Reisebericht Bryce Canyon Nationalpark Utah

11. - 16. November 2019

Schwerer Sturz und Weiterreise zum Bryce Canyon

Ich fuhr heute morgen nochmal in den Fire Canyon, weil ich gestern so früh zur Fire Wave weitergefahren bin. Ich suchte mir eine leicht andere Position als gestern und genoss zunächst mal wieder die herrliche blaue Stunde. Danach leuchteten die Felsen einen Augenblick in herrlichen warmen Farben und dann kam auch schon das erste Licht auf die Berge. Wunderbar!

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Fire Canyon Nevada Valley of Fire

Ich machte von dem ersten Licht gerade ein Foto und sah dann, dass die Sonne über die Berge für einen Sonnenstern kam. Ich wollte rasch zu meinem Stativ und dann passierte es: ich stolperte über einen Stein und schlug buchstäblich der Länge nach hin ! Ich konnte gerade noch mein Gesicht retten, damit es nicht auch auf die Steine schlug! Im Schienbein fühlte ich einen heftigen Schmerz, aber zuerst musste der Sonnenstern auf den Chip ! Laut jammernd und heulend machte ich dann meine Aufnahmen und freute mich trotz der Schmerzen darüber. Irgendwann sah ich am Schienbein Blut, krempelte die Hose um und klebte die Kratzer mit Pflastern ab . Das Licht war nun herrlich golden und ich machte ein paar Fotos der schönen Landschaft. Dann humpelte ich zum Auto und fuhr ein Stück die Strasse hinunter, um noch ein paar Landschaftsbilder einzufangen. Doch ich gab dann recht schnell auf, denn das Bein schmerzte doch ganz schön .

Also fuhr ich zurück, hielt aber noch am kleinen Felsbogen hinter dem Eingang an. Das war es dann aber wirklich und ich verabschiedete mich vom Valley of Fire.

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Zurück im Hotel schaute ich mir dann die ganze Bescherung an: mein Schienbein war dick geschwollen und blau; ebenfalls das Knie und einige Stellen am Oberschenkel und Oberarm. Die linke Hand hat auch ein paar Kratzer abbekommen – aber sonst ging es mir gut. Zum Glück nichts gebrochen!

Ich reinigte die Kratzer, verpflasterte mich und cremte die Prellungen ein. Dann frühstückte ich, packte meine Sachen, belud das Auto und machte mich auf den Weg Richtung Norden zum Bryce Canyon.

Auf dem Weg machte ich einen Zwischenstop in Cedar City, wo ich noch ein paar Lebensmittel kaufte. Ich bemerkte, dass mein Schienbein ziemlich heftig angeschwollen war und kaufte mir beim Walmart eine billige etwas weitere Jeans, weil mein Bein nicht mehr in meine lange Hose passte . Nach insgesamt etwas mehr als vier Stunden erreichte ich Bryce Canyon Village, wo ich fünf Nächte lang ein Zimmer im Best Western Plus Bryce Canyon Grand Hotel * gebucht hatte. Das grosszügige Zimmer hatte zwei Doppelbetten, ein Fernseher, Kühlschrank mit Gefrierfach, eine Mikrowelle sowie eine Kaffeemaschine mit ausreichend Kaffee . Das Bad mit Duschbadewanne, zwei Waschbecken und Pflegeprodukten war gross und komfortabel. WiFi war die gesamte Zeit über schnell und stabil. Hier fühlte ich mich wohl !

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Best Western Plus Bryce Canyon Grand Hotel
Booking.com

Ich stellte rasch meine Sachen ins Zimmer, packte Lebensmittel in den Kühlschrank und fuhr in den Nationalpark. Der Eintritt ist normalerweise 35 USD für sieben Tage, aber der Nationalpark wird über den Annual Pass abgedeckt, so dass ich nicht extra zahlen musste. Der Nationalpark liegt auf dem Colorado-Plateau, genauer an der Kante des Paunsaugunt-Plateaus. Paunsaugunt kommt aus der uto-aztekischen Sprache der Paiute-Indianer und bedeutet 'Heimat des Bibers' – die Biber habe ich allerdings nicht gesehen . Ich hatte mich sehr auf den Bryce Canyon gefreut und fuhr zum Sunset Point. Der erste Blick auf die unzähligen Felspyramiden, hier Hoodoos genannt, im Amphitheater war unbeschreiblich und ich war absolut überwältigt von diesem Anblick . Hoodoo ist der Name für die typischen aus Erosion geformten Felsnadeln aus Sedimentgesteinen, die bis zu 60 Meter Höhe erreichen können. Meistens nehmen die Türme mit zunehmender Höhe an Umfang ab und die unterschiedlichen Sedimentschichten sorgen für unterschiedliche Farben.

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Hoodoos im Bryce Canyon NationalparkFelsnadeln im Bryce Canyon

Die Sonne stand bereits tief und die meisten Hoodoos lagen im Schatten. Das Plateau des Grand Staircase-Escalante National Monument hatte noch etwas Licht, das rasch rosa wurde und die Hoodoos leuchten liess. Neben mir stand eine junge Frau, die sich als Deutsche entpuppte und auch fotografierte. Ich freundete mich rasch mit Daniela an und wir fotografierten gemeinsam bis in die blaue Stunde hinein bei netter Plauderei. Zu meiner grossen Freude ging hinter dem Grand Staircase der Vollmond im Erdschattenlicht auf und das Amphitheater leuchtete noch in herrlichen blau-rosa Farben. Was für ein Anblick und der Bryce Canyon hatte jetzt schon meine Erwartungen erfüllt!

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Hoodoos im Bryce Canyon NationalparkFelsnadeln im Bryce Canyon

Kurz bevor es ganz dunkel war packte ich zusammen – mittlerweile war es richtig kalt um den Gefrierpunkt geworden. Daniela war mit einem Van unterwegs und ich lud sie noch ins Hotel ein. So konnte sie ihre Akkus aufladen, sich aufwärmen und wir machten uns in der Mikrowelle etwas zu essen . Mein Bein sah grusig aus: das Schienbein war dick geschwollen und ich hatte von oben bis unten dicke Blutergüsse . Ich kühlte die Prellung mit Eis – gut, dass in den USA alle Hotels eine Eismaschine zur freien Verfügung haben. Das kam mir jetzt sehr gelegen.

Wir verbrachten einen vergnüglichen Abend bis sich Daniela gegen halb neun Uhr verabschiedete und ich dann nach einer 600er Ibuprofen völlig k.o. ins Bett fiel. Ich war mir nicht sicher, ob ich nicht sogar ein wenig erhöhte Temperatur hatte, denn mir war untypischerweise ziemlich kalt. Na ja, der Sturz war nicht ohne gewesen und mir tat von oben bis unten auf der rechten Seite wirklich jeder Knochen und Muskel weh .

Highlight des Tages: der erste Blick in den Bryce Canyon

12. November 2019

Erkundung des Bryce Canyon und traumhaftes Licht

Noch im Dunkeln fuhr ich zum Sunrise Point und suchte mir humpelnd einen Standpunkt. Der Mond schien hell und der Bryce Canyon sah im warmen Mondlicht hinreissend schön aus! Ich war schon wieder ganz hin und weg. Ich wäre gern noch weiter Richtung Sunset Point gegangen, aber mein Bein liess das nicht zu, aber ich war mit meinem Standpunkt für den Sonnenaufgang mit Sonnenstern zufrieden .

Die Hoodoos wurden kurz darauf in herrliches goldenes Licht getaucht und ich fotografierte munter drauf los. Was interessiert mich ein schmerzendes Bein... ?

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Sunrise Point Bryce CanyonSonnenaufgang am Sunrise Point Bryce CanyonBryce Canyon Sonnenaufgang

Glücklich fuhr ich zurück ins Best Western und ging frühstücken. Das Frühstücksbuffet ist hier sehr gut mit einer Auswahl an zwei Arten Rührei, Würstchen, Speck, Kartoffeln sowie Obst, Müsli, Brot und einem guten Kaffee. Und hier gab es auch keinen Plastik, sondern Teller, Becher und Besteck waren wiederverwendbar und wurden gereinigt – sehr gut!

Nach dem Frühstück machte ich mich gleich wieder auf den Weg in den Park, denn ich wollte mir einen Überblick über die verschiedenen Aussichtspunkte verschaffen. Wandern konnte ich heute noch nicht, also war das die perfekte Lösung. Ich fuhr los bis zur Natural Bridge, die im späten Vormittagslicht am Vorteilhaftesten zu fotografieren ist. Der 25 Meter breite Bogen leuchtet schön im immer noch brauchbaren Licht und bietet einen hübschen Kontrast zum dunklen Paria Wald dahinter.

Nun fuhr ich durch bis zum Rainbow und Yovimpa Point. Die Aussichten auf den Canyon fand ich schön, aber war davon nicht ganz so begeistert wie vom Amphitheater. Wenn mir gar nichts anderes mehr einfallen würde, würde ich wohl nochmal zum Sonnenuntergang hierher kommen, aber das sollte am Ende nicht passieren.

Am Black Birch Canyon traf ich Daniela nochmal wieder. Wir plauderten ein wenig, bevor sie sich dann auf die Weiterfahrt machen würde. Die Aussicht ist ähnlich wie am Rainbow Point ganz nett, aber nicht sonderlich spektakulär. Einer der riesigen Raben posierte willig auf dem Zaun; ganz schön neugierig die Jungs!

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Natural Bridge Bryce CanyonRainbow Point Bryce CanyonRainbow Point Bryce CanyonRainbow Point Bryce CanyonRainbow Point Bryce CanyonRabeBlack Birch Canyon Bryce CanyonBlack Birch Canyon

Der nächste Stop war der Agua Canyon, den ich wieder interessant fand. Der bekannteste Hoodoo 'The Hunter' sticht sofort ins Auge und ist eine markante Erscheinung. Auch die rechte Seite des Canyons fand ich mit den Kiefern sehr schön. Der Agua Canyon kam auf die Liste der potentiellen Fotospots.

Vom Paria View war ich auf den ersten Blick begeistert und wusste direkt, dass ich hier mal zum Sonnenuntergang hin wollte. Was für eine fantastische Sandsteinformation, einfach gewaltig! Der Bryce Point hat mich fast ein wenig überfordert. Der Anblick des Amphitheaters mit den unzähligen Hoodoos der ' Wall of Windows' wirkte fast überladen und chaotisch. Schön war es aber, in die Details hinein zu zoomen und die charakteristischen Felstürmchen zu entdecken.

Mein letzter Stop vor der Nachmittagspause war der Inspiration Point, der mich auch sofort in den Bann zog. Der Blick zur 'Silent City' ist nicht ganz so chaotisch wie am Bryce Point und wird durch das Tal mit den grünen Bäumen und dem trockenen Lauf des Bryce Creek aufgelockert. Hier gefiel es mir ausgesprochen gut und ich kehrte eine Stunde vor Sonnenuntergang zurück.

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Agua CanyonThe Hunter – Agua CanyonParia View Bryce CanyonBryce PointBryce PointBryce PointInspiration Point Bryce CanyonInspiration Point

Die Hoodoos liegen dann bereits grösstenteils im Schatten und bilden einen tollen Kontrast zu den goldenen Felsen in der Ferne. Am besten hat es mir jedoch nach Sonnenuntergang gefallen. Der Himmel im Westen wurde feuerrot und reflektierte auf die Hoodoos. Die Farben waren so rot-rosa-blau, dass es mega kitschig war. Aber ja, ein wenig Naturkitsch ist schon okay . Ich war begeistert und fuhr glücklich zurück ins Hotel, wo ich mein Bein kühlte und hochlegte.

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Detail Inspiration PointInspiration Point Bryce Canyon
Inspiration Point Bryce Canyon Nationalpark

Highlight des Tages: die Farben zu Sonnenauf- und -untergang

13. November 2019

Inspiration Point, Navajo Loop Trail, Queen′s Garden & Paria View

Es sollte heute ein langer Tag werden, da sich das Wetter bald verschlechtern würde. Heute morgen entschied ich mich für den Inspiration Point und wurde von wunderbarem Mondlicht empfangen. Der Bryce Canyon sieht in dem warmen Mondlicht einfach grossartig aus und zur Abwechslung gab es sogar ein paar Wölkchen im Osten. Nach einiger Zeit wurde das Mondlicht schwächer und die Hoodoos leuchteten rosa bis die Sonne im Osten über den Horizont schaute. Sonnenstern Alarm!

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Inspiration Point Bryce Canyon UtahInspiration Point Bryce CanyonBryce CanyonSonnenaufgang Bryce CanyonInspiration Point Bryce Canyon

Kaum war die Sonne da, glühten die Felstürmchen im Amphitheater so golden, dass es fast unwirklich war . Um diese Jahreszeit ist die Luft klarer als in den wärmeren Monaten und das Licht daher klar und stark. Ich machte noch ein paar Teleaufnahmen und isolierte einige schöne Formationen aus dem Chaos heraus. Dann packte ich zusammen und fuhr die paar Meilen zum Agua Canyon. Der Hunter war nun wesentlich attraktiver, denn er wurde schon von der Sonne bestrahlt während die Canyonwand dahinter noch im Schatten lag. Auch die zweite markante Felsnadel, Rabbit oder auch Backpacker genannt, war nun besser zu erkennen. Ich freute mich über die Fotos, machte noch ein paar Landschaftsaufnahmen und fuhr dann zum Frühstück zurück ins Hotel.

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Inspiration Point Bryce Canyon UtahInspiration Point Bryce CanyonAgua Canyon The HunterAgua Canyon The RabbitAgua Canyon The HunterAgua Canyon

Wie bereits erwähnt, sollte das Wetter umschlagen und ich nutzte trotz meines immer noch schmerzenden Beines den herrlichen Sonnenschein für zwei klassische Wanderungen im Bryce Canyon.

Navajo Loop Trail

Dieser Trail startet vom Sunset Point, ist 1,3 Meilen lang und geht rund 170 Meter tief in den Canyon. Nach den ersten paar Kehren sieht man schon den berühmtesten Hoodoo des Canyons: Thor′s Hammer, den ich hier mit einer kleinen Serie würdigen möchte. Er ist aber auch schön !

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Thor′s Hammer Bryce CanyonThor′s Hammer Bryce CanyonThor′s Hammer Bryce CanyonThor′s Hammer Bryce Canyon

Nach Thor′s Hammer geht es in weiteren Serpentinen steil hinab zum Grund des Canyons. Fasziniert haben mich die leuchtetenden Hoodoos im Gegenlicht, wenn sie tatsächlich richtig rot leuchten, während sie eher sandsteinfarben sind, wenn die Sonne im Rücken steht. Dieses rote Leuchten gefiel mir sehr! Es machte Spass, unten durch diesen Wald von Felsnadeln und Felswänden wie die bekannte The Wall zu laufen. Die Kiefern waren mit dem tiefblauen Himmel ein herrlicher Kontrast zu den roten Felsen.

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Navajo Loop Trail Bryce CanyonHoodoos Bryce Canyon

Der Aufstieg erfolgt durch einen kleinen Mini Canyon in vielen Serpentinen hinauf bis knapp unter dem Sunrise Point. Immer wieder gab es tolle Ausblicke auf den westlichen Canyon und ich musste die leuchtenden Hoodoos einfach immer wieder fotografieren!

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Navajo Loop Trail Bryce Canyon

Es war ein schöner Hike, für den ich etwas mehr als eine Stunde benötigte.

Queen′s Garden Trail

Der zweite Trail startete vom Sunrise Point und gilt als der einfachste Hike im Bryce Canyon. Das kam mir wegen meines Beines sehr gelegen. Er ist kein Rundwanderweg und man muss die knappe Meile wieder zurück laufen und dabei nur 98 Höhenmeter überwinden.

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Queen′s Garden TrailQueen′s Garden Trail Bryce Canyon

Der Weg führt leicht bergab und man taucht sofort in die Welt der Hoodoos ein. Am Anfang gibt es bizarre Türmchen und die Felsnadeln leuchten selbst um diese Zeit noch rot im Gegenlicht. Auch auf diesem Trail konnte ich mich an den Felsen und Formationen nicht satt sehen und der Chip der kleinen RX100 glühte . Am Boden des Canyons angekommen steht ein markanter Fels, der aussehen soll wie Queen Victoria, die über ihren Garten der Hoodoos schaut. Na ja, die Queen ist anscheinend ganz schön erodiert, denn wirklich erkennen konnte ich sie nicht . Aber die Wanderung war sehr schön!

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Queen′s Garden TrailQueen′s Garden Trail Bryce CanyonQueen′s Garden Trail Bryce Canyon

Ich wanderte wieder hinauf und spürte nun meine Beine und die Verletzung ganz schön. Aber das musste heute sein – Prellung und Blutergüsse hin oder her...

Immerhin ruhte ich mich zwei Stunden im Hotel aus und legte das eisgekühlte Bein hoch. Dann war es Zeit zum Sonnenuntergang, den ich heute am Paria View fotografieren wollte. Die Felswand mit dem einzeln stehendem Felsenturm gefiel mir ausgesprochen gut und liess sich im warmen Spätnachmittagslicht schön in Szene setzen. Ich wanderte den kurzen Weg entlang und fand immer wieder neue Standpunkte. Schliesslich schlich die Sonne langsam den Canyon hoch bis das letzte Licht den Rand beleuchtete. Ich hatte Gesellschaft eines anderen Touristen, der es sich nicht nehmen lassen wollte, mich zu fotografieren, damit ich auch eine Erinnerung habe... Okay, war ja nett und die Plauderei auch ! Das Licht verschwand und wurde nachtblau. Zuerst glühten die Felsen noch orange und rosa nach bis es dann blau wurde.

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Paria ViewParia View Bryce Canyon

Ein schöner, aber auch für mein Bein anstrengender Tag ging zu Ende. Den Rest des Abends entwickelte ich Bilder und kühlte mein Bein.

Highlight des Tages: der ganze Tag!

14. November 2019

Begegnung am Sunset Point zu Sonnenaufgang

Heute Morgen fuhr ich zum Sunrise Point und suchte mir einen Standpunkt auf dem Rim Trail Richtung Sunset Point. Das Mondlicht war heute noch schöner als gestern morgen, weil der Mond höher stand und den Bryce Canyon mit seinem warmen Licht ausleuchtete. Es war eine tolle Stimmung in völliger Ruhe. So früh morgens war ich meistens noch allein, aber ich habe dabei überhaupt keine Angst. Ich geniesse diese Stunde vor Sonnenaufgang von der Dunkelheit über die blaue Stunde immer sehr.

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Sonnenaufgang Sunrise PointSunrise Point Bryce CanyonBryce Canyon

Doch heute war etwas anders. Als es in der blauen Stunde etwas heller war, stand plötzlich wie aus dem Nichts eine kleine, sehr alte Dame (ich schätze Ende 80, Anfang 90!) neben mir. Erst sagte sie, dass es sie nervös machen würde, mich mit der Kamera so nah am Rand stehen zu sehen. Doch dann erzählte sie mir leise ihre Geschichte. Dass sie vor einigen Jahren ihren Mann nach über 55 Jahren Ehe verloren hatte und heute mit ihrem Verlobten (!) hier wäre, der aber zu schlecht zu Fuss ist, um zusammen mit ihr den Sonnenaufgang zu sehen. Es war fast unheimlich, so als könnte sie lesen, dass Gerd nicht mehr da ist und als wollte sie mir Mut machen, dass es auch im Alter möglich ist, einen Partner zu finden .
Nach einer Weile war sie genauso leise verschwunden wie sie gekommen war – und hinterliess mich irgendwie wie in einem Traum.

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Sonnenaufgang Sunrise PointSunrise Point Bryce CanyonBryce Canyon

Die Sonne ging auf und ich fotografierte weiter. Der Sonnenstern war ganz brauchbar, wenn auch aufgrund des Rauchs nicht ganz so ideal. Der nette Mann von gestern hatte mir erzählt, dass es Richtung Salt Lake City einen Waldbrand geben würde und die Rauchschwaden waren heute deutlich in der Distanz zu sehen. Auf den Fotos, die nach Sonnenaufgang entstanden sind, kann man das gut in der Ferne sehen. Das goldene Licht war aber trotzdem schön und ich freute mich über einen weiteren fantastischen Morgen.

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Hoodoos Bryce CanyonSunrise Point Bryce CanyonBryce Canyon

Auf dem Rückweg machte ich einen kurzen Stop am Fairyland Canyon, der oft übersehen wird. Mir gefielen die Hoodoos dort sehr, aber das Licht war nicht ganz ideal mit Gegenlicht. Für zwei Fotos reichte es aber und ich würde eigentlich gern nochmal ganz früh morgens hierher kommen. Doch die Wettervorhersage sagte eine Wetterverschlechterung voraus.

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Fairyland Canyon BryceFairyland CanyonHoodoos Bryce Canyon

So nutzte ich dann nach dem Frühstück das schöne Wetter noch für eine weitere Wanderung auf dem Rim Trail. Ich parkierte am Inspiration Point und lief bis zum Sunset Point. Das sind 1.3 Kilometer einfache Strecke mit einigen Steigungen und hin und zurück reichte mir das heute auch mit dem Schienbein, das immer noch bei jedem Schritt schmerzte. Ich schaute nochmal bei Thor′s Hammer vorbei und machte einige Fotos. Dann liess ich es aber gut sein, wanderte zurück zum Inspiration Point und fuhr zurück ins Hotel.

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Thor′s Hammer Bryce CanyonNavajo Loop TrailThor′s HammerBryce Canyon

Ich hatte die Wanderung gut geplant, denn als ich zurück am Parkplatz war, war der Himmel bedeckt. Den Rest des Tages verbrachte ich im Hotel.

Highlight des Tages: die Begegnung mit der alten Dame

15. November 2019

Schlechtwettertag

Dieser Tag ist schnell erzählt. Ich fuhr trotz Wolken die paar Meilen zum Sunset Point und schaute, was so gehen würde. Der Mond schien noch und am östlichen Horizont gab es ein schmales rotes Band. Hübsches Sonnenaufgangslicht würde es also nicht geben, aber das Mondlicht gab nochmal alles. Für zwei Fotos reichte es und dann noch zwei Fotos, als der Horizont kurze Zeit pink leuchtete. Das war es dann aber auch und Licht wurde es nicht.

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Bryce CanyonBryce CanyonBryce CanyonBryce Canyon
Bryce Canyon

Die Wetterverschlechterung sollte allerdings nur heute andauern und ich nutzte den Tag, mein Bein zu kühlen und zu schonen. Dabei bearbeitete ich ein paar Fotos und arbeitete am Reisebericht. Durch das viele gute Wetter war ich schon ganz schön hinten dran !

Highlight des Tages: nix

16. November 2019

Sonnenaufgang am Bryce Point & Weiterreise nach Zion

Heute Morgen war es wieder klar und ich freute mich, dass es mit dem Bryce Point zu Sonnenaufgang doch noch klappen sollte. Am Anfang hatte es wieder schönes Mondlicht, das aber rasch schwächer wurde und der blauen Stunde Platz machte. Die vielen Hoodoos gefallen mir in diesem sanften ersten Licht des Tages fast besser als im Sonnenlicht. Irgendwie ist der Blick vom Bryce Point total chaotisch und fotografisch schwierig zu beherrschen .

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Bryce CanyonSonnenaufgang Bryce Point

Das warme rosa Licht vor Sonnenaufgang machte sich auch gut und so sah die Aussicht fast am besten aus. Schliesslich ging die Sonne auf und obwohl das Licht schön goldig war, war der Blick plötzlich wieder ein Chaos an Hoodoos . Viel habe ich daher auch nicht gemacht und fuhr zum letzten Frühstück zurück ins Hotel, wo ich mich danach mit gut gefülltem Magen auf den Weg in den Zion Nationalpark machte.

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Bryce CanyonSonnenaufgang Bryce Point

Im nächsten Kapitel könnte Ihr dann von meinen Erlebnissen in Zion lesen.



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