Schlösser der Loire

10. Oktober 2020 - 2. November 2021

Herzlich Willkommen zum Reisebericht 'Herbst in Frankreich' über meine Reise in den französischen Jura, an die Loire, zum Mont St. Michel und in die Bretagne. Auf meiner Reise konnte ich Wasserfälle und Schlösser entdecken und fotografierte am Mont Saint-Michel. Einige Zeit an der bretonischen Küste bei Carnac rundeten die Reise ab.

Ich war mit meinem Jeep Patriot und dem E-Bike unterwegs und buchte die Unterkünfte individuell im Laufe der Reise.

Schlösser der Loire

12. - 18. Oktober 2021

Château de la Roche

Nach dem schönen Morgen im Jura machte ich mich am 12. Oktober nach dem Frühstück auf den Weg nach Saint-Germain-Laval, wo ich ein Zimmer in der B&B Le Clos des Malézolles * gebucht hatte. Die Fahrt über Landstrassen dauerte rund 3.5 Stunden und ich konnte bereits um 14 Uhr einchecken. Ich werde auf dieser Reise keine Mautstrassen benutzten, da ich in der Regel genug Zeit habe für die Fahrten zwischen den Unterkünften und man in Frankreich generell eher später ab 15 oder sogar 16 Uhr einchecken kann. Die schnellere Strecke über kostenpflichtige Strassen würde mich also nicht wirklich weiter bringen.

Ich wurde von Denise empfangen, die mir das sehr schöne Zimmer zeigte. Mit Händen und Füssen und meinen rudimentären Französischkenntnissen klappte die Unterhaltung ganz gut. Irgendwie kommen auch viele französische Fetzen aus der tiefsten Erinnerung zurück .

Das Zimmer war geräumig mit einem grossen, bequemen Bett, einem Tisch mit Wasserkocher und einem Bad mit offener, grossartiger Dusche. Der Fernseher hatte keine deutschen oder englischen Programme, aber auch hier war das Internet über Wi-Fi schnell und zum Streamen geeignet. Zudem gab es eine sonnige Terrasse, auf der ich einige Zeit verbrachte. Später lernte ich noch den Hausherrn Jean-Paul, der gut Englisch sprach, kennen und den verspielten Schäferhund Rocky. Auch hier fühlte ich mich ausgesprochen wohl .

Zum Frühstück gab es Pain au Chocolat, Brot, Butter und von Denise selbst gemachte und leckere Marmeladen sowie Obst und leckeren Milchkaffee. Dazu noch eine nette Unterhaltung und Schmusen mit Rocky .

Diashow Le Clos des Malézolles (Klick für grössere Bilder):
Le Clos des Malézolles, Saint-Germain-Laval

Kurz vor 18 Uhr fuhr ich dann zum Château de la Roche, meinem ersten Schloss an der Loire! Das kleine, fast verwunschen wirkende Schloss liegt an der Loire in der Gemeinde Saint-Priest-la-Roche und stammt aus dem 13. Jahrhundert, als es erstmals erwähnt wurde.

Speziell im 17. Jahrhundert wurde es sehr oft vom Hochwasser der Loire überschwemmt und wurde im Laufe der Jahre aus Geldmangel zum Unterhalt zu einer Ruine. Ich hätte mir allerdings mehr Wasser gewünscht – es gab praktisch nur ein Rinnsal und es sah nicht so aus, als wäre das Wasser in der jüngeren Vergangenheit höher gewesen. Die Loire ist an dieser Stelle in Roche und Pinay reguliert; nicht zuletzt um das Château zu schützen. Im Jahre 1900 wurde es von einem Industriellen zur Bewohnung erneuert, aber in den 1930er Jahren wurde es von der Stadt Paris gekauft und die Besitzer enteignet. Von da an ging es mit der Burg wieder bergab und sie verfiel erneut. Die Stadt Saint-Priest kaufte es 1993 für einen symbolischen Franken zurück und der Verein 'Les Amis du Château de la Roche' renovierte es und machte es 1996 für Besucher zugänglich. Heute gibt es dort einen Escape Room und die Location kann für Seminare genutzt werden.

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Château de la RocheChâteau de la Roche, Saint-Priest-la-Roche

Mir gefiel dieses kleine Château sehr und ich mochte die Stimmung, die es umgab. Auf der einen Seite war der Himmel dramatisch dunkel und kündigte Regen an, während im Westen sich die Sonne immer wieder für einige kurze Momente zeigte. Mir gefiel diese dramatische Stimmung und ich fotografierte beherzt drauf los.

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Château de la RocheChâteau de la Roche, Saint-Priest-la-Roche

Eine dreiviertel Stunde vor Sonnenuntergang verschwand die Sonne dann hinter dem Hügel und ich bekam zu meiner grossen Freude noch den Bonus eines Sonnensterns. Herrlich, ein gelungener Auftakt !

Am nächsten Tag machte ich am Vormittag eine lange E-Bike Tour, aber ohne Fotos. Die Landschaft hier ist ziemlich langweilig und führte überwiegend durch Agrikulturen oder Wald. Einziges Highlight war die hübsche Chapelle Notre-Dame-de-Baffy aus dem 13. Jahrhundert unten am Fluss L'Aix im Dorf Saint-Germain-Laval. Eine nette Kapelle!

Chapelle Notre-Dame-de-Baffy, Saint-Germain-Laval

Am Abend sah es vom Wetter her besser aus als am Vortag und ich fuhr nochmal zum Château de la Roche. Die Farben waren nun im späten Nachmittagslicht angenehm warm und ich freute mich darüber, wie die Sonnenstrahlen das Schloss in warme Töne tauchte.

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Château de la RocheChâteau de la Roche, Saint-Priest-la-Roche

Auch an diesem Tag schloss ich mit einem Sonnenstern rund 40 Minuten vor Sonnenuntergang und machte mich auf den Weg zurück in die B&B.

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Château de la Roche, Saint-Priest-la-RocheChâteau de la Roche

Am kommenden Tag würde ich weiterreisen nach Blois, wo ich mir das Château de Chambord, das als eins der prächtigsten Schlösser der Loire gilt, vorgenommen habe.

Château de Chambord & Blois

Am 14. Oktober fuhr ich weiter nach Blois, wo ich am frühen Nachmittag ankam und im Hotel Kyriad Blois Sur *, das im südlichen Stadtteil Vineuil und weniger als 3 Kilometer vom Zentrum entfernt. Das war mit dem E-Bike gut zu erreichen.

Der Empfang war freundlich und sogar gut Englischsprachig, aber das erste Zimmer war mir viel zu dunkel und irgendwie muffig. Also bin ich zurück zur Rezeption und hab um ein anderes Zimmer gebeten. Nach einer kurzen Prüfung bekam ich ein anderes Zimmer im Erdgeschoss direkt vis-à-vis vom Jeepy. Es war geräumiger und heller und ich fühlte mich hier wohler. Toll war es allerdings nicht. Das grosse Bett war bequem (aber die grosse schwarze Spinne am zweiten Abend hätte ich darauf nicht gebraucht ), jedoch der Rest inklusive dem Bad ziemlich abgewohnt. Immerhin gab es einen Wasserkocher, täglich Instantkaffee und schnelles, stabiles WiFi . Einen abschliessbaren Raum für mein E-Bike gab es auch.

Diashow Kyriad Blois Sur (Klick für grössere Bilder):
Hotel Kyriad Blois Sur

Nach dem Einchecken lud ich das E-Bike wieder auf den Veloträger und fuhr die rund 17 Kilometer zu einem gratis Parkplatz etwas 1,5 Kilometer vor dem Château de Chambord. Von hier aus nahm ich das Bike und erkundete die Gegend um das Schloss, was sich als gute Entscheidung erwies.

Das Wetter war genauso perfekt wie die Spiegelung, aber leider trübten die Einrüstungen einiger Türme den Eindruck doch ziemlich. Sehr, sehr schade und ich war zunächst total enttäuscht. Aber es hilft ja nichts, also machte ich das Beste daraus und strafte die eingerüsteten Türme mit totaler Nichtachtung .

Mein erstes 'richtiges' Schloss an der Loire ist zugleich das grösste und prächtigste Schloss des Loiretales. Errichtet wurde es im 16. Jahrhundert von König Franz I und sollte als Prunk- und Jagdschloss dienen; selbst der Sonnenkönig Ludwig XIV nutze es für seine ausschweifenden Feiern.

Kurz zusammengefasst, wurde das Schloss im 18. Jahrhundert vom polnischen Exilkönig Stanislaus I. Leszcynski bewohnt bis das pompöse Schloss während der französischen Revolution komplett geplündert wurde und dem Abbruch drohte. Napoléon übergab das Schloss im 19. Jahrhundert an Louis-Alexandre Berthier, dem Fürst und Herzog von Neuchâtel und Valangin. Während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 bis 1871 diente es als Lazarett und während des Zweiten Weltkrieges wurden hier Teile der Sammlungen des Louvre ausgelagert. Seit dem Jahr 2000 gehört es zur UNESCO-Weltkulturerbliste 'Tal der Loire zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes'.

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Château de ChambordChâteau de Chambord, Loire

Ich fand natürlich schnell die üblichen schönen Standorte für das Schloss – so wie einige andere Fotografen auch. Aber der Auflauf hielt sich in Grenzen und ich plauderte mit einigen anderen Fotografen, bis das Licht richtig schön wurde. Das Wetter spielte an diesem Nachmittag wirklich perfekt mit: kaum Wind und die Spiegelung war perfekt und total schönes, weiches und goldiges Licht.

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Sonnenuntergang am Château de ChambordChâteau de Chambord, Loire

Nach diesem gelungenen erstem Shooting, fuhr ich zurück ins Hotel und gönnte mir im Hotelrestaurant einen richtig leckeren Burger. Hier musste ich auch zum ersten Mal das Covid-19 Zertifikat vorlegen. Wie sinnfrei... Im Hotel und an der Rezeption nicht, aber drei Meter offen neben der Rezeption, wo das Restaurant beginnt, muss man es zeigen. Na ja, aber was ist an diesen 3-G Regeln schon sinnvoll... ?

Am nächsten Morgen machte ich mich schon früh auf dem Weg zum Château und parkierte wieder am bereits bewährten Parkplatz. Es war ganz schön kalt heute morgen und ich dankbar für die Handschuhe, als ich mit dem Velo zum Château fuhr. Der Himmel sah vor Sonnenaufgang wunderbar aus und leuchtete in allen Farben.

Ich begann in der blauen Stunde und hatte auch heute wieder Glück mit einer perfekten Spiegelung. Schön war auch, dass einige Zimmer innen im Schloss schon beleuchtet waren und der Klotz nicht ganz so dunkel und unbelebt aussah.

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Château de ChambordChâteau de Chambord, Loire

Der Himmel fing dann ziemlich heftig an, rot zu glühen und ich fotografierte begeistert und fast schon atemlos drauf los. Die Kehrseite von diesem so wunderschönen farbenfrohen Himmel vor Sonnenaufgang war, dass es leider kein erstes Licht zu Sonnenaufgang geben würde. So packte ich dann nach dem Feuerwerk der Farben zusammen und fuhr zum Frühstück zurück ins Hotel.

Am nächsten Morgen machte ich nochmal einen Versuch, aber eine Nebelwand verhinderte einen Sonnenaufgang und einen bunten Himmel gab es auch nicht . So blieb es bei einem Dokufoto.

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Château de ChambordEin vergeblicher Morgen
Château de Chambord, Loire

E-Bike Touren

Meine erste 82 Kilometer lange E-Bike Tour führte mich bei schönsten sonnigen Wetter zunächst nach Blois, wo ich entdeckte, dass die Stadt die Partnerstadt von meinem Landkreis Waldshut-Tiengen ist .

Das Stadtbild mit dem Schloss und der Kathdrale und der alten Brücke sieht toll aus und machte sich gut mit dem Blau des Himmels. Die Cathédrale Saint-Louis ist eine katholische Kirche, die bereits im 6. Jahrhundert das erste Mal erwähnt wurde. Damals war es nur eine kleine Kapelle, die heute die Krypta ist. Seit dem 12. Jahrhundert gab es mehrere Vorgängerbauten bis sie Ende des 17. Jahrhunderts ihr heutiges Aussehen bekam und 1697 zur Kathedrale des Bistums Blois erhoben wurde.

Das Château de Blois vereint aus der Zeit von 1498 bis 1589 vier Epochen in einer Anlage und macht es dadurch als Loireschloss bekannt. Unter anderem die Könige Ludwig XII und Franz I nutzten das Schloss als ihre Residenz und bauten es immer wieder um und aus. Auch dieses Schloss wurde während der französischen Revolution geplündert und beschädigt. Es wurde als erstes Schloss nach Ende der Revolution restauriert und ist heute ein Museum.

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Partnerstädte Waldshut-Tiengen und BloisBlick auf BloisCathédrale Saint-Louis, Blois

Immer an der Loire entlang ging es weiter bis Amboise, wo ich mir Locations für das Schloss anschaute. Die Fahrt an der Loire war nicht sehr abwechslungsreich und landschaftlich auch nicht reizvoll. Die Landschaft erinnerte mich stark an die vom Niederrhein bei Düsseldorf . Aber es war eine gute Tour, bei der der sportliche Wert auch nicht zu kurz kam. Den Motor nutzte ich auf der flachen Strecke nur ganz selten und fuhr das E-Bike den grössten Teil der Tour wie ein normales Velo ohne Unterstützung .

Château d′Amboise

Da es mir entlang der Loire ja nicht so gut gefallen hat, wählte ich für meine zweite Velotour eine Strecke im ländlichen Umland bis zum Château de Chambord. Bei bestem Wetter ging es ein paar Kilometer an der Loire entlang am Château de Menars vorbei und an einem idyllischen Stück mit Hausbooten.

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An der LoireChâteau de MenarsChâteau de ChambordMit dem E-Bike an der Loire

Am Château de Chambord verweilte ich im Park und genoss den Sonnenschein und den Anblick dieses prächtigen Schlosses. Diese knapp 60 Kilometer lange Tour hat mir sehr gut gefallen und Spass gemacht.

Château de Chambord, Blois

Blois

An einem Abend fuhr ich mit dem Bike in die Stadt, um rund um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Von der Pont Jacques Gabriel aus fing ich einen Sonnenstern hinter dem Château de Blois ein und freute mich über diesen schönen Beginn. Kurze Zeit, nachdem die Sonne untergegangen war, verfärbten sich die Wolken rosa und spiegelten sich im Wasser der Loire. Was für ein Kitsch, aber mir gefiel es natürlich sehr .

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Cathédrale Saint-Louis, BloisChâteau de BloisSonnenuntergang am Château de Blois

Für die Fotos in der blauen Stunde wechselte ich Quai Amédée Contant gegenüber der Kathedrale. Die Brücke wurde seltsamerweise violett angestrahlt – zwei Wochen später erfuhr ich von meinen Gastgebern, was es damit auf sich hatte.

Jedes Jahr im Oktober findet eine Kommunikationskampagne zur Bekämpfung und Früherkennung von Brustkrebs statt. Das Symbol dafür ist eine rosa Schleife und die Kampagne ist unter dem Namen Octobre Rosé bekannt. Genau aus diesem Grund werden bekannte Bauwerke, unter anderem auch der Eiffelturm in Paris, im Oktober in Rosa angestrahlt. Eine gute Sache! Die angestrahlte Kathedrale gab in der blauen Stunde mit der Spiegelung in der Loire ein hübsches Motiv ab und ich freute mich über die gelungenen Fotos.

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Altstadt von BloisCathédrale Saint-Louis, BloisOctobre Rosé in Blois

Château de Chaumont

Am letzten Abend fotografierte ich zum Sonnenaufgang am Ufer der Loire gegenüber vom Château de Chaumont, das sich knapp 20 Kilometer südwestlich von Blois befindet. Es ist 40 Meter über dem Fluss erbaut und damit das am höchsten gelegene Schloss des Loiretales.

Leider war das Licht an diesem Abend nur sehr fahl und die Farben kamen nicht so schön raus. So war meine Ausbeute auch nur bescheiden und der Ausflug nach Chaumont ziemlich kurz. Alles in allem war es aber eine gute Zeit.

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Château de ChaumontSonnenuntergang in Chaumont

Am nächsten Tag verliess ich zunächst die Loire Region und zog weiter zum Mont St. Michel. Auf meiner Rückreise werde ich nochmal zur Loire zurückkehren und dann geht es hier mit dem Bericht weiter.

Château de Chaumont

27. Oktober - 1. November 2021

Château de Chenonceau

Etwas weniger als fünf Stunden fuhr ich am 27. Oktober 2021 von Carnac nach Francueil im Départment Indre-et-Loire, wo ich für drei Nächte ein Zimmer mit Bad in der B&B Le Clos de La Rousselière * von Sylvie und Patrick gebucht hatte.

Ich wurde von Sylvie freundlich empfangen und die Kommunikation klappte mit Händen und Füssen oder mit Hilfe einer Speak&Translate App. Das war immer sehr lustig und man konnte sich zumindest 'unterhalten' . Das schöne Zimmer mit einem grossen, bequemen Doppelbett und Smart TV befindet sich im Obergeschoss ihres grossen Hauses, wo sich auch das riesige Bad mit traumhafter Dusche und ein separates WC befindet. Dazu gibt es eine Nespresso Maschine und einen Wasserkocher .

Diashow B&B Le Clos de La Rousselière (Klick für grössere Bilder):
Diashow B&B Le Clos de La Rousselière (Klick für grössere Bilder):

Nachdem ich meinen Kram hoch getragen hatte, machte ich einen Ausflug zum Château de Chenonceau, dass sich rund 2,5 Kilometer entfernt am Fluss Le Cher befindet und mit dem E-Bike nur eine kurze Fahrt über Landstrasse und durch den Wald entfernt war. Jetzt machte ich aber noch keine Fotos, da mir das Licht zu grell war und fuhr zurück in die B&B.

Im 16. Jahrhundert wurde die ursprüngliche Anlage von Chenonceau abgerissen und von Thomas Bohier im Renaissancestil neu gebaut. Es gehört mit Versailles zu den am meist besuchten Schlösser der Loire! Die Galerie über den Fluss wurde von Katharina von Medici zwischen 1570 und 1575 errichtet. Die Besitzer wechselten im Laufe der Jahrhunderte und das Schloss verfiel zunehmend bis es ab Sommer 1951 durch Hubert Menier wieder aufgebaut wurde. Er ist der Sohn vom Schokoladenfabrikant Henri Menier, der das Schloss 1913 ersteigerte. Es ist bis heute im Besitz der Familie Menier.

Zurück im Haus, lernte ich nun auch Patrick kennen und trank eine Tasse Kaffee auf der schönen Terrasse, die sogar einen Pool hat, der aber um diese Jahreszeit natürlich nicht in Betrieb war. Rund eine Stunde vor Sonnenuntergang fuhr ich diesmal mit Fotorucksack und Stativ wieder zum hübschen Wasserschloss und war begeistert, wie schön es jetzt mit der Spiegelung und dem goldigen Licht aussah. Die Boote, die am Nachmittag noch regelmässig die Spiegelung zerstört hatten, waren jetzt weg und der Fluss war ganz ruhig.

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Château de ChenonceauSonnenuntergang am Château de Chenonceau

An diesem Spätnachmittag bekam ich Gesellschaft von Eloi, einem Fotografen aus Barcelona und so wurde es sehr kurzweilig. Das Licht und das Schattenspiel auf der Galerie wurde immer schöner und nach Sonnenuntergang gab es einen herrlich rosa Himmel . Wir waren begeistert und warteten noch bis zur blauen Stunde. Leider gingen noch keine Lichter an, aber ich war mit meiner Ausbeute dieses Tages mehr als zufrieden und fuhr mit Licht durch den tief finsteren Wald zurück zur Strasse. Das war schon etwas unheimlich !

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Château de ChenonceauSonnenuntergang am Château de Chenonceau

Am nächsten Morgen fuhr ich noch im Dunkeln wieder durch den Wald zum Château de Chenonceau und konnte mich vor Begeisterung kaum halten, als ich sah, dass das Schloss nun wunderbar beleuchtet war . Schnell baute ich Stativ auf und begann in der blauen Stunde zu fotografieren. Wie wahnsinnig schön das aus sah! Ich schickte Eloi eine Nachricht und kurze Zeit später war er auch da – er hatte an die Beleuchtung nicht mehr geglaubt . Wunderschön war auch der leichte Nebel, der auf dem Fluss unter den Galeriebögen lag. Eine ganz tolle Stimmung und ich spürte die Kälte an diesem Morgen überhaupt nicht. Die blaue Stunde sollte auch der Höhepunkt sein, da das erste Sonnenlicht zu dieser Jahreszeit das Schloss – bis auf die Türme – nicht erreichen kann. Das wäre vermutlich nur im Hochsommer möglich sein.

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Château de ChenonceauSonnenaufgang am Château de Chenonceau
Sonnenaufgang am Château de ChenonceauChâteau de Chenonceau

Es war ein sonniger, kühler Tag doch kurz vor Mittag war es warm genug, dass ich zu einer E-Bike Tour aufbrechen konnte. Ich fuhr zunächst zum knapp 13 Kilometer entfernten Château Montpoupon, das zur Abwechslung mal nicht an einem Fluss liegt. Nichtsdestotrotz ist es aber ein imposantes, schönes Gebäude. Die Ursprünge der Burg liegen im 13. Jahrhundert, aus dem die Türme noch erhalten sind. Im 14. und 16. Jahrhundert wurde es erweitert und wie viele andere Schlösser während der französischen Revolution zerstört. Um 1900 wurde es von Jean Baptiste de la Motte Saint Pierre wieder im ehemaligen Renaissancestil aufgebaut. Heute beherbergt es ein Jagdmuseum.

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Château MontpouponChâteau Montpoupon

Ich hätte es gern zu Sonnenuntergang fotografiert, aber das Wetter sollte dann in der Nacht mit viel Regen umschlagen.

So machte ich noch eine insgesamt 56 Kilometer lange E-Bike Tour an der Cher entlang und genoss den Sport und die schönen Herbstfarben am Fluss.

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An der LoireE-Bike Tour an der Loire

Château d'Amboise

Am Abend fuhr ich mit dem Auto ins 22 Kilometer entfernte Amboise, um dort das Schloss im goldenen Licht zu fotografieren. Das Château d'Amboise thront oberhalb der Stadt und der Loire und wurde bereits im 4. Jahrhundert von den Römern erwähnt! Der grösste und pompöste Ausbau fand unter König Karl VIII im 15. Jahrhundert statt, der eine standesgemässe Residenz wünschte.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde es durch diverse Könige – unter anderem auch wieder Katharina von Medici – ausbebaut und erweitert und überraschenderweise während der französischen Revolution nicht zerstört. Unter Napoléon wurde es dann leider im 19. Jahrhundert zum Teil abgebrochen.

Es folgten weitere bewegte Besitzwechsel von Königen, die Amboise bis 1895 teilweise wieder aufbauten. Im zweiten Weltkrieg wurde es sowohl durch deutsche als auch durch Bomben der Alliierten schwer beschädigt und ab 1952 erneut aufgebaut. Unermüdlich! Heute gehört es der Stiftung Fondation Saint-Louis und ist ein Besuchermagnet in der Region Centre-Val de Loire.

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Sonnenuntergang am Château d′AmboiseChâteau d′AmboiseSonnenuntergang am Château d′AmboiseBlaue Stunde am Château d′Amboise

Ich hätte es mir eigentlich auch noch gern näher angesehen, aber der nächste Regentag verhinderte das leider. So begnügte ich mich heute mit Fotos zunächst von der L'Ile d'Or und später vom Flussufer der Loire. Das Licht war sehr schön, aber leider nicht bis ganz zum Schluss. Wolken im Westen kündigten bereits die Schlechtwetterfront an.

Ich wartete bis zur blauen Stunde und zur Würdigung der Octobre Rose Aktion wurden die Schlossmauern in Pink-Rosa angestrahlt.

Mein letzter Tag in Francueil war dann leider in der Tat komplett verregnet . So genoss ich ausgiebig ein leckeres und liebevoll von Patrick zubereitetes Frühstück. Es gab Baguette, Croissant, Pain-au-chocolat, Marmeladen, Butter, frisch gepressten Orangensaft und leckeren Milchkaffee.

Den Tag verbrachte ich unten im Haus am Laptop und am Mittag assen wir gemeinsam eine super schmackhafte Spaghetti Carbona à la Patrick . Die Unterhaltung lief mit Hilfe der App ganz flüssig, da ich das meiste verstand, aber eben nicht so gut sprechen kann.

Château de Sully

Am späten Vormittag des 30. Oktober 2021 verabschiedete ich mich herzlich von Sylvie und Patrick machte ich mich dann im Regen auf den Weg ins nur 135 Kilometer entfernte Sully-sur-Loire, wo das tolle Château de Sully auf mich wartete.

Dort hatte ich für zwei Nächte ein Zimmer im Hostellerie du Grand Sully gebucht. Dieses Hotel hatte dann den oft in Frankreich verbreiteten Charme von längst vergangenen Zeiten mit dicken Teppichen, alten Ledermöbeln und und einer Dusche ohne Befestigung für den Duschkopf . Auf der Plusseite stand ein Mini-Kühlschrank, gutes WiFi und ein Fernseher mit vier deutschen Kanälen. Und die Location war perfekt, dess es lag fussläufig nur ein paar Minuten vom Schloss entfernt und deshalb hatte ich es ja auch ausgewählt .

Diashow Hostellerie du Grand Sully (Klick für grössere Bilder):
Hostellerie du Grand Sully

Das Château de Sully in ihrer heutigen Form wurde im 13. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil von den Familien von Sully sowie de la Trémoille erbaut. Im 17. Jahrhundert wurde die Burg im Renaissancestil von Maximilien de Béthune in ein Schloss umgebaut und die Wassergräben geschaffen. Leider wurde auch das Château de Sully während der französischen Revolution schwerst beschädigt und wurde erst durch einen Nachkommen der Familie Béthune ab dem Jahr 1869 wieder aufgebaut. Leider trafen dann auch wieder Bomben im zweiten Weltkrieg das schöne Schloss. Schliesslich wurde es nach Kriegsende vom Départment Loiret gekauft und kontinuierlich renoviert. Seit dem Jahr 2000 gehört es zum UNESCO Weltkulturerbe, ist unbewohnt und beherbergt ein Schlossmuseum.

Im Laufe des Nachmittags hörte es auf zu regnen, aber ich hatte bei dem bedeckten Wetter eigentlich kaum Hoffnung auf ein Abendshooting am Schloss. Aber dann sah ich, dass es sich aufhellte und ich lief hinüber zum Schloss. Und was war ich froh, dass ich das gemacht habe! Die untergehende Sonne schien durch einen Spalt Wolken und kreierte ein absolut intensives, rosa Wahnsinnslicht. Das Licht war unwirklich schön und ich freute mich unglaublich über die Fotos. Ich blieb bis zur blauen Stunde und kehrte dann ins Hotel zurück.

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Château de SullySonnenuntergang Château de Sully
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Château de SullyBlaue Stunde am Château de Sully

Am nächsten Morgen machte ich mich früh auf den Weg zum Schloss, das noch schwach beleuchtet war. Schön sah es aus! Ich lief am Wassergraben entlang um das Schloss herum und genoss die tolle blaue Stunde. Schliesslich wurde der Himmel im Osten erst rot und leuchtete die Schleierwolken pink an. Kitschig schön.

Die Tore zum Schlosspark waren nun auch geöffnet und ich konnte das Château frontal fotografieren. Die Front wurde herrlich vom ersten goldenen Sonnenlicht beleuchtet – ein toller Kontrast zum blauen Himmel. Ich probierte ein paar Bildkompositionen und war happy mit diesem Morgen am Schloss.

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Château de SullyBlaue Stunde am Château de SullyChâteau de SullySonnenaufgang am Château de Sully
Sonnenaufgang am Château de Sully

Im Hotel hatte ich Frühstück gebucht, was auch eher schlicht ausfiel. Es gab Brot, Croissants, Pain-au-chocolat, zwei Marmladen, Honig, Zuckerjoghurt und Butter. Nur süsses Zeugs. Der Milchkaffee war gut.

Nach dem Frühstück machte ich eine 60 Kilometer lange E-Bike Tour an der Loire entlang und ins Hinterland. Gefallen hat es mir nicht; die Landschaft war wieder mehr wie am Niederrhein bei Düsseldorf und platt wie eine Flunder . Keine Ahnung, warum das 'Tal' der Loire heisst – ein Tal sieht für mich anders aus . Auf dem Rückweg blies ein enormer Gegenwind, so dass ich ohne Motorunterstützung zumindest richtig in die sportliche Betätigung gekommen bin – immerhin! Einziges Highlight, wenn man das so nennen kann, war die Fussgänger- und Fahrradbrücke über die Loire, die schnurgrade war und architektonisch nicht langweilig war. Zum Abschluss der Tour genoss ich noch eine halbe Stunde die warme Sonne im Schlosspark. Mit Abendlicht hatte es heute nicht geklappt; es war völlig bedeckt.

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Bike mit Blick nach Sully-sur-LoireBrücke in Sully-sur-LoireChâteau de Sully

Mein letzter Morgen an der Loire meinte es aber nochmal gut mit mir und verwöhnte mich mit den ersten goldenen Sonnenstrahlen. So streifte ich nochmal durch den Schlosspark und genoss den Anblick des Schlosses in diesen schönen warmen Farben. Einfach nur schön und ein toller Abschluss meiner Schnuppertour der Schlösser an der Loire !

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Château de SullySonnenaufgang am Château de Sully
Sonnenaufgang am Château de Sully

Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg nach Arbois im französischen Jura, wo ich eigentlich zum Abschluss nochmal zwei Tage Wasserfälle fotografieren wollte. Aber hatte ich bei der Hinreise zu wenig Wasser, so war es jetzt nach den regenreichen Tagen einfach zu viel. An der Cascade des Tufs in Arbois stand das Wasser so hoch, dass vernünftige Bildkompositionen unmöglich waren und da war mir klar, dass auch bei den Cascades du Hérissons nichts gehen würde . Es gibt nur dieses eine Dokufoto. So verkürzte ich enttäuscht meine Zeit dort auf nur eine Nacht und fuhr am kommenden Morgen im Dauerregen zurück nach Laufenburg.

Cascade des Tufs, Arbois


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