Reisebericht Grand Canyon South Rim Arizona

23. November - 2. Dezember 2019

Letzter Sonnenaufgang im Zion und Weiterreise zum Grand Canyon

Heute war bereits der letzte Morgen im Zion Nationalpark und ich parkierte in der Nähe der Canyon Junction für meinen letzten Sonnenaufgang am Virgin River. Mein Plan ging gut auf und The Sentinel sah mit dem Fluss im ersten zarten Licht des Tages wunderbar aus. Nach ein paar ersten Fotos ging ich hinunter ans Flussufer und suchte mir dort einige passende Bildkompositionen.

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The Sentinel am Virgin River ZionVirgin River Zion NationalparkZion Nationalpark

Der Sonnenaufgang zauberte ein tolles Licht auf The Sentinel und mir gefielen die Fotos mit dem Virgin River sehr gut. Ich war zufrieden mit diesem letzten Morgen und denke, dass ich grundsätzlich das Beste aus der Zeit im Zion Nationalpark gemacht hatte.

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The Sentinel am Virgin River ZionVirgin RiverTowers of the Virgin Zion NationalparkMt. Carmel Tunnel Zion Nationalpark

Ich frühstückte ein letztes Mal die leckere Waffel und machte mich dann parat zur Weiterfahrt in den Grand Canyon. Meine Fahrt führte mich zunächst in rund 120 Minuten nach Page. Nach dem Tunnel und dem Osteingang des Zion Nationalparks gibt es noch viele interessante Felsformationen wie den Checkerpoint Mesa, aber auch viele andere toll geformte Steintürmchen. Die hätte ich eigentlich auch gern im schönen Licht gemacht, aber die beiden letzten schlechten Tage hatten mir da einen Strich durch gemacht. Nun ja, dann muss ich halt nochmal wieder kommen – es könnte schlimmer sein .

In Page kaufte ich frische Lebensmittel ein und tankte noch einmal voll, bevor ich weitere zwei Stunden bis zum Osteingang des Grand Canyon Nationalparks fuhr. Der Eintritt von 35 USD für sieben Tage ist ebenfalls im Annual Pass von 'America is beautiful' enthalten und ich hielt als erstes am Desert View Point.

Der erste Blick in diesen gewaltigen Canyon war unbeschreiblich. Irgendwie kann man es gar nicht fassen, dass ein relativ schmaler Fluss wie der Colorado River über mehrere hundert Millionen Jahre diesen Canyon gegraben hat. Auch wenn es die Erdgeschichte und Geologie beweist, ist es nur schwer greifbar und vorstellbar. Insgesamt zieht sich der Colorado River hier über 270 Kilometer durch den Canyon und die South Rim zeigt davon nur einen kleinen Teil von etwa 90 Kilometern von Ost nach West.

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Grand Canyon Desert ViewLipan Point Grand Canyon

Auf der Weiterfahrt schaute ich mir die Aussichtspunkte Navajo Point und Lipan Point an und entschied mich dann, für den Sonnenuntergang am Lipan Point zu bleiben. Fasziniert beobachtete ich, wie sich die Schatten immer weiter die Canyonwände hoch zogen und wie das Licht immer goldiger wurde. Es war ein schöner Aussichtspunkt mit Blick auf den Colorado River und ich freute mich über diesen ersten Sonnenuntergang am Grand Canyon. Einen letzten Stop machte ich am Grandview Point, wo gerade das rosa-blaue Erdschattenlicht den Canyon beleuchtete – herrlich!

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Grand ViewGrandview Pointt Grand Canyon

Nach diesen letzten Fotos ging es dann in rund 35 Minuten über den Südeingang hinaus nach Tusayan ins Best Western Premier Grand Canyon Squire Inn Hotel *. Beim Einchecken bekam ich einen Upgrade auf ein Deluxe Zimmer, weil ich Mitglied im Programm bin und neun Tage bleibe. Das kommt wohl nicht so oft vor, wie ich der ungläubigen Miene der netten Rezeptionistin entnehmen konnte.

Das Zimmer war dann auch sehr gross mit zwei Queen Betten, Fernseher mit Schrank mit Mikrowelle und Kühlschrank, einem Waschbereich mit einer Keurig Kaffeemaschine sowie einem grossen Bad mit Duschbadewanne. Auch das WLAN liess keine Wünsche offen.

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Best Western Premier Grand Canyon Squire InnMikrowelle & KühlschrankBadezimmerBadezimmerKeurig Kaffeemaschine
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Ich richtete mich ein und machte Pläne für den morgigen Sonnenaufgang, bevor ich zeitig zu Bett ging.

Highlight des Tages: der erste Blick auf den Grand Canyon

24. November 2019

Erkundung der South Rim am Grand Canyon

Es war kalt am Grand Canyon und ich musste zunächst Eis von den Fenstern kratzen, bevor ich in rund 30 Minuten zum Moran Point fuhr. Die Strasse war ebenfalls teilweise vereist, aber mit dem Jeep und angepasster Fahrweise war das überhaupt kein Problem .

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Moran Point Grand CanyonGrand Canyon South Rim

Die blaue Stunde und der Sonnenaufgang am Moran Point war atemberaubend schön. Fasziniert schaute ich zu, wie sich die Umrisse des Canyons aus der Dunkelheit abzeichneten und die Ränder der North Rim anfingen rosa zu leuchten. Das erste Licht auf den Spitzen der Berge war atemberaubend schön und ich fotografierte begeistert drauf los.

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Moran Point Grand CanyonGrand Canyon South RimMoran Point Grand Canyon

Zufrieden mit meinem ersten Sonnenaufgang fuhr ich zum kleinen Parkplatz in der Nähe des Hermits Rest Shuttles. Die Hermit Road ist bis Ende November nur mit dem Shuttle zu befahren, aber ähnlich wie im Zion ist das auch kein Problem. Die ersten Busse fahren bereits um fünf Uhr und der letzte Bus eine Stunde nach Sonnenuntergang. Ich wollte mir heute einen Überblick verschaffen und fuhr nach einem Sandwich zum Frühstück im Auto alle Punkte auf der Route ab. Bereits an der Haltestelle hat man einen tollen Blick in den Canyon und hinunter zum Bright Angel Trail.

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Grand Canyon Bright Angel TrailGrand Canyon South Rim

Grand Canyon South Rim Hermit Road Viewpoints

Am ersten Haltepunkt des Shuttles, dem Trailhead Overview, stieg ich nicht aus, aber am zweiten schon. Das ist der Maricopa Point und von hier hat man in beiden Richtungen tolle Ausblicke auf den Grand Canyon in seinem Ost-West Verlauf.

Als nächstes stieg ich am Hopi Point aus, der quasi eine Sammelhaltestelle mit dem Powell Point und dem Denkmal ist. Der Hopi Point ist beliebt bei Sonnenuntergang und ich konnte sofort sehen, warum. Auch hier atemberaubende Aussichten und unendliche Möglichkeiten für Bildkompositionen. Ich entschied mich, heute Abend hierher zu kommen für den Sonnenuntergang. Weiter ging es zum Mohave Point, der auch wunderschöne Aussichten über den Canyon bietet und man kann ausserdem wieder mal einen grösseren Blick auf den Colorado River werfen. Begeistert hat mich auch ein süsser Westlicher Buschhäher (Aphelocoma californica) sowie ein die mega niedliche Wacholdermeise (Juniper titmouse).

Der nächste Shuttle Halt war The Abyss, was so viel wie 'tiefer Abgrund' bedeutet. Und das ist an dieser Stelle wirklich berechtigt, denn hier fallen die Wände nicht wie sonst über Stufen, sondern senkrecht rund 1000 Meter in die Tiefe. Wow, das war schon ziemlich beeindruckend, an der Kante dieses Abgrundes zu stehen. Vom Monument Creek Vista kann man das auch nochmal bewundern.

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Grand Canyon ViewMaricopa Point Grand Canyon Hermit RoadHopi Point Grand Canyon South RimWestlicher Buschhäher (Aphelocoma californica)Westlicher Buschhäher (Aphelocoma californica)Wacholdermeise (Juniper titmouse)Mohave Point Grand Canyon South RimMohave Point Grand Canyon Mohave Point Grand Canyon Hermit RoadThe Abyss Grand Canyon Hermit RoadThe Abyss Grand Canyon South RimMonument Creek Vista Grand CanyonPima Point Grand Canyon Hermit RoadPima Point Grand CanyonPima Point Grand Canyon South RimPima Point Grand Canyon

Ich fuhr bis zum Pima Point, wo sich der Colorado River mit einigen Stromschnellen zeigt. Was soll ich sagen, auch hier waren die Aussichten über die zahlreichen Stufen und Nebencanyons absolut atemberaubend. Das Licht war jetzt aber schon nicht mehr so schmeichelhaft, denn die Sonne stand hoch am Himmel.

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Pima Point Grand Canyon Hermit RoadPima Point Grand CanyonPima Point Grand Canyon South RimPima Point Grand Canyon

Völlig geflasht nahm ich den Shuttle Bus zurück zur Transfer Station. Auf dem Rückweg hält er nur an drei Punkten und die Fahrt dauert daher nur rund 25 Minuten. Kurzentschlossen fuhr ich mit dem Village Bus zum Visitor Centre und von dort zum Yaki Point. Noch so ein geiler Aussichtspunkt, aber das Licht war nun wirklich schon zu flach und sah nicht mehr so gut aus. Zurück am Parkplatz gönnte ich mir eine ausgedehnte Pause im Auto, bevor es um drei Uhr Zeit für den Shuttle zum Hopi Point war. Heute war Sonntag und der Park mittlerweile proppevoll! Die Schlange an der Haltestelle war mega lang und ich konnte erst den dritten Bus nehmen ! Gut, dass ich so früh dran war... Am Hopi Point suchte ich mir abseits vom Trubel eine schöne Stelle und wurde nach kurzer Zeit von einem hübschen Berghüttensänger (Sialia currucoides) besucht – was für ein herrlicher Vogel!

Die ständig wechselnden Lichtstimmungen über dem Grand Canyon haben mich dann bis zum Sonnenuntergang absolut begeistert. Ich schaute zu, wie die Schatten langsam hochzogen und die Gipfel anfingen, rot zu glühen. Wunderbar war dann auch wieder das intensive rosa-blaue Licht des Erdschatten. Immer wieder faszinierend schön, was so ein Schatten zaubern kann.

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Yaki Point Grand Canyon South RimYaki Point Grand Canyon South RimSonnenuntergang Hopi Point Grand CanyonHopi Point Grand CanyonHopi Point Grand Canyon South RimErdschattenlicht Hopi Point Grand Canyon

Nochmals völlig geflasht nahm ich den Shuttle Bus zurück und fuhr ins Hotel. Zu viel war ich nach diesem erlebnisreichen Tag nicht mehr fähig und fiel nach einer heissen Dusche müde ins Bett.

Highlight des Tages: die Lichtstimmungen vom Grand Canyon.

25. November 2019

Sonnenaufgang und Wanderung auf dem Rim Trail

Um viertel nach fünf Uhr war ich am Jeep und musste erst einmal Eis von den Scheiben kratzen – es war kalt geworden über Nacht und das Thermometer zeigte -6° C. Ich fuhr bis zum Parkplatz für die Hermit Road und nahm um sechs Uhr den Shuttle bis zum Hopi Point.

Die Sterne funkelten noch am Himmel und ein Foto gelang mir, bevor es in der blauen Stunde zu hell wurde. Im Osten war eine hübsche Wolke, die sich kurz vor Sonnenaufgang tiefrot färbte und eine ganz eigene Stimmung über dem Canyon zauberte. Kurz darauf trafen die ersten Sonnenstrahlen auf die Canyongipfel – wunderschön! Ich genoss diese Augenblicke und machte ein paar Fotos. Der Grand Canyon sieht im ersten Licht und den Warm-Kalt Kontrasten einfach herrlich aus.

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Sternenhimmel am Hopi PointHopi Point Grand Canyon South RimSonnenaufgang Hopi Point Grand CanyonHopi Point Grand Canyon

Nach einer Weile nahm ich den Shuttle zurück zum Parkplatz, fuhr zum Visitor Center und frühstückte im Auto ein Sandwich. Anschliessend schloss ich den Fotorucksack im Kofferraum mit dem Pacsafe an und zog mit der kleinen Sony RX100 VI wieder los. Ich wollte auf dem Rim Trail wandern und das tue ich mir mit dem grossen Rucksack und Stativ wirklich nicht an . Tagsüber kann die kleine Sony das genauso gut ! Bevor ich den Shuttle Bus nahm, schaute ich mich noch am Mather Point um. Dieser Aussichtspunkt ist am beliebtesten und am einfachsten erreichbar und war dementsprechend trubelig. Aber schön ist die Aussicht schon!

Vom Hopi Point wanderte ich über dem Mohave Point bis The Abyss. Die Ausblicke waren toll und man sieht auf der Wanderung sehr viel. Hinter jeder Kurve und Baum gab es etwas neues zu entdecken. Das Licht war noch ganz brauchbar und der Grand Canyon sah mit Kontrasten immer noch gut aus. Von The Abyss nahm ich den Shuttle Bus bis zum Pima Point und wanderte von den Greenway Trail bis nach Hermits Rest. Insgesamt waren es 5.2 Kilometer, für die ich mir rund zwei Stunden Zeit gelassen habe.

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Mather Point Grand CanyonMather Point Grand CanyonMather Point Grand CanyonMohave Point Grand Canyon South RimThe Abyss Grand CanyonPima Point Grand CanyonPima Point

Es wurde nun langsam immer wolkiger und ich nahm den Shuttle zurück zum Parkplatz. Ich wartete noch eine Weile im Auto, doch die angekündigte Kaltfront zog ziemlich schnell auf. So fuhr ich zurück ins Hotel und bald konnte ich schon die ersten Flocken fallen sehen.

Highlight des Tages: Sonnenaufgang am Hopi Point

26. November 2019

Lichtstimmungen und Wanderung auf dem Rim Trail

Es waren über Nacht 1-2 cm Schnee gefallen und ich musste den Jeep zunächst von Schnee und Eis befreien am frühen Morgen. Es hatte -10° C und die Strassen waren ebenfalls stark vereist, so dass ich vorsichtig und nicht allzu schnell in den Nationalpark fuhr. Letztendlich war es aber kein Problem. Mein Plan war eigentlich, den Shuttle bis zum Mohave Point zu nehmen, aber offensichtlich war der Verwaltung die Strassen zu vereist und der 6 Uhr Bus fuhr nicht. Schade . Also disponierte ich um und fuhr zum Yavapai Point.

Ich war ja rechtzeitig dran und konnte die ersten Fotos noch in der blauen Stunde machen. Der Blick in den Grand Canyon ist von hier auch wirklich schön und ich genoss, wie das Licht sich von blau nach rosa änderte bis die Sonne schliesslich aufging. Die Erosion hat hier einige markante Punkte geschaffen, denen man charakteristische Namen gegeben hat wie dem flachen Shiva Temple, den Isis Temple mit seinen zwei kleinen Spitzen und der Cheops Pyramid, wo der Name Programm ist. Alle drei bekamen das erste Morgenlicht ab und sahen wunderschön aus.

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Blaue Stunde am Yavapai Point Grand CanyonYavapai Point Grand Canyon South RimSonnenaufgang am Yavapai Point Grand Canyon

Nach ausgiebigen Fotografieren, frühstückte ich schon fast wie gewohnt im Auto und nahm dann den Orange Shuttle Bus bis zur South Kaibab Trailhead Station. Der Trail war nicht mein Ziel, aber ich lief den Rim Trail bis zum Mather Point, was rund 3,7 Kilometer waren. Die Aussichten waren wieder anders und atemberaubend schön. Ein Westlicher Buschhäher (Aphelocoma californica) machte mir in einer Kiefer die Freude, zu posieren und ich liess mir für diesen ersten Teil ausreichend Zeit. Am Mather Point machte ich im Auto eine kleine Pause und wanderte dann weiter über den Yavapai Point bis zum Bright Angels Trailhead an der Shuttle Busstation. Das waren nochmals 5,2 Kilometer, aber eine sehr einfache abwechslungsreiche Wanderung zum Zeitvertreib.

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Westlicher Buschhäher (Aphelocoma californica)

Ich nahm den Village Shuttle zurück zum Visitor Center und dann war es auch schon fast Zeit für das schöne Nachmittagslicht. Ich lief zum Mather Point, liess den Wahnsinnsauflauf aber links liegen und suchte mir eine hübsche Stelle etwas abseits vom Trubel. Hier hatte ich dann auch die nötige Ruhe und genoss das herrliche warme Abendlicht. Die Farben wurden unglaublich intensiv und ich habe die Sättigung bei der Entwicklung fast 40% zurück genommen, weil es so kitschig aussah! Ich blieb bis zum blauen Licht und war dann mit meiner Ausbeute sehr zufrieden.

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Mather Point Grand CanyonMather Point Grand Canyon South RimSonnenuntergang am Mather Point Grand CanyonBlaue Stunde Mather Point Grand Canyon

Ein schöner Wintertag ging am Grand Canyon zu Ende und ich liess ihn bei einem Glas Wein ausklingen.

Highlight des Tages: Sonnenauf- und -untergang

27. November 2019

Wanderung und Sonnenuntergang vor dem grossen Wintersturm

Es sah ziemlich bescheiden aus draussen, aber ich wollte trotzdem einen Versuch starten. Ausserdem bin ich eh immer früh wach, da ich für meine Verhältnisse jeden Tag früh schlafen gehe. Fast schon ein solides Leben... Am Mathers Point angekommen, blieb es aber bei einer geschlossenen Wolkendecke. Diese zogen aber in der Höhe recht schnell, so dass ich zumindest eine Langzeitbelichtung machte und diese später in Schwarzweiss entwickelte.

Mathers Point Grand Canyon South Rim Arizona

Bis zum Mittag blieb ich im Hotel und fuhr dann hoch zur Hermits Road. Es war zwar noch mehr wolkig als sonnig, aber ich wollte etwas Bewegung und auch noch ein paar Abschnitte des Rim Trails vervollständigen. Also wanderte ich als erstes vom Bright Angel Trailhead bis zum Maricopa Point hoch. Die Aussichten hinunter auf den sich windenden Trail sind immer wieder atemberaubend und die Felswände haben hier eine hübsche rote Farbe. Von Maricopa nahm ich den Bus nach The Abyss und wanderte zunächst zum Monument Creek Vista und von dort weiter zum Pima Point. Das waren insgesamt 5,6 Kilometer und ich war mit meiner Bewegung zufrieden .

Von dort fuhr ich mit dem Shuttle zurück zum Village Transfer und schnupperte in den Bright Angel Trail hinein. Der war aber in der Tat ziemlich vereist und rutschig, aber die Aussichten schon am Anfang genial. Auf dem Weg zu meiner Abend Location, dem Pipe Creek Vista, habe ich dann auch mal einen weiblichen Maultierhirsch (Odocoileus hemionus) gesehen.

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Bright Angel TrailAuf dem Weg zum Maricopa PointThe AbyssBright Angel TrailMaultierhirsch (Odocoileus hemionus)

Am Pipe Creek Vista habe ich mir ein schönes Plätzchen gesucht und wurde tatsächlich noch mit grossartigem Licht zum Ende des Tages belohnt. Kurze Zeit wurden die Spitzen goldig und dann der ganze Canyon kitschig rosa. Am Himmel gab es ein tolles Muster – ein typische, Wetterumschwunghimmel und ich war richtig happy damit!

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Pipe Creek Vista Grand CanyonGrand CanyonGrand Canyon South RimPipe Creek Vista Desert Drive Grand Canyon

Als ich zurück ins Hotel kam, fand ich zu meiner Freude an der Keurig Kaffeemaschine neun (!) Kaffeekapseln vor – siehe oben. Ich hatte darum gebeten und fünf Dollar Trinkgeld hinterlegt. Was das so ausmacht...

Highlight des Tages: der rosa Sonnenuntergang

28./29. November 2019

Eingeschneit und Stromausfall nach dem grossen Schneefall

Es gibt nichts Besonderes zu vermerken für den Donnerstag. Das Wetter war schon trüb und der Wintersturm unaufhaltsam auf dem Weg. Ich verbrachte den Tag grösstenteils im Hotel mit Fotos entwickeln.

Am Freitag fing es dann ziemlich genau um Mitternacht an zu schneien und um drei Uhr fiel in der gesamten Region Flagstaff, Williams und Tusayan der Strom aus. Als ich morgens aus dem Fenster sah, waren 40 cm Schnee gefallen und die Autos auf den Parkplätzen hoch eingeschneit. Ich stand also etwas fassungslos am Jeep und fragte mich, wie ich den Schnee vom Dach bekommen sollte – ich bin zu klein und erreiche nicht das gesamte Dach . Mein Parknachbar fuhr einen Jeep Wrangler und war ungefähr 1,95 Meter gross. Er ging kurzerhand zum Jeepy und räumte mit seinem Arm (!!) den Schnee vom Auto. Wow.... Das war mal einfach und super nett. Die Rezeption hatte Notstrom und auch die Heizanlage lief, aber ansonsten gab es keinen Strom auf dem Zimmer. An der Rezeption gab es Kaffee – nie hat er besser geschmeckt !

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Neuschnee am Grand Canyon South Rim

An Autofahren in den Park war noch nicht zu denken, da es immer wieder schneite und die Strassen noch nicht geräumt waren. So schrieb ich im Zimmer mit minimaler Akkuladung am Reisebericht und liess ihn an der Rezeption nochmal aufladen. Zwischendurch ging ich immer wieder mal raus zum Jeep und schaufelte ihn etwas frei . Was weg ist, ist weg und neuer Schnee kam ja auch immer hinzu.

Schlimm war es dann, als es dunkel wurde – ich aber nicht müde. Da mussten dann heute mal drei Gläser Wein im Schein der Taschenlampe her! Anscheinend bin ich schon ziemlich vom Alkohol entwöhnt, denn die drei Gläser habe ich gut gemerkt und bin dann auch um 21 Uhr endlich eingeschlafen.

Highlight des Tages: der schöne Schnee

30. November 2019

Winterwunderland Grand Canyon

Halleluja, um kurz nach ein Uhr nachts ging der Strom wieder an – das war lang, fast 24 Stunden ! Ich schlief bis sechs Uhr, aber für den Sonnenaufgang waren die Strassen noch zu schlecht passierbar, als dass ich es bis oben wagen wollte. So nutzte ich den Strom zum Laden der Geräte, einer heissen Dusche und Haare waschen; warmes Wasser hatte es während des Stromausfalls ja auch nicht gegeben. Nach ein paar Tassen Kaffee räumte ich bei knackigen -22° C den Jeep frei, holte die Lebensmittel rein (die hatte ich nach dem Stromausfall aus dem Kühlschrank in den Jeep gebracht) und fuhr um neun Uhr bei strahlenden Sonnenschein in den Park.

Es war nur der Parkplatz am Visitor Center geräumt und noch keine Wanderwege offiziell offen. So ging ich durch tiefen Schnee zum Mathers Point, wo mich ein Winterwunderland erwartete. Der Canyonrand war tief verschneit und es sah in dem unberührtem Schnee mit der Sonne und dem blauen Himmel atemberaubend schön aus . Der Schnee war nicht bis zum Grund gefallen, was aber auch kein Wunder ist. Der Canyongrund liegt ja rund 1000 Meter tiefer und ist um die 7 Grad wärmer, d.h. Dort ist der Schnee als Regen gefallen.

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Winterwunderland Grand CanyonVerschneite Landschaft am Grand CanyonGrand Canyon South Rim SchneeVerschneiter Grand Canyon

Ich stapfte eine ganze Weile durch den frischen Schnee und genoss die kühle Luft, die in der Sonne überhaupt nicht kalt war. Ich bahnte mir einen Pfad bis nach Yavapai und lief ein Teilstück auf der Strasse. Der Parkplatz von Yavapai war nicht geräumt und zwei Jungs mit ihrem Truck dort eingeschneit. Sie schaufelten sich nun selber den Weg frei und sagten, dass die Parkranger ihnen nicht helfen wollten . Sehr seltsam... Auch von Yavapai sah es traumhaft schön aus und ich genoss diese Winterlandschaft.

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Winterwunderland Grand CanyonVerschneite Landschaft am Grand CanyonGrand Canyon South Rim SchneeVerschneiter Grand Canyon

Gegen 12 Uhr fuhr ich zurück ins Hotel. Als ich den Parkeingang passierte, fuhr ich an einer fast eine Meile langen Autoschlange vorbei . Oh ha, dieses Winterwunderland wollten wohl so einige bewundern....

Um halb vier Uhr machte ich mich wieder auf zum Sonnenuntergang in den Park und habe ihn fast verpasst ! Die Autoschlange war nicht weniger geworden und ich brauchte für die 1,5 Meilen bis zum Parkeingang über eine Stunde !!! So erreichte ich den Pipe Creek View gerade noch rechtzeitig eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang und konnte noch goldenes Licht einfangen. Der attraktive Baum, der vor drei Tagen noch ein perfekter Vordergrund war, war heute tief verschneit. Diese rotgoldenen Kontraste mit dem kalten, blauem Schnee waren einfach wunderschön und ich genoss diese Stunde, die mir hier blieb. So was von herrlich .

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Pipe Creek Vista Grand CanyonSonnenuntergang Pipe Creek VistaGrand Canyon South Rim

Highlight des Tages: das Winterwunderland am Grand Canyon

1. Dezember 2019

Winterlicher Sonnenaufgang und Winterwanderung

Die massive Kaltfront war weiter gezogen und heute morgen waren es fast schon kuschelige -8° C . Die Strassen waren noch etwas vereist, aber absolut okay zu fahren und ich erreichte bald den Mather Point. Es war etwas wolkig, aber einen Versuch wert – wie immer. Und es hatte sich gelohnt! Der Himmel verfärbte sich tiefrot und reflektierte die Farbe auf den frischen Schnee. Es war eine ganz zauberhafte Stimmung, die etwas vom Trubel rund um den Mather Point gestört wurde. Am eigentlichen Aussichtspunkt war die Hölle los und selbst abseits, wo ich war, gab es lärmende Asiatengruppen . Grusig. Die Sonne kam nur sehr schwach für einige punktuelle Momente und so hielt ich mich am Aussichtspunkt auch nicht weiter länger auf. Ich fuhr zurück ins Hotel und frühstückte bei einigen Tassen Kaffee.

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Mather Point Grand Canyon SonnenaufgangMather Point Grand CanyonGrand Canyon South Rim SonnenaufgangMather Point

Gegen Mittag parkierte ich wieder an der Hermits Road und machte einen Spaziergang an der Rim. Es war ziemlich bedeckt, aber ich wollte den Schnee noch ein wenig geniessen. Heute gab es bereits viel mehr Pfade und der Schnee war nicht mehr ganz so unberührt wie gestern. Aber die Aussichten mit dem Schnee waren immer noch schön und ich nutzte später die Gelegenheit, ein paar Schwarzweiss Entwicklungen zu probieren. Ich schaute am Yavapai Point vorbei, der heute geräumt war – und die Jungs waren auch weg. Ich hatte immer noch Zeit bis zum Sonnenuntergang und machte mit dem Shuttle Bus einen Ausflug zum Yaki Point. Dabei sah ich, dass der Desert View Drive und die SR64 bis Cameron geöffnet waren. Sehr gut und ich hatte direkt eine Idee für den Sonnenuntergang!

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Grand Canyon South RimGrand Canyon South RimYavapai Point Grand CanyonYavapai Point

Also nahm ich das Auto und fuhr den Desert View bis zum Grandview, der aber noch nicht geräumt war. Also nahm ich den Duck on a Rock Viewpoint. Das Licht war wie schon heute Morgen sehr fahl, aber zum Ende hin glühten die Gipfel der Berge noch einmal herrlich intensiv. Was für ein schöner Anblick mit dem Schnee!

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Ich war zufrieden mit meiner Ausbeute und fuhr zurück ins Hotel.

Highlight des Tages: Sonnenaufgang

2. Dezember 2019

Wahnsinnshimmel zu Sonnenaufgang und Weiterreise nach Page

Wahnsinn, wie schnell diese neun Tage am Grand Canyon vorbei geflogen sind ! Heute war bereits Abreisetag und der letzte Sonnenaufgang. Der meinte es aber nochmal gut mit mir. Als ich am Duck on a Rock Viewpoint ankam, verfärbte sich der Himmel bereits rot. Es wurde ein richtiges Feuerwerk und die Farben spiegelten sich im Schnee im Canyon wieder. Erst überwog noch das Blau der Nacht, das jedoch bald einem tiefen Rosa wich. Dieses Rosa ist einfach fantastisch, auch wenn es kitschig ist. Aber ich mag Kitsch in meinen Bildern . Der Rot/Blau Kontrast war grossartig und ich genoss jede Minute dieses Spektakels. Goldenes Licht gab es aufgrund der nun aufgezogenen Wolken nicht, aber darüber war ich auch nicht traurig. Diese Farbexplosion vor Sonnenaufgang wäre eh nicht zu toppen gewesen. Das waren echte Wow Momente !

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Sonnenaufgang Grand CanyonDuck on a rock Grand CanyonSonnenaufgang Duck on a rock Grand CanyonGrand Canyon South Rim

Geflasht fuhr ich zurück ins Hotel, frühstückte eine Kleinigkeit und machte mich gegen 10:30 Uhr bereit zum Auschecken und der Weiterfahrt nach Page.

Im nächsten Kapitel geht es weiter mit den Slot Canyons und dem Horseshoe Bend von Page.



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