Antarktis, Südgeorgien, Südshetlandinseln, Südorkneyinseln

20. / 21. Januar 2007

Zwei Seetage zwischen Falkland & Südgeorgien

Die zwei Tage auf See waren recht lang, zudem der Seegang immer noch ziemlich heftig war. Wir hielten uns aber trotzdem recht häufig an Deck auf, um die eleganten Seevögel zu bewundern.

Die Tage wurden uns verkürzt durch die Vorträge, das leckere Essen und dem Abenteuer, Papa über Satellitentelefon zum Geburtstag zu gratulieren. Nach einigen Fehlversuchen und einer etwas schwerfälligen, aber netten Konversation mit dem russischen Nachrichtenoffizier gelang die Verbindung und ich gratulierte meinem Papa vom Südatlantik aus zum Geburtstag. Anschliessend stiessen wir auf ihn an!

So gingen die zwei Tage dahin und wir waren froh, als wir endlich in der Ferne zwei dunkle Punkte auftauchen sahen – Shag Rocks voraus!

Welcome to South Georgia!

Highlights der Tage: wieder die fabelhaften Seevögel

22. Januar 2007

Südgeorgien: Elsehul Bay & Right Whale Bay

Die See hatte sich noch nicht ganz beruhigt und unser erster Zodiac-Ausflug in der Elsehul Bay war sehr schwappig und schon bald waren wir alle nass – gut, dass wir unsere wasserdichten Hosen und Jacken trugen! In der Bay erhaschten wir dann die ersten Blicke auf Königspinguine (Aptenodyts patagonicus), Scheidenschnäbel (Chionis alba), junge und ältere Pelzrobben (Arctocephalus tropicalis) sowie auf die Südgeorgienscharbe (Phalacrocorax georgianus). Da war die nasse Überfahrt sofort vergessen! Wir zogen mit dem Zodiac langsam wie in einem Kinofilm an den Pinguinen vorbei und waren nach etwas mehr als einer Stunde wieder zurück an Bord.

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Königspinguine Elsehul BayPelzrobben Elsehul Bay

Während des Mittagessens und Mittagsruhe fuhren wir unser zweites Ziel für den Nachmittag an: Right Whale Bay. Wir landeten mit dem Zodiac an einem Sandstrand, wo sich bereits unzählige Robben und Königspinguine tummelten. Auf der linken Seite gab es einen malerischen Wasserfall, der einen kleinen See bildete, in dem sich die Pinguine die Füsse kühlten. Es waren einfach nur unglaublich viele Pinguine, die fröhlich ins Wasser zum Fischen gingen, schwammen, herumwanderten oder einfach nur uns Besucher neugierig beäugten. Einige von ihnen balancierten Eier auf den Füssen – tapfere Väter, die ihre Küken behüteten. Leider waren wir ungefähr eine Woche zu früh, um die geschlüpften Küken zu sehen! Zwischen den erwachsenen Pinguinen tobten die kleinen, braunen, dicken Einjährigen – ein so süsser Anblick!

Die kleinen Pelzrobben waren aber auch sehr niedlich und erprobten ihre Autorität an den Besuchern. Gegen Ende sahen wir sogar noch einen verirrten Eselspinguin – der Erste, aber er war so einsam!

Was für ein grossartiger Tag, den wir bei einem leckeren Essen und Wein ausklingen liessen.

Highlight des Tages: die quirligen Königspinguine

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Right Whale BayRaubmöwe (Skua Catharacta skua)Pelzrobbe (Arctocephalus tropicalis)Königspinguin (Aptenodyts patagonicus)

Mehr Fotos aus der Right Whale Bay gibt es in unserer Right Whale Bay Fotogalerie auf unserer Webseite.

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23. Januar 2007

Südgeorgien: Salisbury Plain, Prion Island & Fortuna Bay

Das Wetter hatte sich endlich beruhigt, es war sonnig und die See geradezu glatt! Es hiess, früh aufzustehen und um 7 Uhr morgens landeten wir am Strand der Salisbury Plain, einem absoluten Highlight dieser Reise. Hier brüten 10.000de Königspinguine und man sieht, wie sich die Kolonien endlos den Strand hochziehen – ein Meer aus schwarz-weiss-gelb, fantastisch! Das Ganze wurde untermalt von einer imposanten Geräuschkulisse der trompetenden Pinguinen: Kleine riefen nach ihren Eltern und die Ankömmlinge riefen nach ihren Partnern – ein tolles Konzert!

Wir wanderten durch die Kolonie, knieten vor den Pinguinen, die neugierig näher kamen und für uns posierten. Die Geräusche und die schiere Masse der Tiere vor dem beeindruckenden Panorama der Gletscher waren schlicht überwältigend. Einige Pinguine befanden sich gerade im Federkleidwechsel, was für sie sehr stressig ist und wir machten einen grossen Bogen um die armen Kerle, um sie nicht zu stören.

Es gab auch eine Menge Einjährige: braune, flauschige Dickies, die umher tollten oder nach Nahrung kreischten. Diese Federbällchen sind so was von herzig! Wir hatten drei Stunden Zeit, die jedoch wie im Nu verflogen und wir mit dem Zodiac zurück auf die Orlova mussten.

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Salisbury PlainKönigspinguin (Aptenodyts patagonicus)Einjähriger KönigspinguinSalisbury Plain

Mehr Fotos aus der Salisbury Plain gibt es in unserer Salisbury Plain Fotogalerie auf unserer Webseite.

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Ein schnelles Frühstück und schon stand die zweite Anlandung des Tages auf Prion Island an. Die Überfahrt mit dem Zodiac war ruhig, die Sonne schien und die Landschaft erstrahlte in einer unglaublichen Klarheit. Am Strand erwarteten uns Eselspinguine und Pelzrobben, doch die eigentliche Attraktion sind die dort brütenden Wanderalbatrosse. Ein kurzer Aufstieg durch matschigen Untergrund auf einen Hügel und da waren sie: majestätisch sassen diese sehr grossen und sehr hübschen Vögel auf ihren Nestern oder führten Balztänze auf. Ein schöner, kleiner Ausflug, bei dem wir auch zwei Mal den einzigen Singvogel Südgeorgiens zu Gesicht bekamen: den Pipit.

Aus dem Tussockgras grüssten und grunzten die Pelzrobben und einige stellten sich uns mutig in den Weg. Noch ein paar Blicke auf die Eselspinguine und es ging zurück an Bord.

Nach dem Mittagessen fuhr die Orlova an der grossartigen Kulisse Südgeorgiens vorbei: riesige breite Gletscher blähten sich die steilen Berge bis ans Meer herab und die Berge stiegen steil von Meereshöhe auf etwa 2000 Meter heran – eine Wahnsinns-Kulisse!

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Prion IslandWanderalbatros (Diomedea exulans)Küste SüdgeorgienEselspinguin (Pygoscelis papua)Pelzrobbe (Arctocephalus tropicalis)

Am Nachmittag erreichten wir Fortuna Bay, wo wir wieder über drei Stunden Zeit hatten. Am Strand lagen einige grunzende, schnaubende und furzende See-Elefanten – gemischt mit Pelzrobben und den Königspinguinen. Mit zwei der Königspinguine freundete ich mich an und robbte mit meinem 14mm Objektiv langsam und nach und nach bis auf einen halben Meter an sie heran. Da stellte sich mir schon die Frage: wer beobachtet hier wen? Ein tolles Erlebnis!

Plötzlich bog eine ganze Bande Königspinguinen um einen Felsblock und marschierte auf mich und meine zwei anderen Freunde zu. Eins, Zwei, Drei – im Gleichschritt mit ausgebreiteten Flügelchen! Bei den beiden anderen Kollegen angekommen, wurde ich neugierig beäugt, bis sie dann um mich herum zum Wasser marschierten. Was sind das nur für putzige kleine Kerle! Wir fanden dann noch einen sehr geduldigen Kormoran auf einem ufernahen Felsen und wanderten schliesslich am Strand entlang durch die Pinguine, Pelzrobben und See-Elefanten.

Das krönende Highlight war dann das fantastische goldene Licht, als wir zum Sonnenuntergang aus Fortuna Bay ausliefen. Ach wie schön wäre es gewesen, jetzt am Strand zu sein und die Tiere und Landschaft im besten Licht einzufangen! Aber eben auf so einer Kreuzfahrt nicht möglich und ich sollte noch des öfteren mit meinem 'Schicksal' hadern...

Ein grossartiger Tag ging zu Ende, den wir bei einem Glas Weisswein und leckerem Abendessen beschlossen.

Highlight des Tages: einfach alles – wir können kein Erlebnis herauspicken!

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Fortuna BayKönigspinguin (Aptenodyts patagonicus)Scharbe (Phalacrocorax georgianus)Goldene Fortuna Bay

Mehr Fotos aus der Fortuna Bay gibt es in unserer Fortuna Bay Fotogalerie auf unserer Webseite.

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24. Januar 2007

Südgeorgien: St. Andrews Bay & ein Toast auf Sir Shackelteon in Grytviken

Nach einer ruhigen Nacht hiess es um 5.30 Uhr aufstehen und die Zodiacs brachten uns an den Strand von St. Andrews Bay. War die Salisbury Plain schon beeindruckend, so wurde sie von diesem Ort nochmals übertroffen! Hier wurden wir von 100.000en Pinguinen und jeder Menge See-Elefanten sowie Pelzrobben erwartet. Am Ende des Strandes gab es einen Fluss, deren Ufer von den Pinguinen gesäumt wurden: dicht an dicht mit einer unglaublichen Geräuschkulisse standen die unzähligen Pinguine dort!

Einige Pinguinväter balancierten Eier mit Nachwuchs auf ihren kleinen Füssen; zwischen ihnen tobten die Scheidenschnäbel auf der Suche nach Nahrung, die in diesem Fall Pinguin-Kot hiess, und über ihren Köpfen kreisten Skuas und Riesensturmvögel. Die Scheidenschnäbel stossen die Pinguine mit ihrem Schnabel am Po an, um so Kot zu provozieren, den sie dann bei Erfolg ihrer Bemühungen dankbar verzehren! Es gibt sicherlich schönere Ernährungsgewohnheiten, aber der Vogel an sich ist ein Hübscher!

Eigentlich kann man diesen Anblick gar nicht beschreiben, da er schier überwältigend und unglaublich beeindruckend ist! Fotografie wirkte fast ablenkend und störend und wir machten auch deutlich wenier Fotos. Die Tiere zu beobachten machte einfach viel mehr Spass und man konnte so viele schöne individuelle Eigenarten an ihnen erkennen.

An einer kleinen Lagune tummelten sich die einjährigen Pummelchen und rannten aufgeregt umher; ein Stück weiter lag eine Horde rotzender und schnaubender See-Elefanten. Mit ihnen kann ich mich nicht wirklich anfreunden, denn neben ihrem schlechten Benehmen stinken sie auch noch fürchterlich! Schon verging die Zeit wieder wie im Flug und es ging in ruhiger See zurück auf die Orlova.

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St. Andrews BayKönigspinguin (Aptenodyts patagonicus)Scheidenschnabel, Chionis albaSkua, Catharacta skua

Mehr Fotos aus der St. Andrew′s Bay gibt es in unserer St. Andrews Bay Fotogalerie auf unserer Webseite.

Den Nachmittag in Grytviken, einer verlassenen Walfangstation, kann ich kurz und knapp zusammenfassen: traurig und abscheulich! An diesem Ort zu sein, wo 54.100 Wale und unzählige Robben fast bis zum Aussterben getötet und verarbeitet wurden, war nur widerlich und deprimierend. Es wurde uns vor Augen geführt, wozu der Mensch fähig ist, wenn es um seinen Profit geht. Nicht sehr vorteilhaft...

Am Besten war noch der Besuch am Grab des grossen Sir Ernest Shackelton, wo Alex – unser Barkeeper – uns traditionsgemäss mit einem Glas Rum erwartete und wir einen gemeinsame Toast auf den 'Boss' aussprachen. Nach Alex′ Ansprache tranken wir einen Schluck und vergossen den Rest auf Shackelton′s Grab und einen weiteren Teil auf das Grab von Thorvald Admundson, dem Bruder von Roald. Eine nette Tradition

Am Ort haben uns eigentlich am meisten die Reste der Skisprungschanze aus Holz fasziniert, die die Norweger hoch über dem Ort gebaut hatten. Einige Reste waren noch zu erkennen und ich liess es mir nicht nehmen, mich von Gerd in typischer, wenn auch nicht sehr eleganter, Abfahrtpose fotografieren zu lassen!

Wir beobachteten auf dem Weg zurück noch einige emsige Antarktisseeschwalben, die auf der Suche nach Nahrung kühne Flugmanöver durchführten, bevor wir den Landungssteg beim ehemaligen Ort erreichten, wo wir auf das Zodiac zurück auf die Orlova warteten.

Am Steg befinden sich die aktuellen Wohn- und Diensträume der Wissenschaftler, ein kleines Museum sowie einige Plastikiglus, die als Schutzräume bei schwerem Sturm dienen. Zurück auf der Orlova bekamen wir unsere Pässe mit einem Stempel vom King Edward Point in Südgeorgien zurück. Wir mögen diese Art von Souvenirs

Highlight des Tages: die Königspinguine von St. Andrews Bay und die Antarktisseeschwalben

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GrytvikenSüdlicher See-Elefant (Mirounga leonina)Königspinguin (Aptenodyts patagonicus)Antarktisseeschwalbe (Sterna vittata)
25. Januar 2007

Südgeorgien: Gold Harbour und ein nebliger Drygalski Fjord

Während der Nacht steuerte unser russischer Kapitän die M/V Orlova nach Gold Harbour. Die Orlova ist übrigens ein Passagierschiff der Mariya-Yermolova-Klasse und trägt den Namen der sowjetischen Schauspielerin Ljubow Petrowna Orlowa. Sie ist 100 Meter lang, 16.24 Meter breit und hat einen Tiefgang von maximal 4.65 Metern. Sie fährt mit einem Dieselmotor, der 5.281 PS liefert und sie maximal 17.2 Knoten laufen lässt.

Über die Länge der Bucht von Gold Harbour thront majestätisch der gewaltige Bertrabgletscher – einmal mehr eine grossartige Kulisse. Wir landeten mit dem Zodiac an und ich war sofort im Bann der Pinguine! In der Gegend um Gold Harbour brüten ebenfalls tausende von Königspinguinen und es gibt desweiteren eine kleine Kolonie der süssen Eselspinguine. In deren Kindergarten tobten zahlreiche lebendige, putzige Küken, die neugierig umherliefen und auf Futter der Eltern drängelten. Die kleinen flauschigen Kerlchen waren wirklich zu goldig und süss!

Wenig später bandelte ich mit einigen Königspinguinen an, die nicht wirklich wussten, was sie von der ewig grinsenden Blondine halten sollten! Einigen Spass hatte ich auch mit einem Paar Skuas, das nicht wusste, ob es sich lieb hat oder nicht. Zumindest war aber einer genauso entspannt wie ich und posierte willig für ein Foto.

Es war fast schon warm und wir zogen die Jacken aus, doch dann frischte der Wind plötzlich und von uns unbemerkt auf und Shayne trieb seine Schäfchen zusammen. Das Wasser war auf einmal gar nicht mehr ruhig und schon ziemlich schwappig und so mussten auch wir etwas früher an Bord, obwohl wir wie immer zu den Letzten an Land gehörten Doch was war das für ein wunderschöner Morgen in einem Meer von Königspinguinen!

Aufgrund des nun noch stärker gewordenen Windes entfiel leider die zweite Landung, aber wir machten noch eine kleine Rundfahrt im Drygalski Fjord. Das Wetter war mittlerweile völlig gekippt und es war stark bewölkt und neblig bis fast auf den Boden. So sahen wir von diesem schönen Fjord leider nur sehr wenig und machten auch keine Fotos.

Nach der Rundfahrt stachen wir Richtung Südorkneyinseln in See.

Highlight des Tages: Die putzigen Küken der Eselspinguine... ach was... alle Pinguine!

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Mehr Fotos aus Gold Harbour gibt es in unserer Gold Harbour Fotogalerie auf unserer Webseite.

Im nächsten Kapitel lest Ihr, wie unsere Reise nach zwei Tagen auf See auf den Südshetland und Südorkney Islands weiter ging.

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