Fish River Canyon

25. Mai 2012

Weiter zum Fish River - Die Magie eines einzigartigen Canyons

Wir wollten heute frühzeitig zum Fish River Canyon starten und fuhren nicht hinaus für den Sonnenaufgang und hielten uns nur vor der Lodge am Fluss auf und beobachteten die Vögel. Es gab heute überhaupt kein Morgenlicht, denn der östliche Himmel war mit dicken Wolken bedeckt. Wir frühstückten früh, zahlten die Rechnung und starteten die lange Fahrt zu unserer nächsten Unterkunft: die Fish River Lodge * auf der linken Seite des Canyons.

Das bedeutete, dass wir den langen Weg auf der rechten Seite des Canyons bis zur Teerstrasse B4 hinauf fahren mussten, um auf der anderen Seite wiederum knapp 110 km südwärts zu fahren . Die Fahrt dauerte insgesamt fünf Stunden und wir kamen um halb zwei Uhr in der Fish River Lodge an. Es dauerte fast 90 Minuten allein von der B4 die D463 hinunter bis zum Abzweig zur Lodge. Danach war der Farmpad stellenweise sehr eng und steinig und fast ohne Ausweichstellen. Wir hatten Glück, dass uns kein Fahrzeug entgegen kam und wir erreichten die Lodge, die direkt am Canyonrand liegt.

Der erste Blick in den Canyon, der sich uns bot, war spektakulär und reichte über fast die gesamte Länge von Norden nach Süden. Wir wurden überaus freundlich mit einem Welcome Drink empfangen und die junge Dame erklärte uns die Einrichtungen der Lodge, während unser Gepäck in den Bungalow gebracht wurde. Die Bungalows sind sehr solide aus Stein gebaut, um den immer kräftig blasendem Wind zu trotzen. Der Wohnraum ist geräumig und das Bad fast ebenso gross. Die vorhandene Aussendusche und der am Haupthaus gelegene Pool ist zu dieser Jahreszeit mit dem kalten Wind wohl nur etwas für 'harte Hunde' . Wir zogen ein und buchten den Sundowner Drive sowie den Canyon Drive für morgen und machten einen kleinen Spaziergang am Rande des Canyons. Die Panoramablicke in den Canyon sind umwerfend und überwältigend – wir waren total fasziniert.

Diashow Fish River Lodge (Klick für grössere Bilder):

Wir machten eine kurze Pause und genossen den Blick über den Canyon von unserer Terrasse aus und trafen dann Ralf, unseren Guide und zugleich Manager der Lodge, an der Rezeption, um zum Sundowner Drive zu starten. Die Aussicht am ersten Halt war schon atemberaubend schön mit Blicken über den Canyon, der nun im Licht der untergehenden Sonne besonders schön aussah, da die Strukturen und Formen der Felsen gut sichtbar waren. Wir machten ein paar Fotos und fuhren weiter zum zweiten Halt, der gleichzeitig der Ort für den Sundowner war.

Wir hatten von hier einen Blick über den gesamten Canyon bis hin zu den Karasbergen im Osten und wir konnten sogar die Berge am Oranje River ausmachen, die wir in Norotshama vor der Haustür hatten. Wir hatten viel Spass mit Ralf, der sich als ein Mann mit viel Humor entpuppte und wir freuten uns, dass er auch morgen die Tour mit uns machen würde. Wir blieben dort bis nach Sonnenuntergang und fuhren zurück zur Lodge, wo wir uns am warmen Kaminfeuer im Restaurant einen Wein und einen Amarula schmecken liessen. Die Wärme war sehr willkommen nach dem stürmischen Wind draussen! Das qualitativ hochwertige Abendessen wurde als köstliches 3-Gang Menü serviert, das wir bei einer Flasche südafrikanischen Chardonnay genossen.

Highlight des Tages: der Sonnenuntergang über dem Canyon

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Fish River Canyon
26. Mai 2012

Canyon Massage!

Ich stand kurz vor sechs Uhr auf und fand einen wunderbar roten Himmel vor, gegen den sich die Köcherbäume wunderschön abhoben. Ich schnappte mir meine Kamera und machte ein paar Aufnahmen, bis Gerd auch kam und wir zusammen den Sonnenaufgang über dem Canyon genossen. Der Canyonrand wird wunderschön von der Sonne, die über den Karasbergen aufgeht, beleuchtet. Durch das seitliche Licht wurden die Formen des Canyons besonders schön sichtbar und wir waren fasziniert von diesem Feuerwerk der Farben – was für ein toller Morgen!

Wir genossen heute ein frühes, aber sehr gutes Frühstück, da unser Canyon Drive bereits um 8:30 Uhr losgehen sollte. Das Frühstück war gut und herzhaft mit Aufschnitt, Käse, sogar geräuchertem Lachs, Cornflakes, Buttertoast, Marmelade und Spiegelei mit Speck.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Wir trafen Ralf an der Rezeption und fuhren los in den Canyon. Die Pad war am Anfang noch gut befahrbar, was sich aber rasch änderte, als wir in den ersten Canyon hineinfuhren. Die erste steile Rampe war schon atemberaubend und Ralf nutzte sowohl 4x4 als auch die Differentialsperre, um diese Passage zu meistern. Die Strecke war nun sehr rumpelig, was Ralf als 'Canyon massage' bezeichnete

Der Fish River Canyon ist zwar nicht der grösste Canyon, aber durch die Tatsache, dass er ein Doppelcanyon ist, einzigartig. Der älteste Teil ist 650 Millionen Jahre alt und entstand aus den Tagen, wo sich Gondwana trennte. Der jüngere Teil, der heute als der Fish River Canyon bekannt ist, entstand vor rund 350 Millionen Jahren. Die verschiedenen Schichten der Steine sind deutlich sichtbar und die schwarzen Steine ganz oben sind die ältesten, die von der Sonne und der Kälte porös werden. Wir setzten unsere Fahrt in den älteren Teil des Canyons fort und meisterten eine weitere atemberaubende steile Passage – ich wäre fast lieber zu Fuss gegangen! In diesem Teil gab es früher eine Schaffarm und man konnte noch einige Überbleibsel aus der Zeit sehen, wie Schutzbehausungen für Mensch und Tier. Die Farm wurde vor über 40 Jahren aufgegeben, aber es war für uns kaum vorstellbar, dass dieser eigentlich lebensfeindliche Flecken Erde für eine Farm ausgewählt wurde.

Wir kamen schliesslich nach ordentlichem Durchrütteln an einem Aussichtspunkt an, wo sich der Fish River in einer grossen Schleife durch den Canyon gegraben hatte und unser Blick schweifte über eine Breite von mindestens zehn Kilometern von einem Rand des Canyons zur anderen Seite. Ralf meinte, dass der Fluss noch viel Wasser führen würde und das grüne Band, das sich durch den Canyon wand, sah auch sehr attraktiv aus. Schwalben umkurvten uns neugierig und wir genossen die Aussicht bei einem Kaltgetränk und machten ein paar Fotos. Wir setzten die Fahrt fort und passierten den spektakulären Terror Pass. Dieser Pass ist unglaublich steil und eng , aber Ralf brachte uns sicher hinunter. Ich wollte diesen Pass eigentlich nicht wieder hoch, aber Ralf erklärte, dass es nur diesen einen Weg zum Canyon und wieder zurück geben würde und so blickte ich der Rückfahrt tapfer entgegen...

Unser letztes Ziel war ein Rock Pool, den wir zur Mittagszeit nach einem kurzen Spaziergang erreichten. Die Landschaft sah ein wenig aus wie Ponte Brolla im Valle Maggia Zuhause in der Schweiz und irgendwie fühlte es sich fast nicht mehr an wie Afrika Ralf hatte Lunchpakete mitgebracht und offerierte eine Flasche Sekt – wie wurden wir nur verwöhnt, während wir es uns schmecken liessen und die Aussicht genossen!

Auf dem Weg zurück machte ich ein paar Fotos, was nicht einfach war, da das Licht sehr hart und die Kontraste noch härter waren, aber ich wollte wenigstens einige Schnappschüsse zur Erinnerung haben. Wir gingen zurück zum Auto und fuhren rund zwei Stunden zurück zur Lodge. Den Terror Pass hochzufahren war nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber die Canyon Massage auf den anderen Strecken war schon recht heftig. Kudus und Strausse entschädigten für die schmerzenden Knochen und irgendwie war es doch eine tolle Fahrt.

Wir entspannten einige Zeit auf unserer Terrasse, machten einige Detailfotos vom Canyon, bis die Sonne unterging und ich versuchte mich nochmals an den Köcherbäumen im Sonnenuntergang.

Anschliessend baute ich die Kamera für Sternspuraufnahmen auf und hoffte darauf, heute Nacht bessere Resultate zu erzielen. Zumindest war es heute nicht windig – die Chancen standen gut! Das warme Feuer im Restaurant rief und wir gingen hinüber, nahmen einen Aperitif, surften im Internet und ich schrieb am Reisebericht.

Nach dem Essen sammelte ich meine Kamera wieder ein und machte nochmals Fotos für Sternspuren vor unserem Bungalow. Es war perfekt klar heute Nacht und die Milchstrasse sah atemberaubend schön aus. Ich liess die Kamera ihren Job tun und wir gingen schlafen.

Highlight des Tages: den Fish River anzufassen und die Canyon Massage

Diashow (Klick für grössere Bilder):
27. Mai 2012

Weiter nach Klein-Aus Vista – Wenn der Grillmaxe grillt...

Ich wachte kurz nach vier Uhr auf und schaute rasch nach draussen. Die Milchstrasse war nun genau über der anderen Seite des Canyons und ich nahm meine Kamera samt Stativ und belichtete einige Aufnahmen. Ich schaute danach kurz hinter den Bungalow und sah das andere Ende der Milchstrasse genau über den Köcherbäumen – das war mir natürlich auch noch ein paar Fotos wert! Schliesslich versuchte ich noch ein wenig zu schlafen und stand um 5:40 Uhr wieder auf, um die Köcherbäume gegen den schönen roten Morgenhimmel zu fotografieren – einfach nur wunderschön! Es war heute sehr windig und mir wurde schnell richtig kalt, so dass ich die Zeit bis zum eigentlichen Sonnenaufgang lieber im Zimmer verbrachte und die Fotos der vergangenen Nacht sicherte. Es gab heute Morgen etwas mehr Wolken und das Licht war daher nicht ganz so intensiv wie gestern, aber ich genoss den Anblick doch sehr. Es sieht einfach toll aus, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf den Canyonrand treffen und dann langsam nach unten in den Canyon wandern. Ich war wirklich glücklich, dass wir diese Unterkunft ausgewählt hatten – sie ist absolut jeden Cent wert!

Wir gingen zum Frühstück, zahlten die Rechnung und verabschiedeten uns vom netten Personal. Es sind wirklich sehr nette und freundliche Leute hier und wir mussten noch einmal herzhaft lachen, als die Lady von der Rezeption erzählte, dass sie letzte Nacht unsere Kamera gesehen hatte. Sie wunderte sich über das rote Licht und war sich nicht sicher, ob es sich um ein Tier handelte. Sie warf sogar einen Stein auf MEINE Kamera und als sie sich nicht bewegte, ging sie näher ran, um das unheimliche Ding zu begutachten. Sie ging so nah heran, dass ich auf einem Foto ihren weissen Schal sehen konnte, worüber ich mich schon gewundert hatte !

Wir verliessen die Lodge und brauchten auf der Rückfahrt über den Farmpad diesmal nur eine gute halbe Stunde. Der Farmpad ist nicht so schlecht wie sein Ruf: er ist nur manchmal so eng, dass ein Ausweichen unmöglich ist, wenn ein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Auf der anderen Seite sollte dies kaum passieren, da die neuen Gäste in der Regel aufgrund der Lage nicht vor Mittag da sind und die alten Gäste meistens wie wir direkt nach dem Frühstück weiterreisen.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Im nächsten Kapitel berichten wir von unseren Erlebnissen in der namibischen Wüste im Sperrgebiet Rand bei Klein-Aus.


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