Kaikoura

8. Mai 2017

Weiterfahrt nach Kaikoura Kilometerstand 77985

Im Laufe der Nacht klarte es teilweise auf und wir wollten oben auf dem Bergkamm einen Standort für den Sonnenaufgang probieren. Doch leider flossen die Wolken immer noch über den Bergkamm und versperrten uns die Sicht. Auf nochmal Nebelwelle hatte ich keine Lust und versuchte an einer anderen Stelle das Beste aus Licht und Standort zu machen. Na ja, nicht gerade Highlights, aber das Erdschattenlicht verzauberte dann doch noch den Blick in den Akaroa Harbour. Ich hätte mir freie Gipfel mit Wolken darüber gewünscht, aber es drängt sich doch der Eindruck auf, dass die Banks Peninsula etwas zickig ist mit dem Wetter :)

So fuhren wir nach Sonnenaufgang zurück ins Waldhaus, frühstückten noch gemütlich und schleppten dann mit Hilfe von John unsere Sachen den Weg hinauf zum Auto. Wir verabschiedeten uns und machten uns dann auf den Weg nach Kaikoura.

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Kaikoura! Bereits 2006 war dies eine Landschaft, die mich total begeistert hat - vor allem die Küste. Wir hatten seit dem schweren Erdbeben im November 2016 lange gebangt, ob wir Kaikoura diesmal besuchen konnten. Die Stadt hat zwar keine offensichtlichen Schäden, ist aber in der Infrastruktur wie Abwasser und Verkehr stark getroffen worden. Auf dem State Highway 1 Richtung Norden sowohl Richtung Süden sind unzählige, teilweise gewaltige Erdrutsche nieder gegangen, die die Strasse und die Eisenbahnlinie verschüttet haben. Der Highway Richtung Norden bleibt voraussichtlich bis Weihnachten 2017 geschlossen, weil die Schäden einfach zu gross sind und die Beseitigung viel Zeit benötigt. Es muss ja nicht nur das Geröll entfernt werden, sondern vor allem die Hänge gesichert und die Schienen neu verlegt werden. Richtung Süden nach Christchurch ist der Highway oft geöffnet, wird aber nach starken Regenfällen immer wieder geschlossen, da neue Erdrutsche abgehen oder die Gefahr zu gross ist. Genau deshalb war der Highway ab Christchurch auch diesmal wieder geschlossen, weil die Regenfälle von Zyklon Cook wieder Erdrutsche ausgelöst hatten. So kann man Kaikoura momentan nur über die Inland Route 70 erreichen und diese wird bei starken Regenfällen ebenfalls sicherheitshalber geschlossen. So schauten wir also aufmerksam auf den Wetterbericht, als wir in Akaroa waren und freuten uns über zwei Tage gutes Wetter in Kaikoura!

Wir fuhren dann los und machten einen ersten Halt beim Pakn'Save in Christchurch. Die Fahrt dauerte insgesamt 4.5 Stunden und als wir rund eine dreiviertel Stunde auf der Inland Route unterwegs waren, konnte man immer wieder frische Erdrutsche an den Berghängen sehen und wir überquerten eine der provosorischen Brücken. Kaikoura war nach dem Erdbeben rund zwei Wochen völlig von der Aussenwelt abgeschnitten, bis die Inland Route einigermassen gefahrlos für den Verkehr freigegeben werden konnte.

Wir erreichten Kaikoura schliesslich im besten Wetter und checkten in unserer Unterkunft ein: dem The White Morph Motel *. Das Zimmer war geräumig mit einem grossen Bett, einem Tisch, Sofa und einer gut ausgestatteten kleinen Kitchenette. Das Bad war ebenfalls gross und das Wifi schnell und unlimitiert. Wir fühlten uns wohl und machten uns dann auf dem Weg zur Halbinsel.

Diashow The White Morph Motel (Klick für grössere Bilder):

Wir waren schon sehr gespannt, denn die Gegend um Kaikoura hatte sich bei dem schweren 7.8 Erdbeben um 1.5-2.0 Meter gehoben, so dass auch das Hafengewässer nun zu niedrig für die Schiffe war. Ausserhalb Kaikuras hatte sich der Meeresboden sogar um bis zu sechs Meter gehoben und zu grossen Verlusten bei den Paua Muscheln geführt! Aber auch auf der Halbinsel war an der Farbe der Felsen deutlich sichtbar, wo sich der Meeresboden gehoben hatte. Faszinierende Zeitzeugen der Erdgeschichte!

Die zackigen Felsen begeisterten mich noch genauso wie 2006 und wir fotografierten fleissig drauf los. An der Spitze der Halbinsel badeten einige Seebären (Arctocephalus forsteri) in der Sonne und die Rotschnabelmöwen (Chroicocephalus scopulinus) posierten ebenso gern für ein Foto. Die Sonne verschwand schliesslich hinter den Bergen, aber das Erdschattenlicht war mit den Felsen fast noch schöner und wir blieben, bis es fast dunkel war.

Ach wie schön es doch in Kaikoura ist - mein Herzensort auf der Südinsel :)

Highlight des Tages: Sonnenuntergang in Kaikoura

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Rotschnabelmöwe (Chroicocephalus scopulinus)Neuseeländischer Seebär (Arctocephalus forsteri)
9. Mai 2017

Blaue Knie, Traumküste, Albatrosse und Orcas

Ich freute mich, dass der Himmel klar war, als ich aufstand - die Vorfreude auf den Sonnenaufgang war gross! Ich fuhr an den Strand und machte mich an einer Stelle parat, die ich mir gestern Abend ausgesucht hatte. Das Licht wurde schnell wunderschön und ich hatte mit den Felsen viel Spass - dieses Motiv ist einfach grosse Klasse und ich fand immer wieder neue Möglichkeiten. In Kaikoura könnte ich jeden Tag fotografieren und würde jeden Tag mit etwas anderem zurück kommen - ja Kaikoura liefert ab, mein Herzensort :)

Als ich zusammen packen wollte, weil ich noch einen anderen Standort ausprobieren wollte, passierte es: ein falscher Schritt und ich fiel nach vorn mit beiden Knien auf die spitzen Felsen! Es tat höllisch weh, das Knie rechts blutete und links war es ziemlich stark geprellt. Nach ein paar Minuten liess der schlimmste Schmerz nach und ich sah überhaupt nicht ein, warum ich nun meine Bildidee auslassen sollte :)

Im Nachhinein frage ich mich, wie ich die Spiegelungsbilder gemacht habe, denn dafür musste ich tief in die Hocke und Knie einknicken konnte ich eigentlich ein paar Tage lang nicht! Wie auch immer, mir sind die schönen Bilder der Kaikoura Berge mit der Spiegelung gelungen und ich freute mich sehr darüber.

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Ich fuhr zurück ins Motel, wo mich Gerd erstmal verarztete und mit Kaffee versorgte. Wir hatten nicht viel Zeit, denn wir hatten heute den Albatros Encounter gebucht. Wir waren die einzigen Gäste und hatten somit eine Privattour und zahlten dafür 25 NZD pro Person mehr und kamen auf 150 NZD p.P. Diese Investition sollte sich im Nachhinein als mehr als lohnend erweisen!

Unser Skipper war Tracy (komisch, alle Piloten sind bei uns Frauen :) ) und wir fuhren zum Hafen nach South Bay. Ein Bagger arbeitete am Hafenausgang, um mehr Tiefgang zu erreichen und der gehobene Meeresboden war an vielen Stellen trotz Flut gut zu erkennen. Unser kleines Boot wurde per Traktor zu Wasser gelassen und los ging es!

Wir fuhren in Richtung eines Fischtrawlers, wo sich bereits einige Vögel tummelten und auf Fischabfälle hofften. Tracy hatte ebenfalls ein Netz mit Fischleber dabei, so dass die Vögel genau das essen, was sie normalerweise auch essen. In genügend Abstand zum Boot hielten wir an, Tracy liess das Futter ins Wasser und die Albatrosse, Sturmvögel und Kapsturmvögel liessen nicht lange auf sich warten. Wir waren absolut begeistert und sahen insgesamt sieben Albatrossarten, fünf Arten Sturmvögel, einige Seeschwalben sowie viele Möwen. Nicht alle konnten wir fotografieren, aber einige sind uns gelungen. Wir wollten ja auch nicht nur die Kamera vor dem Auge haben und einfach auch mal den Anblick der schönen Vögel geniessen.

Die Albatrosse waren fantastisch und es war immer wieder schön zu beobachten, wie die riesigen Königsalbatrosse (Diomedea epomophora) sowie die hübschen Schwarzbrauenalbatrosse (Thalassarche melanophris) auf dem Wasser landeten und starteten. Ja, sie können sogar über Wasser laufen :) Ebenfalls häufig vertreten war der wunderschöne Buller-Albatros (Thalassarche bulleri) und der endemische Tasmanalbatros (Thalassarche cauta steadi) sowie Gibson′s Albatrosse (Diomedea antipodensis gibsoni) und Nördliche Riesensturmvögel (Macronectes halli). Bei den Sturmvögeln war ein junger Teenager dabei, der seine Kräfte an den älteren Vögeln erprobte - was für ein Draufgänger!

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Riesensturmvogel (Macronectes halli)Riesensturmvogel (Macronectes halli)Königsalbatros (Diomedea epomophora)Königsalbatros (Diomedea epomophora)Königsalbatros (Diomedea epomophora)Königsalbatros (Diomedea epomophora)Gibson′s Albatros (Diomedea gibsoni)Buller-Albatros (Thalassarche bulleri)Buller-Albatros (Thalassarche bulleri)Buller-Albatros (Thalassarche bulleri)Nordkönigsalbatros (Diomedea sanfordi)Riesensturmvogel (Macronectes halli)Riesensturmvogel (Macronectes halli)Kapsturmvogel (Daption capense)Kapsturmvogel (Daption capense)Gibson′s Albatros (Diomedea gibsoni)Tasmanalbatros (Thalassarche cauta steadi)Nordkönigsalbatros (Diomedea sanfordi)

Wir beobachteten und fotografierten die Albatrosse rund eine halbe Stunde, als Gerd und Tracy zeitgleich eine grosse Flosse im Wasser erspähten! Vor allem Tracy konnte ihr Glück kaum fassen, denn es war eine Gruppe von drei Schwertwalen (Orcinus orca), die sie überhaupt zum ersten Mal in diesem Jahr gesehen haben! Die Orcas waren eindeutig an diesen drei Merkmalen zu identifizieren: der Finne, der Fluke und an der Form des weissen Fleckes hinter dem Auge. Der grosse männliche Orca hatte zudem einige Macken in seiner Finne, an denen Tracy ihn sofort erkannte. Ihre Aufgabe ist es nicht nur, Touristen durch die Gegend zu fahren, sondern sie erfasst für wissenschaftliche Zwecke die gesichteten Tiere und sie war ziemlich aufgeregt über die Schwertwal Sichtung. Natürlich verfolgten wir die Gruppe dann auch und nach einiger Zeit kamen noch ein paar Boote aus Kaikoura hinzu. Die Sichtung hatte sich über Funk schnell herum gesprochen! Zu den Orcas gesellten sich noch einige Schwarzdelfine (Lagenorhynchus obscurus), die wir aber nicht fotografieren konnten. Mir ist das einfach zu mühsam, zu antizipieren, wo sie denn auftauchen könnten....

Wir verfolgten und bewunderten die Familie über eine halbe Stunde und kehrten dann nochmals zu den Albatrossen und Sturmvögeln zurück. Nach rund 2.5 Stunden mussten wir uns dann von den Vögeln verabschieden und wir fuhren zurück in den Hafen. Wir bedankten uns herzlich bei Tracy und wir fuhren alle aufgeregt zurück ins Büro. Was für eine Fahrt: es war kein Albatros Encounter, sondern ein Wildlife Encounter!

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Schwertwal (Orcinus orca)

Nach dieser fantastischen Tour machten wir im Motel eine ausgedehnte Pause und fuhren dann an der Küste entlang, bis die Strassen gesperrt waren. Durch das Fernglas konnte man die Baustellen und die gewaltigen Erdrutsche sehen, die Strasse und Schienen verschüttet hatten. Einige Erdrutsche haben ein unfassbares Ausmass und man kann verstehen, warum die Wiederherstellung der Infrastruktur so viel Zeit in Anspruch nimmt.

Als das Licht am Spätnachmittag gut wurde, fuhren wir in die South Bay, wo wir ebenfalls wundervolle Steinformationen vorfanden. Das Klettern war mit meinen schmerzenden Knien etwas mühsam, aber das war es mir wert :) Wir genossen die warme Sonne und die schönen Motive und fuhren auf die andere Seite der Halbinsel, nachdem die Sonne hinter den Hügeln verschwunden war. Dort konnten wir noch eine Weile das Erdschattenlicht geniessen, bis der Mond hell genug war und die Landschaft in ein tolles Licht hüllte.

Ein fantastischer, wenn auch schmerzvoller Tag, ging zu Ende und wir liessen ihn bei einem Glas Wein glücklich und zufrieden ausklingen.

Highlight des Tages: Kaikoura's Küste und die Albatrosse

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10. Mai 2017

Weiterfahrt Richtung Nordinsel Kilometerstand 78370

Meine Hoffnung auf einen schönen Morgen wurde nicht enttäuscht! Es hatte zwar bereits viele Wolken, doch die Sonne konnte sich mit etwas Farbe doch noch gegen die Wolkenwand durchsetzen. Im Osten verfärbte sich der Himmel schön und mein Vordergrund mit den tollen Felsen passt immer! Zu guter Letzt gab Kaikoura nochmal alles und die Berge verfärbten sich einen Moment im herrlichsten tiefen Rot!

Ich war sehr glücklich und kehrte mit meinen schmerzenden Knien zufrieden ins Motel zurück. Ich kann mich immer nur wiederholen, aber Kaikoura bietet so viel und es ist Schade, dass wir nur zwei Tage hatten. Theoretisch hätte ich die Fährfahrt auf die Nordinsel verschieben können, aber das machte keinen Sinn, da ein Regengebiet heute ankam und für ein paar Tage für trübes Wetter sorgen sollte.

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Nach einem schnellen Frühstück machten wir uns auf die lange Fahrt nach Picton. Der State Highway Richtung Norden bleibt bis Weihnachten geschlossen und normalerweise benötigt man über diese 170 Kilometer lange Strecke nur etwas mehr als zwei Stunden. Die einzige Alternative war nun die Inland Route und dann über den Lewis Pass nach Picton und das waren schlappe 480 Kilometer, für die wir 6.5 Stunden benötigten! Zum Glück war das Wetter okay und es fing erst in Marlborough an zu regnen. Dort fuhren wir Richtung Blenheim auf 30 Kilometern an riesigen Weingebieten vorbei. Schade, dass es regnete, denn die Blätter waren noch schön herbstlich verfärbt!

Am späten Nachmittag kamen wir dann in Piction an, wo wir eine Nacht im Harbour View Motel * gebucht hatten. Auch dieses Motel war modern, sauber und das Zimmer mit zwei Betten, Couch und Tisch sehr geräumig. Dazu gab es eine kleine Kitchenette, ein gutes Badezimmer sowie unlimitiertes, schnelles Wifi.

Diashow Harbour View Motel (Klick für grössere Bilder):

Wir vertraten uns nach der langen Fahrt ein wenig die Füsse und verbrachten den Abend dann mit Fotos entwickeln und Reisebericht schreiben. Morgen früh sollte es auf die Fähre zur Nordinsel gehen!

Wie es auf der Nordinsel weitergeht, lest Ihr im folgenden Kapitel.

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