Karamea

16. März 2017

Weiterfahrt zur Westküste nach Karamea Kilometerstand 92425

Gerd blieb heute Morgen liegen und ich fuhr allein zum Cape Faremont. Es war völlig klar und die Sterne funkelten mit dem Mond um die Wette! Die hügelige Landschaft und die Steilküste sahen im hellen Mondlicht fantastisch aus und die Milchstrasse war auch noch gut sichtbar!

Ich stieg langsam den Hügel hinauf, begrüsste die Schafe und machte immer wieder ein Foto in der wechselnden Lichtstimmung. In den Senken der Täler bildete sich Nebel, der mal stärker, mal schwächer wurde und ein weiteres Highlight bildete. Im Osten färbte sich der Himmel über der Küste und dem Farewell Spit bereits golden - heute gab sich ein Naturerlebnis nach dem Anderen die Hand und ich wusste gar nicht, was ich zuerst machen sollte!

Dann wurde das Licht kurze Zeit blau und kurz darauf leuchtete das Erdschattenlicht in den allerschönsten Farben in Pastellrosa und blau. Ich war ja schon immer Fan der Erdschattenfarben, aber hier in Neuseeland sind sie besonders schön und intensiv - mein Herz lachte! Schlag auf Schlag ging es weiter und die Sonne schob sich über den Horizont. Aus den Pastellfarben wurde Gold und ein Sonnenstern über dem Farewell Spit rundete meinen absolut perfekten Morgen ab. Was für eine grandiose, supermegageile Stunde dies war!!!

Ich lief glücklich zurück zum Parkplatz, wo sich der Nebel gerade lichtete, aber die Sonne noch wunderschön goldenen Nebel im Gegenlicht zauberte - das eine Foto musste dann auch noch sein :)

Gerd war bereits wach, als ich zurückkehrte und hatte schon die Abreise vorbereitet. Ich trank nur einen schnellen Kaffee mit einem Blueberry Muffin und wir beluden das Auto. Heute lag eine lange Fahrt vor uns: Karamea mit knapp über 400 Kilometern. Eigentlich ein Witz, denn Karamea liegt genau gegenüber der Berge des Kahurangi Nationalparks, aber es gibt nur den Heaphy Track (85 km) zu Fuss auf die andere Seite. Mit dem Auto muss man einmal komplett um die Berge herum fahren!

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Bei bestem Wetter fuhren wir an der Golden Bay entlang in die Takaka Hills, wo wir hin und wieder anhielten und nun die tolle Aussicht über das Tal bis hin zum Farewell Spit geniessen konnten.

In Motueka machten wir einen Halt zum Tanken und assen in der European Bakery ein leckeres Frühstück mit einer grossen Tasse Milchkaffee. Man muss ehrlich sagen, dass der Barista Kaffee in den Cafés und Bars wirklich sein Geld wert und ausgesprochen lecker ist!

Weiter ging die Fahrt rund drei Stunden lang durch die Buller Gorge bis nach Westport, wo wir im New World für die nächsten Tage einkauften. Von dort aus waren es nur noch 92 Kilometer bis Karamea, zu unserer Unterkunft, einem Apartment im Karamea River Motel *. Wir wurden sehr freundlich empfangen und die nette Dame drückte uns noch ein Kännchen frische Milch in die Hand :) Als es uns an einem Verlängerungskabel mangelte, war auch das Ausleihen gar kein Problem - netter Service, doch wir kauften dann bei nächster Gelegenheit endlich ein eigenes!

Das Motel gehört sicherlich zu den Besten in Neuseeland: es ist überaus modern, keineswegs abgewohnt und sehr gut ausgestattet. Unser Apartment hatte ein Schlafzimmer und einen riesigen Wohnraum mit voll ausgestatteter Küchenzeile. Das Bad war ebenfalls modern und gross und dazu gab es eine Terrasse mit Garten in vollkommener Ruhe. Hin und wieder fuhr an der Strasse ein Auto, aber da Karamea am Ende der Strasse inmitten von Nirgendwo liegt, hielt sich das sehr in Grenzen und war fast totenstill.

Diashow Karamea River Motel (Klick für grössere Bilder):
Karamea River Motel

Wir richteten uns ein und fuhren dann im guten Nachmittagslicht zur Erkundung die Küste entlang. Wir waren hier bereits während unserer ersten Neuseelandreise 2006 und einiges erkannten wir wieder, während wir uns partout nicht erinnern konnten, wo wir damals übernachtet hatten!

Aber wir fanden zum Sonnenuntergang ein hübsches Stückchen Strand, wo wir fotografieren konnten. Aber erst, nachdem wir uns an den Armen und an der Kleidung mit DEET Insektenabwehr eingesprüht hatten! Die Sandfliegen an der Westküste sind in der Tat immer noch nicht angenehmer und wenn man auch nur eine Minute stehen bleibt, finden einen die Blutsauger sicher. Das Problem gegenüber Mücken ist nur, dass sie nicht einzeln kommen, sondern gleich mit all ihren Kumpels und man ruckzuck von ihnen umschwirrt wird. Grusig!!!! Aber das 40%-ige DEET funktionierte ganz gut und ich kam mit nur einem Stich davon - und das bei hunderten von Sandfliegen!

Am Strand fand ich einen schönen Totholzstamm, der sich gut gegen die untergehende Sonne machte - jetzt wusste ich zumindest, warum ich 23 Stunden um die halbe Welt geflogen bin.... :) :) Aber attraktiv war er auf jeden Fall und ich hatte jede Menge Spass damit, Kompositionen zu finden. Gerd versuchte sich an klassischen Landschaftsaufnahmen und viel zu schnell war die Spielzeit schon wieder vorbei.

Im Last Resort assen wir eine Kleinigkeit zu Abend, da Gerd keine Lust mehr aufs Kochen hatte und kurz darauf gingen wir auch zu Bett. Es war ein langer Tag mit viel Fahrerei!

Highlight des Tages: Sonnenaufgang am Cape Farewell

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17. März 2017

Sandfliegenkampf an der Küste

Karamea und die Westküste sind eigentlich Sonnenuntergangsdestinationen, aber morgens zeigt sich dort das schöne Erdschattenlicht kurz vor Sonnenaufgang. So machten wir uns auf den kurzen Weg zum Flagstaff Beach und wurden nicht enttäuscht.

Der Himmel verfärbte sich wunderschön in Pastellfarben und es gab eine tolle Stimmung am weitläufigen Strand, über dem Meer und über der Flussmündung des Karamea River. Es hatte sich gelohnt!

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Wir frühstückten in der Sonne und machten am späten Vormittag einen Ausflug zum Kohaihai River. Der Parkplatz am Ende der Piste ist Ausgangspunkt für den Heaphy Track, auf dem man über 85 Kilometern in 3-5 Tagen Collingwood in der Golden Bay erreichen kann. Am Anfang befindet sich eine ziemlich schwankende Hängebrücke über den Fluss und an diesem Punkt gab es zum Glück kaum noch Sandfliegen, die direkt am Parkplatz direkt über uns herfielen! Zum Glück wirkt das 40%-ige DEET wirklich gut - die Plagegeister surren uns zwar um die Ohren, aber sie setzen sich nicht zum Blutsaugen auf die Haut. Der Blick über den Kohaihai River in den Regenwald hinein ist wirklich malerisch schön.

Direkt hinter der Brücke beginnt der 40-minütige Rundweg Nikau Track, der wie der Name schon sagt, durch einen Wald mit Nikau Palmen (Rhopalostylis sapida) führt. Diese Palmen können bis zu 15 Meter hoch werden und haben im oberen Bereich eine Art Verdickung, die rund ein Meter lang ist. Die Blätter schliesslich können Längen von bis zu 2.5 Metern erreichen. Im Gegensatz zu anderen Palmen, trägt die Nikau Palme keine Nüsse. Mir persönlich sind diese Art von Wäldern zu chaotisch und ich tue mich schwer, diese zu fotografieren. Die Farnwälder auf Tasmanien waren da einfacher und irgendwie auch schöner fürs Auge!

Wir kehrten zurück ins Apartment und am späten Nachmittag erkundeten wir weiter die schöne Küste. 2006 hatte es uns hier schon gut gefallen, weil die Dünen mit der Gischt des Wassers im letzten Licht eine fast schon künstlerische, malerische Stimmung ergeben. Wir wollten ausprobieren, ob das immer noch geht!

Am Oparara River war Ebbe und einige Austernfischer sowie Stelzenläufer tummelten sich im Watt. Um uns herum tummelten sich Hunderte Sandfliegen - grrrr, elendige Plagegeister!!!! Wir wanderten ein wenig im Watt umher und genossen die ruhige Stimmung am Fluss. Einige Kormorane flogen umher und landeten auf toten Ästen im Uferbereich.

Dann war es bereits Zeit für den Sonnenuntergang und wir fanden ein schönes Plätzchen in den Dünen bei Little Wanganui. Und in der Tat: die Fotos bekamen in der Lichtstimmung genau wieder diese malerische Stimmung, die uns so eindrücklich aus 2006 in Erinnerung geblieben ist. Als Vergleich dazu füge ich in der Diashow ein Foto von damals ein - zu der Zeit haben wir noch auf Diafilm fotografiert und das Foto ist ein Scan vom Dia.

Der Sonnenuntergang gab alles und während ich mich den Dünen widmete, konnte Gerd einige sehr schöne Spiegelungen auf dem nassen Sand einfangen. Es war ein gelungener Nachmittag, der uns viel Freude gemacht hat! Wir blieben am Strand, bis die Farben verblasst waren und uns die Sandfliegen mal wieder zu viel wurden.

Highlight des Tages: die malerische Stimmung am Strand

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Karamea Dia 2006Kohaihai HängebrückeKohaihai RiverNikau PalmeOparara River
18. März 2017

Oparara Basin & Arch

Es stand anscheinend wieder ein Wetterumschwung an, denn die Wolken und die Farben am Morgen waren erneut völlig intensiv und verrückt! Erst verfärbte sich alles Rosa, dann wurde es leuchtend Rot und danach leuchteten die Erdschattenfarben in einem so intensivem Rosa, dass es kaum zu glauben war!

Ich fotografierte Richtung Berge und später am Strand und war ziemlich happy mit meinen Ergebnissen in Rosa :)

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Kohaihai Parkplatz und wanderten eine Stunde den Heaphy Track entlang, bis wir den erst den Aussichtspunkt auf den Scotts Beach und schliesslich den Strand selber erreichten. Der Weg führt ebenfalls durch einen (fürs Auge) ziemlich chaotischen Wald aus Nikau Palmen, Rata Bäumen und Farnen. Irgendwie hätten wir keine Lust, diese Wanderwege mehrere Tage lang zu laufen... Am Scotts Beach erwarteten uns dann auch schon die lästigen Sandfliegen und ich zog zum Schutz wieder mal meine Regenjacke an - der Stoff ist dick genug, dass sie nicht durch stechen können und es erspart mir eine DEET Ladung. Aber Spass macht das nicht und von entspanntem Strandleben ist das weit entfernt! Ich machte ein paar Langzeitaufnahmen und dann hatten wir von den Plagegeistern die Nase voll und machten uns auf den Rückweg zum Parkplatz.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Die Bewölkung nahm nun zu und wir freuten uns, dass es mit einer Wanderung zum Oparara Arch doch noch klappen würde. Das Letzte, was ich dort brauche, ist Sonne und nun waren die Bedingungen mit einer gleichmässigen Ausleuchtung durch die geschlossene Wolkendecke ideal.

Wir fuhren die rund 14 Kilometer bis zum Parkplatz und wurden unterwegs kurz durch einen kleinen Unfall aufgehalten. Die Schotterpiste ist eng und die Geschwindigkeit eigentlich auf 35 km/h begrenzt, aber ein SUV war wohl etwas schnell und rücksichtslos unterwegs und hatte einen PKW in den schlammigen Seitengraben abgedrängt! Wir fragten, ob wir helfen könnten, aber mit normalen Mitteln ging nichts und einer der anderen Helfer rief dann per Telefon Abschlepphilfe. Da hatte die kleine Familie im Auto wohl Glück im Unglück!

Vom Parkplatz tief im Wald aus ist es eine 25-minütige Wanderung am Fluss und kleineren Wasserfällen entlang zum grossen Oparara Arch. Der Oparara Arch ist der grösste Felsbogen aus Kalkstein auf der Südhalbkugel und 219 Meter lang, bis zu 79 Meter breit und 43 Meter hoch - eine imposante und beeindruckende Naturkonstruktion!

Am Ende des Felsbogens gibt es eine riesige Höhle, durch die ein kleiner Fluss fliesst und in der Stalagmiten und Stalaktiten entstehen. Eine tolle Stimmung und ein Naturschauspiel, dass uns bereits 2006 fasziniert hat - es war toll, nochmals hier sein zu dürfen! Wir fotografierten ausgiebig, was aufgrund der hohen Kontraste in der Höhle nicht ganz einfach war. Aber am Ende fand ich auch noch eine schöne Position, um den Felsbogen in Szene zu setzen und war mit unserer Ausbeute mehr als zufrieden.

Zum Abschluss wanderten wir noch den kurzen Weg zum Mirror Lake, der sich genauso perfekt präsentierte wie sein Name ist: eine wunderbare Spiegelung der Vegetation! Es war ganz interessant zu sehen, wie sich die Ansicht von 2006 gleicht und zugleich auch verändert hat. Einige Bäume sind deutlich grösser geworden, aber der tote Ast liegt dort unverändert. Ein schöner, ruhiger Ort.

Als wir zurück zum Motel fuhren, fing es an zu regnen und ein schöner Tag ging zu Ende.

Highlight des Tages: Oparara Arch

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Oparara ArchOparara RiverMirror Lake
19. März 2017

Weiterfahrt zu den Pancake Rocks Kilometerstand 93155

Es regnete fast die ganze Nacht und auch am Morgen war es noch stark bewökt, so dass es sich nicht lohnte, zu fotografieren. Wir frühstückten, packten das Auto und machten uns auf den Weg Richtung Süden nach Punakaiki. Was wir dort gesehen und erlebt haben, seht Ihr im folgenden Kapitel unseres Reiseberichts.

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