Oranje River

22. Mai 2012

Weiter zum Oranje River – Grün, Grün, Grün!

Irgendwie starten die Tage hier immer gleich: es war eiskalt und wir standen um fünf Uhr auf, um zu den Köcherbäumen zu fahren. Als wir in der Gegend ankamen, die wir gestern angepeilt hatten, konnten wir schon einige Köcherbäume gegen den roten Himmel ausmachen. Der Himmel war heute nicht ganz so schön wie die Tage zuvor, da es bewölkt war, doch am Ende war dies ein Vorteil, als die Wolken die Farben des Sonnenaufgangs annahmen. Ich erkundete einen Teil abseits der Pad und sie stellte sich als wahrer Spielplatz heraus: lebendige und tote Köcherbäume inmitten von Felsen, die aussahen wie Bauklötze, die von einem Riesen dort zum Spielen aufgebaut wurden – wunderbare Fotomotive. Wir verbrachten eine Stunde in diesem magischen Wunderland und fuhren dann zurück zum Chalet. Wir waren heute etwas früher dran und packten erst unsere Sachen zusammen, damit wir direkt nach dem Frühstück losfahren konnten. Hendrik war schon da und bot uns einen sehr willkommenen heissen Kaffee an. Es war heute trotz des Windes deutlich wärmer und wir konnten das Frühstück richtig in der Sonne geniessen bevor wir die Rechnung zahlten, uns herzlich von Hendrik verabschiedeten und uns auf den Weg nach Keetmanshoop machten.

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Dort stoppten wir kurz um Getränke und Teufelskrallenkapseln in einer Apotheke zu kaufen. Sie sollen als Naturmittel gegen Athritis und Rückenschmerzen helfen und Gerd wollte sie ausprobieren. Schnell verliessen wir Keetmanshoop und fuhren weiter in den tiefen Süden über Grünau nach Noordoewer an der südafrikanischen Grenze. Wir bogen ab auf die C13 Richtung Aussenkehr und die Landschaft wechselte in eine karge Landschaft, die bald von einer üppig grünen Landschaft mit Weingütern abgelöst wurde. Wir erfuhren später, dass die Trauben nicht für Wein genutzt werden, sondern nach Europa exportiert werden. Nach rund 350 km erreichten wir unsere Unterkunft für die folgenden drei Nächte: das Norotshama River Resort, welches direkt am Ufer des Oranje River liegt. Wir wurden recht kurz empfangen und zu unserem Bungalow geführt, der aus einem grossen Schlafwohnraum und einem grosszügigen Badezimmer besteht. Die Räume sind sehr dunkel gehalten, aber aus einem guten Grund: es war draussen richtig heiss und die Räume durch die wenigen Fenster schön kühl – fantastisch! Die Lodge hat weiterhin einen schönen kleinen Pool mit Blick über den Fluss und ein Restaurant. Fotos von innen haben wir leider vergessen zu machen

Diashow Norotshama River Resort (Klick für grössere Bilder):

Wir brachten unsere Sachen in den Bungalow und gingen zum Mittagessen in das Restaurant. Einge der angebotenen Speisen war nicht verfügbar und so entschieden wir uns beide für Fleischlasagne, die sehr gut war. Nach dem Essen genoss ich eine ausgiebige Dusche und konnte endlich nach drei Tagen meine Haare waschen. Das war auf Mesosaurus etwas schwierig, da es Abends, wenn das heisse Wasser da war, viel zu kalt war, um die Haare an der Luft zu trocknen . Ich lud unsere CF Karten auf die Image Tanks und den Computer und schrieb am Reisebericht, während Gerd sich ausruhte. Es war heute eine lange Fahrt gewesen und ich wollte nicht nochmal rausfahren. So machten wir zur Sonnenuntergangszeit Fotos vom Gelände der Lodge. Der Blick über den Fluss hinüber zu den Bergen war sehr lohnenswert. Der Oranje River ist der Grenzfluss zwischen Südafrika und Namibia und für afrikanische Verhältnisse recht breit. Wir sahen Wasservögel wie Kormorane und Reiher und auch andere Vögel wie Webervögel und Spatzen, die mich an meine Frobenschar Zuhause in der Schweiz erinnerten.

Wir liessen das Abendessen aus, da wir noch satt von der Lasagne waren und stellten die Kamera für Nachtaufnahmen am Fluss auf. Von grossem Erfolg war das jedoch nicht gefrönt, aber vielleicht habe ich auch schon zu viele Sternenfotos gemacht während dieser Reise .

Highlight des Tages: Sonnenaufgang bei den Köcherbäumen

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23. Mai 2012

Oranje River – Grünes Ufer, ein Canyon und ein perfekter Sonnenuntergang

Gerd schlief heute ein wenig länger, doch ich stand um kurz vor sechs Uhr zum Sonnenaufgang auf. Die Berge auf der Südafrikanischen Seite waren in ein sanftes rosa Morgenlicht getaucht und bildeten einen herrlichen Kontrast zu dem Grün des Ufers und dem Fluss. Ich machte einige Fotos, bewunderte die erwachende Vogelwelt und wartete auf den Sonnenaufgang. Als die Sonne aufging, fand ich, dass das sanfte Licht vor Sonnenaufgang eigentlich besser aussah und machte nur noch ein paar Fotos, bevor ich zurück ging und Gerd weckte.

Wir gingen frühstücken und machten danach eine kleine Erkundungstour am Fluss entlang Richtung Rosh Pinah. Wir passierten das Dorf Aussenkehr, was eigentlich eine riesige Ansammlung von einfachsten Hütten ohne sanitiäre Anlagen und Strom für bis zu 3000 Erntearbeiter ist; permanent 'wohnen' dort circa 1500 Menschen. Die Lebensumstände dieser Erntearbeiter ist eigentlich ein Skandal, denn schon seit 2003 wollen Regierung und die Weinanbaugesellschaften die Bedingungen verbessern, aber seitdem hat sich gar nichts getan. Es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn man nun im europäischen Winter Tafeltrauben aus Namibia kaufen kann .

Die Vegetation war grün und der Fluss wand sich wie ein grünes Band durch das Tal. Die Spuren der grossen Überflutung des vergangenen Jahres waren noch deutlich zu erkennen. Kaum vorstellbar, dass der Fluss mal so gewaltig angeschwollen war. Das Wasser hatte fast das Restaurant in Norotshama erreicht. Die direkt am Fluss gelegenen Bungalows wurden vom Wasser zerstört. Nach 45 km erreichten wir den Ort, wo der Fish River in den Oranje River mündet und wir überquerten die neue Brücke, die die zerstörte Brücke vom letzten Jahr ersetzte. Wir parkierten den Hilux, liefen über die Brücke und genossen den Blick über den Fish River.

Wir kehrten langsam zur Lodge zurück und assen zu Mittag. Gerd hatte ein T-Bone Steak, während ich mich für ein Rinderfilet entschied. Beide wurden mit Spinat, Kürbisgemüse und Pommes Frites serviert und alles war sehr lecker. Danach gingen wir zur Rezeption, um eine Karte des 4x4 Trails und ein Funkgerät für den Notfall abzuholen und fuhren nach einer kurzen Schlafpause los. Das erste Stück des Trails ist eigentlich auch das interessanteste, da er durch einen Canyon mit eindrucksvoll hohen Felswänden aus Dolerite führte, die nun vom warmen Nachmittagslicht beleuchtet wurden. Wir fuhren den Trail bis zu einem steinigen Plateau, wo wir den Hilux wendeten und langsam zurückfuhren. Es war nicht genügend Zeit für den gesamten Trail, der insgesamt 2-3 Stunden dauern würde. Wir nahmen uns aber Zeit, hielten immer wieder für Fotostops an und parkierten das Auto hinter einer grossen Felsformation, die an den berühmten 'El Capitan' im Yosemite Nationalpark erinnerte. Die leichte Schleierbewölkung war ideal, da sich die Wolken nach Sonnenuntergang blutrot über der Silhouette der Bergketten färbten . Wir staunten über dieses Farbenspiel und blieben dort bis es dunkel wurde und fuhren zurück zur Lodge, wo wir uns an der Rezeption ordnungsgemäss zurückmeldeten.

Wir waren immer noch zu satt vom Mittagessen, so dass wir im Bungalow nur ein Sandwich zum Abendessen hatten. Nach einem Amarula und einem Glas Wein gingen wir wieder früh schlafen.

Highlight des Tages: die Fahrt durch den Canyon mit Sonnenuntergang

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Oranje River
24. Mai 2012

Ausflug zum Fish River nach Ai-Ais

Wir konnten beide nicht gut schlafen und so war zumindest ich glücklich, als endlich der Wecker klingelte und ich aufstehen konnte. Wir nahmen das Auto und fuhren zur selben Stelle wie zum Sonnenuntergang gestern Abend und ich hoffte auf einen schönen roten Himmel gegen den markanten Felsen. Doch meine Hoffnung erfüllte sich nicht, da das Morgenlicht heute sehr schwach war und die Wolken sich noch nicht ganz verzogen hatten. So verliessen wir diesen Ort und fuhren ans Flussufer, was sich als goldrichtige Entscheidung entpuppen sollte. Die Sonne beleuchtete bald nach unserer Ankunft die Berggipfel und ich begann erfreut zu fotografieren. Nach ungefähr 35 Minuten war das Licht am besten und der Fluss floss so ruhig, so dass ich schöne Spiegelungen vom Schilf am Ufer und von den Bergen im Fluss machen konnte. Fantastisch! Ich sass eine ganze Weile einfach nur so auf einem Stein am Ufer und schaute über den ruhig und langsam dahin fliessenden Fluss. Die Vogelwelt erwachte und Schwalben, Kormorane, Reiher und Gänse zogen vorbei. Was für eine unglaubliche friedliche und ruhige Morgenstimmung dies war! Wir genossen den Morgen am Fluss bis fast 8 Uhr und fuhren zum Frühstück zurück zur Lodge.

Wir entschieden uns, einen Tagesausflug zu den heissen Quellen nach Ai-Ais zu machen, das nur 75 km von Norotshama entfernt ist und zugleich der Ausgang vom Fish River Canyon ist. Wir waren bereits 2002 einmal hier und erinnerten uns an eine schöne Wanderung in den Canyon hinein, die wir nun nochmals machen wollten. So fuhren wir kurz nach dem Frühstück los und erreichten Ai-Ais nach etwas mehr als einer Stunde, wo wir das Auto parkierten und uns an der Rezeption anmeldeten. Gerd entschied sich für ein Bad in den heissen Quellen im Innenschwimmbad, der für Tagesbesucher 30 NAD Eintritt kostet, während ich im Schatten am Reisebericht schrieb. Es war schon ziemlich heiss in der Sonne und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, bei diesen heissen Temperaturen in heissen Quellen zu baden! Aber es war wohltuend für Gerd′s Haut sowie für seinen Rücken und er genoss die Zeit im Schwimmbad sehr.

Nach dem Ende der Badezeit fuhren wir zum Parkplatz am Ende der kleinen Strasse, wo wir nach einem leckeren Mittagessen die Wanderung starteten. Auf der einen Seite war es schön, den Fish River mit so viel Wasser zu sehen, auf der anderen Seite war die Wanderung jedoch etwas enttäuschend, da sie überwiegend durch dichten Busch ohne Sicht auf den Fluss oder Canyon führte. Als wir das erste Mal hier waren, führte der Fluss sehr wenig Wasser und wir konnten im Flussbett laufen. Das war aber nicht weiter schlimm, denn da die Landschaft nicht mit uns spielen wollte, sprang eben die Tierwelt ein ! Ich bemerkete eine kleine Agame (Agama anchietae), die sich auf einem Stein knapp drei Meter von uns entfernt niederliess. Die kleine Echse posierte willig und ausdauernd für und uns wir konnten einige schöne Fotos machen. Wir waren über diese Tierbegegnung ziemlich glücklich, trotz des doch sehr harten Lichts. Wir gingen dann zurück zum Parkplatz, tankten den Hilux auf und fuhren gemütlich zurück Richtung Norotshama.

Der Himmel war immer noch klar und wir parkierten das Auto in der Nähe des markanten Felsen, wo ich es mir gemütlich machte. Gerd fand einen grossen Grashüpfer (Chorthippus brunneus, syn. Glyptobothrus brunneus), der sich im Sand für die Nacht bereit gemacht hatte und konnte einige interessante Nahaufnahmen im schönsten Abendlicht von dem Insekt machen. Es war heute in der Tat mehr der Tier- als der Landschaftstag .

Wir hatten Glück und der Himmel blieb für die Sternenfotos klar und wir liessen die Kamera rund eine Stunde laufen. Ich machte noch ein paar Einzelaufnahmen der Milchstrasse und wir fuhren schliesslich zurück zur Lodge und genossen ein sehr leckeres Abendessen.

Highlight des Tages: der Morgen am Fluss und die kleine Agame

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Oranje RiverAnchieta Agama (Agama anchietae)Grashüpfer (Chorthippus brunneus)
25. Mai 2012

Weiter zum Fish River - Die Magie eines einzigartigen Canyons

Wir wollten heute frühzeitig zum Fish River Canyon starten und fuhren nicht hinaus für den Sonnenaufgang und hielten uns nur vor der Lodge am Fluss auf und beobachteten die Vögel. Es gab heute überhaupt kein Morgenlicht, denn der östliche Himmel war mit dicken Wolken bedeckt. Wir frühstückten früh, zahlten die Rechnung und starteten die lange Fahrt zu unserer nächsten Unterkunft: die Fish River Lodge * auf der linken Seite des Canyons.

Was der zweitgrösste Canyon der Welt für uns parat hielt, könnt Ihr im folgenden Kapitel lesen.


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