El Hierro – Kanarische Inseln 2017 / 2018

21. - 28. Dezember 2017

Die Cumbre – Auf dem Rücken El Hierro′s

Auf der Cumbre, wo sich mit dem Pico de Malpaso auf 1.501 Meter Höhe der höchste Punkt der Insel befindet, sind viele der zahlreichen Vulkankrater zu sehen. Es ist wie in einem Traum, da sich die roten Vulkankegel wunderschön aus den Kiefernwäldern in den blauen Himmel erheben. Während der ersten Woche auf El Hierro waren wir dort allerdings nur einmal zum Sonnenaufgang und legten die weiteren Erkundungen auf die zweite Hälfte unseres Aufenthalts.

Aber an dem einen Morgen, den wir oben verbrachten, konnten wir einen wunderschönen, aber auch sehr windigen Sonnenaufgang bewundern. Die Sicht war an diesem Tag relativ klar, so dass wir auch den mächtigen Teide in der Ferne auf Teneriffa gut sehen konnten. So suchten wir uns noch in der blauen Stunde ein paar schöne Standpunkte und fotografierten zunächst im ersten blauen Licht der Dämmerung bis schliesslich das Erdschattenlicht einen sanften rosa Schimmer über die Landschaft legte. Der Wind fegte über die Vegetation und durch die Kiefern, so dass es doch einiges an Bewegung in den Fotos hat! Dann ging die Sonne auf und der Bilderbuchvulkankegel (dessen Namen ich nicht kenne) wurde erst in ein tiefrotes Licht getaucht, das dann schnell zu einem satten Orange wurde. Was für ein toller Morgen und der frühe Ausflug hatte sich absolut gelohnt.

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Dort oben befindet sich auch der üppig grüne Bergwald, der durch tief hängende Passatwolken oft zu einem märchenhaften Nebelwald wird. Die meisten Bäume sind Stinklorbeerbäume sowie Gagelbäume, die beide gleichermassen zauberhaft sind. Während unseres ersten Besuches gab es zwar Passatwolken, aber sie waren nicht dicht genug für die typischen Nebelwaldfotos. Das ist auf den Kanaren irgendwie mein Schicksal, denn obwohl wir bereits mehrere Monate auf den Inseln verbracht haben, will es damit nicht so recht klappen . Doch bei einem weiteren Besuch eine Woche später sollte es dann klappen – die Fotos sind im dritten Teil dieses Reiseberichts .

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Rundfahrt in den Westen mit den Bäumen von Sabinar

An einem schönen, nicht sehr windigen Tag unternahmen wir einen Ausflug in den Westen der Insel bis hin zu dem Gebiet von Sabinar, wo die vom Wind gebeugten Wacholderbäume zu finden sind. Wir fuhren wieder den engen, steilen Pass hinauf und hatten auch diesmal Glück, dass uns kein Auto entgegen kam. Hier nochmal das Video der Passfahrt vom ersten Teil des Reiseberichts:

Direkt hinter dem Pass wird die von roten Vulkanen geprägte Landschaft atemberaubend schön und wir mussten einfach immer wieder anhalten, um diese Farben und Landschaft festzuhalten. Die Strasse war schmal, aber doch breit genug, dass zwei Autos passieren konnten und angenehm zu fahren. Die verschiedenen Wolfsmilchgewächse haben sich ihren Lebensraum zurückerobert und schmücken die roten Vulkane. Die roten Farben zusammen mit dem blauen Himmel und der hellgrünen Vegetation war ein totaler Augenschmaus und wir konnten uns kaum daran sattsehen .

Leider führte mitten (und in Schleifen!) durch den schönsten Vulkan eine Piste, was etwas Schade war. Sonst wäre es auch eine tolle Stelle für den Sonnenuntergang gewesen!

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Am Abzweig zum Leuchtturm von Orchilla, den wir diesmal ausliessen, wurde die Strasse bis zur Ermita de los Reyes etwas schmaler, aber immer noch gut zu fahren. Die weiss getünchte Ermita de los Reyes beherbergt die Madonnenfigur der Virgen de los Reyes, die seit dem 16. Jahrhundert als Schutzpatronin von El Hierro verehrt wird. Alle vier Jahre wird die Madonnenfigur in einer grossen, 28 km langen, Prozession von der Ermita bis zur Kirche Santa Maria de la Concepcion nach Valverde gebracht. Die Ermita war zwischen den Feiertagen bis ins neue Jahr geschlossen, aber uns reichte auch der Anblick der hübschen Kirche, als wir dort eine Mittagspause machten.

Ab der Ermita wird die Strasse zu einer guten Schotterpiste, die man problemlos mit einem normalen PKW fahren kann. Nach rund drei Kilometern erreicht man den Parkplatz von Sabinar, wo ein wunderbarer Wacholderbaum – die Sabina von El Hierro – zu seinem Schutz eingezäunt ist. Der Name bedeutet Ballerina und der Baum soll einer Ballerina ähneln, die sich Richtung Boden beugt und deren Haare diesen berühren. Der Wacholderbaum ist übrigens auch das Wahrzeichen El Hierros, da sie nur hier so verdreht wachsen! Die Bäume gehören zum letzten Wacholderwald der Insel, auch wenn man einen Wald nur mit Mühe erkennen kann, da die Bäume doch sehr vereinzelt stehen. Die Bäume sind Windflüchter: die Kronen sind durch den permanenten Fallwind von der Cumbre so weit gebogen, dass viele bereits den Boden berühren und bizarre Formen bilden. Auch wir tauchten in diese faszinierende Welt ein und bewunderten einige der verdrehten Bäume ausgiebig. Die Bäume würden sicherlich auch in dichten Passatwolken oder bei Sonnenuntergang ein gutes Motiv abgeben, aber trotz der vielen Zeit auf El Hierro und auch wegen der langen Anfahrt, haben wir es diesmal nicht geschafft.

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Auf dem Weg zurück parkierten wir das Auto am Abzweig zum Mirador de Bascos und liefen rund einen Kilometer bis zum Aussichtspunkt. Den Weg markierten moderne, aber auch schön verwitterte Wanderwegschilder, die ein tolles Motiv waren. Angekommen am Mirador waren wir zunächst etwas enttäuscht: ein grosser Bauzaun verhinderte den Zugang, aber wir konnten bald den Grund sehen: die gesamte rechte Seite war mitsamt der Ummauerung des Zugangs rund 1000 Meter in die Tiefe abgerutscht und ist seit mindestens Anfang 2016 wegen drohenden Felssturzes gesperrt ! So gesehen ist der Talkessel von El Golfo immer noch im Umbruch. An der rechten Seite kann man aber auf die Anhöhe klettern und von dort einen wieder mal atemberaubenden Blick in das Golfo Tal geniessen. Es ist schon wirklich krass, wie steil die Berge hier von der Cumbre sind!

Wir wanderten zurück zum Auto und fuhren die nun beängstigend schmale Strasse über den Mirador Julán zurück. Die sehr kurvige Strasse lässt auf viele Kilometer nur Platz für ein Auto und die rechte Seite fällt (natürlich ohne Leitplanken) steil Richtung Atlantik! Ich war heilfroh als wir nach nervenaufreibenden 25 Minuten den Kiefernwald bei El Pinar erreichten und die Strasse wieder stressfrei breit war...

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Mirador de BascosMirador Julán

Ein Nachmittag am Charco Manso

Wie könnte es anders sein, gab es auch im Norden einen bekannten und sehr schönen Felsbogen in der Nähe eines Meerschwimmbeckens: Charco Manso. Die steile und natürlich wieder mal enge und kurvenreiche Strasse von Echedo hinunter zum Parkplatz der Badebuchten war erneut ein Erlebnis, wenn auch nicht ganz so krass wie der Pass im Golfo. Aber auch hier waren wir froh, dass uns in bestimmten Passagen kein Auto entgegen kam !

Das Felsentor fanden wir vom Parkplatz aus ziemlich schnell und da wir früh dran waren, machten wir es uns gemütlich. Das Wetter war auch an diesem Tag wieder warm und nur mit leichtem Wind, so dass wir in aller Ruhe auf das Abendlicht warteten und die Aussicht auf den Felsbogen und die dahinter liegenden Inseln La Gomera und Teneriffa mit dem Teide genossen. Es war zunächst noch nahezu wolkenlos und ich hoffte zu dieser Jahreszeit auf schönes Erdschattenlicht nach Sonnenuntergang hinter dem Felsbogen, doch pünktlich zogen am Ende des Tages Wolken auf und verhinderten sowohl schöne Farben als auch das Erdschattenlicht. Schade! Aber auch so hatte ich Spass mit dem Felsbogen und der Brandung.

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Gerd machte ein paar Fotos vom Blowhole auf der anderen Seite und hin und wieder waren die Wellen stark genug, um das Wasser durch die Lücke in den Felsen zu pressen und das Wasser schoss einige Meter in die Höhe.

Ein schönes Highlight fand ich noch zum Schluss in einer Bucht, wo die Brandung mit hohen Wellen hinein drückte. Das Wasser schoss über die verschieden hohen Felsstufen und hinterliess dabei wunderschöne Wasserstrukturen . Eine kurze, aber sehr schöne Spielzeit und wir fuhren danach glücklich zurück nach Frontera.

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Rote KlippenkrabbeBlowhole

Goldiger Abschluss im Westen

Zu guter Letzt unseres Aufenthaltes im El Golfo verbrachten wir die letzte Stunde im besten Licht des Tages hoch über dem Tal und suchten Motive mit den herrlichen roten Vulkanen, den Wacholderbäumen und der leuchtenden Vegetation. Wir wurden bald fündig und während ich mich dem kleinen Bilderbuchvulkan widmete, versuche Gerd die Wacholderbäume ins perfekte Licht zu setzen. Es gab Motive in Hülle und Fülle und ich glaube, die Gegend ist gut für zig Tage in diesem Licht und eigentlich war ich mit diesem Angebot auch etwas überfordert.

Ich war von diesem Anblick einfach überwältigt und kann mit Fug und Recht behaupten, dass dies meine schlechteste Ausbeute ist – trotz des Traumlichts und der Motive . Aber ich konnte mich nicht wirklich in Ruhe darauf einlassen und war irgendwann wie blockiert . Selbst der Sonnenstern zum Schluss war irgendwie doof ! Zum Glück sprang Gerd in die Bresche und brachte einige wirklich tolle Fotos mit nach Hause

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So ging die erste Woche voller wunderbarer Erlebnisse in einer herrlichen Natur vorbei und wir zogen um auf die andere Seite der Insel. Was wir von dort aus erkundeten, könnt Ihr im folgenden Kapitel lesen.

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