so dass wir zeitig frühstückten und uns um sieben Uhr auf den Weg zum Flughafen machten. Wir hatten aber ausreichend Zeit für Fotostopps und das zahlte sich bereits nach kurzer Zeit aus. An einem Reisfeld trafen wir auf zahlreiche Ochsenkarren, die mit Reissäcken beladen wurden. Das Licht war noch nicht zu hart und wir konnten einige schönen Szenen einfangen.

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Pünktlich trafen wir am Flughafen ein, wo Shine den Check-in übernahm und wir auf unseren Abflug warteten.

Im nächsten Kapitel könnte Ihr lesen, was ich in Bagan – der Hauptstadt der Pagoden – und am Strand von Ngapali erlebt habe.

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