Tongariro Vulkanwelt

28. Februar 2017

Weiterfahrt nach Tongariro - Kilometerstand 90415 km

Der Morgen sah vielversprechend aus und ich machte mich um kurz vor sechs auf den Weg zum Strathmore Saddle. Auf dem Weg dorthin fuhr ich fast die ganze Zeit durch mehr oder weniger dichten Nebel und auch auf der Passhöhe war es nebelig. Doch über mir konnte ich Sterne sehen und ich war optimistisch, dass sich der Nebel mehr und mehr absenken würde.

Die blaue Stunde begann und der Nebel sank tatsächlich! Einzelne Baumgruppen und Hügel tauchten aus dem Nebel auf und der Taranaki thronte im Hintergrund über der hübschen Landschaft. Die Luft war sehr feucht und schon bald legte sich die Feuchtigkeit auf Ausrüstung und meine Kleidung, die schnell pitschnass war. Am ärgerlichsten war das ständige Anlaufen des Grauverlauffilters und ich kam mit dem Putzen kaum nach!

Das Erdschattenlicht erschien rund um den Taranaki und die Landschaft vor mir verzauberte sich in blau-rosa Pastelltöne, bis die Sonne schliesslich aufging. Leider war das Licht wegen einer Wolkenbank etwas fahl, aber das tat der ganzen Stimmung keinen Abbruch.

Glücklich fuhr ich zurück zur Farm, wo wir ausgiebig frühstückten und in aller Ruhe unsere Sachen zusammen packten. Wir verabschiedeten uns herzlich von Margaret und Pete, die heute Termine hatten, und konnten noch bis Mittag im Loft bleiben. Doch zuvor fuhren wir mit Pete noch zur Dolly's Machine und zapften uns drei Liter der leckeren Milch für die nächsten Tage. Wir waren sicher, dass wir nicht zum letzten Mal in Barberry Hills sein würden Nicht zuletzt waren die mückenfreien Tage eine Wohltat - ob es wohl so weitergehen würde?

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Wir machten uns dann auf den Weg in den Tongariro Nationalpark und fuhren den Forgotten Highway auf gesamter Strecke. Auf halber Höhe befindet sich die Republic of Whangamomona. Ein winziger Ort, der aus Protest zur Verwaltungsreform der Regierung, in der die Gemeinde je zur Hälfte zwei unterschiedlichen Verwaltungsregionen zugeordnet wurde, 1989 seine Unabhängigkeit ausrief und sich zur Republik erklärte. Im einzigen Pub/Hotel des Ortes kann man sich sogar einen Pass ausstellen lassen!

Wir machten dort eine kleine Pause und tranken im Pub einen leckeren Cappuccino mit Zimt. Wir setzten unsere Fahrt durch die schöne grüne Landschaft und der beeindruckenden Tangarakau Schlucht mit ihren dichten Wäldern und Flüssen fort. Natürlich durfte auch ein Stop am Hobbit Hole, dem 180 Meter langem Moki Tunnel nicht fehlen. Dieser wurde 1936 erbaut und 1989 tiefer gelegt, damit auch dreistöckige LKW den Tunnel passieren konnten. Auf der weiteren Fahrt fuhren wir über einen Pass, von dem wir eine tolle Aussicht über die grüne Landschaft geniessen konnten.

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Republic of WhangamomonaForgotten HighwayMoki TunnelTangarakau SchluchtTangarakau Schlucht

Viel zu schnell ging die Fahrt vorbei und wir erreichten den Tongariro Nationalpark, wo wir drei Tage in einer Fergusson Motel Unit des Chateau Tongariro Hotel * gebucht hatten. Das Hotel an sich ist ziemlich nobel, doch dazu bekommt man in dem Motel Teil zum Glück nichts mit. Wir hatten ein Apartment mit einem Schlafzimmer (und etwas schmalen Bett), einem Wohnraum mit Küche und Bad mit Waschmaschine/Trockner gebucht und waren bis auf Kleinigkeiten wie dem kleinen Bett und der etwas spartanischen Küchenausstattung zufrieden. Es war nichts Besonderes und für das Gebotene mit 210 Dollar/Nacht definitiv zu teuer, aber hier am Alpine Crossing zahlt man wohl auch die Lage mit - das ist bei uns in der Schweiz ja nicht anders! Das Apartment an sich war sauber, der Service freundlich und gut - es gab nichts zu beklagen. Das Hotel liegt günstig mit Blick auf den höchsten Vulkan Neuseelands, dem Ruapehu sowie auf den Bilderbuchvulkan Ngauruhoe.

Diashow Chateau Tongariro Motel (Klick für grössere Bilder):
Fergusson Unit Chateau Tongariro

Wir zogen ein, machten eine kleine Wanderung und liessen den Tag ruhig ausklingen. Es zogen dichte Wolken auf und der Sonnenuntergang fand am Vulkan nicht statt.

Highlight des Tages: die Nebelstimmung am Strathmore Saddle

1. März 2017

Am Vulkan, Wasserfall & Vogelleben

Zum Sonnenaufgang fuhren wir ein paar Kilometer den Berg hinauf, aber das Erdschattenlicht gab am Mount Ruapehu nicht viel her. Als wir wieder ins Dorf fuhren, sahen wir schönes Licht Richtung Sonnenaufgang am Mount Ngauruhoe und mir gelangen doch noch ein paar stimmungsvolle Aufnahme der Wetterküche, wie sie sich hier präsentiert.

Nach dem Frühstück und etwas Arbeiten an den Fotos nahmen wir den Sessellift Rangatira Express hinauf zum Gipfel; das Ticket kostet 15 Dollar Retour. Auf halber Strecke muss man umsteigen in einen etwas betagteren Sessellift und in rund 15 Minuten erreicht man die Basis des Skigebiets auf 2.020 Meter Höhe. Dort sah es nur ohne Schnee etwas trostlos aus und die einzige Attraktion ist das höchst gelegene Café Neuseelands: das Knoll Ridge Café ein ziemlich moderner Bau mit schöner Aussicht in die Ebene. Wir tranken dort einen Kaffee, schauten uns ein wenig um und nahmen wieder den Sessellift nach unten. Auf Wandern hatten wir keine Lust: dort oben ist es eine einzige Geröllhalde, es wurde mit Hubschrauber und Baggern an den Liften modernisiert und der Gipfel zog sich bereits wieder mit Wolken zu.

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Rangatira ExpressRangatira ExpressKaffee im Ridge Knoll CaféRidge Knoll Café

So assen wir zu Mittag und machten uns auf zur Wanderung zu den Taranaki Falls. Dieser 20 Meter hohe Wasserfall gehört für uns zu den beeindruckensten und schönsten Wasserfällen, die wir bisher gesehen haben und sie befindet sich im Herzen des Tongariro Nationalparks. Wir nahmen den oberen Weg, der zunächst durch einen lichten Birkenwald führte und danach auf einer Hochmoorebene wunderbare Blicke auf die Vulkane bot. Nach rund einer Stunde Wanderzeit erreichten wir den Wasserfall, der sich wirklich malerisch in die Landschaft einbettet. Wir mussten eine Weile warten, bis sich Wolken vor die Sonne schoben und wir den schönen Wasserfall ausgiebig fotografierten konnten.

Im schönen Nachmittagslicht wanderten wir zurück und genossen speziell den Ausblick auf den Mount Ruapehu über dem Moor. Ausserdem konnten wir viele Vögel beobachten wie den Graumantelbrillenvogel (Zosterops lateralis) und die für uns neue Art Redpoll (Carduelis flammea) und dem Fleckenbauchvogel ( Bestimmung folgt... ). Wir liessen uns auf der Pirsch viel Spass und freuten uns über den ein oder anderen Schnappschuss, den die flinken Vögel zuliessen.

Zum Abschluss des Tages bot uns der Planet Sonne nochmals eine besondere Show, als sie durch einen Spalt in den Wolken die Landschaft in tiefes Rot tauchte. Ich freute mich auch über den Sonnenstern, mit dem ich gar nicht mehr gerechnet hatte!

Ein ruhiger, aber schöner Tag ging zu Ende und wir freuten uns bereits auf die Wanderung am Tongariro morgen.

Highlight des Tages: die Wanderung zum Wasserfall

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2. März 2017

Tongariro Alpine Crossing bis Red Crater

Wir hatten extra viele übernachtungen hier eingeplant, um die Möglichkeit eines perfekten Tages für das Tongariro Alpine Crossing zu haben. Und was soll ich sagen? An diesem Donnerstag war es so perfekt, wie es perfekter gar nicht sein konnte!

Als wir morgens um viertel nach sechs Uhr nach einer schnellen Tasse Kaffee ins Auto stiegen, wurden wir von Sternen begrüsst, die von einem völlig wolkenlosen Himmel um die Wette funkelten! Was für ein Traum!!! Aufgeregt fuhren wir die rund 16 Kilometer zum Mangatepopo Car Platz und hofften, einen der begehrten - weil wenigen - Plätze ergattern zu können. Auch das gelang uns und wir fanden problemlos einen Parkplatz. Dieser füllte sich aber schnell und später als sieben Uhr sollte man nicht hier sein!

Wir packten Getränke und Sandwiches in die Tagesrucksäcke und machten uns mit gefühlt hundert anderen Touristen auf den Weg Richtung Krater. Der erste Teil des insgesamt 19,4 Kilometer langen Crossings führt vom Parkplatz zu den Soda Springs, ist 4.7 Kilometer lang und wir benötigten dafür 1 Stunde und 20 Minuten. Der Weg führt über kaum merkbare 250 Höhenmeter durch ein hübsches Hochmoor mit kleinen Wasserfällen und wunderschöner Erika und Moosen. An den Soda Springs machten wir eine Frühstückspause und genossen die Aussicht über die Ebene - am Horizont konnte man deutlich den markanten Mount Taranaki erkennen!

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Erdschattenlicht vor AufbruchMt. Ruapehu im MorgenlichtMt. NgauruhoeAufstieg Devil′s StaircaseFast oben am Südkrater!

Die zweite Etappe geht hinauf bis zum Südkrater und heisst bedeutungsschwanger 'Devil's Staircase'. Der Aufstieg über 300 Höhenmeter beinhaltet durchaus einige Stufen und es ist sehr steil, aber trotzdem war es mit ein paar Verschnaufpausen angenehm zu laufen. Ich war zudem happy, dass auch viele jüngere Leute sich heftig schnaufend den Berg hochschleppten - so schlecht sind wir dann wohl doch noch nicht in Schuss

Oben erwartete uns der Südkrater mit den beiden - fast ausgetrockneten - Seen und einem wunderbaren Blick auf den bunten, perfekten Kegel des Mount Ngauruhoe. Von dort gibt es einen 'Weg' hinauf zum Kraterrand: drei Stunden Retour soll er dauern, aber ein Weg ist das nicht wirklich! Wir sahen Leute senkrecht den Weg hochkrabbeln - Wahnsinn!

Wir durchwanderten den Krater, bewunderten die Blumen und machten am Ende eine weitere kleine Pause, bevor wir den Kraterrand wieder hochstiegen. Bereits von hier bot sich eine atemberaubende Aussicht über den Südkrater, dem See und dem Mount Ngauruhoe - aber von den Emerald Lakes keine Spur. Wir schauten etwas belämmert auf den steilen Pfad, der auf den nächsten Gipfel führte... ups...! Aber wir waren ja schliesslich für die Aussicht hierhergekommen und nahmen fest entschlossen den letzten Anstieg über 220 Höhenmeter in Angriff. Doch die hatten es in sich! War der Weg bis hierhin eher nahezu Autobahnmässig ausgebaut, war es ab hier ein in Lehm gehauener, glitschiger Pfad, der sich später auf rutschiger Vulkanasche fortsetzte! Der lehmige Teil wurde mehr oder weniger durch eine Kette gesichert, aber der andere Teil war einfach nur steil, steil, steil!

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Mt. Ngauruhoe vom Südkrater ausMenschen am Gipfel

Schnaufend erreichten wir den Gipfel und konnten endlich einen Blick in den roten Krater werfen - was für ein umwerfender Anblick und was für ein grandioses, perfektes, atemberaubendes Panorama!!! Ich konnte mich an den Farben des Vulkans zusammen mit dem strahlend blauen Himmel nicht sattsehen und war völlig fasziniert von den Strukturen des Kraters. Auch die tiefer liegenden Emerald Lakes mit den dampfenden Fumarolen waren von hier endlich zu sehen und wir genossen einige Minuten einfach nur still dieses überwältigenden Anblick.

Schliesslich liessen wir uns am Kraterrand an einer etwas weniger windigen Stelle nieder und stärkten uns mit den mitgebrachten Sandwiches, Nüssen und zuckerfreien Limonaden. Ich lief noch ein wenig auf dem Kraterrand herum und bewunderte immer wieder den perfekten Kegel des Mount Ngauruhoe.

Wir hatten uns von Anfang an gegen eine komplette Wanderung des Alpine Crossing entschieden, weil für uns der interessanteste Teil einfach der Südkrater und vor allem der rote Krater mit dem Blick auf die Seen ist. Dieser Plan ist auch voll aufgegangen und wir machten uns auf demselben Weg wieder zurück. Der Abstieg auf dem ersten Teil war dementsprechend schwierig und rutschig, aber wir liefen langsam und bedacht und so stürzte keiner von uns beiden und wir kamen sicher am Boden des Südkraters an. Im Krater war nun wesentlich weniger los und über den Gipfeln zogen immer mehr Wolken auf. Wir fotografierten ein paar Pflanzen und stiegen schliesslich zu den Soda Springs ab, wo wir noch eine weitere kurze Pause einlegten und dann zum Parkplatz zurück liefen. Die letzten vier Kilometer zogen sich ziemlich und wir merkten auf dem letzten Kilometer beide heftig unsere Füsse und Muskeln in den Beinen! Aber knapp 16 Kilometer und insgesamt 1400 Höhenmeter sind für uns auch eine akzeptable Leistung!

Zurück im Motel ruhten wir uns erstmal etwas aus, ich arbeitete am Reisebericht und fuhr dann nochmal zum Sonnenuntergang raus. Der Vulkan war erst frei und dann schlug die Wetterküche wieder zu und innert kürzester Zeit hüllten Wolken den grössten Teil des Gipfels ein. Die Sonne fiel wieder durch einen schmalen Spalt und bescherte mir einen wunderschönen Abschluss eines fantastischen Tages.

Highlight des Tages: die Aussicht auf die Vulkanlandschaft

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Emerald LakesMt. Ngauruhoe vom Südkrater ausDer rote Krater (Red Crater)Stolz!Sonnenuntergang Knoll RidgeMt. Ruapehu
3. März 2017

Weiterfahrt nach Castlepoint Kilometerstand 90766 km

Ich war wie immer früh wach und schaute nach, ob es am Morgen schönes Licht geben würde. Der Mount Ngauruhoe war frei, aber es gab nur sehr wenige Wölkchen, die sich verfärben könnten und so war es ziemlich unspektakulär. Aber wie immer genoss ich die frühen Morgenstunden draussen in der Natur!

Wir frühstückten, packten das Auto und machten uns dann auf den Weg Richtung Süden an die Küste nach Castlepoint. Weiter geht der Reisebericht nun mit unserer Zeit am Castlepoint und am Cape Palliser im Süden der Nordinsel.

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