Hanga Roa / Rapa Nui

Hanga Roa & Umgebung

Die Osterinsel oder Isla de Pascua auf Spanisch befindet sich inmitten des Südpazifiks und gehört politisch zu Chile. Die Insel ist extrem abgelegen: ist 3526 Kilometer von der chilenischen Küste und 4251 Kilometer von Tahiti entfernt und nur dünn besiedelt mit rund 6.500 Einwohnern. In der Sprache Rapanui der Bewohner der Osterinsel heisst die Insel dann auch Rapa Nui. Die Sprache ist ursprünglich ein polynesischer Dialekt, wurde aber durch die lange Isolation von den übrigen polynesischen Inseln als eigene Sprache definiert. Die Sprache wurde bis zur Entdeckung der Osterinsel im Jahr 1722 ausschliesslich gesprochen. Durch die Annektion Chiles wurde Spanisch 1888 Amtssprache – einzigartig im gesamten polynesischen Raum!

Geologisch gesehen ist die Insel ein vulkanischer Gipfel auf dem Sala-y-Gomez-Rücken, einem submarinen Höhenzug. Das ist wohl auch der Grund für das Fehlen von Korallenriffen, da sie steil bis auf über 3000 Meter Meerestiefe abfällt. Sie ist maximal 24 Kilometer lang und 13 Kilometer breit.

Wir verbrachten zwei Wochen auf der Insel und um es vorab zu nehmen: noch niemals zuvor und auch bisher niemals danach bereisten wir einen derartigen mystischem Ort! Die Moai's und ihre für immer verborgenen Geheimnisse haben uns völlig in ihren Bann gezogen und wir waren dankbar und glücklich, so lange Zeit auf der Insel verbringen zu dürfen. So konnten wir die Atmosphäre und Stimmungen in uns aufsaugen und in vollen Zügen geniessen. Der Tourismus war 2007 noch nicht stark ausgeprägt und wir hatten die mystischen Orte fast immer für uns allein. Allein und in der Stille, in der nur der Wind Geräusche macht, fühlt man eine eigenartige Anziehungskraft der Giganten aus Stein. Im Dunkeln bei den Moai's von Rano Raraku zu stehen und zuzusehen, wie es langsam hell wird und sich langsam die Konturen der Steinkolosse abzuzeichnen beginnen, zählt bis heute zu meinen beeindruckendsten Erlebnissen. Persönlich glaube ich auch nicht, dass das noch getoppt werden kann! Wir konnten uns 2007 noch völlig frei ohne Einschränkungen bewegen. Heute gibt es ein Tagesticket, das an den Hotspots auch kontrolliert wird sowie am Rano Raraku eine Schranke. Die Ticketkontrollen sollen aber ziemlich polynesisch 'streng' sein

Hanga Roa ist der einzige Ort der Osterinsel und liegt im Südwesten. Der internationale Flughafen Mataveri International Airport – oder auch Isla de Pascua Airport – ist der abgelegenstene Flughafen der Welt mit einer exorbitant langen Landebahn, die 3.318 Meter misst! Die Landebahn wurde 1987 von der NASA als Ausweichlandeplatz für das U.S. Space Shuttle gebaut. Ein Space Shuttle ist hier nie gelandet, aber die Landebahn ermöglichte die Öffnung für grössere Flugzeuge vom Festland und somit dem Tourismus.

Auch wir erreichten auf dieser Landebahn nach einer 2.5-tägigen Anreisezeit von Frankfurt über Madrid und Santiago de Chile die Osterinsel. Die Insel wird ausschliesslich über die Chilenische Airline LATAM (damals noch LAN Chile) bedient, die von dort aus weiter nach Tahiti fliegt. Wir kamen am 2. Weihnachtsfeiertag 2006 auf der Osterinsel an und blieben fast zwei Wochen bis zum 11. Januar 2007. Im Anschluss machten wir unsere Antarktis / Südgeorgien / Falkland Expedition ab Ushuaia – den Reisebericht dazu findet Ihr hier: Antarktis 2007 Reisebericht: Eine Reise zu den Pinguinen

Übernachtet haben wir in Hanga Roa im hübschen Mana Nui Inn wo wir ein grosses Doppelzimmer mit Bad und Kühlschrank bewohnten. Von der Terrasse aus hatten wir einen schönen Blick aufs Meer und zum Tahai Komplex waren es nur fünf Minuten zu Fuss. Die hauseigenen Wachhunde waren unser ständiger Begleiter und vor allem der grosse Hund, den wir Susi tauften, war dabei ziemlich anhänglich. Doch der liebe Boxer, den wir aus nahe liegenden Gründen Sabbersack nannten, war auch ein gern gesehener Gast auf unserer Terrasse

Das polynesische Frühstück war im Preis inkludiert und wurde im Nebengebäude serviert – für uns das tägliche Highlight an kulinarischen Genüssen!

Diashow Mana Nui Inn (Klick für grössere Bilder):
Mana Nui InnMana Nui InnSabbersack :)Susi :)

Wir assen ein paar Mal in einem kleinen Restaurant am Hafen und kauften ansonsten Kleinigkeiten auf dem Markt und im Supermarkt ein. Kulinarisch ist uns die Insel nicht gross in Erinnerung geblieben. Die Auswahl bei der Versorgung war 2007 auch trotz der regelmässigen LAN Chile Flüge nicht sehr gross und landschaftliche Nutzung findet auf der kargen Insel nicht statt. Aber wir haben gut überlebt und letztendlich ist das Essen auch nicht die Priorität auf einer Reise.

Wir hatten während der gesamten Zeit einen Daihatsu Terios Mietwagen. Der kleine SUV brachte uns auf den allesamt unbefestigten Strassen immer sicher ans Ziel und war ein treuer Begleiter. Mittlerweile sind einige Strassen zu den Hauptattraktionen Anakena, Orongo und Rano Raraku asphaltiert.

Hanga Roa war 2007 ein wirklich verschlafener Ort, in dem die Zeit still zu stehen schien. Die Menschen waren freundlich und total entspannt und obwohl wir kaum Spanisch sprachen, kamen wir mit Händen und Füssen und einem Lächeln immer klar. Es gab nur eine Handvoll Touristenhotels, einige Hostels und Cabañas, in der Hauptstrasse befanden sich einige kleinere Läden mit dem Notwendigsten, eine Bank und einen Markt – und mitunter verirrten sich auch einige Pferde in den Ort. Toll war es auch an Silvester, als einige ein Feuerwerk zündeten und wir irgendwo mitten im Südpazifik auf das neue Jahr anstiessen – das war schon sehr speziell!

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Supermarkt unseres Vertrauens :)Restaurant unseres Vertrauens :)Typisches Osterinsel AutoMataveri AirportFlughafen TerminalStrassenszeneFischerhafen Hanga RoaNaturpool Hanga RoaFriedhof mit Aussicht

Allgemeines zu Ahu-Anlagen und Moai′s

Die Osterinsel ist knapp 180 km² gross und seit ihrer Entdeckung im Jahr 1722 durch den holländischen Admiral Jacob Roggeveen haben sich unzählige Forscher und Wissenschaftler mit der Frage beschäftigt, welchen Sinn die Figuren hatten und warum sie so kolossal gross sein mussten. Eine endgültige Antwort gibt es bis heute nicht; dafür aber um so mehr Theorien.

Man weiss nicht viel über die Ahus und die Moai's und es gibt ebenso viele Theorien wie Mysterien, die sich um die Osterinsel ranken. Theo Heyerdahl hat in den 1950er Jahren einige Jahre auf der Insel verbracht und geforscht, doch sind seine Thesen bis heute sehr umstritten. Mit Sicherheit weiss man eigentlich gar nichts und diese Geheimnisse um die steinernen Figuren, die vielleicht nie gelüftet werden, machen die Insel auch so besonders.

Es wird angenommen, dass die Ahu-Anlagen eine Art Kulturplattform waren als spirituelles Verbindungsglied zwischen dem Leben jetzt und dem Jenseits. Die Moai's stehen auf solchen Plattformen, die ausserdem noch als Rampe anlegt wurden, wo sich Grabkammern befanden oder zusätzlich als Rampe für Kanus am Meer genutzt wurde. Alle Moai's sind dem Meer abgewandt und blicken in eine Richtung, wo man Steinfundamente von Gebäuden gefunden hat. Hatten sie also auch eine Art Schutzfunktion, wie ebenfalls immer wieder angenommen wird? Man möchte es gern glauben!

Die Moai's sind monumentale Steinskulpturen, die auf der Osterinsel zwischen zwei und fast 22 Metern gross sind. Archäologen schätzen, dass die ältesten Moai zwischen 1000 und 1500 Jahre alt sind. Es befinden sich auf der kleinen Insel über 850 solcher Steinkolosse! Die meisten Moai's wurden aus dem weichem Tuffgestein vom Rano Raraku Steinbruch gefertigt. Der Fund im Jahr 1978 eines aus Korallenkalk gefertigtem Moai Auges lässt darauf schliessen, dass einigen Moai's Augen eingesetzt wurden. Diese waren aber bei der Entdeckung der Osterinsel 1722 schon nicht mehr vorhanden. Aus Überlieferungen der Ureinwohner weiss man, dass bei dem grossen Konflikt im Jahr 1680 zwischen den Kurz- und Langohren so gut wie alle Langohren ausgelöscht wurden und damals auch die Moai's ihre Augen verloren haben. Dem 'sehenden Moai' Ahu Ko Te Riku wurden in den frühen 1990er Jahren nachgemachte Augen eingesetzt. Das Original des gefundenen Auges ist im Museum in Hanga Roa zu bewundern.

Der berühmte Piropiro aus Rano Raraku ist mit 21,60 Metern der grösste fertig gestellte Moai und ist rund 11 Meter lang, wovon sich allerdings 5 Meter im Boden befinden!

Einige Moai's tragen steinerne Hüte, sogenannte Pukao's, die zusätzlich bis zu zwei Meter hoch werden können. Manche Wissenschaftler vertreten die Ansicht, dass es sich nicht um Hüte, sondern um den Haarschopf der Moai's handelt. Sie sind aus rotem Vulkangestein und stammen aus dem Vulkankegel Puna Pau. Dies ist auch der einzige Ort auf der Insel, wo man den roten Stein fand. Wir konnten uns noch im Steinbruch bewegen, seit 2008 soll er nicht mehr zugänglich sein.

Es wird weiterhin angenommen, dass die Figuren mit tausenden von Baumstämmen transportiert wurden. Allerdings sind die Entfernungen für diesen manuellen Transport beachtlich und vor allem die 'Produktionsstätte' der Hüte in Puna Pao liegt z.B. mehr als 10 Kilometer vom Anakena Strand entfernt! Aufgerichtet wurden die Kolosse wahrscheinlich unter Hebelwirkung und mit Tauen und Holzstämmen. Aber dann stellt sich weiterhin die Frage, wie die Hüte denn auf die Statuen kamen: sie wurden nicht weiter verkeilt oder anderweitig befestigt.

Ahu Tautira

Diese Plattform mit zwei Moai sieht man nach Ankunft auf der Osterinsel meistens als erstes, da sie sich direkt am Fischerhafen, dem Caleta Hanga Roa befindet.

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Ana Kai Tangata

Diese schöne Höhle befindet sich bei Hanga Roa und bedeutet in der Sprache der Rapa Nui 'Höhle in der Männer gegessen wurden'. Aber es wurden bei Ausgrabungen keine Hinweise auf Kannabalismus gefunden und die Bedeutung geht wohl eher in die Richtung 'Höhle in der Menschen essen'. Gefundene Steinwerkzeuge, Fischhaken und Nadeln aus Knochen lassen darauf schliessen. Auch wenn der Boden recht feucht ist, da er bei Sturm oft überspült wird, ist es mit dem fantastischem Ausblick aus der Höhle ein schöner Essensort.

Das Besondere an der Höhle, die nicht aus einer Gasblase von erstarrenden Lavaströmen entstanden ist, sind die bunten Felszeichnungen an der Decke von Manutara Vögeln. Aufgrund der Feuchte verwittern sie zusehends, abre wir konnten sie noch gut bewundern.

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Felszeichnungen

Ana Te Pahu

Die Bananenhöhle befindet sich nördlich von Hanga Roa und ist rund 90 Meter gross mit zwei Öffnungen. Der Name kommt von den angepflanzten Bananenstauden im vorderen Teil der Höhle. In früheren Zeiten diente sie als Unterkunft und Versteck. 2007 konnten wir uns dort frei bewegen und waren die ganze Zeit allein. Heute soll sie für den Tourismus erschlossen sein und angekarrte Touris werden von Souvenirhändlern empfangen...

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Landschaft in der Umgebung

Neben den Moai's und Höhlen bietet die Küste rund um Hanga Roa einige schöne Stellen, die wir tagsüber besuchten. Ich konnte mich trotz der langen Zeit nie dazu durchringen, Landschaft zum guten Licht zu fotografieren. Die Moai's zogen mich magisch an und die Sonnenauf- und -untergänge waren immer anders schön. Hier einige Impressionen der zerklüfteten Lavaküste um Hanga Roa.

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Blick auf Hanga RoaBlick nach Hanga Roa

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