Wintertag!

Dieser Morgen begann wie jeder andere Morgen, aber doch ein wenig anders: es regnete nicht nur, nein, es blies auch noch ein heftiger Sturm und es wurde nichts mit Morgenfotografie. Aber über Nacht war recht viel frischer Schnee gefallen und die Landschaft hatte endlich wieder ihr Winterkleid angezogen – gute Aussichten!

Wir verliessen Henningsvær heute und zogen in unsere letzte Unterkunft dieser Reise, dem Solsiden Brygge Rorbuer in Ballstad. Wir waren schon um neuen Uhr parat und liessen den Schlüssel im Briefkasten, da noch niemand an der Rezeption war. Wir mochten das Henningsvær Rorbuer hier durchaus, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmte nicht ganz. Mit 1800 NOK – immerhin knapp 300 Franken – war es die teuerste Unterkunft unserer Reise, aber die mit dem geringsten Komfort. Zum Beispiel fehlte ein Wasserkocher, es gab keinen Backhofen, der Herd hatte nur zwei Platten und die Räume waren recht klein. Der Ort ist super, die Leute sehr nett, aber wir finden, dass die Unterkunft stark überteuert ist.

Wir fuhren auf dem Weg nach Ballstad in Haukland vorbei und der Anblick war eine Wohltat fürs Auge mit dem frischen Schnee und auch der Sturm war auf dieser Seite einem lauen Lüftchen gewichen. Ich widmete den faszinierenden Felsen mit den Bergen im Hintergrund weitere Fotos, während Gerd am Strand mit der Canon G1X Makros von den Seealgen machte. Wir genossen die Zeit hier sehr und fuhren nach zwei Stunden weiter nach Leknes, um zu tanken. Wir erreichten das Solsiden Brygge Rorbuer, aber die Rezeption war nicht besetzt und ich musste die Lady anrufen. 20 Minuten später war sie da, wir checkten ein, bezahlten und plauderten ein wenig, bevor sie uns das Rorbuer zeigte. Dies ist die Unterkunft mit dem niedrigsten Preis, aber es schlägt Henningsvær dennoch: der Wohnbereich mit einer gut ausgestatteten Küche ist geräumig, ebenso das Bad und das etwas kleinere Schlafzimmer. Hier passt das Preis-Leistungsverhältnis und die Anlage ist wahrlich zu empfehlen.

Wir deponierten nur unser Gepäck und machten uns wieder auf die Socken, da es sich mittlerweile auch aufgeklart hatte. Wir fanden einige sehr schöne Buchten mit Eisschollen am Flakstadpollen fjord und verbrachten reichlich Zeit damit, die schöne Winterlandschaft fotografisch festzuhalten. Der Strand von Flakstad war ebenso grossartig mit dem frischen Schnee und wir hatten dort eine Menge Spass. Nun war es schon wieder Zeit, zurück zu fahren, denn das Wetter schaute vielversprechend aus für heute Nacht und wir wollten noch zu Abend essen, bevor wir auf Polarlichtjagd gehen würden.

Auf dem Rückweg machten wir einen letzten Stop am Aussichtspunkt von Napp, der einen atemberaubenden Blick über den Storvatnet See bietet, der malerisch mit Eisschollen bedeckt war, während in der Ferne die Sonne hinter den Bergen unterging. Wirklich atemberaubend – ich liebe die norwegische Landschaft!

Wir kehrten zurück zum Rorbuer, assen ein schnelles Abendessen und waren schon wieder auf dem Weg zur Küste. Es war noch nicht ganz dunkel, als wir Myrland erreichten, aber wir konnten bereits die ersten Polarlichter am nördlichen Himmel sehen – jaaaa!!! In den nächsten Stunden folgte ein gigantisches Himmelsfeuerwerk, über das wir uns extrem freuten und glücklich waren. Es ist einfach sehr speziell, diesem tanzenden grünen Licht zuzuschauen und während einer relativ langen Zeit spannte sich sogar ein riesiger Aurora Bogen über den gesamten Fjord – atemberaubend schön! Wir wechselten die Orte nach Flakstadpollen und dem Strand bei Flakstad und waren von dem Spektakel völlig überwältigt:)Viel zu schnell zogen aber wieder Wolken auf und das Wetter änderte sich. Es war bereits am Schneien, als wir in Ballstad ankamen und es sollte bis zum Morgen nicht mehr aufhören.

Wir gingen müde, aber sehr glücklich ins Bett.

Highlight des Tages: das Himmelsfeuerwerk!

Diashow:

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