Vesterålen

9. Januar 2015

Weiterzug auf die Vesterålen

Das Wetter sah relativ gut aus, als ich um 6:30 Uhr aufwachte und ich konnte sogar ein paar Sterne neben den wenigen Wolken ausmachen. Gerd blieb noch ein Stündchen im Bett, aber ich machte mich auf den Weg zum Skagsanden Strand. Heute Morgen war es bereits deutlich kühler und ich musste zunächst etwas Eis von den Scheiben kratzen. Die Flut lief am Strand gerade auf, aber es gab immer noch genügend nassen Sand für schöne Spiegelungen der Berge im Mondlicht. Eine wirklich schöne Location!

Nach rund anderthalb Stunden Spielzeit kehrte ich zur Cabin zurück, frühstückte rasch und wir beluden das Auto. Kurz darauf fuhren wir los und machten einen ersten Halt am Flakstadpollen, wo ich Fotos der wunderschönen bizarren Gipfel am Fjord in der blauen Stunde machte. Pure Magie! In Leknes betankten wir das Auto und verabschiedeten uns von Kathi. Es war schön, sie und ihre Familie mal wieder zu treffen – mal sehen, ob es uns nochmals auf die Lofoten verschlägt!

Das Wetter wurde immer besser und wir machten einen weiteren Halt am Strand von Myrland, wo die Wolken langsam einen schönen rosa Ton annahmen.

Auf unserer Lofoten Abschiedstour fuhren wir auch nochmal in Haukland vorbei, wo ich ein weiteres (etwas halbherziges ) Panorama machte, bevor wir oben auf dem Pass nochmals die Aussicht auf die Berge und den See bewunderten. Wir setzten die Fahrt Richtung Norden am Steinsfjord und Rolvsfjord entlang fort, machten Fotostops bei Gimsøya und in der Nähe von Henningsvær. Als wir Svolvær erreichten, fing es leider an zu regnen und die Strasse wurde rutschig. So fuhren wir unseren vorerst letzten Halt an der malerischen Kirche von Sildpollnes am Austnesfjorden an, wo ich ein weiteres Panorama machte.

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Danach fuhren wir ohne weitere Pause bis auf die Vesterålen weiter und erreichten Sortland nach etwas zwei Stunden Fahrzeit. Wir tankten und kauften im vertrauten REMA1000 Lebensmittel für die nächsten Tage ein. Unser gebuchtes Apartment in Frøskeland * fanden wir schnell und wie versprochen lag der Schlüssel in einer mit Zahlenschloss gesicherten Schlüsselbox neben der Tür. Wir zogen ein und waren begeistert vom Apartment: das grosse Wohnzimmer mit der vollständig eingerichteten Küche war sehr gemütlich und liess keine Wünsche offen. Desweiteren gab es ein geräumiges Schlafzimmer und ein schönes Badezimmer mit Waschmaschine und Dusche. Gunvor, die Eigentümerin, die im Obergeschoss mit ihrem Mann wohnt, kam vorbei und hiess uns herzlich willkommen. Sie ist eine sehr nette Dame und sie gab uns während der netten Unterhaltung noch einige Tips zur Umgebung.

Diashow Apartment Frøskeland (Klick für grössere Bilder):

Wir packten aus und richteten uns ein, Gerd kochte Abendessen während ich die Fotos sicherte und den Reisebericht schrieb. Nach diesem langen Tag waren wir ziemlich müde und fielen kurz nach dem Abendessen und etwas fernsehen in die Federn.

Highlight des Tages: die blaue Stunde am Flakstadpollen

10. Januar 2015

Die Magie der Vesteralen

Wir standen rechtzeitig auf und verbrachten die blaue Stunde am Ufer des Eidsfjords, wo der Mond gerade unterging. Dieser hübsche Fjord mit den beeindruckenden Berggipfeln gehört ganz sicher zu meinen Lieblingsorten auf den Vesterålen und ich genoss den Monduntergang über den Bergen sehr.

Danach frühstückten wir schnell und fuhren los, um den schönen Tag voll ausnutzen zu können. Fast schon wie immer, kamen wir nicht weit und hielten an einem nahen zugefrorenen See, der mit den blauen Pastelltönen einfach nur fantastisch aussah . Nach einer Fotopause fuhren wir weiter zum Annfjorden und erreichten bald Sandvika. Leider war das Licht für den Strand nicht optimal und wir gingen daher auch gar nicht erst hinunter. Die Sonne zauberte einige schöne Farben in den Himmel auf der anderen Seite hinter den Bergen und so verbrachten wir dort eine ausgedehnte Spielzeit am felsigen Strand.

Die Zeit verging mal wieder wie im Flug und wir fuhren langsam zurück. Die Spiegelung am Annfjorden war nun perfekt und die ganze Landschaft wirkte richtig schön arktisch. So verbrachte ich fast die gesamte blaue Stunde an diesem magisch schönen Ort, der wohl immer zu meinen Lieblingsplätzen auf den Vesterålen gehören wird.

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Schliesslich ging es zurück zum Apartment, wo wir zu Abend assen und etwas Schlaf nachholten, bevor wir uns gegen 20 Uhr wieder auf Nordlichtjagd machten. Oppmyrbogen war unser erster Stop und wir konnten auch schon sofort die erste, schwache Aurora über den hübschen Bergen ausmachen. Wir blieben hier eine Weile und setzen die Fahrt Richtung Stø fort. Kurz vorher fanden wir eine kleine Parkmöglichkeit, von wo wir ein atemberaubendes Panorama auf die Berge und den Fjord hatten. Das Nordlicht war zwar noch schwach, aber immer wieder mal stärker und sehr gut zu sehen. Es wirkte einfach toll mit der Landschaft, ohne diese durch eine zu starke Aktivität zu erschlagen.

Der Mond ging gegen 23 Uhr auf und tauchte die Landschaft in ein ganz zauberhaftes Licht. Dann wurde auch das Nordlicht stärker und wir konnten über diese Naturschönheiten einfach nur noch staunen. Wir genossen das Naturspektakel in vollen Zügen und fotografierten bis ungefähr halb zwei Uhr. Wir fuhren zurück und hielten noch ein paar Mal, weil die Aurora doch wieder stärker wurde und wunderschöne Strukturen auf den Sternenhimmel zauberte. Was für eine wundervolle Nacht dies war!!!

Erst gegen drei Uhr morgens kehrten wir ins Apartment zurück und fielen sehr müde, aber umso glücklicher in die Federn.

Highlight des Tages: die Nordlichtlandschaft

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11. Januar 2015

Blau, Rosa und Grün

Natürlich begann mein Tag wieder am schönen Ufer des Eidsfjord, während Gerd noch ein wenig Schlaf nachholte. Wenn ich solche Naturschönheiten geniessen kann, fühle ich weder Schlafmangel noch Kälte! Ich hatte nur weniger als fünf Stunden geschlafen und es war eisig kalt bei windigen -17°C, aber ich war einfach nur glücklich. Der Fjord war ruhig und die eiskalte Morgenstimmung zauberhaft.

Und auch schon fast wie immer, trank ich nur einen schnellen Kaffee und verschlang ein Sandwich, als ich zurück kam. Nachdem ich gestärkt und wieder aufgewärmt war, starteten wir zu unserer Tagestour. Der Himmel war wunderschön blau und rosa mit hübschen rot leuchtenden Wölkchen und ich konnte gar nicht anders, als an jeder Ecke Fotos vom Licht, der Berge, der Fjorde, dem Eis und den Farben zu machen Speziell das Eis bei Riskjosen hatte es mir angetan und ich verbrachte einige Zeit am Rande des Fjords mit dem knackenden Eis. Wir fuhren weiter nach Hovden, wo der zugefrorene Ravatnet See mit rosa Wolken ein fantastisches Motiv bot. Was für ein schöner Ort!

Anschliessend war der Tag schon fast wieder vorbei und wir kehrten langsam Richtung Sortland zurück. Der eisige Fjord bei Rise sah auch im blauen Licht fantastisch aus und ich legte nochmal eine kleine Fotopause ein. Es ist schlicht jeden Tag aufs neue faszinierend, wie lange die blaue Stunde zu dieser Jahreszeit hier im Norden andauert! Zum Abschluss fotografierten wir nochmals am Björndalsfjorden und meinem Lieblingsberg und dann ging es endlich zurück zum Apartment, wo wir zu Abend assen, duschten und ein wohlverdientes Nickerchen genossen.

Gegen 21 Uhr fuhren wir wieder Richtung Hovden und kamen dort absolut rechtzeitig zur Hauptvorstellung von Lady Aurora an. Das Nordlicht tanzte über den Bergen von Hovden während eines kurzem, aber heftigem Schauspiels. Wir waren glücklich mit dieser Ausbeute, da es uns bisher immer gelungen war, das Nordlicht vor einer anderen Landschaftskulisse zu fotografieren. Es blieb nach diesem Ausbruch leider ruhig, doch wir kehrten mehr als zufrieden und glücklich zurück ins Apartment.

Highlight des Tages: die Farben des Nordens

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12. Januar 2015

Rosa, Blau und Grün

Die Wettervorhersage war für heute fantastisch und wir entschieden uns, nach einem schnellen Frühstück, direkt gemeinsam loszuziehen. Unser erstes Ziel war der Hognfjorden gegenüber von Sortland, wo man bereits zartes rosa Licht am Horizont ausmachen konnte. Nach einigen Fotos wurde es jedoch immer deutlicher, dass das rosa Glühen bei Sortland intensiver war und wir brachen wieder auf. Schnell eilten wir zurück, bis wir ein schönes Plätzchen am Strand fanden. Zum Glück bleibt das Licht ja lange um diese Jahreszeit und ich konnte ganz in Ruhe dieses wahnsinnig intensive Licht über den Bergen und dem Sortland Sund einfangen. Was für ein verrücktes, schönes Licht das war!

Wir wechselten auf die andere Seite des Sunds und ich konnte nicht widerstehen, ein Panorama von der Bergkette in diesem grossartigen Licht zu machen.

Es ist so Klasse, dass man an einem Morgen so viele Kompositionen ausprobieren kann, da dieselbe Lichtsituation fast zwei Stunden andauert! Wir fuhren noch ein paar Kilometer weiter bis wir einen tollen kleinen Strand fanden, von wo aus wir einen traumhaften Blick über die gesamten Berge bis hin zu den Lofotenbergen hatten. Ein perfekter – wenn auch windiger – Platz für den Sonnenuntergang und die blaue Stunde, den wir trotz steif gefrorener Hände und Füsse bis zum Ende genossen.

Durchgefroren, aber glücklich kehrten wir zum Apartment zurück, doch ich entschied mich spontan, die letzten Minute der blauen Stunde am Eidsfjord zu verbringen. Gerd zog es vor, im Apartment zu bleiben und das Essen vorzubereiten, bis ich schliesslich zurückkam. Ich ging nach oben, um Gunvor zu treffen und musste noch die Miete für Bettwäsche und Handtücher bezahlen. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile sehr nett über die Inseln und Fotografie und ich bin mir absolut sicher, dass wir in der Zukunft in irgendeinem Herbst nochmals in dieses schöne Apartment auf die Vesterålen zurückkommen werden.

Kurz nach dem Abendessen ging es wieder los auf Nordlichtjagd, da die Vorhersage sowohl für Wetter als auch für die Aurora sehr gut war. Wir wurden mitnichten enttäuscht und mit wundervollem Norldicht an einem grossartigen Plätzchen am Annfjord belohnt. Die kleinen Tümpel, wo ich gestern noch die Spiegelung vorgefunden hatte, waren heute alle gefroren und boten einen perfekten Vordergrund für die Berge und dem tanzenden Nordlicht. Wir entschlossen uns, nicht weiterzuziehen, sondern abzuwarten, wie sich die Aurora entwickeln würde und es war in der Tat eine goldrichtige Entscheidung. Das Nordlicht wurde stärker und schwächer und machte sich einfach fantastisch als Bestandteil der Bildgestaltung in dieser malerischen Fjordlandschaft.

Ich wusste bereits in diesem Augenblick, dass die Fotos zu meinen absoluten Lieblingsfotos gehören würden. Ein kleiner Wehrmutstropfen war die Abwesenheit von Mondlicht, aber das wäre ja fast schon zu perfekt gewesen

Kurz nach Mitternacht verliessen wir dann den Fjord und machten einen letzten Halt Bjorndalsfjorden. Und es war eine weitere goldrichtige Entscheidung! Kurz nach unserer Ankunft begann ein irrsinnig intensives Nordlichtfeuerwerk über dem Fjord und den Bergen. Alles war völlig grün, die Lady tanzte kreuz und quer über den Himmel und wieder einmal vergass ich angesichts dieses Spektakels fast zu fotografieren! Atemlos genossen wir diesen Ablick und kehrten danach müde, aber überglücklich gegen halb zwei Uhr ins Apartment zurück.

Highlight des Tages: das Nordlicht im Annfjord

13. Januar 2015

Winterliche Fahrt nach Senja

Wir standen bereits um 6:30 Uhr auf, weil wir heute leider die Vesterålen schon wieder verlassen und nach Senja weiterziehen würden. Die Fahrt sollte lang werden und mindestens fünf Stunden dauern und daher wollten wir früh starten. So beluden wir nach einer Dusche und Frühstück das Auto und machten uns auf den Weg.

Die Fahrt war ganz gut, obwohl es über Nacht recht stürmisch geworden war. Wir passierten einige Seen oder Ebenen, wo der Wind heftig blies und zu Schneeverwehungen führte. Dies war aber kein grösseres Problem bis wir dann den Abzweig zur E6 bei Bjerkvik erreichten und sahen, dass die Passstrasse gesperrt war. Die Leute vom Strassendienst schickten uns zurück nach Bjerkvik und meinten, wir sollten in einer Stunde wiederkommen, wenn die Strasse mit Kolonnenfahrt hoffentlich wieder freigegeben wird. So fuhren wir die kurze Strecke zurück in den Ort, parkierten and der Esso Tankstelle, tranken einen Kaffee und kauften etwas zu Essen im Coop Extra nebenan.

Wir machten anschliesslich einen neuen Versuch Richtung Pass und reihten uns in die Warteschlange ein. Das war ein gutes Zeichen, denn die Aufofahrer wurden nicht mehr in den Ort zurückgeschickt! Die Kolonnenfahrt begann dann auch kurze Zeit später und wir waren überrascht, dass auf der Strasse gar nicht viel Schnee und Eiss lag. Aber wir sollten schon bald herausfinden, warum die Strasse gesperrt war: der Sturm oben am See blies in leichter Orkanstärke und die Schneeverwehungen waren absolut krass! Von Zeit zu Zeit konnte ich die Nebelleuchte meines Vorfahrers einfach nicht mehr ausmachen, da der Schnee in geringer Höhe von rechts nach links wehte und so dicht war, dass ich kaum zwei bis drei Meter nach vorn sehen konnte! Wirklich verrückte Bedingungen, aber auch irgendwie ein Riesenspass, hier zu fahren Was wäre denn ein Winter in Norwegen ohne eine einzige Kolonnenfahrt?

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Im nächsten und letzten Kapitel könnt Ihr lesen, was wir für fantastische Winterstimmungen und magische Polarlichter erlebten.

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