Von Flysch zu Flysch oder der Tag der verpassten Möglichkeiten

Heute Morgen standen wir gemeinsam früh auf und fuhren gemeinsam für das Morgenlicht nach Zumaia. Es war noch dunkel als wir ankamen, aber das erste Morgenrot deutete sich schon bald an. Zu unserer Überraschung hatte die Brandung Dank des starken Windes noch viel mehr Flysch freigelegt und so boten sich uns vielfältige Fotogelegenheiten.

Das Frühstück war gut wie immer mit wieder einer anderen leckeren Kuchensorte und viel zu früh war es schon wieder Zeit, zu zahlen und Adios zu sagen. Vor uns lagen nur 75 km zu unserer letzten Destination dieser Reise: dem Larrakoetxea Country Hotel bei Plentzia. Die Fahrt entlang der Küste war landschaftlich schön und wir passierten die berühmte Felseninsel von San Juan de Gaztelugatxe, aber wir wollten hierher später wiederkommen, wenn es nicht mehr so überlaufen war.

Das Hotel liegt sehr schön in den Hügeln hinter dem Ort mit einem tollen Blick über die Bucht von Plentzia und wir wurden freundlich von Ibone empfangen, die als Einzige im Hotel Englisch spricht. Sie hiess uns herzlich und mit einem Redeschwall willkommen und erklärte das Hotel sowie die verfügbaren Essenszeiten. Es war ein wenig merkwürdig, dass für Hausgäste nicht für jede Mahlzeit ein Tisch reserviert war – so war der Samstag komplett ausgebucht – und so machten wir eine Reservierung für den Abend. Ibone zeigte uns das Zimmer, das geschmackvoll eingerichtet war und einen grossen Balkon mit Blick über die Bucht hatte.

Nach einer kurzen Pause fuhren wir nach Barrika, wo ich hoffte, endlich einen ersehnten Blick auf den Flysch werfen zu können, aber ich wurde entäuscht, da die Flut bereits zu hoch aufgelaufen war. Ausserdem waren wir am falschen Parkplatz, von wo aus wir einen schönen Spaziergang auf die Klippen mit Blicken über die Steilküste machten, aber eben keinen Flysch sahen. Es gab von hier aus auch keinen Zugang auf den Strand, es war zu steil. Wir fuhren also ein paar Kilometer und erreichten den “richtigen” Parkplatz vom Strand in Barrika. Hier führten Treppen hinab zum Strand, aber es war eben schon zu spät und das Wasser bereits zu hoch, verdammt…! Wir führten unser Location Scouting fort und schauten in Sopelana vorbei, wo es eine kleine Bucht mit sehr attraktiven Flysch hat, die auch hier schon fast komplett unter Wasser waren.

So dachten wir nun, es wäre eine gute Idee, nach San Juan de Gaztelugatxe zu fahren, aber es war immer noch megavoll und wir waren eh ein wenig spät dran, um hinunter zum Strand zu laufen, der wahrscheinlich sowieso schon geflutet war. Also ging es – etwas genervt – wieder zurück nach Barrika, wo wir ein paar Fotos der Küste im sanften Abendlicht machten. Wenigstens etwas Versöhnliches, aber wir waren nicht wirklich glücklich, da es irgendwie ein Tag der verpassten Möglichkeiten war!

Das Abendessen wurde erst ab 21 Uhr serviert, was für uns schon extrem spät war; wir waren schon sehr hungrig, aber auf der anderen Seite können wir so spät auch nicht mehr so viel essen und waren schon fast über den Hunger hinweg. So entschieden wir uns auch nur für Sardellen und Paprika als Vorspeise und hatten ein sehr leckeres Kalbsfilet in Blauschimmelkäsesauce als Hauptgang. Eine Flasche Taxkoli machte das Abendessen vollkommen, was dann noch ein gutes Ende für einen etwas unbefriedigenden Tag ausmachte.

Highlight des Tages: der Morgen in Zumaia

Fotogalerie:

Diesen Beitrag gibt es auch in: Englisch

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