Grenadinen & Tobago Cays 2018

6. - 17. März 2018

Beginn Segelreise Grenadinen mit dem Katamaran S/V My Love

Es gab heute sogar mal wieder schönes Morgenlicht und ich machte ein paar Schnappschüsse von Marigot Bay. Nach dem wieder leckerem Frühstück verabschiedeten wir uns von Danny und Ann und machten uns auf den Weg nach Rodney Bay.

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Heute begann endlich der Segeltörn auf dem Katamaran My Love, mit dem wir 11 Tage von St. Lucia nach Grenada segeln würden! Castries war gar nicht so verstopft wie erwartet, aber dann ging es die letzten vier Kilometer nach Rodney Bay nur noch in Stop-and-go weiter. Aber wir hatten genügend Zeit eingeplant und trafen Mike und Faye, ein kanadisches Ehepaar, wie verabredet pünktlich um 10 Uhr im Cafe Ole in der Rodney Bay Marina. Wir begrüssten uns herzlich und waren uns auf Anhieb sympathisch! Faye nahm unsere Pässe, um uns aus St. Lucia auszustempeln und Mike brachte unser Gepäck mit dem Dinghy auf den Katamaran, während ich auf den Mitarbeiter von Drive-A-Matic wartete, um das Auto abzugeben.

Dann konnten wir endlich mit dem Dinghy zur Position der 'My Love', einem 40 Fuss Katamaran, der unser Zuhause für die kommenden 11 Tage sein würde. Das Boot ist sehr geräumig und wir hatten im Steuerbord Rumpf des Katamaran eine Privatkabine mit einem grossen Doppelbett, einem Sofa und dahinter das allein genutzte Badezimmer mit Toilette und Dusche. Faye und Mike haben Ihr Reich im Backbordrumpf, der bei Bedarf ebenfalls mit mit einem Schlafzimmer und Gemeinschaftsbad vermietet werden kann. Im oberen Bereich befindet sich die gut ausgestattete Küche mit Tisch und Sitzecke. Draussen gibt es einen weiteren grossen Sitzbereich und der Steuersitz. Technisch ist der Katamaran ausgestattet mit einer Salzwasseraufbereitungsanlage, einem Windgenerator und Solarpanels für die Stromerzeugung sowie einem Diesel Generator für Notfälle. Es wurde wirklich an alles gedacht! Hier gibt es alle Informationen zum Boot und den Chartermöglichkeiten: Karibik Segelreisen mit dem Katamaran My Love. Sehr bald wird es eine direkte Buchungsmöglichkeit über ein deutsches Reisebüro geben .

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Unter kanadischer Flagge :)Breites DoppelbettSofa mit StauraumBad mit Dusche & WCKücheEssbereich InnenEssbereich AussenS/V My Love

Wir fühlten uns wohl und machten uns bald darauf auf den Weg. Wir hatten Glück, denn gestern wäre eine Abfahrt nicht möglich gewesen. Vor einigen Tagen hatte auf dem Nordostatlantik der Sturm Riley getobt, der mehr oder weniger den gesamten Atlantik aufgewirbelt hat (auch die Kanaren waren durch schwere Unwetter davon betroffen!) und die Dünung war dadurch noch immer aussergewöhnlich hoch. Mike meinte, es würde noch einige Tage dauern, bis es sich normalisieren würde, aber auf der anderen Seite war die Windvorhersage für die kommende Woche auch nicht sehr gut mit starkem Wind . So erwischten wir bei der Ausfahrt auch gleich eine grosse Welle und ich kassierte meine ersten blauen Flecken . Meine guten Vorsätze erhielten gleich einen Dämpfer und ich bekam etwas Angst, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, diesmal eine echte Seefahrerin zu werden!

Nachdem wir die Dünung an der Hafenausfahrt passiert hatten, war zum Glück die etwa dreistündige Fahrt nach Soufrière einigermassen ruhig. Kurz vorher passierten wir den Strand Anse Chastanet und konnten so mal vom Meer aus sehen, wie hässlich eigentlich das Jade Mountain gebaut ist und wie der an sich schöne Strand völlig zugestellt ist. Sehr Schade! Ein Stückchen weiter konnten wir dann nochmal einen Blick auf unsere Caille Blanc Villa werfen, die wirklich sehr schön und unaufdringlich in den Hügel gebaut wurde. Fast schon ein wenig wehmütig dachte ich an die schöne Zeit dort zurück!

Schliesslich ankerten wir an einem Ankerball direkt zwischen den beiden Pitons. Was für ein schöner Anblick, auch wenn sie von hier aus nicht so spektakulär aussehen wie von den Hügeln hinter Soufrière. Faye bereitete ein fantastisches Abendessen vor und wir genossen bei einem Rum Punch den farbenprächtigen Sonnenuntergang. Ein paar Segelboote waren die perfekte Kulisse für ein paar kitschige Fotos und die Wölkchen spielten auch mit. Ein guter Start, auch wenn das Fotografieren ohne Stativ für mich doch recht gewöhnungsbedürftig ist...

Highlight des Tages: der Sonnenuntergang und das Abendessen

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Sea Cloud IIGros PitonJade Mountain & Anse ChastenetCaille Blanc Villa
7. März 2018

St. Vincent – Bequia

Die Nacht war relativ ruhig und als ich aufstand, sah ich einige hübsche rosa Wölkchen über dem Gros Piton und ich machte ein paar Fotos. Innerlich war ich wieder am Jaulen, denn fotografisch wäre das ein tolles Motiv gewesen, wenn ich an Land gewesen wäre ! So wurden es dann wieder nur zwei nette Schnappschüsse...

Wir machten uns bereits zügig nach einem schnellen Frühstück auf den Weg nach Bequia. Die Fahrt war lang, circa 45 nautische Meilen und sollte aufgrund der rauhen See etwas mehr als sieben Stunden dauern. Ich bekam nun doch etwas Angst und war sehr angespannt und nach einer Stunde musste ich mich dann tatsächlich übergeben ! Ich werde eigentlich nie so sehr seekrank – es musste diese Kombination aus Angst, Anspannung und leichtem Unwohlsein gewesen sein... peinlich ! Danach ging es mir aber sofort besser und ich überstand den Rest der Fahrt (und auch den Rest der Tour!) ohne Probleme.

St. Vincent zog mit dem grossen Vulkan Soufriere und der üppigen Vegetation an uns vorbei und die Insel sah einfach wunderschön aus. Wir hielten nicht in Wallilabou Bay, wo noch Kulissen des Films 'Fluch der Karibik' stehen, doch es gab dort in letzter Zeit wieder mehrere aggressive Vorfälle, so dass wir uns dagegen entschieden. Aber die Insel an sich sah unglaublich ursprünglich und schön aus! Diese Fotos können nur schwach wiedergeben, was wir sahen.

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St. VincentWallilabou Bay

In Port Elizabeth auf Bequia, einer 18 m² grossen Insel im Inselstaat von St. Vincent & the Grenadines, lag zu unserer Freude die Royal Clipper; einer der wenigen 5-Masten Segelboot Nachbauten. Heute ist dies ein Luxusschiff und obwohl es eine Replica ist, sieht es immer noch sehr beeindruckend aus und wir erfreuten uns am Anblick.

Es war bei unserer Ankunft in der Bucht bereits ziemlich voll mit Booten, die sich zudem alle aufgrund der Dünung auf eine Seite der Bucht drängelten. Wir fanden auch bald einen Ankerball und Gerd durfte die Gästefahne von St. Vincent & The Grenadines auf der My Love hissen . Es war schon später Nachmittag und wir liessen den Tag bei einem Rum Punch und einem leckeren Abendessen ausklingen.

Highlight des Tages: die Fahrt entlang von St. Vincent

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Royal ClipperBequia
8. März 2018

Ein Tag auf Bequia mit Schildkröten

Ich begann den Tag fast schon wie immer früh und schrieb am Reisebericht, während es dämmerte und angenehm kühl war. Nach dem wieder überaus leckerem Frühstück fuhren wir alle gemeinsam mit dem Dinghy an den Anleger von Port Elizabeth, wo Faye unsere Pässe stempeln liess. Wir hatten nun den dritten Länderstempel der Karibikstaaten!

Mike verhandelte für uns mit einem Taxifahrer für eine Inselrundfahrt und wir fuhren mit Ricky's Taxi los. Ricky ist ein älterer Inselbewohner, dem man die Liebe zu seiner Heimatinsel sehr anmerkt. Gemächlich fuhr er uns zunächst auf den schmalen und mitunter steilen Strassen auf den 90 Meter hohen Battery Hill am anderen Ende der Admirality Bay. Dort befindet sich der Platz, wo früher das Hamilton Fort stand. Gebaut wurde es Anfang 1700 und nach einem der drei Väter der U.S. Amerikanischen Verfassung, James Hamilton, benannt. Heute erinnern daran nur noch ein paar Kanonen, die die Bucht beschützen sollten, aber es ist eigentlich auch die Aussicht auf die Bucht, die hier am meisten begeistert. In allen Farben schimmerte das karibische Meer und die vielen Yachten und Segelboote sahen darin richtig toll aus! Am Wegesrand trafen wir auf einen Cashew Nussbaum mit reifen Früchten. Man konnte die Nuss (meine Lieblingsnuss ) bereits gut erkennen!

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BequiaPrachtfregattvogel (Fregata magnificens)Typische Strasse auf BequiaBattery HilAdmirality BayFirefly Plantation

Die Fahrt führte uns weiter ins Inselinnere, wo wir auf die Überreste der Firefly Plantation trafen, wo ehemals Zuckerrohr angebaut wurde. Heute ist es eine moderne Plantage mit Luxushotel. Zwischendurch gab es immer wieder Ausblicke auf dieses fantastische Wasser und die schöne Küste – da musste ich einfach immer wieder einen Schnappschuss machen!

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Schliesslich erreichten wir das Old Hegg Turtle Sanctuary, dessen Gründer Orton King es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die vom Aussterben bedrohten Karettschildkröten (Eretmochelys imbricata) zu züchten und auszuwildern. Dafür hat er mit dem Einsatz seines eigenen Geldes, mit viel Liebe zu den Tieren und noch mehr Arbeit und Mühe mehrere Seewasserbecken geschaffen, wo die kleinen Schildkröten aufwachsen können, bis sie gross genug zur Auswilderung auf Bequia oder anderen karibischen Inseln sind . Es gibt sogar eine Art Krankenstation mit Einzelbecken zur Isolation von kranken Tieren!

Der kritische Tierschützer könnte sich jetzt über die Art der Seebecken aufregen, aber man sollte dabei bedenken, dass Orton King das alles mit viel Aufopferung und mit seinen bescheidenen Mitteln realisiert, da er keinerlei Unterstützung der Regierung oder einer Naturschutzorganisationen bekommt. Das ist Schade, denn ihm wäre schon mit einem kleinen 5-stelligen Betrag im Jahr geholfen, was für viele Organisationen ein Taschengeld wäre. Wir hoffen, dass sich vielleicht noch eine zur Unterstützung dieses tollen Projekts bereit erklärt! Letztendlich hat Orton in den vergangenen rund 15 Jahren annähernd 2000 Schildkröten ausgewildert, die sich im ganzen Gebiet der Grenadinen verbreitet haben. Orton erklärte uns sein Projekt übrigens persönlich

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Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata)3 Monate1 Monat jung

Danach fuhren wir als letztes auf den Mt. Pleasant, aber der Blick zu den anderen Inseln wie beispielsweise Mustique war aufgrund des Dunstes nicht sehr ergiebig. Daher fuhren wir wieder zurück nach Port Elizabeth, weil die Zeit für Friendship Bay auch nicht mehr reichte. Unterwegs gab es noch einige Fotostops mit fantastischen Ausblicken auf die Admirality Bay.

Zurück im Ort schauten wir uns um, bewunderten die selbst gemachten Segelschiffe, die bunten Gemüse- und Obststände sowie die Markthalle, kauften ein T-Shirt und tranken einen Rum Punch mit einem Sandwich in einem Lokal mit WiFi. Es war ein schöner Besuch auf Bequia und wir trafen Mike wie verabredet am Anleger, um zum Mittagessen zurück aufs die MyLove zu fahren.

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Admirality BayMt. PleasantPort ElizabethMarkthalleModellbauKirche von Port ElizabethKaribischer WegweiserFähranleger

Am Nachmittag nahmen wir nochmals das Dinghy und mussten aufgrund der starken Dünung wieder an den Dinghy Anleger. Wir wanderten mit Mike hoch auf die Hügel hinter dem Ort und genossen tolle Ausblicke auf die Bucht mit den vielen hübschen weissen Booten und dem herrlich türkisfarbenen Wasser. Die Farben sind wirklich einzigartig satt und intensiv! Zurück wanderten wir am Strand entlang und wir trafen auf eine kleine Echse, die sich ein paar Minuten willig fotografieren liess. Ich war danach allerdings schweissüberströmt und von einem Krampf in den Zehen geplagt...

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Die kleinen Geschäfte werden von den Einheimischen auf Motorbooten getätigt und so fahren sie regelmässig die Boote in der Bucht an. Es gibt dabei alles wie frischen Fisch, Lobster, Wäsche- und Müllservice oder auch grössere Boote mit Wassertanks, von denen die Yachten bei Bedarf Wasser laden können. Wir kauften von so einem Boot zwei Lobster und Faye zauberte aus den beiden Schwänzen zusammen mit von Mike gebratenen Spare Ribs ein fantastisches Abendessen. Das war unglaublich lecker und wird uns noch lang in Erinnerung bleiben!

Highlight des Tages: Bequia und die Lobster

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DER Lobster :)Unser Grill-Maxe :)Glückliche Gesichter :)
9. März 2018

Canouan

Es war eine durch den ständig pfeifenden Wind unruhige laute Nacht und ich war froh, als es dämmerte und ich endlich an Deck am Reisebericht schreiben konnte .

Nach dem Frühstück verliessen wir Bequia und fuhren rund drei Stunden in sehr rauher See nach Canouan. Mike wollte mich dann von meinen ängstlichen Blicken auf die wellige See ablenken und holte mich ans Steuerrad, wo ich meine erste Segellektion bekam! Das war eine ausserordentlich gute Idee und ich war in der Tat so fokussiert auf all das Neue, dass ich kaum mitbekam, wie rauh die See war ! Mike erklärte mir die Instrumente und das Navigationsgerät, mit deren Hilfe man den Kurs halten kann, wenn der Autopilot auf Standby steht. Nach kurzer Zeit und etwas heftigem Kurbeln am Steuerrad bekam ich das Gefühl für den Wind und für die notwendigen Bewegungen und musste bald nur noch selten auf das Navi schauen, um den Kurs zu korrigieren . Schön, wenn man den Wind so in den Segeln fühlen kann!

So vergingen die drei Stunden bis nach Canouan (fast) wie im Fluge und wir ankerten vor dem Hotel am Tamarinde Beach in einer herrlich ruhigen Bucht mit noch herrlicherem türkisfarbenen Wasser. Was für ein Farbrausch!

Nach einem leichten Mittagessen fuhren wir mit dem Dinghy zu einem vorgelagerten Felsen, wo man Schnorcheln kann, doch das Wasser war durch den Atlantiksturm immer noch trüb und ohne Sicht ! Schnorcheln machte keinen Sinn und ich ging gar nicht erst ins Wasser, während sich Gerd von Mike zur MyLove zurückziehen liess. Wir fuhren dann hinüber an den Strand und sahen, dass der Sturm die beiden Anlandungsstege böse beschädigt hatte . Der Strand an sich ist sehr schön feinsandig und das Wasser warm wie in einer Badewanne. Wir plantschten ein wenig im Wasser und genossen die Sonne und das Meer. Als wir zurück aufs Boot wollten, erwischte das Dinghy eine grosse Welle der immer noch hohen Dünung und schwappte heftig ins Boot . Zum Glück kippten wir nicht um – das ist etwas, was ich nicht wirklich brauche...

Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem Boot und liessen uns ein leckeres Abendessen bei angeregter Unterhaltung schmecken. Ganz zum Schluss gab es sogar noch einen schönen roten Himmel für zwei Schnappschüsse. Mike und Faye sind toll und wir verstehen uns absolut fantastisch.

Highlight des Tages: die Segellektion

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Canouan
10. März 2018

Windige Ankunft auf den Tobago Cays

Der Wind hatte in der Nacht nochmal zugelegt und laut Wetterbericht sollte er heute mit Böen bis zu 30 Knoten seinen Höhepunkt erreichen . Wir frühstückten und machten uns dann auf den Weg in die Tobago Cays. Es war diesmal nur eine kurze, circa vier Kilometer lange Strecke, die für mich aber durch das äusserst schwappige Meer etwas lang wurde . Doch ich hielt mich tapfer und war froh, als wir die etwas ruhigeren Gewässer der Tobago Cays erreichten.

Die Tobago Cays bestehen aus fünf unbewohnten Inseln, die zu einem Marine Park erklärt wurden. Sie liegen rund 2,5 Kilometer von der bewohnten Insel Mayreau entfernt. Vor den Inseln befindet sich das grosse Horseshoe Reef, das einen gewissen Schutz bietet.

Wir ankerten im Kanal zwischen den Inseln Petit Rameau und Petit Bateau, wo sich unter anderem auch die eine oder andere Megayacht tummelte, und machten mit dem Dinghy eine Erkundungsfahrt. Leider war die See auch innerhalb des Riffs ziemlich rauh und die Fahrt war sehr wellig und ziemlich nass. Wir legten auf der Sandbank der Insel Baradol an und sahen von dort aus unsere ersten Schildkröten, die zum Atmen ihre Köpfchen aus dem Wasser reckten . Hier tummeln sich Grün- und Karettschildkröten, doch ich war skeptisch, ob mir das Schnorcheln unter diesen Bedingungen gefallen würde. Und ich war zu Recht skeptisch... Zunächst aber bewunderten wir aber ausgiebig die Farben des Wassers und kletterten auf eine kleine Anhöhe, von wo die Aussicht auf die Inseln und das blaue Meer fantastisch war.

Schliesslich fuhren wir zurück zur My Love, holten die Schnorchelausrüstung und kehrten zur Sandbank zurück. Wir schnorchelten los, sahen aber keine Schildkröte. Das Wasser war wellig und die Strömung relativ stark, so dass ich auch nur wenig Spass daran hatte, weiter zu schwimmen, um Schildkröten zu finden. Da hatte ich irgendwie ganz andere Vorstellungen von entspannter Tierbeobachtung! Die Fotos geben ein wenig wieder, wie schwappig das Wasser war – definitiv kein Spass beim Schnorcheln!

Mike hatte vom Strand aus einige Schildkröten entdecken können und wollte uns mit dem Dinghy dorthin schleppen. An sich eine gute Idee, wenn ich (natürlich! ) nicht wieder Panik bekommen hätte. Dabei riss ich dann Gerd's Maske vom Kopf, die im Meer versank und er musste meine nehmen, während Mike versuchte, mich zum Strand zu ziehen. Ich hatte mittlerweile richtig Angst und stand kurz vor einem Wadenkrampf im linken Bein . So fuhr Mike zu einem Katamaran, wo ich die Leiter nutzen konnte, um ins Dinghy zu klettern.... wie peinlich!!!!

Zu allem Unglück war an meiner Maske die Befestigung auf einer Seite gerissen und der arme Gerd musste ohne Maske und Schnorchel durch die schwappige See zurück zum Strand schwimmen. Dabei schluckte er einiges an Wasser, aber immerhin hat er es problemlos geschafft!

Wir fuhren zurück zur My Love, wo ich erstmal duschte und auf den Schrecken einen Rum Punch trank ! Gegen den drohen Krampf gab es zwei Portionen Basica Mikroperlen und bald danach merkte ich nichts mehr in der Wade. Wir assen gemeinsam ein leichtes Mittagessen, dösten an Deck und Mike fuhr uns am späten Nachmittag an den Strand von Petit Bateau, wo wir auf beiden Seiten fotografierten. Da die Dünung dort nicht so stark war, nahm ich das Stativ mit, um einige Langzeitbelichtungen zu probieren. Dies war durch den starken Wind ziemlich schwierig und für ein Motiv brauchte ich einmal 16 (!!) Versuche für ein scharfes Foto. Letztendlich war ich aber zufrieden mit meiner Ausbeute und wir setzen uns eine Weile unter eine Palme und beobachteten das Treiben am Strand und die ankommenden Boote.

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Petit Bateau

Zum Sonnenuntergang liefen wir zum anderen Ende des Strandes, wo sich einige Felsen befinden, die sich gut als Vordergrund machten. Dort trafen wir auch auf eine Bande von Sanderlingen (Calidris alba) und Steinwälzern (Aegithalos caudatus), die so gar nicht scheu waren und sich von Gerd ablichten liessen. Das war ein versöhnlicher Abschluss des Tages und der Schreck vom Vormittag war vergessen .

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Steinwälzer (Aegithalos caudatus)Sanderling (Calidris alba)Sanderling (Calidris alba)Steinwälzer (Aegithalos caudatus

Zurück auf dem Boot gab es wieder ein leckeres Barbecue und wie immer unterhielten wir uns angeregt bei Musik, bis wir müde in die Kojen fielen. Schön!

Highlight des Tages: endlich mal wieder fotografieren!

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Petit Bateau
11. März 2018

Tobago Cays

Auch diese Nacht war extrem laut und stürmisch und es machte nicht den Eindruck, als würde der Wind wirklich nachlassen. Ganz im Gegenteil ! Doch trotz des schaukelnden Boots gelangen mir heute Morgen Fotos vom Sonnenaufgang mit Sonnenstern und der Sony A7r! Die Sonne ging direkt hinter Petit Bateau auf und ich war ziemlich happy über das Ergebnis. Kurz nach Sonnenaufgang zogen sehr schnell dicke und dunkle Wolken auf und uns erreichten heftige Sturmböen, die einher gingen mit Starkregen – wow ! Das führte allerdings zu einer ziemlich dramatischen Lichtstimmung, als noch etwas Sonnenlicht auf das Meer fiel und türkis leuchten liess, während hinter den Segelschiffen das dunkelgrauen Wolkenband abzog.

Die Schildkröten liessen sich von Wind und Wetter allerdings nicht beeindrucken und zogen am Boot vorbei Richtung Baradol. Niedlich, wie die Köpfchen aus dem Wasser schauten ! Faye zauberte Eggs Benedict aus der Küche (ich finde es nach wie vor unglaublich, wie vielseitig sie in der Bordküche kochen kann!!) und das war natürlich wieder mal ein Foto wert .

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Eggs Benedict

Nach diesem fantastischen Frühstück fuhren wir mit den Dinghy zur Sandbank auf Baradol. Ich war mir nicht sicher, ob ich Schnorcheln würde und hatte eine kleine Kamera dabei, um auf die Pirsch nach den Iguanas zu gehen, die hier leben sollen. Ich erklomm den kleinen Hügel, während Gerd und Mike schnorchelten. Zunächst machte ich einen kleinen Rundgang und fotografierte die fantastischen Aussichten auf das türkisfarbene Meer und die Tobago Cays. Wieder mal ein absoluter Farbrausch! Und dann fand ich die Leguane tatsächlich! In einem Baum und im Gebüsch darunter traf ich bald auf zwei Weibchen und ein grosses Männchen . Es handelt sich hier um eine Unterart des Grünen Leguans (Iguana iguana), der nur auf Baradol auf den Tobago Cays vorkommt und unter dem Namen White Zebra Rhino Iguana geführt wird. Einen deutschen Namen konnte ich dazu nicht finden. Mit der kleinen Kamera kam ich fototechnisch nicht sehr weit und es reichte nur für diese zwei dokumentarischen Schnappschüsse. Aber das sollte nicht alles sein und am Nachmittag erwartete mich noch eine Überraschung...

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White Zebra Rhino IguanaBaradolTobago CaysEin entspannter Mike

Ich freute mich sehr, dass ich sie gefunden hatte und kehrte zu den Jungs an den Strand zurück. Gerd war nach seiner Schnorcheltour ebenso glücklich und konnte mit vielen Grünen Meeresschildkröten (Chelonia mydas) und sogar einem Stachelrochen (Manta) schwimmen, wobei ihm einige schöne Fotos gelangen. Wir machten die Unterfotos mit einer kleinen Fuji Finepix XP 120, die natürlich die Qualität einer Sony RX100 oder gar RX10 IV nicht erreichen kann, aber für diesen einmaligen Einsatz und Schnappschüssen ohne fotografischen Anspruch war sie für uns absolut ausreichend! In die Unterwasserfotografie werden wir sicherlich nicht ernsthaft einsteigen .

Die beiden schwärmten so (übertrieben ) davon, dass ich mich breit schlagen liess und mit Gerd nochmals ins Wasser ging ! Der Wind war nur wenig schwächer als gestern, doch die Wellen waren wesentlich niedriger und das Wasser viel ruhiger, so dass ich diesmal keine Angst hatte und die Schildkröten geniessen konnte. Es war wirklich ein ganz tolles Erlebnis, mit ihnen zu schwimmen und wenn sie zum Atmen an die Oberfläche kamen, war es ganz Besonders, ihnen so nah zu sein. Das Wasser ist nicht sehr tief und sie grasen am Boden, so dass man ihnen dabei gut zusehen kann. Aber die Schildkröten sind hier so zahlreich, dass man eigentlich immer eine schwimmen sieht oder ihnen folgen kann. Ich war nun doch froh, dass ich mich getraut hatte und wir waren beide extrem glücklich über dieses wunderbare Erlebnis.

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MantaGrüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas)

Strahlend über alle Backen fuhren wir zurück zur My Love, wo Faye bereits mit dem Mittagessen auf drei glückliche Rückkehrer wartete. Wir liessen es uns schmecken und faulenzten eine Weile auf dem Boot.

Im zweiten Teil unseres Reiseberichts über die Katamarantour könnt Ihr lesen, wie es an diesem Tag mit den Schildkröten und Leguanen sowie unserer Reise Richtung Grenada weiter ging.

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