Australien - 2016

22. April - 3. Juni 2016

Tasmanien (Ost)

Wir freuen uns, dass Ihr unseren Reisebericht von unserer Reiseetappe auf Tasmanien gefunden habt. Am 13. April starteten wir unsere knapp 3-monatige Reise, die uns zu diesen Zielen führen sollte. Ein Klick auf die Orte öffnet den jeweiligen Reisebericht in einem neuen Tab.
- Singapur
- Melbourne
- Tasmanien (West)
- Tasmanien (Ost)
- Sydney & New South Wales
- Flores & Komodo, Bali
- Singapur

Dieser Reisebericht deckt die zweite Hälfte ab Hobart und die östlichen Teile der Insel ab. Den ersten Teil, der uns von Arthur River über Stanley, dem Rocky Cape Nationalpark, Cradle Mountain und Strahan bis in den Mt. Field Nationalpark führte, könnt Ihr hier nachlesen: Reisebericht Tasmanien (West).

Die gesamte Reise wurde von mir geplant und gebucht. Nach Singapur und Melbourne verbrachten wir sechs Wochen auf der wunderschönen Insel Tasmanien. Bei Europcar in Devonport mieteten wir einen Mitshubishi Outlander mit 100% Vollkaskoschutz, der ausreichend motorisiert war. Ausserdem bewährte er sich mit seinem zuschaltbaren 4WD auf Schotterpisten, war sehr bequem und bot sehr viel Platz für unser Gepäck. Mit diesem Auto machte es viel Spass und wir fuhren mit ihm insgesamt 5460 Kilometer!

Wir nahmen uns für diese faszinierende Insel im Südpolarmeer viel Zeit und wählten in der zweiten Hälfte auf Tasmanien die folgenden Orte und Unterkünfte als Basis für unsere Erkundungen:

- St. Ives Apartments Hobart *
- Tides Reach Dover *
- Casilda House Dunalley (Geschäftsbetrieb eingestellt)
- Hazards Escape Freycinet
- Bay of Fires Seachange Binalong Bay
- Hawley House (Port Sorell)*
- Travelodge Hobart*

Wenn es Euch bei uns gefallen hat und Ihr über Neuigkeiten informiert werden wollt, könnt Ihr in unserem Fotoblog bei SA*GA Photography ~ Moments in Light ~ den E-Mail Service abonnieren.

Wir hoffen, Ihr habt Spass beim Lesen des Reiseberichts sowie beim Betrachten der Fotos.

Sandra & Gerhard Schänzer
SA*GA Photography ~ Moments in Light ~

11. Mai 2016

Auf in den Osten: Hobart

Dies ist eine Fortsetzung unserer Tasmanien Reise - den ersten Teil im Westteil der Insel findet Ihr hier: Reisebericht Tasmanien (West)

Es war unser letzter Morgen im Hamlet Downs und wir genossen das Frühstück im Wintergarten. Zum Abschluss gab es nochmals das leckere Spinat-Feta Omelette :) Dann war es Zeit, unsere Sachen zu packen und uns von Jenifa und Graham zu verabschieden. Wir hatten uns sehr wohl gefühlt in dieser schönen Unterkunft und der Abschied fiel uns schwer!

Aber so machten wir uns auf den Weg nach Hobart, wo wir drei Nächte bleiben würden. Auf dem Weg dorthin wollten wir die Cadbury Schokoladenfabrik besichtigen, aber leider hatte das Besucherzentrum geschlossen - sehr Schade!

Wir fuhren so an Hobart vorbei bis nach Taroona, wo wir am Strand Vögel beobachteten und unsere ersten Galahs (Rosakakadu) sahen! Was für hübsche Papageien das sind! Dann kauften wir beim Coles in Sandy Bay für die nächsten Tage ein und checkten im St. Ives Motel Hobart * ein. Das Zimmer ist eher zweckmässig, aber geräumig mit einer kleinen Küchenzeile und schnellem Internetzugang. Also alles, was wir brauchten :)

Wir schlenderten danach ins Zentrum von Hobart, wo es uns ehrlich gesagt, nicht sehr gefiel. Es ist irgendwie keine schöne Stadt und der Hafen wirkt ziemlich verbaut. Es lagen aber einige schöne Gaffelschoner im Hafen, die Gerd begeistert besichtigte. An einer der Fischbuden tummelte sich ein Seelöwe, der auf Fischabfälle lauerte und sie auch prompt bekam. Nach einiger Zeit erreichten wir die Shoppingmeile und liessen uns Muffins und Kaffee zur Pause schmecken.

Nun war es Zeit für den Sonnenuntergang, doch es war mittlerweile sehr stürmisch geworden. Wir platzierten uns auf der anderen Seite der Tasman Bridge und mir gelangen nur mit sehr viel Mühe ein paar Aufnahmen. Aber immerhin!

So liessen wir den stürmischen Abend bei Steak und Wein im Apartment ausklingen und freuten uns auf die kommenden Tage.

Highlight des Tages: die Muffins

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Tasman Bridge HobartHafenSilberkopfmöweSeelöwe
12. Mai 2016

Rund um Hobart

Wir schliefen beide während des Sturms in der Nacht schlecht und standen früh auf, um zum Taroona Beach zu fahren. Es war leider Ebbe und das Wasser war etwas tief, aber ich gab mir trotzdem Mühe, eine ansprechende Komposition zu finden.

Das Highlight war aber das Paar Rosakakadus (Eolophus roseicapilla), das auf dem Sportplatz der High School frühstückte und sogar ein wenig für Gerd posierte. So niedlich wie die Zwei immer wieder schmusten!

Nach dem Frühstück im Apartment machten wir eine kleine Rundfahrt Richtung Süden, wo es uns an den Stränden von Kingston und Blackman Bay am besten gefiel. Das sind einfach schöne, sommerlich frische, sonnige Strände, die richtig Spass machen!

Gerd fotografierte einige Vögel wie die Jungvögel der Eilseeschwalbe (Thalasseus bergii) oder den hübschen Weisswangenreiher (Egretta novaehollandiae) inmitten von Austernfischern. Am mittlerweile eingestürztem Blowhole bei Blackman Bay machten wir eine weitere Pause und fanden eine schöne Stelle für einen Sonnenuntergang, falls denn dafür noch Zeit wäre.

Gegen Ende des Tages zogen Regenwolken auf und es fing an zu tröpfeln. Aber genau zur blauen Stunde und als die Beleuchtung der Brücke anging, hörte es auch und mir gelangen doch noch einige Kompositionen der Tasman Bridge bei Nacht. Nichts Besonderes, aber immerhin etwas!

Ein unaufgeregter, aber schöner Tag neigte sich dem Ende zu.

Highlight des Tages: Taroona Beach

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Taroona BeachAusternfischerRosakakadu (Eolophus roseicapilla)Tasman Bridge HobartBlowhole Blackman BayKingston BeachJunge Eilseeschwalben (Thalasseus bergii)Weisswangenreiher (Egretta novaehollandiaeuns)
13. Mai 2016

Bruny Island

Auch heute Morgen fuhren wir zum Strand nach Taroona. Der Himmel war fast klar, aber es gab dennoch ein paar dekorative Wolken am Himmel, die sich schön rot verfärbten. Ich suchte mir einen Standpunkt, was heute einfacher war, da das Wasser einen Tick höher stand.

Schnell wurde es heller, die warmen Farben nahmen zu und bald leuchtete alles in einem schönen orange-rot Ton - was für eine tolle Stimmung! Die Sonne ging auf und Gerd suchte nach den Galahs, die aber leider durch Abwesenheit glänzten. Dafür posierte ein Kormoran sehr schön im Sonnenlicht und genoss ein Duschbad:)

Wir fuhren schliesslich nach Hobart zurück und machten uns ein schnelles Frühstück. Wir wollten heute einen Tagesausflug nach Bruny Island machen und die Fahrt zur Fähre nach Kettering dauert rund 40 Minuten. Die 11 Uhr Fähre erreichten wir problemlos und die 20-minütige Überfahrt war trotz des starken Windes ruhig. Es war ein grossartiger sonniger Tag und die Strände von Bruny Island sind ein Traum!

Die weite Adventure Bay mit dem weissen Sand und türkisfarbenem Wasser ist wunderschön und wirkte durch die Enge des 'Neck' noch spektakulärer. Wir erklommen den Aussichtspunkt und genossen die Aussicht in alle Richtungen.

Danach fuhren wir weiter in das kleine Örtchen Adventure Bay, wo wir am Strand eine Mittagspause machten und die warme Sonne in der leichten Bise genossen. Ein kleiner, rot leuchtender Flammenbrustschnäpper (Petroica phoenicea) besuchte uns und wir waren über das Foto des hübschen Vogels hoch erfreut.

Zum Abschluss des schönen Ausflugs besuchten wir das Bruny Island Premium Weingut und machten eine kleine Weinprobe. Sowohl die Weiss- als auch die Rotweine schmeckten uns gut und wir nahmen 6 Flaschen mit. Dann fuhren wir langsam zurück in Richtung Fähranleger und trafen am Neck auf einen Graubartfalken (Falco cenchroides), der sehr nah und in geringer Höhe im Wind stand und nach Nahrung Ausschau hielt. Er war sehr geduldig und gar nicht scheu, so dass uns einige schöne Flugaufnahmen des hübschen Falken gelangen.

In der Nähe des Fähranlegers stehen die sehr individuellen Briefkästen der Anwohner von Apollo Bay, das sich rund acht Kilometer entfernt befindet - ein beliebtes Fotomotiv, das auch wir nicht ausliessen :)

Schliesslich nahmen wir um 16 Uhr die Fähre zurück und fuhren nach Blackman Bay. Es war mittlerweile wechselhaft, aber die Bucht, die ich mir gestern ausgeschaut hatte, bot ein sehr gutes Motiv bei dem Wetter. So fotografierte ich glücklich drauf los, bis es dunkel war und wir zurück nach Hobart fuhren.

Highlight des Tages: Bruny Island

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Taroona BeachThe Neck - Bruny IslandFlammenbrustschnäpper (Petroica phoenicea)Graubartfalke (Falco cenchroides)Graubartfalke (Falco cenchroides)Schwarzgesichtscharbe (Phalacrocorax fuscescens)Blackman BayBruny Island BriefkästenBruny Island WeinanbauBruny Island Anleger
14. Mai 2016

Weiter in den Süden

Heute Morgen fuhr ich allein zum Strand nach Taroona. Es wurde wieder wechselhaft, aber während der blauen Stunde gab es einige interessante Lichtstimmungen und ich machte das Beste daraus.

Leider waren die Galahs wieder nicht da - sie sind wohl an einen anderen Ort zum Frühstück gezogen :) So fuhr ich zurück nach Hobart, wo Gerd bereits mit dem Frühstück auf mich wartete.

Danach checkten wir aus und wir konnten das Auto noch zwei Stunden auf dem Gelände parkieren. Wir liefen zum St. Davids Park, wo wir nach kurzer Zeit das Kookaburra Pärchen fanden. Mit grosser Begeisterung fotografierten wir die zwei hübschen Vögel, die so gar keine Scheu hatten und uns bis auf drei Meter problemlos an sich heran liessen. Das war schon sehr speziell, so Auge in Auge mit einem Eisvogel :)

Wir bummelten dann über den bekannten Salamanca Markt, der jeden Samstag in Hobart stattfindet. Ein sehr schöner Markt, auf dem überwiegend lokale Händler ausstellen und ihre Waren verkaufen. Dazu ein Mix von verschiedenen Verpflegungsmöglichkeiten, die von asiatischen Gerichten über Burger, Muffins, grosse und kleine Pfannkuchen bis zur Bratwurst reichten. Ein sehr abwechslungsreicher Markt, der uns viel Spass machte. Wir kauften am Nant Whiskey Stand ein Polohemd und eine kleine Flasche Whiskey und von einem Weinbauer aus den Hartz Bergen eine Flasche Portwein, der in einem Blaubeerfass gereift ist. Sehr, sehr lecker!

Danach war es Zeit, Richtung Dover in den Süden zu fahren. In Huonville legten wir einen kurzen Stop ein, wuschen und staubsaugten das Auto und kauften im Woolworth für die nächsten Tage ein.

Wir erreichten schliesslich unsere Unterkunft für die nächsten fünf Tage, dem Tides Reach in Dover. Das sehr hübsche und elegante Haus liegt direkt am weissen Pottery Beach mit wunderbarem Blick auf die Esperance Bay. Es gibt zwei Schlafzimmer, ein grosses Wohnzimmer mit einer riesigen, voll eingerichteten Küche, einem schnellen Internet und einem grossen Bad.

Diashow Tides Reach Dover (Klick für grössere Bilder):
Tides Reach Dover

Wir fühlten uns auf Anhieb wohl und genossen auf der Terrasse erstmal einen Kaffee und ein Glas Portwein. Was für eine tolle, ruhige Aussicht! Das Wetter war wechselhaft und Sonne und Wolken wechselten sich ab. So entstanden einige interessante Lichtstimmungen und durch die Langzeitbelichtungen schöne Strukturen im Himmel mit den schnell ziehenden Wolken. Und so ging ein ruhiger Tag noch ruhiger zu Ende...

Highlight des Tages: die Aussicht auf die Bucht

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Taroona BeachDover Esperance BayKookaburra (Dacelo novaeguineae)Esperance Bay
15. Mai 2016

Vogel- und Bürotag

Der Sonnenaufgang von unserem kleinen Strand aus war heute Morgen spektakulär und ich genoss die Zeit sehr. Es gab genügend Wolken für eine Langzeitbelichtung und kurz nach Sonnenaufgang schaute die Sonne über die Hügel im Osten.

Nach dem Frühstück tobten im Garten einige Vögel herum, wobei der ebenso hübsche wie quirlige Weissaugen-Honigfresser (Phylidonyris novaehollandiae) besonders schön posierte. Ein noch quirligerer und in Tasmanien endemischer Graufächerschwanz (Rhipidura albiscapa) turnte kurz auf dem Zaun herum und mir gelangen einige Belegaufnahmen.

Danach zog es zu und es gab einige heftige Schauer. Ich nutzte die Zeit, um mit dem Reisebericht und den Fotos aufzuholen, während Gerd eine Maschine Wäsche wusch.

Am späten Nachmittag machten wir eine kurze Erkundungsfahrt für Standpunkte zum Sonnenaufgang, aber hatten bis auf einen Regenbogen kein Glück mehr mit dem Licht.

Highlight des Tages: die hübschen Vögel

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Esperance BayWeissaugen-Honigfresser (Phylidonyris novaehollandiae)Graufächerschwanz (Rhipidura albiscapa
16. Mai 2016

Cockle Creek & Lichtzauber

Heute Morgen fuhren wir eine halbe Stunde bis in die Gegend vom Police Point, wo wir pünktlich zur Dämmerung ankamen. Die Mündung vom Huon River war sehr ruhig und machte sich gut mit den Bergen von der gegenüberliegenden Seite. Leider fehlten ein paar Wölkchen, die aber später aus Westen heranzogen und ich zusammen mit einem Stein im Vordergrund doch noch zu einigen ansprechenden Aufnahmen kam.

Es war ein schöner Morgen und wir kehrten gegen acht Uhr zurück nach Dover und frühstückten gemütlich. Danach machten wir uns auf den Weg ans südliche Ende Tasmaniens, nach Cockle Creek. Die letzten 19 Kilometer ist es eine Schlaglochpiste, die sich mit unserem Outlander aber sehr gut meistern liess. Wir erreichten Cockle Creek, das eigentlich nur eine Camping Gegend ist, nach rund 20 Minuten. Von hier aus kann man in vier Stunden hin und zurück zur South Cape Bay wandern, aber uns war das Wetter dafür zu unbeständig und ausserdem würde ich den Lion Rock auch gern im guten Licht fotografieren (und dafür müsste man dort campieren). So hatten wir dazu wenig Motivation und wanderten an der Whale Sculpure Richtung Fisher's Point herum. Dabei sahen wir einige Seeadler, Papageien und die südlichste Telefonzelle Australiens :)

Insgesamt hatte ich wohl zu hohe Erwartungen an Cockle Creek oder es war das harte Licht - auf jeden Fall verliessen wir den Süden nach rund zwei Stunden wieder und fuhren nach Southport, dem südlichsten Ort Australiens. Southport ist eine Ansammlung von Häusern mit einem Campingplatz und angeschlossener Taverne sowie Shop mit Take Away. Dort kauften wir uns zwei Cheeseburger und genossen diese in der Sonne am Strand. Die Cheeseburger waren frisch und richtig lecker!

Die Zeit verging wie im Fluge und wir fuhren zurück nach Dover, wo wir am Steg heute mehr Glück mit dem Licht hatten. Die Bay war spiegelglatt, es gab schöne Reflektionen und eine herrliche Ruhe, die nur von einem gelegentlichen Schnauben unterbrochen wurde. Moment.... Schnauben...??? Wir sind doch nicht in Afrika und hier gibt es gar keine Hippos! Aber Delfine... :) Eine Gruppe von drei Delfinen zog durch die Bay und schaute am Steg vorbei, was es dort wohl gibt. Ein Delfin schwamm sogar unter dem Steg durch und tauchte nur rund zehn Meter vor uns auf! Alle halbe Minute kamen sie an die Oberfläche und holten schaubend Luft - ein sehr schöner Anblick!

Die Delfine verschwanden, das Wasser wurde wieder ruhig und wir fotografierten, bis es fast dunkel war und wir zum Abendessen ins gemütliche Apartment zurückkehrten.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang mit den Delfinen

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Sonnenaufgang am Huon RiverCockle CreekGesicht im TotholzWallaby SpurenAbendstimmung Esperance Bay
17. Mai 2016

Tahune Airwalk - Huon Pines

Heute Morgen war es trüb und ich nutzte die Zeit, um den Reisebericht und die Fotos auf den aktuellsten Stand zu bringen.

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir rund 60 Kilometer zum Tahune Airwalk - eine Attraktion, auf die wir uns schon im Vorfeld sehr gefreut hatten.

Den Hauptanziehungspunkt bietet ein Steg in Form einer Stahlkonstruktion von 620 Meter Länge, der im Schnitt in 20 Meter Höhe über dem Erdboden inmitten des Regenwaldes verläuft und in einem freitragenden Ausleger in 46m Höhe über dem Huon River endet. An dieser Stelle hat man einen fantastischen Blick auf den Zusammenfluss von Huon und Picton River. Die Perspektive auf die Bäume in dieser Höhe ist faszinierend und man bekommt einen guten Eindruck, wie gigantisch diese Bäume sind. Ganz in der Nähe wurde vor rund 10 Jahren eine 105 Meter hohe Huon Pine entdeckt! Ausser der Huon Kiefer gibt es natürlich reichlich Eukalyptusbäume sowie Lorbeerbäume, Sassafras, Schwarzholz-Akazien, Tasmanische Blatteiben, Scheinulmen und kleinere Büsche im Unterholz. Das Blattwerk ist so dickt, dass man den Boden oft nicht ausmachen kann - ein Traum in Grün!

Das Wasser der beiden Flüsse ist hier wieder braun, was von den Gerbstoffen des Buttongras (Gymnoschoenus sphaerocephalus) kommt, das entlang der Flüsse wächst. Das Wasser stand sehr hoch und überflutete die Uferbereiche, aber es war bei weitem nicht so hoch wie 2007, als sogar die feste Brücke über den Huon überschwemmt wurde!

Wir liessen uns für den Airwalk viel Zeit und genossen die Ausblicke auf Fluss und Wald. Der Ausleger schwankte sehr und es war ein fast schon berauschendes Gefühl, rund 50 Meter über dem Huon zu stehen!

Nachdem wir wieder unten waren, machten wir den rund 30-minütigen Rundgang 'Huon Pine Walk', der durch den Wald und am Fluss entlang führt. Zu dem Wald habe ich fotografisch keinen richtigen Zugang gefunden. Wahrscheinlich weil das Unterholz noch klein ist und ziemlich chaotisch - mein Auge konnte da keine Ordnung und Ruhe reinbringen. Aber wir entdeckten einige interessante Pilze, denen wir uns widmeten.

Nach einer kurzen Mittagspause machten wir uns auf den Rundwanderweg zu den beiden Hängebrücken - für mich ein wahrer Nervenkitzel. Eigentlich kein Grund, aber es ist doch ein merkwürdiges Gefühl, auf diesen schmalen Brücken über dem reissenden Fluss! Die erste Brücke führt über den kleineren Piction River und ist 72 Meter lang. Den ersten Versuch brach ich ab, als ich in das schnell fliessende Wasser sah! Aber dann wollte ich mir das nicht gefallen lassen und stapfte mutig auf die andere Seite - yaaay! Gerd hat mit Hängebrücken kein Problem und schlurfte ruhig auf die andere Seite :)

Auf der Halbinsel hat man einen schönen Blick auf den Zusammenfluss vom Huon und Picton River und man kann sehr schön die unterschiedliche Fliessgeschwindigkeit erkennen. Nun drohte schon die zweite Hängebrücke, die über 103 Meter über den Huon River führt. Ich nahm all meinen Mut zusammen und schritt langsam und gleichmässig über die Brücke. Nicht mehr ganz so ängstlich, aber so richtig wohlfühlen werde ich mich dabei nie! Gerd kam wieder zügig nach und wir beendeten glücklich diesen Spaziergang :)

Zum Abschluss stiegen wir nochmal zum Airwalk auf und liefen auf ihm zurück zum Ausgang. Was für ein schöner Tag das war!

Wir fuhren zurück nach Dover, wo ich am Strand einige Langzeitaufnahmen von der Esperance Bay machte. Bei einem leckeren Abendessen und Wein liessen wir den Tag ausklingen.

Highlight des Tages: der Ausleger vom Tahune Airwalk

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Grünes BlätterdachTahune AirwalkGigantischer BaumHuon River vom AuslegerHängebrücke Picton RiverAusleger AirwalkHängebrücke Picton RiverHängebrücke Huon RiverEsperance Bay Dover
18. Mai 2016

Hartz Mountains Nationalpark

Heute Morgen traute ich meinen Augen nicht, als ich eine Stunde vor Sonnenaufgang zum Strand ging und in einen tief blutroten Himmel schaute! Die Farben waren der Wahnsinn und der ganze Himmel schien zu brennen. Was mich besonders faszinierte, war, dass diese Farben fast vierzig Minuten anhielten!

Atemlos stand ich am Strand und fotografierte dieses fantastische Farbenspiel. Heute hätte ich mich gern geteilt und auch Fotos von der anderen Seite der Bucht gemacht, aber das ist leider noch nicht möglich :)

Nach dem Sonnenaufgang zog es sich schnell zu und der Zauber war vorbei. Zeit fürs Frühstück! Danach fuhren wir über Geeveston in den Hartz Mountains Nationalpark. Es nieselte leicht, aber das hielt uns nicht davon ab, erst am Waratah Lookout zu halten und danach zum Lake Osborne zu wandern.

Der See ist ein ehemaliger Gletschersee und von der Form her typisch wie viele Bergseen in der Schweiz. Ein schöner See mit ein paar Huon Pines und dichter Vegetation - leider mit den tief liegenden Wolken nicht ganz so schön fürs Auge.

Dafür faszinierten uns die Pflanzen der Sumpflandschaft und die Pandani in den Wäldern. Vor allem das schöne Cutting Grass (Gahnia grandis) und die Pandani (Richea pandanifolia) hatten es uns angetan. Die Pandani, die aussieht wie eine Palme, ist eine Heidekrautart und kann bis zu 12 Meter hoch werden.

Nach der schönen Wanderung machten wir noch den kurzen Spaziergang zum Arve Wasserfall. Auf dem Weg dorthin wurden wir gut nass, aber der malerisch schöne Wasserfall war es wert. Durch den Regen hatte er auch ausreichend Wasser, ohne übervoll zu sein. Der Arve Wasserfall gehört meiner Meinung nach zu den schönsten Wasserfällen in Tasmanien!

Auf dem Rückweg zum Auto schüttete es nochmals wie aus Eimern, aber unsere Regensachen hielten uns einigermassen trocken. Wir fuhren zurück nach Dover und hielten an der Tassal Lachsfarm an, um sowohl frischen als auch geräucherten Lachs zu kaufen.

Zum Abschluss des Tages gab es an der Bay in einer Regenpause einen hübschen Regenbogen. Wir waren genau rechtzeitig vor Ort und kurze Zeit später lag die Bucht spiegelglatt im letzten Licht - eine magisch ruhige Stimmung, aber diesmal ohne Delfine :) Kurz darauf rauschte bereits die nächste Regenfront an und wir fuhren zurück ins gemütliche Apartment.

Zum Abendessen bereitete Gerd den frischen Lachs zu, den wir zusammen mit einer Portion mit Chili geräuchertem Lachs genossen. Was sollen wir sagen? Der Slogan 'The world's most loved salmon' wird diesem Lachs mehr als gerecht. So herrlich festen und wohl schmeckenden Lachs haben wir noch nie gegessen - ein Genuss!

Highlight des Tages: Arve Wasserfall

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Flammender HimmelHartz Mountains NationalparkMoor Lake OsborneCutting Grass (Gahnia grandis)Cutting Grass (Gahnia grandis)Pandani (Richea pandanifolia)Pandani (Richea pandanifolia)Lake OsborneArve FallsEsperance Bay
19. Mai 2016

Umzug in den Tasman Nationalpark

Erwartungsgemäss regnete es heute Morgen und ich nutzte die Zeit, den gestrigen Tag im Reisebericht zu ergänzen. Gerd stand auch auf, machte Frühstück und wir genossen es ein letztes Mal in dieser schönen Unterkunft mit Blick auf die Bucht. Auch dieses Plätzchen werden wir sicher vermissen!

Wir fuhren schliesslich los und kauften im Woolsworth in Huonville unsere halbfrischen asiatischen Gerichte für die nächsten Tage ein. Sie sind nach wie vor ideal, lecker und schnell zubereitet. Der nächste Halt war das Hartz Mountains Weingut, wo wir nach einer kleinen Probe noch zwei weitere Flaschen Portwein und drei Flaschen Sauvignon Blanc kauften. Es war ein herzlicher Empfang, denn die Dame erkannte uns vom Salamanca Markt wieder :)

Weiter ging die Fahrt und bevor wir Margate erreichten, sichteten wir einen Keilschwanzadler (Aquila audax) im Baum, den wir zumindest versuchten, zu fotografieren... In Margate angekommen, verbrachten wir im Margate Market Train unsere Mittagspause im Pancake Train Restaurant. Die Wagons dieses Zuges gehörten zum Tasman Limited, dem ehemaligen Paradezug der Tasmanischen Staatsbahn. Er war der letzte Personenzug der von 1954 bis 1978 zwischen Hobart und Launceston verkehrte. Danach wurden die Wagons an Privatpersonen verkauft. Die heute zu bewundernde Dampflokomotive hat den Tasman Limited allerdings nie gezogen. Heute sind in den Zugabteilen kleinere Geschäfte wie ein Buchladen und eben das Pancake Train Restaurant untergebracht. Sie bieten zwar auch Hauptgerichte an, aber das Highlight sind die Pfannkuchen, die es in vielen Variationen gibt. Gerd entschied sich für einen doppelten Pfannkuchen mit Zimt und Apfel und ich mich für einen Kinderpfannkuchen mit Vanilleeis und Schokosauce :) Wir liessen es uns schmecken und genossen das Ambiente in den Plüschsesseln der 1. Klasse der 50er Jahre.

Diashow Margate Market Train (Klick für grössere Bilder):
Margate Pancake TrainMargate Pancake TrainMargate Pancake TrainMargate Pancake Train

Danach war es Zeit, Richtung Port Arthur zu fahren. Aber bevor wir unsere Unterkunft ansteuerten, erkundeten wir das Tasselated Pavement und die Marion Bay für die nächsten Touren. An der Marion Bay nutzte ich eine Regenpause und machte ein paar blaue Stunde Fotos zum Ausprobieren. Dann fuhren wir zurück nach Dunalley, wo wir unsere Unterkunft für die nächsten vier Tage, das Casilda House, ansteuerten. Es ist eine B&B die auch eine gemütliche Küche und einen Wohnraum mit Kamin zur gemeinschaftlichen Nutzung hat. Das ganze Haus war sehr gemütlich und hat sich den alten Charme bewahrt. Es ist immerhin über 100 Jahre alt und gehört zu den wenigen historisch erhaltenen Häusern von Dunalley. Der Ort liegt am Eingang zum Tasman Nationalpark, den wir die nächsten Tage erkunden wollten.

Wir wurden von Tony herzlich empfangen und er erklärte uns die Zimmereinrichtungen. Alles war gemütlich (auch wenn Teppiche und gepolsterte Sessel etwas Retro sind... ) und wir genossen vor allem den Kamin sehr.

Diashow Casilda House Dunalley (Klick für grössere Bilder):
Casilda House DunalleyCasilda House DunalleyCasilda House DunalleyCasilda House DunalleyCasilda House DunalleyCasilda House DunalleyCasilda House Dunalley

Wir richteten uns ein, machten Abendessen und liessen den Abend bei Wein und Port am Kamin ausklingen.

Highlight des Tages: die Pfannkuchen

20. Mai 2016

Ein Tag im Tasmanian Devil Unzoo

Heute war mal wieder Aufstehen in der Nacht angesagt und wir waren pünktlich zur Dämmerung in der Marion Bay. Wir gingen an den Strand und bewunderten das orange-rote Glühen hinter den Hügeln von Maria Island. Die See war trotz des kühlen Windes ruhig und wir genossen einen wunderbaren Morgen, bis die Sonne aufging.

Pünktlich zum Frühstück waren wir um viertel nach acht Uhr zurück im Casilda House, wo Tony bereits den Frühstücksraum eingedeckt und geheizt hatte. Der Tisch war liebevoll gedeckt und auf einem Rondell befanden sich selbstgebackenes deutsches Brot, selbst gekochte Marmeladen, frischer Obstsalat, Joghurt und frische Milch. Bald darauf kam Tony's sympathische Frau Kathy mit ihrem hübschen, tauben Hund Missy und wir begrüssten uns herzlich. Kathy bereitete dann das warme Frühstück zu, dass wir am Vorabend auswählen konnten: Würstchen, Speck, Tomate und Spiegelei. Alles war ausgesprochen lecker und wir liessen es uns schmecken.

Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Port Arthur bis zum Tasmanian Devil Unzoo. Dieser Zoo ist ein 'Unzoo', weil er ein völlig anderes Konzept umsetzt als herkömmliche Zoos. Die Zäune und Käfige existieren nicht mehr und die Tiere haben weitläufige Gehege bekommen, die weitestgehend ihrer Natur entsprechen. Einheimische Tiere wie der Filander gehen und kommen wie sie wollen, es hat für sie keine Begrenzung. Der Unzoo hat sich in erster Linie dem stark gefährdeten Tasmanischem Teufel (Sarcophilus harrisii), auch Beutelteufel genannt gewidmet, aber auch andere tasmanische und australische Tierarten wie die nächsten Verwandten des Teufels, die Tüpfelbeutelmarder, Filander (eine Art von Wallaby), Hühnergänse sowie Kängurus und viele hübsche einheimische Vögel.

Wir begannen mit einer Einführung zu den Tasmanischen Teufeln durch Philip, der uns viel zu den Tieren erzählte und auch auf die schreckliche Krebsart Devil Facial Tumour Disease einging. Es ist eine immer tödliche Krebsart, die durch Bisse und Kratzer übertragen wird und vor allem im Gesicht der Tiere sichtbar wird und nicht heilbar ist. In den letzten zwanzig Jahren wurde 90% der Gesamtpopulation der Tasmanischen Teufel von der Krankheit dahin gerafft. Hier auf der Tasmanischen Halbinsel ist die Krankheit noch nicht bekannt und man versucht alles, eine Ausbreitung zu verhindern. Wir wünschen uns sehr, dass dies auch gelingen wird!

Nach der Fütterung gab es eine interessante Flugvorführung von Renée mit einheimischen Vögeln. Die Kakadus und Papageien wurden hier aus verschiedenen Gründen aufgenommen und aufgepäppelt. Das Highlight war für uns jedoch der Eulenschwalm (Podargus strigoides), den wir so sonst wohl nicht zu Gesicht bekommen hätten, da er im Wald von einem Ast so gut wie nicht zu unterscheiden ist: perfekte Tarnung! Es handelt sich auch keinesfalls um eine Eule, aber um eine ebenfalls nachtaktive Nachtschwalbe. Den Kleinen konnten wir später auch noch tragen und aus der Nähe bewundern. Was für ein hübscher Vogel!

Diashow Tasmanian Devil Unzoo (Klick für grössere Bilder):
Tasmanischer Teufel (Sarcophilus harrisii)Gelbbauchsittich (Platycercus caledonicus)Eulenschwalm (Podargus strigoides)Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus)Filander (Thylogale)Spatzi

Danach gab es erneut eine Fütterung der Tasmanischen Teufel in einem anderen Gehege und dann wurden die freilebenden Gelbbauchsittich (Platycercus caledonicus) mit ein paar Körnern zum Mittagessen gebeten. Nach einem Klingeln mit der Glocke kamen sie aus allen Richtungen angeflogen! Sehr putzige Kerlchen, die viel Spass machten!

Wir mussten die Eindrücke nun erstmal verarbeiten und machten eine kleine Mittagspause, bis es um zwei Uhr mit einem geführten Spaziergang durch den Wald mit zum Meer weiterging. Leider hatten wir nicht viel Glück mit den Tieren, aber der Walk war Dank Philips Humor und Erklärungen trotzdem sehr kurzweilig.

Den Abschluss bildete die Fütterung der Kängurus, Filander und Hühnergänse. Wir bekamen ebenfalls ein paar Pellets und die Kängurus frassen diese aus der Hand: Känguru-Sabberalarm!!! :) Auch das war ein riesiger Spass und wir verliessen den Park danach ziemlich glücklich. Das Besondere ist, dass man nach dem Kauf des Tickets noch mehrmals den Park ohne erneutes Bezahlen besuchen darf. Da wir die Teufel und auch die Vögel nochmals sehen wollten, liessen wir uns für Sonntag eintragen. Ein toller Service, der so wohl einmalig ist!

Es war bereits halb vier und wir machten eine kleine Erkundungsfahrt zum Tasman Arch und dem Fossil Bay Aussichtpunkt, der nun sehr schön im letzten Nachmittagslicht strahlte. Zum Abschluss des Tages fuhren wir zum Tesselated Pavement und ich versuchte mich an den Strukturen. Das Wasser war für meinen Geschmack aber immer noch zu hoch und ich tat mich etwas schwer. Es nimmt mich jetzt schon Wunder, ob ich noch meinen inneren Frieden mit dieser Steinformation machen werde...

Schliesslich fuhren wir zurück und Tony hatte bereits den Kamin angeheizt und Kaffee aufgesetzt - sehr lieb! Ich sortierte Fotos aus, Gerd machte Abendessen und so ging dieser schöne Tag zu Ende.

Highlight des Tages: der Eulenschwalm

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Marion BayWeisswangenreiher (Egretta novaehollandiaeuns)Fossil BayTesselated PavementTasman Arch
21. Mai 2016

Tasman Island Cruise

Ich fuhr heute Morgen allein zur Marion Bay und wurde von einem unglaublich schönem Anblick empfangen! Der Creek am Strand lag völlig ruhig da und die paar dekorativen Wölkchen spiegelten sich im stillen Wasser. Ich war rechtzeitig zur Dämmerung da und konnte so die unfassbar intensiven und schönen Farben einfangen.

Es war ein wahrer Farbenrausch, der fast eine dreiviertel Stunde anhielt, bis die Sonne schliesslich aufging. Ich fuhr dann zügig zurück, da wir bereits um 9:15 Uhr in Port Arthur sein mussten für die Tasman Island Cruise - auf diese Tour hatten wir uns schon seit Wochen gefreut und waren glücklich, so einen schönen Tag erwischt zu haben. Wir genossen dennoch erst das leckere Frühstück und einen Chat mit Tony und Kathy, bis es schliesslich Zeit war, Richtung Süden zu düsen.

Wir kamen pünktlich an, bezahlten und kurze Zeit später ging es mit dem Bus zum Eaglehawk Neck auf die Speedboote. Wir schlüpften in die wasserdichten Teletubbie Umhänge und dann ging es los. Wir hatten einen perfekten Tag gewählt: es war sonnig und es hatte kaum Wind und Wellen! So gehörten wir zu den glücklichen Truppen, die an nur rund 50 bis 60 Tagen die komplette Runde um Tasman Island mit dem Leuchtturm machen konnten. Ich wusste nur noch nicht, ob ich mich wirklich darauf freuen sollte, denn die Ecke ist pures, wildes Südpolarmeer.

Wir fuhren mit rund 20 Knoten aus der Bucht heraus und erreichten schnell den Tasman Arch, in den Mick das Boot geschickt hinein manövrierte. Diesen Felsbogen von unten zu betrachten war wesentlich spannender als gestern von oben!

Wir folgten dann der Felsküste, die aus Dolerit besteht und aussieht wie eine überdimensionierte Orgel! Wir haben noch nie zuvor eine derartige, gewaltige Küste gesehen, die durch die Steilheit und Form der Felsen stark beeindruckte. Die Landschaft änderte sich dann abrupt, als wir in die Fortescue Bay einbogen. Das Wasser war fast spiegelglatt und türkisblau und der Sand der Buch makellos weiss - fast, aber nur fast, ein kleiner Südseetraum :)

Wir passierten einige weitere beeindruckende Felspassagen und in eine der tieferen Höhlen fuhr Mick das Boot umsichtig hinein. Die Wellen waren für meinen Geschmack gewaltig und hämmerten an das Ende der Höhle - es war ein Höllenlärm und ich fühlte mich etwas klein in diesen Naturgewalten. Ich war fast froh, als es wieder aufs Meer ging :)

Diashow Tasman Island Cruise (Klick für grössere Bilder):
Tasman ArchCape HauyCape HauyCape PillarWeissbauchseeadler (Haliaeetus leucogaster)Australischer Seebär (Arctocephalus pusillus doriferus)

Eins der Highlights der Tour sind die Felsnadeln des Cape Hauy, die wunderschön im Sonnenlicht lagen. Wieder beeindruckten vor allem die kerzengerade Form und Steilheit der Felsen. Ein Stück weiter gab es eine Kolonie in der Sonne faulenzenden Australischer Seebären (Arctocephalus pusillus doriferus), der grössten Robbenart. Ein Männchen posierte in geradezu komischen Posen und uns gelangen einige nette Schnappschüsse des dicken Kerlchens. Es folge ein weiteres Highlight der Tour: der Blick auf die mit über 300 Meter hohen höchsten senkrechten Klippen Australiens am Cape Pillar. Ein wirklich beeindruckender Anblick, bei dem man fast Genickstarre bekam!

Nun begann der abenteuerliche Teil der Tour: wir fuhren auf das Südpolarmeer hinaus und selbst bei dem ruhigen Wetter hatte es eine nette 4-Meter Dünung. Den ersten wurde es schlecht, aber uns ging es gut. Wir umrundeten die Insel mit dem Tasman Island Lighthouse und dann sichteten wir auch noch eine kleine Gruppe Delfine! Nach einiger Zeit steuerte Mick den Black Head an, der seinen Namen alle Ehre machte. Die Felsen ragten tiefschwarz, zerklüftet und steil in den Himmel und die See tobte in wilden Wellen um sie herum. Mick steuerte das Boot in affenartiger Geschwindigkeit und tollkühnen Kurven durch die Felsen - es machte Spass!!!

Schliesslich erreichten wir die weitläufige Bucht von Port Arthur und den Anlegesteg. Eine aufregende Tour mit vielen Eindrücken ging zu Ende!

Wir machten danach eine Mittagpause am Strand und erkundeten den westlichen Teil der Halbinsel. Zum Sonnenuntergang fotografierten wir in einer Bucht in der Nähe des Eaglehawk Necks und waren mit den Fotos recht glücklich.

Nun war es Zeit, zurück ins Casilda House zu fahren, wo Tony bereits den Kamin angefeuert hatte und kurz darauf noch für einen Plausch vorbei kam. So liessen wir diesen aufregenden Tag bei Wein ausklingen.

Highlight des Tages: die gesamte Tour

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Marion BayKookaburra (Dacelo novaeguineae)
22. Mai 2016

Tesselated Pavement

Es war eine kurze Nacht, aber es sollte sie wert sein.... Ich stand um kurz nach fünf Uhr auf und machte mich im langsamen Tempo auf zum Parkplatz des Tesselated Pavements. Ich mag nachts enfach nicht schneller fahren, denn mein grösster Albtraum wäre es, ein Tier zu überfahren! Am Pavement traf ich mich mit Hillary, die zur selben Zeit wie ich dort eintraf. Wir packten unsere Sachen und gingen hinunter zum Pavement.

Und es war perfekt! Die Tide war gerade noch weit genug draussen, aber die Pools im Pavement hatten genügend Wasser, um die schönen roten Wölkchen im Himmel zu reflektieren. Hillary war erst skeptisch, aber schnell darauf genau so euphorisch wie ich - es war einfach nur perfekt!

Schnell verfärbten sich die Wolken pink, rot, orange und gelb und ein Motiv jagte da andere. Schliesslich ging die Sonne auf und der Zauber war vorbei; auch weil die Tide mittlerweile zu hoch war und die Strukturen überflutete. Glücklich gingen wir zurück zum Parkplatz und nach einem kurzen Plausch fuhr ich zurück zum Casilda House.

Gerd war in der Zwischenzeit auch fleissig und hatte sogar versucht, das schöne Morgenlicht über der Bucht einzufangen - toll gemacht! Aber sein Highlight waren dann doch die Rosakakadus, die sich pünktlich zum Sonnenaufgang an der Futterstation einfanden. So süsse kleine Kerlchen!!

Wir frühstückten gemütlich und liessen uns das leckere Frühstück mit einem Plausch mit Tony und Kathy schmecken. Danach machten wir uns auf den Weg zum Tagesausflug und steuerten als erstes die Fortescue Bay an, die wir gestern vom Boot aus gesehen hatten. Heute war sie nicht ganz so malerisch, da es windiger war, aber wir genossen dennoch unseren Spaziergang am Strand..

Das nächste Ziel war die 'Remarkable Cave', die sich sehr malerisch in einer kleinen Bucht befindet. Es ist fast ein kleines Wunder, dass das Loch nach aussen genau der Form von Tasmanien entspricht - echt irre!

Diashow Tasmanian Devil Unzoo (Klick für grössere Bilder):
Tasmanischer Teufel (Sarcophilus harrisii)Tasmanischer Teufel (Sarcophilus harrisii)Tasmanischer Teufel (Sarcophilus harrisii)Tasmanischer Teufel (Sarcophilus harrisii)Tasmanischer Teufel (Sarcophilus harrisii)Tasmanischer Teufel (Sarcophilus harrisii)Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus)Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus)Filander (Thylogale)Hühnergans (Cereopsis novaehollandiae)

Auf dem Rückweg machten wir einen Halt an der Safety Cove, die absolut malerisch im Licht lag und eine perfekte Form mit weissem Sand hatte. Nach einer Mittagspause fuhren wir langsam zurück und besuchten nochmals den Tasmanian Devil Unzoo. Diesmal fotografierten wir schwerpunktmässig die nicht so hübschen Devils und hatten auch Spass mit den Kängurus.

Nun ging der Tag bereits wieder dem Ende entgegen und wir suchten uns ein attraktives Plätzchen zum Sonnenuntergang. Das Pavement erwies sich als ungeeignet, da die Tide trotz späterer Ebbe doch höher war als erwartet. Aber ja, dann heisst es umdisponieren und am Ende kommt doch immer etwas Nettes dabei heraus :)

Nach dem Sonnenuntergang fuhren wir zurück ins Casilda House und liessen den Abend ausklingen.

Highlight des Tages: das Tesselated Pavement

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Tesselated PavementTesselated PavementDunalleyRosakakadu (Eolophus roseicapilla)Rosakakadu (Eolophus roseicapilla)Tesselated PavementFortescue BayRemarkable CaveFortescue BayDunalleyFortescue BaySafety CoveTesselated Pavement
23. Mai 2016

Weiter in den Freycinet Nationalpark

Wie schon fast immer regnete es heute Morgen am Reisetag und ich blieb auch mal länger liegen :) Wir frühstückten heute zusammen mit Kathy und Tony: es war ja ihr letztes Frühstück für Gäste und wir hatten Sekt besorgt, um diesen neuen Lebensabschnitt mit ihnen zu feiern. Sie freuten sich sehr und wir verbrachten ein fröhliches und langes gemeinsames Frühstück.

Dann war es auch schon Zeit für den Abschied, der uns diesmal wirklich schwer viel - die Zwei sind wirklich sehr lieb und uns innert kürzester Zeit ans Herz gewachsen!

Schliesslich fuhren wir los Richtung Norden bis nach Coles Bay, wo wir die nächsten drei Nächte im Apartment Hazards Escape bleiben würden. Wir wurden von Tim herzlich begrüsst und er versorgte uns gleich mit einem Wortschwall von Informationen zu Coles Bay und den besten Locations für Sonnenauf- und -untergang :)

Diashow Hazards Escape (Klick für grössere Bilder):
Hazards Escpae Coles Bay Freycinet

Das Apartment ist klein, aber fein mit einer gut ausgestatteten Küche und einem gemütlichen Wohnbereich. Der Schlafbereich ist geschickt abgetrennt und das Bad grenzt an diesen. Eine sehr nette Unterkunft!

Es klarte zum Abend hin etwas auf und wir fuhren an den Strand, wo wir grosse Felsen mit fantastischen Strukturen fanden. Hier sind die Felsen auch schon mit roten Flechten bewachsen, was die Farben nochmals betont. Es war sehr windig und ich kämpfte mit dem Spray auf dem Filter. Aber es machte trotzdem Spass und wir fuhren etwas durchgefroren, aber glücklich zurück ins Apartment.

Den Rest des Abends arbeitete ich an den Fotos und am Reisebericht und Gerd kümmerte sich um ein leckeres Abendessen.

Highlight des Tages: Frühstück :)

24. Mai 2016

Farbrausch

Wir waren bereits um kurz nach sechs Uhr an den Friendly Beaches nördlich von Coles Bay, aber so richtig Farbe wollte sich heute Morgen nicht einstellen. Das Wolkenband im Osten war etwas zu breit und die Farben konnten sich nicht entwickeln. So machten wir nur ein paar Fotos, um die Location kennenzulernen und machten einen Spaziergang durch die Dünen, als die Sonne schliesslich hoch genug war.

In der Dünenlandschaft wachsen interessante Gräser, die sich sowohl als Vordergrund als auch als Makromotiv gut machten. Wir liessen uns Zeit und fuhren gegen 9 Uhr zurück zum Apartment und frühstückten ausgiebig.

Danach machten wir einen Ausflug in den Freycinet Nationalpark. Erster Stop war der Rundgang am Leuchtturm von Cape Tourville mit grandiosen Ausblicken auf die Steilküste - was für ein schönes Fleckchen Erde das hier ist!

Natürlich durfte auch die Wanderung zum Wineglass Bay Lookout nicht fehlen. Uns reichte die Wanderung bis zum Lookout und wir liefen nicht hinunter zum Strand - die Aussicht war von hier ganz nett und es bildete sich auch noch ein hübscher Regenbogen. Oben war es richtig stürmisch und ungemütlich und wir liefen langsam zurück zum Parkplatz.

Nach einer Pause am Strand war es schon wieder Zeit für den Sonnenuntergang! Heute hatten wir Glück und die Sonne schien bis zur letzten Sekunde. Die Hazards und die roten Felsen im Vordergrund wurden in ein herrlich warmes Licht getaucht und der Anblick war ein wahrer Farbrausch für die Sinne. Ich fand einige schöne Kompositionen und hatte viel Spass in diesem herrlichen Licht. Leider geht die schöne Fotozeit immer viel zu schnell vorbei und der Planet knippste das Licht einfach aus - so was aber auch!!!

Völlig geflasht von diesem Licht fuhren wir ins Apartment und verbrachten dort einen gemütlichen Abend.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Friendly beachesWineglass BayHoneymoon BayThe Hazards SonnenuntergangFlammenbrustschnäpper (Petroica phoenicea)
25. Mai 2016

Freycinet Farbrausch II

Heute Morgen machte ich mich allein auf den Weg zu den Friendly Beaches. Die erste überraschung war das Eis auf der Windschutzscheibe - es hatte nur 1 Grad über Null! Zum Glück war der Wind aber eingeschlafen und zur zweiten Überraschung wurde ich heute am Strand nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil - ich wurde für den gestrigen Morgen mit einem unglaublichen Farbrausch mehr als entschädigt!

Es begann bereits lange vor Sonnenaufgang, als der Himmel anfing zu glühen und die Wolken die rosa und roten Farben auf den Sand und die Steine reflektierten. Es war ein unfassbares Farbenspektakel, das fast 45 Minuten anhielt, bis die Sonne aufging und ich zur Krönung auch noch einen Sonnenstern beschert bekam :) Aber auch die rosa Farben auf der anderen Seite im Erdschatten waren atemberaubend schön und ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte! Ein wirklich grossartiger Morgen, der mich atemlos zurück liess.

Ich fuhr schliesslich zurück nach Coles Bay, wo Gerd bereits mit Apfelpfannkuchen auf mich wartete - sehr lecker nach so einem grandiosen Morgen am Strand!

Danach fuhren wir an die Sleepy Bay und verbrachten dort eine entspannte Zeit mit der Landschaft, den herein rollenden Wellen und den gefiederten Freunden wie den quirligen Graufächerschwanz (Rhipidura albiscapa). Anschliessend assen wir in der Freycinet Lodge eine Kleinigkeit zu Mittag, wobei eine Kleinigkeit nach australischen Massstäben eher zwei europäische Mahlzeiten umfasst....

Nach einer Entspannungszeit im Apartment war es auch schon Zeit für den Sonnenuntergang und wie antizipiert, ging genau zur goldenen Stunde ein Fenster auf und die Sonne bestrahlte die Küste im schönsten goldenen Licht, das man sich wünschen konnte! Glücklich fotografierten wir drauf los und nach rund einer viertel Stunde war der Zauber auch schon wieder vorbei und die Sonne verschwand hinter einem Wolkenband.

Wir waren dennoch sehr zufrieden und kehrten zum Apartment zurück.

Highlight des Tages: die magischen Farben am Morgen

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Friendly BeachesSleepy BaySleepy BaySleepy BayGraufächerschwanz (Rhipidura albiscapa)Honeymoon Bay
26. Mai 2016

Regenbegrüssung in der Bay of Fires

Wie es schon fast Tradition ist, regnete es auch heute an unserem Reisetag :) Wir liessen uns also Zeit am Morgen, frühstückten gemütlich und packten dann das Auto. Unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht!

Auf dem Weg schauten wir beim Weingut von Devil's Corner vorbei, um unseren Lieblingssekt zu kaufen. Der nächste Stop war in Bicheno zum Tanken und um das Blowhole zu bestaunen. Das war trotz des ruhigen Wasser sehr nett und wir hatten einigen Spass vor dem spritzenden Wasserwogen rumzuspringen!

Dann fuhren wir weiter bis St. Helens, wo wir uns mit ein paar Lebensmitteln eindeckten und schliesslich nach Binalong Bay, wo unser Heim für die nächsten vier Tage schon parat war: das Bay of Fires Seachange, ein sehr grosszügiges Haus in toller Lage.

Gerd war sehr happy mit seiner Küche, während ich am Reisebericht schrieb. Ein regnerischer Büro- und Reisetag ging dem Ende entgegen...

Highlight des Tages: Gerd's Abendessen

Diashow Bay of Fire Seachange (Klick für grössere Bilder):
Bay of Fires SeachangeBay of Fires SeachangeBay of Fires SeachangeBay of Fires SeachangeBay of Fires SeachangeBay of Fires Seachange
27. Mai 2016

Zwei Wasserfälle und ein grüner Traum

Es regnete immer noch und wir machten nach dem Frühstück das Beste daraus und besuchten die Wasserfälle im St. Columba und Blue Tier Reserve.

Die St. Columba Falls gelten als die höchsten Wasserfälle Australiens, was nicht ganz wahr ist. Die nahe gelegenen Ralphs Falls sind mit 90 Meter die höchsten, aber da er nur selten Wasser führt, wird im allgemeinen der St. Columba Fall als der höchste Wasserfall angeführt.

Der Wasserfall hatte sehr viel Wasser nach dem Regen der letzten Tage und war ein imposanter Anblick. Schwierig zu fotografieren, aber sehr beeindruckend. Viel schöner war allerdings der Spaziergang durch den kalten Regenwald mit dem Fluss und den riesigen Baumfarnen. Es war ein Traum in Grüntönen und ich genoss sowohl den Spaziergang als auch das Fotografieren trotz des Regens sehr. Wir waren zusätzlich zu den Regensachen mit Schirmen bewaffnet und so ging es eigentlich ganz gut.

Die Ralphs Falls liessen wir aus, weil die Strasse sehr schlecht war und wir befürchteten, dass sie zudem durch den Regen noch verschlammt sein würde. Zeitlich würden wir aber eh nur noch einen Wasserfall schaffen, da wir uns bereits viel Zeit am St. Columba Fall gelassen hatten.

So fuhren wir Richtung Halls Falls im Blue Tier Reserve und machten unterwegs noch einen Halt im Holy Cow Café - ein urgemütliches Café, das einer Käserei angeschlossen ist.

Die Halls Falls führten ebenfalls gut Wasser und der rund halbstündige Spaziergang durch den Wald machte auch beim Regen Spass. Auch hier war das Fotografieren nicht ganz so einfach durch den hohen Wasserstand, aber ich versuchte, das Beste herauszuholen. Und wieder waren wir völlig fasziniert von den schönen Farnen und moosbewachsenen Bäumen am Groom River - was für ein herrliches Paradies!

Wir fuhren schliesslich zurück nach Binalong Bay, wo ich noch ein wenig am Strand Bildkompositionen probierte, bis ich dann auch ins gemütliche Apartment zurückkehrte. Dort machten wir dann die Entdeckung, dass sich Gerd einen Blutegel eingefangen hatte, er im Bad vollgesogen abgefallen war. Ende gut, alles gut :)

Highlight des Tages: der traumhafte Farnmärchenwald

Diashow (Klick für grössere Bilder):
St. Columba FallsHalls FallsHalls FallsGroom RiverBinalong Bay
28. Mai 2016

Wildlife & ein wenig Licht

Ich fuhr heute Morgen zu den Gardens, aber es wollte nicht wirklich Licht werden und ich machte nur ein paar Testfotos. Schade, eigentlich sah es gut aus, aber die Wolken vom abziehendem Tiefdruckgebiet waren im Osten noch zu dicht. Etwas enttäuscht machte ich mich auf den Weg zurück nach Binalong Bay und die Sonne schien mittlerweile. Gerd war schon auf und versuchte, einige Vögel auf den Chip zu bannen.

Den Tag über verbrachten wir an den diversen Stränden mit Küsten- und Strandwanderungen. Irgendwie will sich für mich nicht das Wow-Gefühl einstellen - es ist zwar eine schöne Küste, aber so richtig begeistern kann sie mich nicht. Die mit roten Flechten überwachsenen Felsen sind nicht leicht ansprechend in Szene zu setzen und mir hat bisher noch keine Bildkomposition wirklich gefallen.

Am Swimcart Beach machten wir eine Mittagspause und konnten beobachten, wie eine Gruppe von fünf Delfinen in den hohen Wellen surfte! Einmal sahen wir sie in einer grossen Welle nebeneinander als Schattenumrisse - was für ein toller Anblick, den wir so noch nie erlebt hatten! Sie kehrten sogar nochmal zurück, um nochmal Richtung Norden zu surfen - kleine Spielmöppse :)

Diashow Wildlife (Klick für grössere Bilder):
KookaburraSüdlicher See-ElefantKormoran

Zum Sonnenuntergang fuhren wir zu den Gardens, wo wir zu unserer Überraschung eine Südliche See-Elefanten Dame vorfanden. Aber das war irgendwie komisch, da es sie in Tasmanien nur sehr selten gibt und sie auch nicht ganz gesund wirkte. Ich warte noch auf eine Bestätigung vom Park and Wildlife Service.

Der Sonnenuntergang war ziemlich dramatisch, wenn auch in der falschen Richtung! Aber letztendlich fand ich doch noch ein paar ansprechende Kompositionen und auch das Glühen im Himmel konnten wir noch einfangen.

Später am Abend war der Himmel klar und die Sterne leuchteten am Himmel. Die Milchstrasse stand direkt über uns und war beeindruckend deutlich zu sehen. Wir fuhren nochmal kurz zum Strand und machten ein paar Fotos - dieser Anblick war einfach zu schön!

Highlight des Tages: Sonnenuntergang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Bay of FiresThe Gardens - Bay of FiresMilchstrasse über Binalong Bay
29. Mai 2016

Mein Frieden mit der Bay of Fires

Auch der heutige Morgen war enttäuschend und ich kehrte nach einigen mehr oder weniger schlechten Fotos zurück ins Apartment, wo Gerd bereits fast parat mit dem Frühstück war.

Danach fuhren wir auf die andere Seite von St. Helens und erkundeten die Peron Dünen. Dort verbrachten wir zwei herrliche Stunden am Strand und in den Dünen. Was war es für ein Spass, die Dünen hinunter zu springen und über den Sand zu laufen! Am Horizont jagte ein Tief das Nächste und Regenbögen formierten sich über dem Meer. Es war einfach herrlich im Sonnenschein und inmitten der Natur!

Auf dem Rückweg hielten wir an der Lagune kurz vor St. Helens an und machten Mittagspause mit den Pelikanen. Die Jungs dort waren überhaupt nicht scheu und wir konnten einige nette Aufnahmen machen, während wir unser Brot mit den jungen und älteren zänkischen Möwen teilten.

Dann war es auch schon fast Zeit für den Sonnenuntergang und nach einem Besuch im Supermarkt, wo wir noch ein herrlch zartes Filet zum Abendessen kauften, fuhren wir ganz nach hinten zu The Gardens. Unterwegs trafen wir auf eine Bande Green Rosellas, die sogar etwas für uns (auf zugegeben hässlichen) Stacheldraht posierten.

In den Gardens machte ich dann heute tatsächlich meinen Frieden mit der Bay of Fires! Das Licht war grossartig, die Linien und Formen funktionierten, wie ich es mir gedacht hatte und teilweise gab es am Horizont sogar noch Regenbögen, die über den Himmel huschten.

Gerd unterhielt sich alldieweil mit ein paar Einheimischen und wir erfuhren, dass es sich in der Tat um eine See-Elefantendame handelte und dass sie auch gesund war. Der Trubel wurde ihr wohl zu bunt und sie verschwand schliesslich im Meer. Aber schön, sie gesehen zu haben und noch schöner, dass es ihr gut geht! Eine seltene Begegnung auf Tasmanien!

Ich genoss derweil meinen Sonnenuntergang und konnte mein Glück kaum fassen. Über die Schönheit der Farben und Formen kann man nur staunen.

Wir fuhren schliesslich zurück und liessen den Abend bei leckerem Rindersteak mit Zwiebeln und Gemüse ausklingen.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Bay of FiresPeron DunesPelikanGelbbauchsittich (Platycercus caledonicus)The Gardens - Bay of Fires
30. Mai 2016

Orange Farbrausch und weiter in den Norden

Heute Morgen sah es gut aus und wir gaben der schönen Location im Nordwesten eine neue Chance. Die blaue Stunde war in der Tat sehr schön, aber im Norden baute sich eine fette dunkle Wand auf, die das schönste Morgenlicht verhinderte.

Nach einer Weile brachte ich Gerd zurück zum Apartment, aber ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, nochmals an die Location zurückzufahren, da das Licht mittlerweile sehr schön war. Ich wurde nicht enttäuscht und mir gelangen noch einige schöne Langzeitbelichtungen mit den hübschen Felsen.

Danach knurrte auch mir der Magen und ich fuhr zurück zum Apartment, wo Gerd bereits mit einem frischem Apfelpfannkuchen parat war - sehr sehr lecker!

Diashow Hawley House(Klick für grössere Bilder):
Hawley HouseHawley HouseHawley HouseHawley House

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Norden, wo wir die nächsten drei Tage verbringen würden. Die Fahrt bis Hawley Beach bei Port Sorell dauerte rund drei Stunden. Unsere Unterkunft war das Hawley House*, eine historische Unterkunft, die zu einer anderen Zeit durchaus hätte heimeliger wirken können. Sophie empfing uns nach einer Weile in einer dicken Daunenjacke und zeigte uns das Haus, den Garten und unser Zimmer. Dieser Zimmertrakt gehörte den ehemaligen Ställen an und war auch leider etwas dunkel. Eigentlich passte es alles ganz gut zur Unterkunft, aber richtig wohlfühlen konnten wir uns aufgrund der Kälte und Spinnweben nicht wirklich.

Wie auch immer, wir liessen den Abend am Strand, der auf der anderen Strassenseite lag, gemütlich ausklingen und gingen einigermassen früh zu Bett.

Highlight des Tages: Sonnenaufgang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Hawley BeachBay of FiresHawley BeachBay of Fires
31. Mai 2016

Narawntapu Nationalpark

Es versprach ein wunderbarer Morgen zu werden und ich war um sechs Uhr auf den Beinen und am Strand. Der Himmel und die Wolken im Nordosten (daran muss man sich hier unten echt gewöhnen!!) leuchteten schnell im dunklen Orange und Rot und es entwickelte sich eine wunderbare Morgenstimmung. Ich traf auf zwei einheimische nette Frauen, mit denen ich mich unterhielt und die sich freuten, dass es uns so gut in Tasmanien gefällt.

Die Sonne ging nicht als Sonnenstern auf, aber dafür waren die Farben im Himmel und in den Wolken umso schöner - ich freute mich über die Fotos!

Ich fuhr zurück ins Hotel und wir gingen frühstücken. Ein Continental Breakfast mit Obstsalat, Joghurt, Toast, verschiedenen Marmeladen und Kaffee oder Tee ist im Preis inbegriffen und man kann für 12 Dollar ein warmes Frühstück dazu bestellen. Wir bestellten ein warmes Frühstück, was Sophie in der Küche zubereitete. Es kam ein grosser Teller mit Speck und Spiegelei und Toast und leider auch zwei langen Haaren.... Die Hunde lassen grüssen. Wir wussten jetzt schon, dass wir auf ein Abendessen verzichten würden - diese ländliche 'Hygiene' mit den Tieren in allen Räumen war uns doch etwas zu viel...

Nach dem Frühstück begann der Spass und wir fuhren um den Rubicon River herum auf die andere Seite in den Narawntapu Nationalpark. Im Visitor Center unterhielten wir uns eine Weile mit der netten Mitarbeiterin, die uns über die im Park grassierende Sarcoptes-Räude bei den Wombats aufklärte. Es sind Milben, die sich unter die Haut graben und im Endeffekt dazu führen, dass die armen Kerlchen erblinden, ihr Fell verlieren und verhungern. Man sieht sie daher auch öfter tagsüber, da sie sich aufwärmen wollen. Wir sahen sowohl einen kranken als auch einen gesunden Wombat - der kleine kranke Wombat brach uns das Herz :( Die medizinischen Mitarbeiter haben kleine Schaukeln über die Erdhöhlen der Wombats aufgebaut, die bei Berührung eine Medizin über sie ausschütten. Das schlug ganz gut an, bis sie sich über zugewanderte Wombats erneut ansteckten. Wir hoffen sehr, dass diese Krankheit in den Griff zu bekommen ist und nicht so fatal endet wie der Facial Tumor bei den Tasmanischen Teufeln

Uns hat der Park trotzdem viel Spass gemacht, da wir hier sehr viele Tiere beobachten konnten. Es gab Filander, Wallabies und Forester Kängurus sowie viele hübsche Vögel. Am weitläufigen Baker's Beach machten wir unsere Mittagspause und genossen den Blick aufs Meer und den Strand entlang.

Danach streiften wir im Park umher und entdeckten dann zwei Adler am Himmel. Gross war die Überraschung, als wir erkannten, dass sich dort ein Weissbrustseeadler mit einem Pfeilschwanzseeadler ein Gefecht lieferte! Gerd gelangen einige Aufnahmen, wo beide Adler zu sehen sind - eine kleine Rarität! Ich widmete mich alldieweil am Strand den Austernfischern, bis sie von mir die Schnauze voll hatten und davon flogen :)

Zum Abschluss des schönen Tages gab es nochmal ein Wombat im schönsten Licht sowie einige Sonnenuntergangsaufnahmen am Strand.

Schliesslich fuhren wir langsam nach Port Sorell zurück, wo wir im Take Away heute Asiatisch assen. Während der Woche gibt es dort asiatische Angebote, die frisch gekocht und lecker sind. Ich nahm Süss-saure Fleischbällchen und Gerd Rindfleisch mit Nüssen und wir liessen den Abend ausklingen.

Highlight des Tages: die Adlershow

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Hawley BeachWombatGraues Riesenkänguru (Macropus giganteusAusternfischerAdlerBakers Beach
1. Juni 2016

Narawntapu Nationalpark

Auch heute Morgen war ich im Morgengrauen am Strand und diesmal war es klar mit ein paar kleineren dekorativen Wölkchen. Ich genoss es, so früh draussen zu sein, obwohl es ziemlich frostig war. Doch die schönen Farben des Morgens und das Meer liessen mich die Kälte nicht spüren.

Die Sonne ging auf und zauberte einen hübschen Sonnenstern und warmes Licht auf die Felsen - einfach nur herrlich! Glücklich packte ich zusammen und fuhr zurück zum Hotel. Wir frühstückten rasch ein paar Toast, Fruchtsalat und Joghurt und machten uns kurz darauf auf den Weg nach Port Sorell - Gerd hatte einen Frisörtermin! Nach zwei Monaten auf Tour waren die Haare mittlerweile doch etwas lang und hatten eine Rasur nötig. Der Frisörbesuch war sehr lustig und wir hatten Spass mit der netten Frisöse - Schnippschnapp waren die Haare ab und Gerd wieder vorzeigbar :)

Danach fuhren wir an das östliche Ende des Narawntapu Nationalparks und genossen den Ausblick auf den Badgers Beach vom West Head Lookout - eine fantastische Küste, die man so gar nicht auf den Chip bannen kann. Nach einem Abstecher zum Badgers Head, der aber nicht viel hergab, fuhren wir auf die andere Seite und verbrachten die Mittagspause wieder am schönen Bakers Beach. Während der Pause erhielten wir vom Tasmania Parks and Wildlife Service die Nachricht, dass sie unser See-Elefanten Foto auf Ihrer Facebook Seite geteilt haben! Die Sichtung ist eine kleine Sensation und wir freuten uns sehr darüber.

Als wir zum Auto zurück gingen, trafen wir auf unser persönliches Highlight dieses Tages: vier wunderschöne Gelbohr-Rabenkakadus (Calyptorhynchus funereus)! Diese grossen Kakadus können bis zu 65 Zentimeter gross werden und haben ein Körpergewicht von 600 bis 840 Gramm - ganz schöne Brocken! Die Jungs blieben geduldig sitzen und uns gelangen einige schöne Aufnahmen, über die wir uns sehr freuten.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Gelbohr-RabenkakaduGelbohr-RabenkakaduGelbohr-RabenkakaduGelbohr-Rabenkakadu

Den Rest des Tages versüssten uns ein kooperativer Austernfischer und ein sehr süsses Rotnackenwallaby, das geradezu malerisch inmitten des Farns sass. Zum Sonnenuntergang wurde ich noch mit einem schönen Sonnenstern am Strand belohnt und wir fuhren anschliessend ziemlich happy zurück nach Hawley Beach. In Port Sorell assen wir nochmals asiatisch im Take Away - lecker und günstig!

Leider war auch heute das Haupthaus dunkel und es brannte kein Kaminfeuer. Sehr schade und für uns auch unverständlich, da es heute viele Gäste hatte.

Highlight des Tages: die Gelbohr-Rabenkakadus

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Hawley BeachAusternfischerRotnackenwallabyBakers BeachBadgers BeachSee-Elefant News :)Bakers Beach
2. Juni 2016

Letzer Tag in Tassie!

Oh nein - unser letzter Tag in Tasmanien!!!! Wie die Zeit doch vergeht! Ich lief in der blauen Stunde zum Strand und hatte wieder viel Spass. Ich traf auch wieder die zwei netten einheimischen Damen und wir unterhielten uns eine Weile. Der Sonnenaufgang war wieder wunderschön und ich genoss meinen letzten für die nächsten Tage. Auf dem Festland sollte ein Sturm aufziehen und uns die nächsten Tage ziemlich vermiesen.

Wir frühstückten, bezahlten und machten uns bald darauf auf den Weg nach Hobart. Vorher erreichte uns noch eine schöne Nachricht: nachdem unser See-Elefant bereits auf der Seite des Tasmania Parks and Wildlife Service zu Ruhm gekommen ist, weil Sichtungen in Tasmanien so selten sind, sollte er nun auch in der Tageszeitung Mercury erscheinen! Wir schickten der Redakteurin rasch ein hochauflösendes Foto mit ein paar Informationen und freuten uns schon auf die morgige Ausgabe.

Gegen 14 Uhr kamen wir in unserem Hotel, der Travelodge Hobart *, an und fuhren danach an den 7-Mile Beach, wo wir zu Mittag assen und einen Strandspaziergang machten. Viel Flugbetrieb gibt es hier nicht, aber es war interessant zu sehen, wie die Flugzeuge knapp über dem Strand auf der Landebahn aufsetzten.

Zum Sonnenuntergang (dem letzten auf Tassie!!!) fanden wir eine tolle Stelle auf dem Weg nach Sorell und mir gelang nochmal ein schöner Sonnenstern mit einer perfekten Spiegelung - yeah! Nun war es Zeit, unseren treuen Mietwagen abzugeben, der uns 5460km durch Tasmanien begleitet hat - tschüss Outlander!

Zurück im Hotel arbeitete ich am Reisebericht und Gerd packte die Koffer für den morgigen Flug. Wir gingen früh zu Bett, da wir bereits um viertel nach vier wieder aufstehen mussten.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Hawley BeachRosellasittich (Platycercus eximius)Rosellasittich (Platycercus eximius)7-Mile BeachSorell
3. Juni 2016

Tschüss Tasmanien - Hallo Australien!

Der Wecker riss uns mitten in der Nacht aus dem Schlaf und wir nahmen den Shuttle Bus zum nur 1.5 Kilometer entfernten Flughafen. Check-in und Sicherheitskontrolle verliefen schnell und problemlos und wir kauften am Kiosk die neueste Ausgabe der Mercury. Und da war er, unser See-Elefant mit einem sehr netten Artikel. Wir freuten uns sehr!

Nun war es Zeit zum Boarding und im ersten Licht des Tages nahmen wir schweren Herzens Abschied von Tasmanien. Der Reisebericht geht nun hier weiter: Australien 2016: Melbourne - Kiama - Fitzroy Falls - Blue Mountains - Sydney. Wir hoffen, Euch hat der Tasmanien Reisebericht gefallen und dass Ihr unsere Reise weiter verfolgt.

Gefällt Ihnen unsere Fotografie?

Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, würden wir uns freuen, wenn Sie auf unserem Fotoblog unsere aktuellen Arbeiten verfolgen.

Affiliate Partner*

Hinweis: Alle externen Links zu Booking.com auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Wir bekommen eine kleine Provision, wenn Ihr über den Link bucht.