Tungeneset Wahnsinn

Senja TungenesetIch traute kaum meinen Augen, als ich kurz nach sieben Uhr aus dem Fenster schaute und nur ein paar dünne Wolken im Osten erblickte! Ich sprang in meine Hosen und fuhr ein paar Kilometer zu einem Fjord mit schönem Blick Richtung Osten.

Der Himmel glühte rot am Horizont und es war ziemlich windig. Ich parkte das Auto und suchte mir einen Weg durch die kleinen Birken zum Ufer des Fjords. Es war wirklich zugig und ich wählte eine lange Belichtungszeit, um die steife Brise zu betonen. Die Farben wurden leider nicht wirklich intensiv, aber es war eine schöne, kalte nordische Morgenstimmung, die ich sehr genoss.
Bergsbotn
I fuhr zurück nach Hamn i Senja, wo Gerd bereits auf mich wartetet. Wir frühstückten und hatten dabei vergnügsame Unterhaltungen mit Michael. Wir trafen auch Mogens, dem sehr netten und freundlichen Activity Manager von Hamn i Senja, und sprachen über mögliche Fotostandorte und die Möglichkeit einer Bootstour zu einem späteren Zeitpunkt in der Woche. Wir einigten uns auf eine Tour am Samstag, aber liessen noch offen, ob ich mitkomme oder nicht. Ich war ein wenig zögerlich, denn die furchtbaren Erinnerungen und die Whale Watching Tour auf den Azoren letzten Mai waren mir noch in lebhafter Erinnerung… Wasser ist definitiv NICHT mein Element!

TungenesetSo brachen wir nach dem Frühstück auf und hielten zuerst am Aussichtspunkt oberhalb des Bergsbotn. Der Blick über den Fjord sah recht gut aus und ich machte ein paar Fotos, bevor wir hinunter ins Dorf fuhren, wo ich einige Zeit mit dem Fotografieren der wunderschönen Spiegelungen im ruhigen Fjord verbrachte. TungenesetDas Licht war nicht mehr harsch und das Wasser fast perfekt ruhig – was für eine tolle Stimmung und ich wusste jetzt schon, dass diese Fotos zu meinen Lieblingsfotos dieser Reise gehören würden!

Wir kamen in Tungeneset gerade rechtzeitig zum schönen roten und goldenen Licht des Sonnenuntergangs an und ich suchte nach anderen Bildkompositionen wie gestern. Es wäre ja letztendlich langweilig, immer nur Fotos von der Spiegelung am Pool zu machen. Dieser Ort ist ein wahrer Himmel für fotografische Kreativität und es gibt wirklich überall Möglichkeiten für Kompositionen. So verbrachten wir dort äusserst vergnügliche 90 Minuten Spielzeit bis die blaue Stunde vorbei war und wir zurück zum Auto gingen.

Tungeneset moonlightWir entschieden uns, hier auf die Nordlichter zu warten und eine lange Wartezeit von fünf Stunden begann. Wir assen unsere Sandwiches, tranken Kaffee, unterhielten uns und spielten Swiss Quiz, Solitaire und Flappy Bird auf meinem Smartphone. Um neun Uhr war der Himmel endlich klar und wir gingen zum Pool und warteten auf Lady aurora. Tungeneset Aurora borealisAber es gab nur ganz schwache Aktivität und ich entschied mich, die Kamera für Sternspuren laufen zu lassen. Besser als gar nichts! Uns sprach dann eine junge Frau an, die besorgt war, dass einer der Tunnel um 23 Uhr schliessen würde, da sie ein Warnschild in Finnsnes gesehen hatte. Da wir auch nicht sicher waren, ob das Tor vom Skalandtunnelen eventuell nicht mehr öffnen würde, verliessen wir Tungeneset kurz nach 22 Uhr. Für uns wäre es im Falle einer Sperre ein Rückweg von über 100 km statt 35 km gewesen. Am nächsten Tag stellte sich dann aber heraus, dass es ein anderer Tunnel im Norden von Senja war.

So fuhren wir zurück und parkten das Auto am Mokkelvika Strand. Und dann, ja – nach einer halben Stunde kam Lady Aurora für eine Stipvisite vorbei! Wir freuten uns über die Sichtung und machten Fotos mit dem Nordlicht über der mondbeschienenen Landschaft. Aurora star trail TungenesetLeider ging die Aktivität sehr schnell auf Null zurück und wir gaben nach einer weiteren Stunde Warten auf und fuhren zurück. Die Entscheidung war nicht falsch, denn wir sahen am nächsten Tag im Aurora Monitor, dass die Aktivität die ganze Nacht nur noch sehr schwach war.

Highlight des Tages: Tungeneset und das kurze Nordlicht
Diashow:

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