Huon Valley

14. Mai 2016

Weiterfahrt ins Huon Valley

Heute Morgen fuhr ich allein zum Strand nach Taroona. Es wurde wieder wechselhaft, aber während der blauen Stunde gab es einige interessante Lichtstimmungen und ich machte das Beste daraus.

Leider waren die Galahs wieder nicht da - sie sind wohl an einen anderen Ort zum Frühstück gezogen :) So fuhr ich zurück nach Hobart, wo Gerd bereits mit dem Frühstück auf mich wartete.

Danach checkten wir aus und wir konnten das Auto noch zwei Stunden auf dem Gelände parkieren. Wir liefen zum St. Davids Park, wo wir nach kurzer Zeit das Kookaburra Pärchen fanden. Mit grosser Begeisterung fotografierten wir die zwei hübschen Vögel, die so gar keine Scheu hatten und uns bis auf drei Meter problemlos an sich heran liessen. Das war schon sehr speziell, so Auge in Auge mit einem Eisvogel :)

Wir bummelten dann über den bekannten Salamanca Markt, der jeden Samstag in Hobart stattfindet. Ein sehr schöner Markt, auf dem überwiegend lokale Händler ausstellen und ihre Waren verkaufen. Dazu ein Mix von verschiedenen Verpflegungsmöglichkeiten, die von asiatischen Gerichten über Burger, Muffins, grosse und kleine Pfannkuchen bis zur Bratwurst reichten. Ein sehr abwechslungsreicher Markt, der uns viel Spass machte. Wir kauften am Nant Whiskey Stand ein Polohemd und eine kleine Flasche Whiskey und von einem Weinbauer aus den Hartz Bergen eine Flasche Portwein, der in einem Blaubeerfass gereift ist. Sehr, sehr lecker!

Danach war es Zeit, Richtung Dover in den Süden zu fahren. In Huonville legten wir einen kurzen Stop ein, wuschen und staubsaugten das Auto und kauften im Woolworth für die nächsten Tage ein.

Wir erreichten schliesslich unsere Unterkunft für die nächsten fünf Tage, dem Tides Reach in Dover. Das sehr hübsche und elegante Haus liegt direkt am weissen Pottery Beach mit wunderbarem Blick auf die Esperance Bay. Es gibt zwei Schlafzimmer, ein grosses Wohnzimmer mit einer riesigen, voll eingerichteten Küche, einem schnellen Internet und einem grossen Bad.

Diashow Tides Reach Dover (Klick für grössere Bilder):
Tides Reach Dover

Wir fühlten uns auf Anhieb wohl und genossen auf der Terrasse erstmal einen Kaffee und ein Glas Portwein. Was für eine tolle, ruhige Aussicht! Das Wetter war wechselhaft und Sonne und Wolken wechselten sich ab. So entstanden einige interessante Lichtstimmungen und durch die Langzeitbelichtungen schöne Strukturen im Himmel mit den schnell ziehenden Wolken. Und so ging ein ruhiger Tag noch ruhiger zu Ende...

Highlight des Tages: die Aussicht auf die Bucht

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Taroona BeachDover Esperance BayKookaburra (Dacelo novaeguineae)Esperance Bay
15. Mai 2016

Vogel- und Bürotag

Der Sonnenaufgang von unserem kleinen Strand aus war heute Morgen spektakulär und ich genoss die Zeit sehr. Es gab genügend Wolken für eine Langzeitbelichtung und kurz nach Sonnenaufgang schaute die Sonne über die Hügel im Osten.

Nach dem Frühstück tobten im Garten einige Vögel herum, wobei der ebenso hübsche wie quirlige Weissaugen-Honigfresser (Phylidonyris novaehollandiae) besonders schön posierte. Ein noch quirligerer und in Tasmanien endemischer Graufächerschwanz (Rhipidura albiscapa) turnte kurz auf dem Zaun herum und mir gelangen einige Belegaufnahmen.

Danach zog es zu und es gab einige heftige Schauer. Ich nutzte die Zeit, um mit dem Reisebericht und den Fotos aufzuholen, während Gerd eine Maschine Wäsche wusch.

Am späten Nachmittag machten wir eine kurze Erkundungsfahrt für Standpunkte zum Sonnenaufgang, aber hatten bis auf einen Regenbogen kein Glück mehr mit dem Licht.

Highlight des Tages: die hübschen Vögel

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Esperance BayWeissaugen-Honigfresser (Phylidonyris novaehollandiae)Graufächerschwanz (Rhipidura albiscapa
16. Mai 2016

Cockle Creek & Lichtzauber

Heute Morgen fuhren wir eine halbe Stunde bis in die Gegend vom Police Point, wo wir pünktlich zur Dämmerung ankamen. Die Mündung vom Huon River war sehr ruhig und machte sich gut mit den Bergen von der gegenüberliegenden Seite. Leider fehlten ein paar Wölkchen, die aber später aus Westen heranzogen und ich zusammen mit einem Stein im Vordergrund doch noch zu einigen ansprechenden Aufnahmen kam.

Es war ein schöner Morgen und wir kehrten gegen acht Uhr zurück nach Dover und frühstückten gemütlich. Danach machten wir uns auf den Weg ans südliche Ende Tasmaniens, nach Cockle Creek. Die letzten 19 Kilometer ist es eine Schlaglochpiste, die sich mit unserem Outlander aber sehr gut meistern liess. Wir erreichten Cockle Creek, das eigentlich nur eine Camping Gegend ist, nach rund 20 Minuten. Von hier aus kann man in vier Stunden hin und zurück zur South Cape Bay wandern, aber uns war das Wetter dafür zu unbeständig und ausserdem würde ich den Lion Rock auch gern im guten Licht fotografieren (und dafür müsste man dort campieren). So hatten wir dazu wenig Motivation und wanderten an der Whale Sculpure Richtung Fisher's Point herum. Dabei sahen wir einige Seeadler, Papageien und die südlichste Telefonzelle Australiens :)

Insgesamt hatte ich wohl zu hohe Erwartungen an Cockle Creek oder es war das harte Licht - auf jeden Fall verliessen wir den Süden nach rund zwei Stunden wieder und fuhren nach Southport, dem südlichsten Ort Australiens. Southport ist eine Ansammlung von Häusern mit einem Campingplatz und angeschlossener Taverne sowie Shop mit Take Away. Dort kauften wir uns zwei Cheeseburger und genossen diese in der Sonne am Strand. Die Cheeseburger waren frisch und richtig lecker!

Die Zeit verging wie im Fluge und wir fuhren zurück nach Dover, wo wir am Steg heute mehr Glück mit dem Licht hatten. Die Bay war spiegelglatt, es gab schöne Reflektionen und eine herrliche Ruhe, die nur von einem gelegentlichen Schnauben unterbrochen wurde. Moment.... Schnauben...??? Wir sind doch nicht in Afrika und hier gibt es gar keine Hippos! Aber Delfine... :) Eine Gruppe von drei Delfinen zog durch die Bay und schaute am Steg vorbei, was es dort wohl gibt. Ein Delfin schwamm sogar unter dem Steg durch und tauchte nur rund zehn Meter vor uns auf! Alle halbe Minute kamen sie an die Oberfläche und holten schaubend Luft - ein sehr schöner Anblick!

Die Delfine verschwanden, das Wasser wurde wieder ruhig und wir fotografierten, bis es fast dunkel war und wir zum Abendessen ins gemütliche Apartment zurückkehrten.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang mit den Delfinen

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Sonnenaufgang am Huon RiverCockle CreekGesicht im TotholzWallaby SpurenAbendstimmung Esperance Bay
17. Mai 2016

Tahune Airwalk - Huon Pines

Heute Morgen war es trüb und ich nutzte die Zeit, um den Reisebericht und die Fotos auf den aktuellsten Stand zu bringen.

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir rund 60 Kilometer zum Tahune Airwalk - eine Attraktion, auf die wir uns schon im Vorfeld sehr gefreut hatten.

Den Hauptanziehungspunkt bietet ein Steg in Form einer Stahlkonstruktion von 620 Meter Länge, der im Schnitt in 20 Meter Höhe über dem Erdboden inmitten des Regenwaldes verläuft und in einem freitragenden Ausleger in 46m Höhe über dem Huon River endet. An dieser Stelle hat man einen fantastischen Blick auf den Zusammenfluss von Huon und Picton River. Die Perspektive auf die Bäume in dieser Höhe ist faszinierend und man bekommt einen guten Eindruck, wie gigantisch diese Bäume sind. Ganz in der Nähe wurde vor rund 10 Jahren eine 105 Meter hohe Huon Pine entdeckt! Ausser der Huon Kiefer gibt es natürlich reichlich Eukalyptusbäume sowie Lorbeerbäume, Sassafras, Schwarzholz-Akazien, Tasmanische Blatteiben, Scheinulmen und kleinere Büsche im Unterholz. Das Blattwerk ist so dickt, dass man den Boden oft nicht ausmachen kann - ein Traum in Grün!

Das Wasser der beiden Flüsse ist hier wieder braun, was von den Gerbstoffen des Buttongras (Gymnoschoenus sphaerocephalus) kommt, das entlang der Flüsse wächst. Das Wasser stand sehr hoch und überflutete die Uferbereiche, aber es war bei weitem nicht so hoch wie 2007, als sogar die feste Brücke über den Huon überschwemmt wurde!

Wir liessen uns für den Airwalk viel Zeit und genossen die Ausblicke auf Fluss und Wald. Der Ausleger schwankte sehr und es war ein fast schon berauschendes Gefühl, rund 50 Meter über dem Huon zu stehen!

Nachdem wir wieder unten waren, machten wir den rund 30-minütigen Rundgang 'Huon Pine Walk', der durch den Wald und am Fluss entlang führt. Zu dem Wald habe ich fotografisch keinen richtigen Zugang gefunden. Wahrscheinlich weil das Unterholz noch klein ist und ziemlich chaotisch - mein Auge konnte da keine Ordnung und Ruhe reinbringen. Aber wir entdeckten einige interessante Pilze, denen wir uns widmeten.

Nach einer kurzen Mittagspause machten wir uns auf den Rundwanderweg zu den beiden Hängebrücken - für mich ein wahrer Nervenkitzel. Eigentlich kein Grund, aber es ist doch ein merkwürdiges Gefühl, auf diesen schmalen Brücken über dem reissenden Fluss! Die erste Brücke führt über den kleineren Piction River und ist 72 Meter lang. Den ersten Versuch brach ich ab, als ich in das schnell fliessende Wasser sah! Aber dann wollte ich mir das nicht gefallen lassen und stapfte mutig auf die andere Seite - yaaay! Gerd hat mit Hängebrücken kein Problem und schlurfte ruhig auf die andere Seite :)

Auf der Halbinsel hat man einen schönen Blick auf den Zusammenfluss vom Huon und Picton River und man kann sehr schön die unterschiedliche Fliessgeschwindigkeit erkennen. Nun drohte schon die zweite Hängebrücke, die über 103 Meter über den Huon River führt. Ich nahm all meinen Mut zusammen und schritt langsam und gleichmässig über die Brücke. Nicht mehr ganz so ängstlich, aber so richtig wohlfühlen werde ich mich dabei nie! Gerd kam wieder zügig nach und wir beendeten glücklich diesen Spaziergang :)

Zum Abschluss stiegen wir nochmal zum Airwalk auf und liefen auf ihm zurück zum Ausgang. Was für ein schöner Tag das war!

Wir fuhren zurück nach Dover, wo ich am Strand einige Langzeitaufnahmen von der Esperance Bay machte. Bei einem leckeren Abendessen und Wein liessen wir den Tag ausklingen.

Highlight des Tages: der Ausleger vom Tahune Airwalk

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Grünes BlätterdachTahune AirwalkGigantischer BaumHuon River vom AuslegerHängebrücke Picton RiverAusleger AirwalkHängebrücke Picton RiverHängebrücke Huon RiverEsperance Bay Dover
18. Mai 2016

Hartz Mountains Nationalpark

Heute Morgen traute ich meinen Augen nicht, als ich eine Stunde vor Sonnenaufgang zum Strand ging und in einen tief blutroten Himmel schaute! Die Farben waren der Wahnsinn und der ganze Himmel schien zu brennen. Was mich besonders faszinierte, war, dass diese Farben fast vierzig Minuten anhielten!

Atemlos stand ich am Strand und fotografierte dieses fantastische Farbenspiel. Heute hätte ich mich gern geteilt und auch Fotos von der anderen Seite der Bucht gemacht, aber das ist leider noch nicht möglich :)

Nach dem Sonnenaufgang zog es sich schnell zu und der Zauber war vorbei. Zeit fürs Frühstück! Danach fuhren wir über Geeveston in den Hartz Mountains Nationalpark. Es nieselte leicht, aber das hielt uns nicht davon ab, erst am Waratah Lookout zu halten und danach zum Lake Osborne zu wandern.

Der See ist ein ehemaliger Gletschersee und von der Form her typisch wie viele Bergseen in der Schweiz. Ein schöner See mit ein paar Huon Pines und dichter Vegetation - leider mit den tief liegenden Wolken nicht ganz so schön fürs Auge.

Dafür faszinierten uns die Pflanzen der Sumpflandschaft und die Pandani in den Wäldern. Vor allem das schöne Cutting Grass (Gahnia grandis) und die Pandani (Richea pandanifolia) hatten es uns angetan. Die Pandani, die aussieht wie eine Palme, ist eine Heidekrautart und kann bis zu 12 Meter hoch werden.

Nach der schönen Wanderung machten wir noch den kurzen Spaziergang zum Arve Wasserfall. Auf dem Weg dorthin wurden wir gut nass, aber der malerisch schöne Wasserfall war es wert. Durch den Regen hatte er auch ausreichend Wasser, ohne übervoll zu sein. Der Arve Wasserfall gehört meiner Meinung nach zu den schönsten Wasserfällen in Tasmanien!

Auf dem Rückweg zum Auto schüttete es nochmals wie aus Eimern, aber unsere Regensachen hielten uns einigermassen trocken. Wir fuhren zurück nach Dover und hielten an der Tassal Lachsfarm an, um sowohl frischen als auch geräucherten Lachs zu kaufen.

Zum Abschluss des Tages gab es an der Bay in einer Regenpause einen hübschen Regenbogen. Wir waren genau rechtzeitig vor Ort und kurze Zeit später lag die Bucht spiegelglatt im letzten Licht - eine magisch ruhige Stimmung, aber diesmal ohne Delfine :) Kurz darauf rauschte bereits die nächste Regenfront an und wir fuhren zurück ins gemütliche Apartment.

Zum Abendessen bereitete Gerd den frischen Lachs zu, den wir zusammen mit einer Portion mit Chili geräuchertem Lachs genossen. Was sollen wir sagen? Der Slogan 'The world's most loved salmon' wird diesem Lachs mehr als gerecht. So herrlich festen und wohl schmeckenden Lachs haben wir noch nie gegessen - ein Genuss!

Highlight des Tages: Arve Wasserfall

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Flammender HimmelHartz Mountains NationalparkMoor Lake OsborneCutting Grass (Gahnia grandis)Cutting Grass (Gahnia grandis)Pandani (Richea pandanifolia)Pandani (Richea pandanifolia)Lake OsborneArve FallsEsperance Bay
19. Mai 2016

Weiterfahrt in den Tasman Nationalpark

Erwartungsgemäss regnete es heute Morgen und ich nutzte die Zeit, den gestrigen Tag im Reisebericht zu ergänzen. Gerd stand auch auf, machte Frühstück und wir genossen es ein letztes Mal in dieser schönen Unterkunft mit Blick auf die Bucht. Auch dieses Plätzchen werden wir sicher vermissen! Im nächsten Kapitel könnt Ihr über unsere Erlebnisse im Landschaftsparadies Tasman Nationalpark lesen.

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