Moeraki

26. März 2017

Weiterfahrt nach Otago Kilometerstand 94196

Es regnete in Strömen, als wir aufstanden und ich arbeitete fleissig weiter am Reisebericht - ich war nun fast wieder auf dem aktuellen Stand :) Wir konnten bis 12 Uhr im Apartment bleiben und machten uns dann so langsam startklar für die knapp dreistündige Fahrt nach Moeraki, wo wir zwei Nächte bleiben würden.

In Timaru machten wir nach 180 Kilometern einen Zwischenstop, um im Pakn'Save einzukaufen. Ausserdem hatten wir im Vorfeld das erste Mal von den Olympia-Eichen gelesen und hier in Timaru sollte eine stehen, da der Neuseeländer John Edward 'Jack' Lovelock 1936 eine Goldmedaille über 1500 Meter gewonnen hatte und hier auf der Timaru Boys High School zur Schule gegangen ist. Ein Sohn der Stadt, auf den man noch heute sehr stolz ist. Lovelock gewann das Rennen in neuer Weltrekordzeit von 3:47,8 Minuten, was auf dem Gedenkstein vor seinem Denkmal verewigt wurde. Jeder Olympiasieger bekam 1936 in Berlin einen Eichensetzling überreicht und die Olympia-Eichen (oder ihre Kinder) sind heute noch auf der ganzen Welt verteilt. Der Eichensetzling an Lovelock wurde jedoch nicht von Adolf Hitler übergeben sondern von Dr. Theodor Lehwald, damaliger Vorsitzender des deutschen olympischen Komitees. Die Eiche ist mittlerweile 80 Jahre alt und stattlich gewachsen. Sie steht im Schulhof der High School und ist ein wirklich hübsches Exemplar geworden! Einen interessanten Artikel zu der Eiche in Timaru gibt es auf Englisch unter diesem Link: Uncovering the Innocent Truth Behind New Zealand's Hitler Tree.

Während der Weiterfahrt wurde es immer freundlicher und wir erreichten den Moeraki Boulders Holiday Park im strahlenden Sonnenschein - endlich!!! Wir hatten dort eine Cabin gebucht, die für uns vollkommen in Ordnung war. Sie war nicht zu klein mit einem Duschbad, einem grossen Doppelbett, einem Einzelbett und Etagenbett, die wir als Ablage nutzten und einer gut eingerichteten Küche mit zwei elektrischen Kochplatten, Mikrowelle und Kühlschrank. Der Campingplatz Verwalter ist Schweizer aus Basel - da fühlte man sich unter Beppis gleich daheim :) Seine Frau ist aus Uri und die dementsprechende Fahne hängt neben der neuseeländischen Fahne :)

Diashow Moeraki Bouldes Holiday Park (Klick für grössere Bilder):

Er gab uns einige Informationen zu den Tiden und zu den Pinguinen am Leuchtturm und wir machten uns direkt auf den Weg dorthin. Vom Leuchtturm Parkplatz aus ist es ein kurzer Spaziergang die Küste hinunter zum Strand, wo die Gelbaugenpinguine (Megadyptes antipodes) am späten Nachmittag vom Fischen an Land kommen. Die Gelbaugenpinguine gehören neben dem Galápagospinguinen und den Dickschnabelpinguinen zu den seltensten Pinguinen der Welt und sind streng geschützt. Er ist auf Neuseeland endemisch und kommt nur hier und auf den vorgelagerten Inseln, den Chatham und Auckland Islands vor.

Ein enger Maschendrahtzaun schützt die Pinguine vor tierischen Eindringlingen und zu aufdringlichen Besuchern. Schon am ersten Strand konnten wir drei Pinguine entdecken, die gerade aus dem Meer kamen und den Strand hoch zu ihren Ruheplätzen stapften. Unsere Freude war gross und wir bewunderten die hübschen Pinguine begeistert. Ein paar Meter weiter ist ein weiterer Strand und dort standen zunächst zwei und später vier Pinguine, putzen sich und machten sich parat für die Nacht. Am Hügel weiter hinten entdeckten wir weitere drei Pinguine und zählten nun zehn - das war momentan nach der Brutzeit anscheinend das Maximum an anwesenden Pinguinen :)

Wie putzig die Kleinen aussahen und sie waren wahre Poser! Wir fotografierten begeistert und ausgiebig trotz des schlechten Lichts und mittlerweile hatte es auch wieder angefangen zu nieseln. Am Ende dieser kleinen Halbinsel befindet sich eine grosse Kolonie von Seebären (Arctocephalus forsteri), die teilweise oben auf dem Gras ruhten. Unten am Wasser gab es zahlreiche Gezeitenpools, wo die Jungbären begeistert schwammen und spielten. Doch es zog uns schnell wieder zu den Pinguinen und wir blieben, bis es fast dunkel war und sich die Jungs hingelegt hatten.

Highlight des Tages: die süssen Gelbaugenpinguine

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes)
27. März 2017

Steinkugeln und Pinguine

Wir fuhren am Morgen zum Leuchtturm, um zu beobachten, wie die Gelbaugenpinguine für den Tag zurück ins Meer wanderten. Und tatsächlich! Die erste Gruppe von drei Pinguinen hatte sich bereits am Strand versammelt und schien lautstark eine Lagebesprechung abzuhalten :) Es gab heute Morgen kein schönes Licht und so begnügten wir uns damit, die Jungs zu beobachten und hatten dabei viel Freude.

Zurück in der Cabin frühstückten wir und am späten Vormittag fuhren wir zu den Moeraki Boulders. Es war nun freundlich und sonnig! Die Flut kam herein und die runden Steine wurden nach rund einer Stunde schön umspült. Hier merkte man nach den Pancake Rocks wieder mal, wie viele Touristen doch im Land unterwegs sind: ganze Busgruppen trabten über den Strand, liessen sich auf den Steinen ablichten und verschwanden nach einem kurzen Intermezzo wieder. Es scheint überhaupt das grösste Ziel eines Touristen zu sein, sich AUF den Steinen fotografieren zu lassen... Wir hielten uns zwei Stunden am Strand auf; ich machte Langzeitaufnahmen und Gerd fotografierte Details am Strand. Die Algen oder das Kelp gaben dabei immer wieder ein gutes Motiv ab.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Moeraki BouldersShag PointSeebären am Shag PointSeeschwalben

Am Nachmittag fuhren wir schliesslich ein paar Kilometer die Küste hinauf bis zum Shag Point, der uns neben dem Wildlife auch landschaftlich überraschte! Die felsige Küste leuchtete in verschiedenen Rot- und Brauntönen und bot einen tollen Kontrast zum blauen Himmel und dem türkisfarbenen Meer. Auf den Felsen tummelten sich zahlreiche Seebären mit ihren Jungen und auf den vorgelagerten Felsinseln ruhten Kormorane, Seeschwalben und Möwen. Ein toller Ausflug und wir genossen unsere Zeit dort sehr.

Dann war es aber auch schon wieder Zeit für die Gelbaugenpinguine am Leuchtturm und auch heute wurden wir nicht enttäuscht! Ganz im Gegenteil: die Pinguine hatten überhaupt keine scheu und kletterten den Hang bis ganz oben hinauf! Am Ende waren sie weniger als zwei Meter von uns Zuschauern hinter dem Zaun entfernt und zeigten überhaupt keine Scheu. Sie schienen die Aufmerksamkeit zu geniessen und lieferten eine wahre Show mit Balzen, Rufen und Posieren ab. Wir freuten uns über viele schöne Fotos und besonders über die Portraits, die alle unbeschnitten sind!

Die Seebären kamen fast zu kurz und die letzten dreissig Minuten des Tages verbrachten wir mit ihnen. Sie lagen faul im Gras und liessen sich entspannt fotografieren. Zum Schluss gelang mir noch ein Foto einer Seebärendame im Erdschattenlicht am Ende des Tages. So ging ein schöner Tag mit den Pinguinen zu Ende.

Highlight des Tages: die Gelbaugenpinguine

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes)Seebär (Arctocephalus forsteri)
28. März 2017

Weiterfahrt zur Otago Peninsula Kilometerstand 94638

Als ich aufstand konnte ich mein Glück kaum fassen: ich sah Sterne am Himmel und der Horizont verfärbte sich schon leicht blau! Also sprangen wir in die Hosen und fuhren die paar Kilometer zu den Moeraki Boulders, wo wir in der Dämmerung ankamen.

Auf See gab es eine dicke Seenebelwand, die das schönste Licht blockte, aber trotzdem war es in der blauen Stunde eine sehr schöne Stimmung. Die Flut lief ab, aber zumindest die hinterste Steinreihe wurde am Anfang immer noch schön von Wellen umspült und im nassen Sand gab es hübsche Wellenmuster. Es war nicht ganz, was ich mir vorgestellt hatte, aber unter den vorgefundenen Umständen habe ich wohl das Beste daraus gemacht. Etwas mehr Farbe im Himmel und mehr Wasser um die Steine herum wären ideal gewesen!

Kurz vor Sonnenaufgang kamen auch schon die ersten Touristengruppen und es wurde uns schnell zu wuselig. Da es keine Hoffnung auf goldenes Licht auf den Steinen bzw. kein Wasser mehr gab, packten wir zusammen und fuhren zurück.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Unsere nächste Etappe führte uns auf die Otago Peninsula. Was wir dort erlebten, erfahrt Ihr im nächsten Kapitel.

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