Norwegen im Winter

Wir freuen uns, dass Ihr unseren Reisebericht 'Leuchtendes Senja' aus dem Februar 2014 gefunden habt. Gerd und ich verbrachten zehn schöne Tage auf Norwegens zweitgrösster Insel Senja in Nordnorwegen und erlebten fantastische Winterstimmungen, überwältigende Farben der Sonnenuntergänge, das tolle Nordlicht und viele schöne Landschaften.

Wie immer, buchten wir die Reise individuell und fanden eine tolle Unterkunft im gemütlichen Resort Hamn i Senja *, wo wir ein schönes, neues Apartment mit Wohnküche, Schlafzimmer und grossem Badezimmer bewohnten.

Unser Auto, ein fünftüriger Skoda Octavia 4x4 stv Diesel, haben wir am Bardufoss Flughafen bei Europcar angemietet. Wie immer in Norwegen war das Auto in sehr gutem Zustand und mit Winterreifen sowie Spikes ausgerüstet. Es bot mehr als ausreichend Platz für unser Gepäck und die Fotoausrüstung.

8. Februar 2014

Die ersten Tage – fast schon wie immer

Es ist eigentlich immer dasselbe an den ersten Tagen, wenn wir nach Norwegen reisen und unsere Reise bereits am Tag zuvor startet, wenn wir mit dem Zug zum Zürcher Flughafen fahren und nach Oslo fliegen. Wir übernachteten eine Nacht im Radisson Blue Airport Hotel und setzten unsere Reise nach Bardufoss heute fort. Wie schon in früheren Reiseberichten erwähnt, ist dies für uns eine entspanntere Anreise, anstatt an einem Samstag Morgen durch den Osloer Flughafen zu hetzen.

Diesen Morgen begannen wir mit einem herzhaften Frühstück im Hotel, das alles bot, was man sich wünschen konnte: alles für ein Full English Breakfast, norwegischer Lachs, Hering in Saucen und anderen Fisch aber auch das gewöhnliche Toastbroat, Brot, Butter, Aufschnitt, Käse, Joghurt und Marmeladen.

Nach dem Frühstück bezahlten wir die Rechnung und gingen hinüber zum Abflugterminal, wo wir die Boardkarten von Norwegian scannten und die Gepäckaufkleber ausdruckten. Wir gingen danach weiter zum Baggage drop-off, scannten die Gepäckaufkleber und unsere beiden Taschen verschwanden auf dem Band. Es ging alles automatisch, alles sehr problemlos und schnell!

Wir passierten die Sicherheitskontrolle, kauften ein USB Kabel für mein Smartphone, da ich meins zuhause vergessen hatte, und konnten pünktlich das Flugzeug besteigen.

Der Flug verging schnell und ruhig und wir konnten schnell nach der Landung in Bardufoss unser Gepäck in Empfang nehmen. Ich erledigte die Formalitäten für unser Mietauto, einem Skoda Octavia 4x4 Diesel mit Winterreifen und Spikes, und wir fuhren zuerst in den Ort, um beim Coop Prix unsere Einkäufe zu erledigen. Wir kauften etwas zum Abendessen ein, Getränke und etwas Wein im Vinmonopolet nebenan.

Die Fahrt nach Hamn i Senja dauerte weniger als 90 Minuten und dank der Spikes fuhren wir auf den vereisten Strassen sicher und wie auf Schienen

Wir wurden von Michael sehr freundlich auf Hamn i Senja * empfangen und zogen in unser sehr schönes, gemütliches Apartment ein. Es gibt einen sehr grossen Wohn- und Essbereich mit einer voll ausgestatteten offenen Küche, einem separatem Schlafzimmer und einem modernen grossen Badezimmer.

Diashow Hamn i Senja (Klick für grössere Bilder):

Gerd kochte unser Abendessen während ich die Taschen auspackte und unsere Fotorucksäcke parat machte, so dass wir perfekt vorbereitet waren, sollte denn ein Nordlicht im Himmel sichtbar werden. Wir genossen unseren frischen Lachs mit Erbsen und gingen kurz danach bereits um halb sieben Uhr ins Bett. Der Wecker klingelte um 00:30 Uhr und ich warf einen prüfenden Blick in den Himmel. Es war immer noch teilweise bewölkt, aber wir entschieden uns, es zu versuchen und gingen hinüber zum Leuchtturm. Am Himmel waren einige Wolken, aber wir konnten auch den Mond und die Sterne sehen und nach einer Weile sogar eine schwache Aurroa ! Wir schossen glücklich ein paar Fotos – auch wenn es nicht das stärkste Nordlicht war, fand ich es sehr schön und interessant mit den Wolken. Und immerhin besser als gar nichts

Gegen drei Uhr morgens war es wieder voll bewölkt und wir kehrten zurück ins Apartment, wo wir mit einem Lächeln auf dem Gesicht einschliefen.

Highlight des Tages: das erste Nordlicht

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9. Februar 2014

Ein trüber Tag mit einem überaschendem Ende

Ich wachte kurz nach sieben Uhr, als es noch dunkel war, auf. Ich stand auf, wartete auf den Beginn der blauen Stunde und ging hinüber zum Leuchtturm. Es war ein entäuschend trüber Start in den Tag und ich kehrte nach zwei unspektakulären Fotos zurück ins Apartment.

Gerd war schon auf, als ich zurück kam und wir gingen hinüber ins Haupthaus zum Frühstück. Uns erwartete ein erstklassiges Frühstück mit Kaffee, frischem warmen Brot, Marmelade, Hering in Tomatensauce und Hering in einer hellen Zwiebelsauce, Krabben, Vanillejoghurt, Eier und eine Platte mit Käse, Aufschnitt, Paprika, Tomate, Gurke und Räucherlachs. Lecker, lecker, lecker!!!

Wir starteten dann gut gesättigt unsere erste Erkundungsfahrt und fuhren die Küste Richtung Norden bis nach Tungeneset entlang. Tungeneset ist ein wahrlich wunderschöner Ort mit einem fantastischen Blick auf die Gipfel der Bergkette Okshornan, die auch Devil′s Teeth (Teufelszähne) genannt werden. Aber heute machten wir noch keine Fotos und fuhren zurück bis wir den kleinen Weiler Bøvær mit dem 700m langen Sandstrand erreichten. Die Seeadler scheinen diesen Strand auch zu mögen, denn wir sahen mindestens sechs Adler am Strand oder in der Nähe lungern. Gerd gelangen sogar zwei ansprechende Fotos!

Wir blieben eine Weile am Strand, fotografierten die beeindruckenden Fussabdrücke der Seeadler im Schnee und Sand und setzten unser Scouting bis Gryllefjord fort, wo wir an der kleinen Tankstelle tankten. Der Himmel im Westen hatte sich mittlerweile eine Stunde vor Sonnenuntergang tief rot verfärbt und wir hatten Glück, einen tollen Platz mit Aussicht zu den Bergen zu finden. Der Himmel war pink-rot-orange in einer unglaublichen Sättigung – wow, was für ein Augenschmaus das war! Es war geradezu ein episches Ende dieses trüben Tages und wir fuhren glücklich zurück zum Apartment zurück, wo wir zu Abend assen und duschten.

Die Wettervorhersage war bewölkt für den Rest der Nacht und so gaben wir früh auf und gingen zu Bett.

Highlight des Tages: der epische nordische Sonnenuntergang

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Seeadler
10. Februar 2014

Goldene Zähnchen

Es war ein grauer Morgen, als ich aufwachte und ich machte mir nicht die Mühe, raus zu gehen. Es dauerte eine Weile, bis ich realisierte, dass fast der ganze Schnee am Boden über Nacht getaut und es draussen ziemlich mild war! So gingen wir früh zum Frühstück und starteten kurze Zeit später unseren Tagesausflug.

Wir machten einen Schlenker über Bøvær und schauten nach den Seeadlern, aber es war Flut und die Vögel segelten hoch am Himmel in der frischen Brise. Die Wettervorhersage hatte einen schönen Tag vorher gesagt, aber wir fanden uns plötzlich in leichtem Nieselregen wieder und die Wolken hingen fast am Boden – was zum Teufel...

So fuhren wir weiter bis Senjahopen, wo wir einige Sachen im Supermarkt einkauften. Mittlerweile regnete es nicht mehr und wir nutzten die Gelegenheit, Fotos an einem nahen Strand von den fantastischen Granitfelsen mit den Bergen auf der anderen Seite des Fjords zu machen. Was für ein toller Spielplatz das war und wieviel Spass!!

Nach einer Stunde Spielzeit fuhren wir zurück nach Tungeneset. Der Pfad zum Strand war nach dem Regen nun stark vereist und wir zogen unsere Spikes für die Schuhe an. Dies war eine sehr gute Entscheidung, denn das dicke Eis war fast überall und es wäre unmöglich gewesen, sich dort ohne Spikes zu bewegen.

Wir gingen über die Felsen bis wir den kleinen Pool erreichten, in dem sich die Berge und die Devil′s teeth spiegeln. Was für ein toller magischer Ort! Ich begann mit einigen Langzeitbelichtungen und plötzlich brach die Sonne durch die Wolken und auf den Bergen lag ein fantastisches goldenes Licht. Waaaaaw, was für ein Glück wir hatten!

Das fabelhafte goldene und dunkelrote Licht dauerte mehr als eine halbe Stunde an und wir fotografierten glücklich drauf los. Der Wind beruhigte sich von Zeit zu Zeit, so dass wir auch mit perfekten Spiegelungen im Pool belohnt wurden.

Es war eine super schöne Zeit, die wir dort am Tungeneset verbringen durften und wir blieben bis zum Ende der blauen Stunde. Wir wollten eigentlich noch bleiben, bis der Mond diesen Ort erhellte, aber mehr und mehr Wolken zogen auf und wir machten Schluss für heute.

Zurück im Apartment, assen wir zu Abend, schauten Olympia im Fernsehen und hofften auf etwas klarem Himmel im Laufe der Nacht – was leider nicht eintraf

Highlight des Tages: Sonnenuntergang bei den Devil′s teeth

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Tungeneset
11. Februar 2014

Rot-grüne Lichtshow

Um vier Uhr stand ich dennoch auf, weil der Himmel einigermassen klar war und ich sah sogar etwas Nordlicht! Also flugs in die Hosen und wir machten eine Stunde lang ein paar Fotos. Es zog sich allerdings wieder zu und wir gingen wieder zurück ins Bett.

Ein paar Stunden später erwartete mich wieder ein Morgen ohne gutes Licht und wir gingen früh frühstücken. Wir unterhielten uns nett und angeregt mit Michael, dem Manager, und genossen unseren Fisch, Brot und Käse, bevor wir kurz danach den Tagesausflug starteten

Wir hielten kurz darauf an der kleinen Bucht Morvikka an einem kleinen Sandstrand. Ich machte ein paar Fotos, aber es war bereits zu hell für gute Fotos und so fuhren wir weiter nach Bovaer und hofften auf Seeadler. Und heute wurden wir nicht entäuscht! Kurz bevor wir das Ende der Strasse erreichten, sahen wir fünf Seeadler nicht sehr hoch über uns kreisen. Gerd machte aufgeregt einige gute Fotos der fliegenden Adler. Am Strand war dann kein Adler zu sehen und wir fuhren weiter bis Mefjorden, einem ziemlich spektakulärem Fjord bei Senjahopen. Das Licht war nun wieder sanft und golden und ich machte ein paar Fotos für ein Panorama, bevor wir uns wieder dazu entschlossen, den Sonnenuntergang bei Tungeneset zu verbringen.

Es war eine goldrichtige Entscheidung, da das Licht sich extrem gut entwickelte und ich mit verschiedenen Bildkompositionen der Devil′s Teeth und der Spiegelungen spielen konnte. Das beste war jedoch das Nachglühen über den Bergen auf der anderen Seite des Fjords. Die Wolken nahmen verschiedene Farben von Pink über dunkelrot an und ich fand einige halb zugefrorene Pfützen, die sich hervorragend für eine Spiegelung eigneten.

Die Zeit flog nur so dahin und schon begann die blaue Stunde – aber leider wurden die Wolken wieder dichter und dichter. So fuhren wir zurück nach Hamn, als es sich nicht mehr lohnte, auf Mondlicht zu warten.

Im Apartment angekommen, assen wir zu Abend und gingen hinüber in den Leuchtturm, wo wir sahen, dass der Himmel über dem Meer klar war. Die Nordlichtaktivität war allerdings sehr tief, wurde aber nach einer Stunde immer stärker, so dass uns schliesslich ein paar Fotos gelangen. Und dann begann für ungefähr fünf Minuten ein kleines Feuerwerk: Lady Aurora tanzte über den Himmel und es war eine kurze, aber starke Vorstellung. So waren wir Beide ziemlich glücklich – es war zumindest etwas und es war wunderschön!

Das Nordlicht wurde schwächer und kam auch nicht zurück. Wir gaben kurz nach Mitternacht auf und gingen mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlafen.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang und Lady aurora

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SeeadlerTungeneset
12. Februar 2014

Tungeneset Wahnsinn

Ich traute kaum meinen Augen, als ich kurz nach sieben Uhr aus dem Fenster schaute und nur ein paar dünne Wolken im Osten erblickte! Ich sprang in meine Hosen und fuhr ein paar Kilometer zu einem Fjord mit schönem Blick Richtung Osten.

Der Himmel glühte rot am Horizont und es war ziemlich windig. Ich parkierte das Auto und suchte mir einen Weg durch die kleinen Birken zum Ufer des Fjords. Es war wirklich zugig und ich wählte eine lange Belichtungszeit, um die steife Brise zu betonen. Die Farben wurden leider nicht wirklich intensiv, aber es war eine schöne, kalte nordische Morgenstimmung, die ich sehr genoss.

Ich fuhr zurück nach Hamn i Senja, wo Gerd bereits auf mich wartetet. Wir frühstückten und hatten dabei vergnügsame Unterhaltungen mit Michael. Wir trafen auch Mogens, dem sehr netten und freundlichen Activity Manager von Hamn i Senja, und sprachen über mögliche Fotostandorte und die Möglichkeit einer Bootstour zu einem späteren Zeitpunkt in der Woche. Wir einigten uns auf eine Tour am Samstag, aber liessen noch offen, ob ich mitkomme oder nicht. Ich war ein wenig zögerlich, denn die furchtbaren Erinnerungen und die Whale Watching Tour auf den Azoren letzten Mai waren mir noch in lebhafter Erinnerung Wasser ist definitiv NICHT mein Element!

So brachen wir nach dem Frühstück auf und hielten zuerst am Aussichtspunkt oberhalb des Bergsbotn. Der Blick über den Fjord sah recht gut aus und ich machte ein paar Fotos, bevor wir hinunter ins Dorf fuhren, wo ich einige Zeit mit dem Fotografieren der wunderschönen Spiegelungen im ruhigen Fjord verbrachte. Das Licht war nicht mehr harsch und das Wasser fast perfekt ruhig – was für eine fabelhafte Stimmung und ich wusste jetzt schon, dass diese Fotos zu meinen Lieblingsfotos dieser Reise gehören würden!

Wir kamen in Tungeneset gerade rechtzeitig zum schönen roten und goldenen Licht des Sonnenuntergangs an und ich suchte nach anderen Bildkompositionen wie gestern. Es wäre ja letztendlich langweilig, immer nur Fotos von der Spiegelung am Pool zu machen. Dieser Ort ist ein wahrer Himmel für fotografische Kreativität und es gibt wirklich überall Möglichkeiten für Kompositionen. So verbrachten wir dort äusserst vergnügliche 90 Minuten Spielzeit bis die blaue Stunde vorbei war und wir zurück zum Auto gingen.

Wir entschieden uns, hier auf die Nordlichter zu warten und eine lange Wartezeit von fünf Stunden begann. Wir assen unsere Sandwiches, tranken Kaffee, unterhielten uns und spielten Swiss Quiz, Solitaire und Flappy Bird auf meinem Smartphone. Um neun Uhr war der Himmel endlich klar und wir gingen zum Pool und warteten auf Lady aurora. Aber es gab nur ganz schwache Aktivität und ich entschied mich, die Kamera für Sternspuren laufen zu lassen. Besser als gar nichts! Uns sprach dann eine junge Frau an, die besorgt war, dass einer der Tunnel um 23 Uhr schliessen würde, da sie ein Warnschild in Finnsnes gesehen hatte. Da wir auch nicht sicher waren, ob das Tor vom Skalandtunnelen eventuell nicht mehr öffnen würde, verliessen wir Tungeneset kurz nach 22 Uhr. Für uns wäre es im Falle einer Sperre ein Rückweg von über 100 km statt 35 km gewesen. Am nächsten Tag stellte sich dann aber heraus, dass es ein anderer Tunnel im Norden von Senja war.

So fuhren wir zurück und parkten das Auto am Mokkelvika Strand. Und dann, ja – nach einer halben Stunde kam Lady Aurora für eine Stipvisite vorbei! Wir freuten uns über die Sichtung und machten Fotos mit dem Nordlicht über der mondbeschienenen Landschaft.

Leider ging die Aktivität sehr schnell auf Null zurück und wir gaben nach einer weiteren Stunde Warten auf und fuhren zurück. Die Entscheidung war nicht falsch, denn wir sahen am nächsten Tag im Aurora Monitor, dass die Aktivität die ganze Nacht nur noch sehr schwach war.

Highlight des Tages: Tungeneset und das kurze Nordlicht

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BergsbotnTungeneset
13. Februar 2014

Ein Tag an den Fjorden

Ein weiterer Morgen verging ohne eine lohnende Fotomöglichkeit und wir genossen stattdessen das Frühstück und die Unterhaltung mit Michael.

Wir fuhren los und machten einen kurzen Halt am Senjatroll, der der grösste Troll der Welt ist. Er ist 17,96 Meter hoch und rund 125.000 kg schwer. Der Ort ist im Winter geschlossen und so machte ich nur ein 'Erinnerungsfoto'

Es war kälter als gestern und ich konnte meinen Augen kaum glauben, als ich am Ufer des Bergsbotn an einer Stelle Eis entdeckte! Natürlich musste ich anhalten, schnappte mir meinen Fotorucksack und stolperte über den glatten, festen Schnee hinunter zum Strand. Es war nicht einfach, eine gute Komposition zu finden, aber ich denke, ich habe das Beste daraus gemacht. Ich spielte mit verschiedenen Belichtungszeiten, um die Bewegung der Wellen richtig einzufangen und hatte viel Spass dabei.

Wir fuhren weiter nach Steinfjorden und machten einen Spaziergang am schönen Sandstrand und hielten Ausschau nach kleinen Makromotiven. Der Sand und der Seetang bilden tolle grafische Fotomotive und wir suchten vergnügt nach allen möglichen Formen und Strukturen.

Wir liefen anschliessend noch ein wenig auf der gesperrten Strasse zum Graphitbergwerk entlang, bis wir eine Stelle mit schönem Blick in den Fjord und zu den Devil′s Teeth fanden. Die Sonnenuntergangsfarben fingen gerade an zu glühen und beleuchteten die Berge ringsrum in den allerschönsten Farben. Die Sonne verschwand dann eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang und wir eilten zurück zum Auto und fuhren durch den Tunnel bis nach Stamnesvika. Die Farben im Himmel Richtung Hamn waren wahnsinnig intensiv – eine Explosion in Orange und Pastellrosa. Ich machte Fotos für ein Panorama und probierte ein paar Bildkompositionen, aber es war schwieriger als ich gedacht hatte. Wie auch immer, es war ein toller Nachmittag und wir gingen zufrieden zurück zum Auto.

In der Zwischenzeit war der Mond aufgegangen und stand hoch am Himmel. Bergsbotn war in magisches Mondlicht getaucht und wir stoppten abermals am Strand für ein paar Fotos. Die schmale Zufahrt zum Strand war eine pure Eispiste, aber unser Skoda meisterte die Steigung in bester Manier und ohne jegliche Probleme – Fun!!

Wir hielten noch hin und wieder auf dem Rückweg zum Apartment an und machten Fotos von der Mondscheinlandschaft. Wir assen zu Abend und ich ging zum Leuchtturm und machte Fotos für Sternspuren, da es leider kaum Hoffnung auf Nordlichter für diese Nacht gab. Wie Schade es doch war – der Himmel war überwiegend klar, aber nun gab es keine Aktivität

So fuhren wir zu dem Parkplatz auf dem Weg nach Gryllefjord und ich kletterte nochmals über die Felsen Richtung Wasser, um Fotos der mondbeschienenen Küste zu machen, aber die Wolken waren viel schneller und bald war es fast völlig bedeckt. Etwas frustriert fuhren wir zurück, aber es war dennoch ein erfolgreicher, schöner Tag!

Highlight des Tages: Spielzeit am Steinfjord

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14. Februar 2014

Ein trüber Valentinstag

Jeder Morgen dasselbe – kein Sonnenaufgang

Wir gingen rüber zum Haupthaus und sahen eine Gruppe in Trockenanzügen, die ein Bad im Fjord nahmen – das sah nach mächtig viel Spass aus! Frühstück war heute auch anders – es war ein Buffet! Wir vermissten Michaels Gesellschaft ein wenig (und den Milchkaffee) , aber er kam dann doch noch für ein Schwätzchen vorbei. Mogens kam auch und wir unterhielten uns über die Whale Watching Touren im Januar. Schön, wenn sich Ferienpläne so entwickeln für das kommende Jahr!

Wir fuhren nach dem Frühstück nach Finnsnes, machten einen Bummel durch das Einkaufszentrum, kauften zwei Flaschen Wein im Vinmonopolet und schauten zu, wie das Hurtigruten Schiff 'Nordlys' in den Hafen einlief. Nachdem wir getankt hatten, fuhren wir die andere Route entlang der 861 nach Senjahopen und erfreuten uns an der schönen Fjordlandschaft. Wir hielten kurz in Senjahopen für einen kleinen Snack und fuhren weiter nach Tungeneset. Doch heute hatten wir kein Glück mit gutem Licht.

Die dunklen Wolken sahen aber nichtsdestotrotz dramatisch aus und die vereisten kleinen Pools eigneten sich hervorragend als Vordergrund. So genoss ich doch noch eine Stunde Spielzeit, befor wir ins Apartment zurückkehrten, wo ich am Reisebericht schrieb und Gerd Nachrichten las.

Heute war ja Valentinstag und wir entschieden uns, es mit einem Abendessen im Restaurant zu feiern Es war ein leckeres (aber ziemlich teures) Essen mit Schweinebraten, Gemüse und Kartoffeln und einem äusserst leckerem Pana Cotta als Nachtisch, das wir bei einer Flasche italienischem Chardonnay sehr genossen.

Highlight des Tages: Wieder einmal Tungeneset

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15. Februar 2014

Von Rosa nach Grau

Nachdem positivem Wetterbericht am Vorabend, war ich heute optimistisch und stand kurz nach 6 Uhr auf. Und in der Tat war es klar und der Mond kurz vorm Untergang. Ich eilte zum Auto und fuhr ein paar hundert Meter zu einer Ausweichbucht, wo ich das Auto abstellen konnte. Glücklicherweise hat es um diese Jahreszeit so gut wie keinen Verkehr und ich konnte frühmorgens so parkieren, ohne Jemanden zu behindern.

Der Mond zog langsam immer näher zum Horizont und ich bewunderte die mondbeschienene Landschaft und die wechselnden Farben, während der Mond schliesslich unterging. Es war ein weiterer faszinierender Moment, den ich sehr genoss. Nachdem der Mond endgültig verschwunden war, fuhr ich durch den neuen Tunnel Richtung Gryllefjord und parkierte das Auto am Tunnelausgang. Der Blick von der neuen Brücke zu beiden Seiten des Fjords war atemberaubend schön: kleine fluffige rosa Wolken hingen am Himmel, das Wasser war aufgrund des starken Windes ziemlich widl und dazu die sanften Winterfarben des Nordens: alle Zutaten, die eine glückliche Frau am frühen Morgen braucht

Ehrlich gesagt war es arschkalt, weil der Wind unglaublich stark blies und meine Finger froren innert einer halben Minute ein. Ich war sehr dankbar für meinen dicken und winddichten Jeep Parka – das war wirklich mal eine gute Wahl im letzten Jahr! Die Farben wechselten von Rosa zu einem intensiven Rot und ich machte Fotos von beiden Seiten der Brücke, bis es schliesslich zu hell war.

Ich fuhr bald darauf zurück nach Hamn i Senja, da ich heute nicht zu spät zurückkommen wollte. Wir hatten einen Bootsausflug durch die Schären gebucht, um Aussschau nach Seeadlern und Seehunden zu halten. So gingen wir hinüber zum Haupthaus und waren überrascht, wie voll es plötzlich war: Valentinstag oder das Wochenende sind wirklich grosse Ereignisse in Norwegen

Nach dem Frühstück trafen wir Mogens und er gab uns die wasser- und winddichten Anzüge für den Ausflug. Wir behielten die Hosen und Parka an und sahen aus wie übergrosse Michelin Männchen in den Anzügen Aber wir fanden später heraus, dass sie uns wirklich absolut warm und trocken hielten – tolle Sache!

Ein russisches Paar war auch noch von der Partie und wir starteten unseren dreistündigen Trip um die Schären vor Hamn. Wir sahen schnell die ersten Seeadler, die auf den Felsen der Schären zu posieren schienen. Wir waren ziemlich nah an einem der Jungs dran, als er abflog und mir gelangen ein paar nette Fotos! Was für ein toller, majestätischer Vogel – wir waren jetzt schon ziemlich happy! Ich hatte vor der Abfahrt etwas Angst, da die schlechten Erinnerungen an die Waltour auf den Azoren wieder hoch kam, aber die See war – trotz des Windes am Morgen – ruhig wie ein Ententeich und meine Angst völlig unbegründet. So war ich froh, dabei zu sein und genoss den Ausflug in vollen Zügen!

Wir ankerten in einer kleinen Bucht, in der es von neugierigen Seehunden nur so wimmelte. Ich dachte, dass sie wie kleine Korken aussehen: hoch der Kopf, einmal rechts und links schauen und wieder abtauchen – wuuup

Lustige Tiere! Wir gingen an Land, erklommen den kleinen Hügel und hatten einen fantastischen Blick über die Schären zur Insel Senja. Was für eine wunderschöne Landschaft es doch ist – unverdorben, wild und wundervoll! Mogens erklärte uns die Geschichte der Schären und der Fischerei der Gegend und wir fuhren zurück nach Hamn i Senja.

Wir machten im Apartment eine kurze Pause und schauten zu, wie das schlechte Wetter aus Südwesten auf uns zu kam. Das sah alles andere als ermutigend für die kommende Nacht aus, für die eine KP 6 Aktivität der Nordlichter vorausgesagt war! Und in der Tat, es gab schon keine schönen Sonnenuntergangsfarben mehr – der Himmel war von dicken Wolken verhangen und wir machten in der blauen Stunde nur ein paar Fotos um Hamn herum.

Zurück im Apartment assen wir zu Abend (Chicken Tikka Masala), ich schrieb am Reisebericht, Gerd las Nachrichten und wir warteten auf ein Loch in den Wolken, das aber nie kam

Highlight des Tages: der Sonnenaufgang in Rosa und die Seeadler

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Seeadler
16. Februar 2014

Trüb und langweilig

An diesem Morgen waren wir noch mehr frustriert, als wir sahen, dass die Nordlichtaktivität zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens sehr stark gewesen war , doch wir wegen der Bewölkung wieder nichts gesehen haben

Es war ein sehr stürmischer Tagesbeginn und ich machte mir gar nicht erst die Mühe, zum Fotografieren raus zu gehen. Es war einfach nur trüb und grau draussen! Wir frühstückten ausgiebig, trafen Mogens, um uns von ihm zu verabschieden, da er ab Morgen in den Ferien sein würde. Er ist ein wirklich netter Kerl und wir freuen uns schon auf weitere Aktivitäten mit ihm, wenn wir im September zurück kommen.

In der Zwischenzeit hatte sich das Wetter etwas beruhigt und wir fuhren in der Hoffnung auf Seeadler nach Bøvær, doch diese waren nirgends zu sehen und genossen wohl ebenfalls einen faulen Nachmittag. So fuhren wir weiter nach und spielten ein wenig mit Motiven auf den Felsen. Kurzzeitig hatten wir etwas Hoffnung auf gutes Licht, aber die Wolken waren mal wieder schneller und es war bald wieder trüb und grau.

Wir fuhren zurück nach Hamn I Senja, wo ich einige Fotos für ein 360° Panorama in der blauen Stunde machte und wir gingen danach zurück ins Apartment, um zu Abend zu essen. Mogens schickte uns eine SMS und teilte uns mit, dass es Nordlichtaktivität geben würde, aber die Löcher in den Wolken waren einfach zu winzig. Und eine halbe Stunde später war es bereits wieder völlig bedeckt. Auch in dieser Nacht sollte starke Aktivität geben und der Tag endete genauso frustriert wie er begann.

Highlight des Tages: keiner

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BergsbotnTungeneset
17. Februar 2014

Der letzte Tage – Regen

Der letzte Tag ist leider schnell erzählt. Ich hatte während der Nacht alle 90 Minuten den Himmel gecheckt, aber es blieb hartnäckig bedeckt und wir sahen (mal wieder )keine Nordlichter.

Wir frühstückten im Apartment, das wir bereits am Abend vorher im Kühlschrank fanden und fuhren danach nach Gryllefjord, um zu tanken und etwas Fleisch fürs Abendessen zu kaufen. Als wir zurück kamen, gingen wir zur Rezeption, um unsere restliche Rechnung zu bezahlen und wir unterhielten uns sehr nett mit Eli über unseren nächsten Aufenthalt im September.

Wir freuen uns jetzt schon darauf, im September wieder hier zu sein!

Es war immer noch trocken und wir machten einen kurzen Ausflug. Das Wasser vom Bergsbotn Fjord war perfekt glatt und wir hielten am Ufer, um ein paar Fotos der schönen Spiegelung zu machen. Gerade als ich meine letzten Fotos dieser Ferien gemacht hatte, fing es an zu regnen und es sollte auch nicht mehr aufhören. Wir fuhren trotzdem noch kurz nach Bøvær, aber auch die Seeadler waren nicht zum Abschied zu sehen.

So kehrten wir nach Hamn i Senja zurück, packten unsere Koffer und die Kamerarucksäcke, assen zu Abend und verbrachten einen letzten verregneten Abend an diesem doch so schönen Ort.

Highlight des Tages: die Spiegelung im Bergsbotn

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18. Februar 2014

Abreise – Tschüss Norwegen!

Es hatte in der Nacht geregnet und die Wege vor der Tür hatten sich in Eisbahnen verwandelt! Es war schon richtig schwierig, das Haupthaus zum Frühstück zu erreichen, aber wir gingen vorsichtig und kamen sicher an. Wir hatten nur ein schnelles Frühstück, da unser Flug von Bardufoss bereits um kurz nach 11 Uhr starten würde und wir unter diesen Strassenbedingungen sicher etwas mehr Zeit für die Fahrt benötigen würden.

Wir verabschiedeten uns von Eli und der Mannschaft und verliessen diesen schönen Ort in einem heftigen Schneesturm. Aber das Wetter änderte sich ziemlich schnell und die Strasse war schneebedeckt und einfach zu befahren. Wir brauchten so auch nur 90 Minuten bis Bardufoss, tankten das Auto voll, gaben es zurück und checkten ein.

Der Flug mit Norwegian hob pünktlich ab und ich konnte während des Fluges das On-board Wi-fi geniessen – ein Novum für mich und die Zeit verging wahrlich wie im Fluge

Wir nahmen in Oslo unser Gepäck in Empfang und checkten wiederum an den Self-Service Maschinen für unseren Flug nach Zürich ein. Unsere Baggage Tags und Boardkarten wurden gedruckt und wir scannten das Gepäck am Baggage Drop-off und wieder waren die Taschen unterwegs – alles sehr schnell, einfach und zügig!

Wir assen in der gemütlichen Sports Burger Bar, die wir fast schon traditionsgemäss bei genügend Zeit besuchen, zu Mittag und schauten ein paar olympische Wettbewerbe auf den grossen Bildschirmen. Die Zeit flog, wir bummelten durch den Duty Free Shop und gingen schliesslich an Board des SAS Flugzeugs nach Zürich.

Auch dieser Flug war pünktlich und wir beendeten diese Reise mit der Zugfahrt nach Basel.

Es war eine schöne Reise, aber die verpassten Nächte mit Nordlichtern bleiben doch eine grosse Enttäuschung. Trotzdem haben wir natürlich die zerklüftete und wunderschöne Landschaft von Senja sehr genossen und wir freuen uns bereits sehr auf unsere Herbstreise im kommenden September

Highlight des Tages: Die Burger am Flughafen in Oslo

Wir bedanken uns für Euer Interesse an unserem Reisebericht und hoffen, dass Ihr beim Lesen und Betrachten der Fotos viel Spass hattet. Alle Fotos von Norwegen findet Ihr in den Norwegen Fotogalerien auf unserer Webseite.

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Sternspuren

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