Kalahari

16. Mai 2012

Und es geht los!

Zur Abwechslung flogen wir mal wieder mit der Air Namibia ab Frankfurt und wir fuhren gegen Mittag mit den Zug von Basel nach Frankfurt Flughafen. Wir wollten, wie schon letztes Jahr, rechtzeitig am Flughafen sein, um noch Tickets für die Premium Economy zu ergattern. Wir waren auch früh da, aber leider waren schon alle Tickets für diese Flugklasse vergeben, doch es gab noch ein Spezialangebot für einen Ugrade in die Business Class für 450 Euro, das nochmals 175 Euro mehr waren als für die Economy Premium. Wir zögerten aber nicht lange und kauften diesen Upgrade – schliesslich ist es nur Geld und ich habe meine Haltung seit meinem kleinen Eingriff am Herzen Anfang des Jahres geändert: lebe das Leben im Jetzt und gebe das Geld aus, solange es geht – das Leben ist kürzer als man denkt

Es war immer noch früh und wir assen eine Kleinigkeit zu Mittag bevor wir durch die Passkontrolle gingen, die Duty Free Shops passierten und zur Sky Lounge gingen. Unsere Business Class Tickets erlaubten uns den Zugang und wir verbrachten dort fast 90 Minuten, die wir mit freiem Internetzugang, einem Glass Wein und einigen Snacks verbrachten.

Wir gingen durch die Sicherheitskontrolle, wo wie immer in (und nur dort!) Frankfurt, meine Fotoausrüstung als potentielle Massenvernichtungswaffe identifiziert wurde. Der Typ erklärte mir, dass meine Objektive speziell geschliffen wären und sie deshalb besonders geprüft werden müssten Nun, er nahm dann einen (und nur einen!) meiner beiden Image Tanks (!) und ging zu der Maschine, um ihn auf Sprengstoff zu testen. Alles sehr schlüssig, oder... ? Ich hasse die Frankfurter Sicherheitskontrolle wirklich, da sie dort ohne Sinn und Verstand handeln und diese Dinge mir immer nur in Frankfurt widerfahren. Ich nahm dann meinen Image Tank wieder in Empfang und wir konnten kurz danach ins Flugzeug, wo wir mit einem Glas Champagner empfangen wurden. Cool und Sandra′s kleine Welt war wieder (fast) in Ordnung !

Das Flugzeug hob etwas verspätet ab und bald danach wurde das Abendessen serviert. Als Vorspeise gab es Roast Beef auf Salat und als Hauptspeise eine Lachslasagne und ein leckeres Dessert. Dazu nahmen wir Südafrikanischen Rot- und Weisswein und bewunderten den Blick über die Alpen, wo gerade die Sonne unterging – wunderschön! Ich konnte sogar den Mont Blanc sehen .

Wir schliefen bald danach ein, während das Flugzeug seine Route nach Süden Richtung Namibia nahm.

Highlight des Tages: das Abendessen in der Business Class

17. Mai 2012

Kalahari – der erste Sonnenuntergang

Der Flug war letztendlich sehr schnell und wir landeten in Windhoek 20 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit. Dank der Business Class waren wir unter den ersten, die die Maschine verlassen konnten und auch mit bei den Ersten am Visaschalter. Das ist wirklich ein Vorteil, denn sonst kann die Wartezeit am Schalter schon recht lang werden. Wir nahmen unser Gepäck in Empfang und ich ging direkt zum MTC Shop, um eine SIM Karte mit 300 MB für mein Smartphone zu kaufen. Nun warteten wir in der und hielten Ausschau nach Frank. Er ist sehr gross und nicht zu übersehen, aber da war kein Frank . Hmmm, ich rief ihn auf seinem Handy an und es stellte sich heraus, dass er uns erst morgen erwartet hatte. Aber kein Problem, er war 20 Minuten später da und wir freuten uns über das Wiedersehen. Wir unterhielten uns angeregt, während wir nach Windhoek zu seinem Büro fuhren, die Papiere ausfüllten und den Hilux SRX 4x4, einen grossen, 5.30 Meter langen Turbo Diesel übernahmen. Ich war mit meinem 'Panzer' ziemlich happy und wir starteten unsere Reise. Wir hielten erst an einer Tankstelle und betankten den Hilux mit 150 Liter Diesel und fuhren weiter zu einem Einkaufszentrum, wo wir Getränke, Wein und ein paar Snacks kauften.

Wir liessen nun Windhoek auf der B1 Richtung Rehoboth hinter uns. Wir erreichten unsere erste Unterkunft, die Kalahari Red Dunes Lodge *, nach 230 Kilometern und ein wenig mehr als 2 Stunden Fahrzeit auf der Teerstrasse. Wir wurden freundlich von zwei Erdmännchen, Toffie und Gertruida, sowie den Managern Cilas und Johan empfangen, bekamen einen Welcome Drink offeriert und gingen zu unserem Zelt 'Nyala', nachdem wir das Registrierungsformular ausgefüllt hatten. Was für eine tolle Lage es ist hier! Unser Zelt ist gross mit einer Wohnecke, einem Schlafzimmer und einem grossen Badezimmer. Zusätzlich hat es noch eine Aussendusche, die aufgrund der Lage am Rand nur unser Zelt hat – sehr schön! Draussen gibt es eine schattige Terrasse mit einem Tisch, zwei Stühlen und einer Hängematte mit einem fantastischen Blick über die Kalahari und auf die Dünen. Sie sind in diesem Teil der Kalahari noch nicht sehr hoch und bauen sich erst auf dem Weg nach Norden auf, bis sie in Botswana gewaltige Höhen erreichen. Trotzdem ist die Landschaft hier sehr reizvoll mit dem roten Sand und den Akazienbäumen.

Diashow Kalahari Red Dunes Lodge (Klick für grössere Bilder):

Wir sassen bei einem Glas Wein auf der Terrasse als mich ganz plötzlich diese verdammte Pollenallergie traf – genau wie letztes Jahr, als wir beim Kalahari Farmhouse waren! Es muss hier ein spezielles Gras wachsen, das mir Mühe macht, und meine Augen waren innerhalb von 10 Minuten geschollen. Ich nahm eine Anti-Histamin Tablette, die glücklicherweise ihren Job tat und mir ging es nach einer Stunde wieder besser. Wir duschten und machten ein Nickerchen bevor wir die anderen Gäste zur Sundowner Tour trafen. Schnell sahen wir die ersten Elandantilopen und Springböcke sowie Impalas und Erdmännchen.

Die Fahrt dauerte 90 Minuten und nach einer Stunde fing mein Fotografenherz an zu bluten, als das Licht schön weich wurde, wir aber keine Stops machten, um fotografieren zu können. Wir erreichten dann die Düne für den Sundowner und die Sonne stand bereits kurz vor dem Sonnenuntergang . Es reichte gerade noch für ein paar schnelle Aufnahmen und schon verschwand die Sonne unter dem Horizont. Wir tranken ein Glas Wein bzw. eine Flasche Bier und fuhren dann in der Dunkelheit zurück zur Lodge. Der Himmel war nun tiefrot und mir gelangen noch ein paar Aufnahmen von Akazienbäumen vor dem roten Himmel. Bevor wir zum Abendessen gingen, startete ich den Timer der Kamera für Sternspurfotos und wir genossen dann ein fantastisches Essen. Es gab eine Kürbiscremesuppe und als Hauptspeise gefüllte Kürbisse, Karotten, Reis und Geschnetzeltes vom Oryx als Buffet. Es war köstlich, vor allem das Oryx Fleisch. Nach einem leckeren Nachtisch gingen wir früh zurück zum Zelt, da wir nun ziemlich müde waren. Ich holte die Kamera rein und nach einer erholsamen Dusche fielen wir müde ins Bett.

Highlight des Tages: die Rundfahrt auf der Farm mit den Tieren und dem schönen Sonnenuntergang

18. Mai 2012

Kalahari – Wüste und eine tolle Milchstrasse

Wir haben sehr gut geschlafen und standen um kurz nach 5 Uhr auf. Meine Augen waren immer noch geschwollen von der Allergie, aber ich fühlte mich ganz okay. Es war ziemlich kühl am Morgen und wir zogen unsere Fleecejacken an. Die Akazienbäume sahen toll aus gegen den roten Morgenhimmel und der Mond stand mit seiner Sichel genau darüber. Ich machte ein paar Fotos von der Terrasse aus und danach fuhren wir drei Kilometer bis zum Wasserloch. Wir hatten gestern dafür um Erlaubnis gefragt und Cilas war damit einverstanden, solange wir auf den Fahrspuren blieben würden (was für uns eh selbstverständlich war). Es gab dort endlose Fotomotive und wie immer war die Zeit für alles viel zu kurz, bis die Sonne aufging. Gut, dass wir noch eine weitere Nacht in dieser schönen Lodge haben und morgen früh nochmals rausgehen können!

Das Licht war bereits 30 Minuten nach Sonnenaufgang zu harsch und wir entschieden uns, noch ein wenig die Vögel am Wasserloch zu beobachen. Es gab eine Gruppe von Scharlachwebern (Anaplectes rubriceps) und einige niedliche zitronengelbe Vögel. Als ich mich umdrehte, erblickte ich eine grosse Gruppe Springböcke (Antidorcas marsupialis), die von den Dünen Richtung Wasserloch kamen. Sie sahen uns nicht, da wir still standen und nicht sprachen und sie kamen sehr nah an uns heran. Wir entschlossen uns dann, zurück zu fahren und sie nicht länger von ihrem Frühstück abzuhalten. Sobald wir uns Richtung Auto bewegten, stoben sie laufend und springend Richtung Dünen davon – was für ein Anblick!

Wir fuhren langsam zurück zur Lodge und gingen zum Frühstück. Die Auswahl war gross mit Cerealien, Aufschnitt, Käse, Tomaten und Gurken, Joghurt, Kaffee und Tee. Wir bestellten aus der Küche Rührei mit Speck dazu und genossen ein ausgiebiges Frühstück. Danach arbeitete ich am Reisebericht und duschte in der Aussendusche, während Gerd versuchte, ein paar Vögel und die Senegal Seidenspinne (Nephila senegalensis) auf den Chip zu bannen. Ein guter Start in die Ferien!

Wir machten eine lange Pause auf der Terrasse und die beiden Erdmännchen Toffie und Gertruida kamen auf Besuch auf der Suche nach ein paar Streicheleinheiten. Das Männchen Toffie war total happy, wenn es gestreichelt wurde, aber das Weibchen Gertruida war leider etwas aggressiv. Gerd sass auf dem Boden und fotografierte, als das Weibchen zu ihm kam, auf seinen Schoss hüpfte und ihm in die Hand biss ! Er hatte noch nichtmals Essen in der Hand oder etwas anderes, das für ein Erdmännchen interessant sein könnte... Doch zum Glück blutete es nicht sehr stark und alle waren wieder glücklich, nachdem Gerd die Wunde desinfiziert hatte.

Wir assen eine Kleinigkeit zu Mittag und starteten gegen halb zwei Uhr den Wanderweg durch die Dünen,der mit rund zwei Stunden angegeben war. Es war ein schöner Spaziergang durch die Dünenlandschaft, die hier von West nach Ost verlaufen und wir überstiegen mindestens fünf Dünenkämme während unserer Wanderung. Wir trafen auf interessante Blumen, wie die Kaktusfrucht, die die Buschmänner gegen Magenweh benutzen oder der schönen Nachtkerzenblüte und wir sahen viele Webervögel und sogar einen Gleitaar, der allerdings sofort wegflog, als er uns von weitem erspähte. Die Wanderung stellte sich als lang heraus und wir waren nach 3/4 der Zeit schon ziemlich erschöpft nun, für uns ist es nicht leicht, in so einer Hitze in der Wüste zu wandern und es ist auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung, wenn es zu heiss ist – ich bin halt eher der nordische Typ

Wir kamen schliesslich um kurz nach vier Uhr in der Lodge an, machte eine Pause und fuhren wieder los für das schöne Abendlicht. Das Licht am Abend ist hier allerdings nicht so intensiv wie das Morgenlicht und wir genossen die Zeit in der Natur, machten hin und wieder ein Foto und bewunderten den Ausblick über die Kalahari.

Wir fuhren nach Sonnenuntergang zurück zur Lodge und machten einige Fotos der attraktiven Akazienbäume gegen den tief rot gefärbten Himmel und ich bereitete die Kamera für Sternspuraufnahmen vor. Cilas hatte uns freundlicherweise angeboten, die Lichter am Weg zu löschen, wenn wir nach dem Abendessen zurück sind, da es keine anderen Gäste auf unserer Seite hatte. Die Jungs Cilas, Johan und Obas sind wirklich sehr nett und zuvorkommend und obwohl die Lodge ziemlichen Luxus bietet, fühlen wir uns hier sehr wohl, weil die Betreuung durch die Drei sehr persönlich ist und nicht so übertrieben aufdringlich wie anderswo. Das Abendessen war wieder sehr lecker und wurde diesmal als Tellergericht serviert. Wir hatten einen Amarula als Aperitif und als Vorspeise gab es eine Pastete aus Spinat, die mit Fetakäse und Tomate gefüllt war. Die Hauptspeise war ein leckeres Rindersteak mit Pfeffersauce, Kartoffeln, Bohnen und Süsskartoffeln und einem Joghurtkuchen als Nachspeise. Wir gingen kurz nach dem Essen zurück, fotografierten die Sterne und bewunderten den Sternenhimmel – wunderschön!

Nächte unter dem südlichen Sternenhimmel sind einfach nur toll!

Highlight des Tages: der Sonnenaufgang in den Dünen und die Milchstrasse am Abend

Diashow (Klick für grössere Bilder):
KalahariSpringbock (Antidorcas marsupialis)Senegal SeidenspinneNephila senegalensisGemsbockkürbis (Acanthosicyos naudinianus)MilchstrasseSchnurrbärtchen (Sporopipes squamifrons)Kalahari Heckensänger (Erythropygia paena)Nachtkerze (Oenothera biennis)
19. Mai 2012

Weiter nach Keetmanshoop – das grosse Trauma!

Heute war der grosse Tag des Champions League Finales zwischen meinem Verein Bayern München und dem FC Chelsea. Ich war schon ziemlich aufgeregt und spürte die Kälte kaum, als wir heute etwas früher zu den Dünen laufen mussten, die wir uns für den Morgen ausgesucht hatten. Wir nahmen unsere Stirnlampen und wanderten durch die herrlich kühle Morgenluft. Der Mond war gerade aufgegangen und stand als schmale Sichel über den Akazienbäumen. Fabelhaft! Wir fingen an, zu fotografieren und wanderten zu den Dünen bis die Sonne aufging. Das Gras nahm eine herrlich warme Farbe an und sah herrlich aus gegen den blauen Himmel.

Die Vögel erwachten langsam und flogen aus ihren grossen Webervogelnestern in die Akazienbäume. Wir wanderten langsam zurück zum Haus, packten unsere restlichen Sachen und gingen ins Haupthaus zum Frühstück. Wir wurden von Cilas freundlich begrüsst und unterhielten uns über unsere Sternenfotografie der vergangenen Nacht. Wir frühstückten, zahlten die Rechnung und dankten dem ganzen Team für seine Freundlichkeit und das grosszügiges Entgegenkommen, bevor wir uns auf den 250 km langen Weg nach Keetmanshoop machten.

Wie es am Köcherbaumwald weiterging und was ich für ein traumatisches Sporterlebnis hatte, könnt Ihr im folgenden Kapitel lesen.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

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