Otago Peninsula

28. März 2017

Weiterfahrt zur Otago Peninsula Kilometerstand 94638

Als ich aufstand konnte ich mein Glück kaum fassen: ich sah Sterne am Himmel und der Horizont verfärbte sich schon leicht blau! Also sprangen wir in die Hosen und fuhren die paar Kilometer zu den Moeraki Boulders, wo wir in der Dämmerung ankamen.

Auf See gab es eine dicke Seenebelwand, die das schönste Licht blockte, aber trotzdem war es in der blauen Stunde eine sehr schöne Stimmung. Die Flut lief ab, aber zumindest die hinterste Steinreihe wurde am Anfang immer noch schön von Wellen umspült und im nassen Sand gab es hübsche Wellenmuster. Es war nicht ganz, was ich mir vorgestellt hatte, aber unter den vorgefundenen Umständen habe ich wohl das Beste daraus gemacht. Etwas mehr Farbe im Himmel und mehr Wasser um die Steine herum wären ideal gewesen!

Kurz vor Sonnenaufgang kamen auch schon die ersten Touristengruppen und es wurde uns schnell zu wuselig. Da es keine Hoffnung auf goldenes Licht auf den Steinen bzw. kein Wasser mehr gab, packten wir zusammen und fuhren zurück.

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Vorher machten wir einen kurzen Abstecher Richtung Inland, wo wir durch eine hübsche, kleine Schlucht fuhren. Wir machten ein paar Schnappschüsse, aber das Licht verschwand bald hinter einer Wolkenwand und wir freuten uns nun auf ein leckeres, deftiges Frühstück, das wir draussen in der Sonne geniessen konnten.

Gegen 10 Uhr machten wir uns dann auf den rund 180 Kilometer langen Weg Richtung Süden bis nach Dunedin, wo wir auf der Otago Peninsula in der Company Bay ein wunderschönes Cottage gebucht hatten: das Castlewood Cottage. Wir wurden von Cathy und Alex sehr freundlich empfangen und sie erklärten uns das Haus ausführlich. Die beiden haben sich hier einen kleinen Traum erfüllt und das Haus ist genauso gemütlich wie sie es gern hätten, wenn sie auf Reisen wären. Das ist ihnen gut gelungen! Es gab ein sehr grosses Wohnzimmer mit voll eingerichteter Küche und Wachmaschine, ein geräumiges Schlafzimmer und ein schönes, neues Bad. In der Küche stand ein grosser Korb mit leckeren Zutaten für ein Frühstück: griechischer Joghurt, Früchte, Milch, Eier, ein frisches Brot, Honig und Marmelade sowie Orangensaft - was wurden wir hier verwöhnt!

Diashow Castlewood Cottage (Klick für grössere Bilder):

Cathy erzählte uns ein wenig über die Otago Peninsula und wir starteten kurz darauf eine Erkundungstour. Am Ende der Halbinsel gibt es das Albatros Center und wir wollten eigentlich eine Tour buchen. Aber dann hiess es, dass nur noch zwei Küken da wären und wir entschlossen uns dagegen. Auf den Falkland Inseln hatten wir auf Saunders Island drei Tage lang Albatrosse satt und sassen stundenlang neben ihnen - da brauchen wir diese 50 Dollar teure kurze Tour nicht wirklich!

Wir beobachteten ein wenig die Albatrosse, die majestätisch durch die Luft segelten und fuhren dann auf die Hügel der Peninsula zum Ausblick über die Sandfly Bay auf der einen Seite und dem Allans Beach sowie den Hooper und Papanui Inlets auf der gegenüber liegenden Seite - ein toller Ausblick! Wir wanderten auch hoch zum Lookout, aber leider war der Flachs hier so hoch, dass der Lookout wieder mal ein 'Sehnix-Lookout' war :( Dafür erfreuten uns aber eine Heckenbraunelle (Prunella modularis) und ein kleiner Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) als Entschädigung! Leider zog es sich dann völlig zu und wir fuhren zurück zum Cottage.

Nach Sonnenuntergang legte der Himmel aber nochmal kräftig zu und tauchte die ganze Landschaft und den Otago Harbour in ein wunderbares, rotes Licht, das zum Schluss noch Rosa leuchtete. Ein kleiner Traum und wir machten auf die Schnelle ein Foto direkt an der Company Bay vor der Haustür.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang

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Company BayOtago HarbourHeckenbraunelle (Prunella modularis)Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)
29. März 2017

Vom rosa Nebel in den rosa Sonnenuntergang

Heute war Landschaftstag - aber mit Hindernissen! Wie geplant standen wir rechtzeitig auf und wollten zum Lookout Parkplatz von gestern, doch schon auf dem Weg steckten wir in dichtem Nebel. Und diesmal ging der Plan nicht auf: auch oben am Parkplatz war so dichter Nebel, dass man kaum 20 Meter weit schauen konnte - und oben konnte man Sterne sehen! Es war Seenebel: dicht und hartnäckig :(

So fuhren wir nach 20 Minuten Warten zurück bis zu einer Stelle, wo es Nebelfrei war. Keine superschöne Position, doch die Landschaft sah mit der Nebelwelle und den rosa Wolken recht hübsch aus. Unter den Umständen war ich damit ziemlich zufrieden! Wir fuhren zurück ins Cottage und frühstückten gemütlich - der Honig und die Marmeladen aus dem Frühstückskorb waren einfach nur lecker!

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Tunnel Beach

Der Nebel blieb zäh, aber wir konnten am Ende des Otago Harbour sehen, dass es in Dunedin sonnig war. So machten wir uns auf den Weg und fuhren zum 18 Kilometer entfernten Tunnel Beach. Vom Parkplatz aus führt ein gut ausgebauter Weg hinunter zum Strand und an die Steilküste. Das Highlight ist der grosse Felsbogen durch den das Wasser tobt und sich später an der Küste bricht. Benannt wurde der Strand aber nicht nach diesem Felsbogen, sondern nach einem in den 1870er Jahren in den Fels gehauenen Tunnel, der zu einem Strand am Fusse der Klippen führt. Richtung Osten setzt sich die Küste mit steilen, markanten Felsformationen fort und der ganze Anblick ist ein Landschaftstraum!

Wir fotografierten die Steilküste und kletterten durch den engen Tunnel an den Strand. Es war auflaufende Flut, aber das Wasser war noch weit genug weg für einen Spaziergang und einigen Fotos. Im ablaufenden Wasser spiegelten sich die Klippen und ich machte begeistert einige Belichtungen. An den Felsen fanden sich einige schöne Muster und das Meerwasser hatte interessante Formen in den Felsen erschaffen - man kam sich hier unten ganz klein vor! Auf dem Rückweg konnte ich nicht widerstehen und machte noch ein paar Langzeitbelichtungen - der Anblick der Küste mit dem blauen Himmel und dem türkis-grünem Wasser war aber auch ein richtiger Augenschmaus!

Wir kletterten den steilen Weg wieder hinauf und fuhren zurück ins Cottage, wo wir zu Mittag assen und eine ausgedehnte Pause machten. Das Wetter sah am späten Nachmittag immer noch gut aus und wir fuhren über die High Cliff Road zum Smaills Beach, da es Richtung Osten immer noch sehr neblig war. Der Strand ist ziemlich breit und mit der Küste sehr schön, aber es gab keine Seelöwen - nur Surfer :)

Zum Sonnenuntergang zogen wir an den Nachbarstrand Tomohaka, wo wir mal wieder vom intensiven Erdschattenlicht begeistert waren! Im Westen leuchteten die Wölkchen am Himmel kurz rosa und im Osten färbte der Erdschatten den Seenebel erst Rosa, dann Blau und zum Schluss leuchtete er geradezu in Schneeweiss - was für ein Traum!!!

Es war eigentlich ein schöner Tag mit intensiven Farben zu jeder Tageszeit - was will das Herz eines Landschaftsfotografen mehr?

Highlight des Tages: Sonnenuntergang am Tomohaka Beach

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Tunnel BeachSmaills BeachTomohaka Beach
30. März 2017

Vom grauen Seenebel in die Sonne

Wir wollten heute Morgen am Tunnel Beach fotografieren, aber es war bereits in der Company Bay dichter Nebel. Wir fuhren trotzdem Richtung Dunedin, da es nie sicher ist, wie weit es den Seenebel ins Inland zieht.

Heute hatten wir aber Pech und wir fuhren weiter durch die dicke Nebelsuppe. Am Parkplatz vom Tunnel Beach sah es gar nicht so schlecht aus: der Nebel war weniger dicht und über uns konnten wir Sterne sehen! Allerdings war das auch das einzige, von rotem Licht am östlichen Horizont keine Spur :( Wir liefen trotzdem hinunter bis zum Felsentor und hofften einfach, dass der Nebel sich zu Sonnenaufgang zurückziehen würde. Aber leider fand dies nicht statt und ich machte etwas enttäuscht ein paar Belichtungen der Nebelküste, die ich dann mal wieder in Schwarzweiss entwickelte, um die (und meine) düstere Stimmung wiederzugeben.

Wir wanderten den Pfad wieder nach oben und standen dann plötzlich in der goldenen Morgensonne, während unten die Felsen weiterhin von dichtem Nebel umhüllt waren. Immerhin waren die Vögel munter und eine hübsche Goldammer (Emberiza citrinella) posierte für Gerd nicht weit entfernt auf einem Ginsterbusch und das ganze Fotos war ein Traum in Gelb-Gold :) Im nassen Gras fanden sich zahlreiche Spinnennetze - der Herbst lässt grüssen! - und Gerd gelang auch dort eine weitere schöne Aufnahme, während ich innerlich weiterhin mit meinem Schicksal haderte! Warum konnte der blöde Nebel nicht auch beim Tunnel Beach weg sein???

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Tunnel BeachGoldammer (Emberiza citrinella)

Schliesslich fuhren wir zurück ins Cottage und frühstückten gemütlich. Am späten Vormittag sassen wir immer noch in Nebelsuppe, aber bei Dunedin hatte er sich bereits zurückgezogen. Also fuhren wir los und wollten auf den Gipfel des Mount Cargill, dessen Gipfel mit 676 Metern am nördlichen Ende von Dunedin thront. Benannt wurde er nach dem Mitbegründer der Siedlung Otago, Kapitän William Cargill, und vom Gipfel aus kann man atemberaubende Aussichten auf die Otago Peninsula und die Stadt geniessen.

Das Gute war, dass wir von dort sehen konnten, wie sich der Seenebel immer weiter zurückzog! Am Anfang war noch die gesamte Küste bedeckt, aber nach und nach wurden die Strände frei, so dass wir uns entschlossen, zur Sandfly Bay zu fahren. Dort wurden wir in der Tat von Sonne empfangen und wir wanderten hinunter an den Strand. An der abgesperrten Stelle konnten wir hoch auf den Dünen einen Gelbaugenpinguin entdecken, der wahrscheinlich dort durchmauserte. Für ein Foto war der Kleine allerdings zu weit weg.

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Blick auf Otago PeninsulaBlick von Mount CargillPanorama Otago Peninsula

Und am Strand lag dann tatsächlich eine dicke Neuseeländische Seelöwen Dame (Phocarctos hookeri) und genoss die letzten Sonnenstrahlen, bevor sie hinter den Hügeln verschwinden sollte. Die Dame posierte für uns und wir freuten uns über die ersten Schnappschüsse von Seelöwen. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht ahnen, was in den Catlins auf uns zukommen sollte... :)

Von der Sandfly Bay ist es nur eine kurze Fahrt zum Lookout, wo wir von einer fantastischen Stimmung empfangen wurden! Der Seenebel drängte zurück und wälzte sich in einer dicken Welle langsam Richtung Inland - das sah aus wie in einem Horrorfilm! Über die Hügel der Peninsula wälzten sich weitere Nebelwellen und die ganze Stimmung nach Sonnenuntergang im Erdschattenlicht war einzigartig schön. Wir machten einige Fotos und fuhren dann glücklich zurück ins Cottage - es war ein gelungener Tag!

Highlight des Tages: die Nebelwellen über den Hügeln

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Seelöwe (Phocarctos hookeri) Sandfly BeachNebelwelle
31. März 2017

Weiterfahrt zu den Catlins Kilometerstand 95150

Der Nebel hatte sich während der Nacht zurückgezogen und es war nur noch etwas wolkig, als ich mich am frühen Morgen auf dem Weg zum Tunnel Beach machte. Ich wollte noch nicht aufgeben und es einfach nochmal versuchen!

Und diesmal hatte ich wieder das Glück des Tüchtigen und der Himmel fing blutrot an zu glühen, als ich am Parkplatz ankam. Im Dunkeln stolperte ich mit meiner Stirnlampe den Weg hinunter zur Küste und konnte mein Glück kaum fassen! Es war ein typischer 'Wetterumschwunghimmel' mit tiefrot glühenden Wolken, die die rote Farbe auf das Wasser übertrugen. Die ganze Szene war einfach nur ROT! Ich machte zunächst ein paar Aufnahmen unten, fand den Standpunkt für den schönen Himmel dann aber zu niedrig und hetzte den Weg wieder halb hoch, bis ich einen guten Überblick hatte.

Die Farben blieben bis zum Sonnenaufgang einfach unglaublich intensiv rot und orange, so wie ich es bisher nur selten erlebt habe. Aber hier in Neuseeland hatten wir diese Farben und Stimmungen nun schon öfter; immer dann, wenn das Wetter umschlägt!

Überwältigt von diesem epischen Naturerlebnis fuhr ich zurück ins Cottage, wo Gerd bereits mit dem Frühstück auf mich wartete. Heute sollte es weitergehen Richtung Süden in die Catlins.

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Tunnel Beach

Von unseren unglaublich schönen Erlebnissen mit Seelöwen und atemberaubenden Landschaften könnt Ihr dann im nächsten Kapitel lesen.

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