Tsavo Ost – Galdessa Camp

Wir wurden vom immer noch brüllenden Löwen geweckt und machten uns nach dem Frühstück auf den Weg zu einem ganztägigen Game Drive.

Emmanuel brachte die drei Lunchpakete und wir fuhren los Richtung Voi. Am Anfang war es nach einigen Antilopen zunächst wieder völlig tierleer, aber dann sahen wir plötzlich einen Kaiseradler, allerdings in sehr weiter Entfernung. In der Nähe der Voi Safari Lodge gibt es einige Wasserlöcher und auch die Vegetation ist nicht mehr so trocken, so dass die Tiere genügend zu Fressen finden. An einem Wasserloch fanden wir dann auch eine kleinere Elefantenfamilie und zu unserer grossen Freude sasss dort auch ein mächtiger Kampfadler – und das alles im schlechtesten Mittagslicht! Wir machten das Beste daraus und beobachteten den Kampfadler durch das Fernglas und machten auch ein paar Fotos. Der grosse Vogel hatte sich anscheinend an einem Fuss verletzt, denn er zog ihn im Ruhezustand stets schnell ein und am anderen Fuss waren an den Federn kleine Blutspuren zu sehen. Joseph meinte, es wäre keine schwere Verletzung und er würde sich bald erholen.

Wir fuhren weiter und konnten weitere Elefantenherden, Giraffen, Antilopen und eine niedliche Gabelracke beobachten.
An der Ndololo Campsite machten wir Mittagspause und gondelten danach langsam zurück Richtung Galdessa. An einem fast trockenen Wasserloch thronten zwei Wahlbergadler im Baum und hatten einen sehr prall gefüllten Kropf. Diese sehr kräftige Adlerart hatten wir noch nie beobachten können und daher war unsere Freude sehr gross. Leider war das Licht immer noch sehr ungünstig, so dass die Fotos keine fotografischen Highlights wurden:-(

Plötzlich bremste Joseph scharf, rief “Leopard!” und setzte langsam ein paar Meter zurück. Und tatsächlich, unter einem Busch suchte ein junger Leopard nach ein wenig kühlem Schatten. Wir waren ganz aufgeregt, denn er war nur knappe fünf Meter entfernt und er reagierte auf Bewegung recht nervös. Langsam hob ich die Kamera auf das Autodach und mir gelangen ein paar schöne Aufnahmen dieser sehr hübschen Katze. Nach fast fünf Minuten wurde es ihm aber zu unheimlich und er zog sich auf samtigen Pfoten in den Busch zurück. Was für ein atemberaubendes Erlebnis, das wir da genossen haben! Besser konnte es gar nicht kommen und wir fuhren zufrieden weiter Richtung Camp.

An einer Junction beschlossen wir, für den letzten Teil des Rückwegs den Circuit zu fahren. Am Nachmittag waren dort wesentlich mehr Säugetiere zu finden, die zum Trinken zu den spärlichen Wasserlöchern kamen. Schlangen- und Schreiseeadler vertraten neben vielen Mausvögeln die Vogelwelt.
Wir trafen auf viele Elefantenfamilien mit teilweise noch sehr jungen Elefantenkindern und zwei Mal hätten wir fast eine unangenehme Erfahrung mit den Dickhäutern gehabt, als sie ungestüm aus dem Busch stürzten und Joseph keine Sicht hatte. Ich stand im Fahrzeug und warnte ihn – so ging alles gut.
Wir bogen um eine Kurve und da lag sie im Schatten keine fünf Meter entfernt: eine Löwin. Wir waren alle perplex und Joseph musste das Auto sogar zurücksetzen, da sie für das 500mm Objektiv zu nah war! Hatten wir nicht gedacht, es könnte nicht beser kommen…?

Nach einer Weile gähnte die Löwin zwei Mal und wir erinnerten uns an Stephen, der uns in Tanzania erklärt hatte, dass Löwen stets ein paar Mal gähnen und sich dann auf den Weg machen würden. Und so tat es dann auch unsere Löwin und erhob sich langsam und bedächtig. Nach einigen Blicken rundum, lief sie langsam durch den Busch zum Flussufer und verschwand. Die Elefanten sahen sie nun und trompeteten warnend in ihre Richtung.
Mit all den Adlern, dem Leoparden und der Löwin war es ein wirklich ereignisreicher Nachmittag geworden und wir waren alle ziemlich glücklich und zufrieden.
Auf dem letzten Teilstück gab es noch eine Begegnung mit Elefanten, die rechts und links mit Jungtieren neben dem Pad standen und ihrer Empörung ob unseres Passieren lautstark Ausdruck gaben. Ich habe immer ein wenig Angst vor den Dickhäutern seit dem unangenehmen Erlebnis in Namibia vor einigen Jahren, aber es ging alles gut.

Wir genossen das schöne, warme Nachmittagslicht im Camp und machten einige Aufnahmen vom Flusslauf. Ein Elefantenmami besuchte uns mit ihrem etwa zweijährigen Nachwuchs und wir schauten ihnen eine Weile beim Fressen zu.

Der Mond spielte heute nicht mit uns und blieb hinter Wolken verschwunden. Wir genossen das wieder ausgezeichnete Abendessen und sassen wie immer noch ein wenig vor dem Zelt und lauschten den Geräuschen des Busches.

Highlight des Tages: Cat and Eagle day!

Vorschaufotos:

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