Fiordland - Milford Sound

9. April 2017

Weiterfahrt zum Milford Sound Kilometerstand 96440

Auch heute Morgen sah ich Sternli am Himmel funkeln und fuhr nochmals zum Lake Te Anau. Ich sollte es nicht bereuen und bekam das ganze Programm geboten: eine schöne blaue Stunde, intensives rosa Erdschattenlicht, eine attraktive Nebelbildung über dem See und schliesslich goldene Hügel im ersten Licht des Tages. Da kann man sich wirklich nicht beschweren

Nach dieser tollen Morgenstunde, die übrigens sehr mild ausfiel, kehrte ich in die Cabin zurück, wo wir ein rasches Frühstück zu uns nahmen. Dann war es schon wieder Zeit, zu packen und das Auto zu laden - es ging nun weiter zu unserem eigentlichen Aufenthalt am Milford Sound!

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Lake Te Anau

Auf dieser Fahrt liessen wir uns nun Zeit und besichtigten ein paar Orte auf dem 112 Kilometer langen Weg. Als erstes hielten wir - ebenso wie die Touristenbusse - an den schönen Mirror Lakes. Bei ihnen ist der Name Programm und heute war es so windstill, dass sich die gegenüber liegenden Berge wunderschön spiegelten. Die Busse aus Te Anau fahren alle mehr oder weniger zur selben Zeit los und wir warteten rund 20 Minuten, bis wieder Ruhe eingekehrt war und alle Gruppen wieder in ihren Bussen waren. Nun hatten wir diesen schönen Ort fast für uns allein und konnten die Ruhe geniessen.

Danach fuhren wir rund 15 Kilometer weiter bis zum Lake Gunn Walk. Der Pfad führt durch einen schönen urigen Wald, aber für gute Fotos war es etwas zu sonnig. Aber dafür beglückten uns ein äusserst zutrauliger Black Robin (Petroica longipes), für den ich keinen deutschen Namen gefunden habe und ein sehr quirliger Maorischnäpper (Petroica macrocephala). Wir haben uns über diese gelungenen Fotos sehr gefreut - vor allem der Maorischnäpper sass kaum mal eine Sekunde ruhig!

Weiter ging die Fahrt durch den Homer Tunnel und den Pass hinunter bis zur Schlucht The Chasm. Die Schlucht ist im Laufe der Jahrmillionen durch Stromschnellen entstanden. Die Kiesel und Steine wuschen immer wieder runde Kreise aus - ganz wie bei uns die Gletschermühlen. Die kurze Wanderung führt durch einen weiteren schönen Wald - hach, hier könnte ich wohl wieder Tage bleiben!

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Mirror LakesGunn WaldMaorischnäpper (Petroica macrocephala)Black Robin (Petroica longipes)Milford Road

Schliesslich fuhren wir zu unserer wohl teuersten Unterkunft dieser Ferien: der Milford Sound Lodge, wo wir das 'Explore and Relax Package' für zwei Tage mit Bootstour gebucht hatten. Wir checkten ein und bezogen unser grosses Zimmer, das aus einem Wohn-/Schlafraum mit Couch, Schreibtisch, Fernseher, Heizung und Kühlschrank sowie Wasserkocher bestand. Dazu gab es ein grosses Bad mit Fussbodenheizung.

Wir fühlten uns wohl und machen von der Terrasse ein kleines Panorama von der Bergwelt - zumindest solange, bis mich die fiesen Sandfliegen wieder gefunden hatten

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Milford Sound Lodge

Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir die rund 1.3 Kilometer bis zum Parkplatz des Besucherzentrums und liefen vor bis zur Wasserkante. Die Flut kam langsam hinein und tote Baumstämme und Wurzeln verschwanden in den Fluten. Zu guter Letzt gab es noch einen Schein Rosa in den Wolken und dann war der Zauber auch schon wieder vorbei.

Wir kehrten zurück und machten uns in der Campküche ein vorgekochtes Abendessen vom Pakn'Save warm. Das gehörte nicht gerade zu unseren kulinarischen Highlights und das Gewusel in der Küche war auch etwas zu viel für unseren Geschmack. Also assen wir rasch und verbrachten einen ruhigen Abend in unserem gemütlichen Zimmer.

Highlight des Tages: Sonnenaufgang

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The ChasmLady Bowen FallMitre Peak
10. April 2017

Rund um den Milford Sound

Gerd hatte sich irgendwo den tückischen tödlichen Männerschnupfen eingefangen und blieb heute Morgen liegen, um seine Leiden auszukurieren Es sah trüb aus, aber ich fuhr trotzdem mal zum Nachsehen zum Hafen und fand die Stimmung eigentlich recht ansprechend. Es war trüb mit tiefen - aber nicht zu tiefen - Wolken und ich empfand es für den oft regnerischen Milford Sound durchaus passend.

Zurück im Hotel gingen wir frühstücken, das in unserem Package inkludiert war. Man konnte von der Karte ein Gericht auswählen (Müsli oder verschiedene Arten von Ei Benedikt) und dazu einen Barista Kaffee. Wir entschieden uns für einen Flat White und ich für ein Egg Benedikt mit Lachs und Gerd mit Schinken. Die Eier kamen auf Toast und waren wirklich sehr lecker - genau wie der Kaffee!

Um neun Uhr machten wir uns dann auf zum Hafen und checkten diesmal bei der 'Southern Discoveries' ein. Das Boot war bei weitem nicht ausgebucht und jeder fand an Deck oder an einem Fenster einen Platz. Es hatte mittlerweile angefangen zu regnen, aber darüber waren wir gar nicht betrübt, denn der Milford Sound präsentierte sich nun von einer völlig anderen Seite als am Tag zuvor! Von den steilen Wänden fielen nun zahlreiche Wasserfälle, die sich nur bei Regen bilden, aus hoher Höhe in die Tiefe. Das war schon ein toller Anblick und die Fahrt hatte sich für uns damit schon gelohnt!

Aber auch die Tour nah an den Felswänden vorbei war heute bei bedecktem Himmel reizvoll und der Regen sorgte dazu für satte Farben. Wir genossen die Tour sehr und bewunderten den Fjord. Diese Tour ging nicht so weit in die Tasman Sea hinaus wie die von Mitre Peak Tours, aber auch so war das offene Meer sehenswert. Leider gab es auch auf dieser Tour keine Pinguine, aber die unvermeidlichen Seebären waren da! An den Stirling Falls probierte ich nochmal mein Glück mit einer Dusche mit Gletscherwasser, aber die versprochene Verjüngung klappte auch diesmal nicht

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Mitre Peak & Mt. KimberlyMilford SoundSeebären

In dieser Cruise war der Eintritt zum Milford Discovery Centre & Underwater Observatory enthalten und wir stiegen an der Harrison Cove aus. Nach einer kurzen Einführung stiegen wir die 65 Stufen hinunter auf rund 10 Meter unter den Meeresspiegel und wir tauchten buchstäblich in eine andere Welt ein! Der Milford Sound bietet eine Besonderheit: Das Meerwasser wird durch den vielen Regen mit einer Schicht Süsswasser überdeckt. Das Regenwasser enthält durch den Fluss über die Felswände vom Boden gelöste Gerbstoffe, durch die im darunter liegenden Salzwasser auf 10-20 Meter Lichtverhältnisse herrschen, die sonst nur in der Tiefsee ab 500 Meter vorkommen. Dies machen sich Flora und Fauna zunutze und wir Menschen können diese Lebewesen hier bewundern, ohne tauchen zu müssen!

Die beeindruckenste Pflanze der Tiefsee ist die Schwarze Korallen (Antipatharia), die wegen ihres stacheligen Skeletts auch Dörnchenkorallen genannt wird. Die kleinen Polypen haben sechs Tentakel, ernähren sich von winzigen planktonischen Organismen und bilden so die Korallen. Leider wurden diese Korallen bereits zur Herstellung von Schmuckstücken weltweit ausgebeutet, so dass sie hier in Neuseeland streng geschützt sind und so mittlerweile eine der grössten Kolonie von Schwarzen Korallen weltweit bilden.

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Milford Underwater ObservatorySchwarze Korallen (Antipatharia)Zylinderrose

Wir bewunderten diese fast tropische Unterwasserwelt, in der sich neben den Schwarzen Korallen auch tropische Fische (z.B. Marmorfische) und Blumentiere wie die Zylinderrose tummelten. Nach rund einer dreiviertel Stunde gingen wir wieder hinauf und nahmen das nächste Boot zurück zum Hafen.

Es regnete nun stärker und wir verbrachten den Rest des Tages im Zimmer mit Aufräumen und Arbeiten am Reisebericht.

Highlight des Tages: das Unterwasser Observatorium

11. April 2017

Weiterfahrt nach Queenstown Kilometerstand 96584

Es hatte die ganze Nacht geregnet, doch ich stand unverdrossen auf und war begeistert, als ich ein paar Sterne am Himmel sah! Rasch sprang ich in die Hosen und fuhr zum Hafen, während Gerd weiterhin seinen Männerschnupfen auskurierte.

In der blauen Stunde zogen die Wolken noch tief am Mitre Peak vorbei, aber es klarte immer mehr auf. Als sich die Wolken zu meiner grossen Begeisterung in ein intensives Rosa verfärbten, war alles absolut perfekt: die kitschige Stimmung, die Spiegelung und eine glückliche Fotografin Ich war ganz allein an diesem schönen Morgen und die ersten Touristen kamen erst, als ich schon wieder eingepackt hatte.

Wir frühstückten nochmals lecker im Café der Lodge und beluden danach zügig das Auto. Es sollte noch ein schöner Tag werden, bevor der Zyklon Cook eine Menge schlechtes Wetter nach Neuseeland bringen sollte.

Was wir in der eher trüben Zeit in Queenstown und Glenorchy erlebten, lest Ihr im nächsten Kapitel.

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