Tsavo Ost – Galdessa Camp

Wir frühstückten bei nahem Löwengebrüll um 6:30 Uhr, aber es sah nicht so aus, als würden wir ein schönes Morgenlicht bekommen, da es sehr bewölkt war. Wir fuhren trotzdem los und stiessen schnell auf Wasserböcke und drei Giraffen. Wir fuhren den “Circuit” am ausgetrockenen Flussbett entlang und beobachteten wieder unsere Eisvögel, die von Gabelracken, Nilgänsen, Ibissen und Waffenkiebitzen begleitet wurden.
Hoch auf einem Baum sahen wir das Nest eines Raubadlerpaares und ein Elternteil thronte dort mit einem Jungtier. Wirklich majestätische Vögel und wir geniessen sie immer wieder sehr. Ein Gaukler liess sich nicht weit entfernt in einen Baum nieder und wurde ausgiebig bewundert. Der Himmel verdunkelte sich und nach kurzer Zeit fielen die ersten kleinen Regentropfen. Regen im Tsavo Ost!

Schnell mussten wir das Dach schliessen und es regnete stärker. Wir machten uns auf den Weg zurück und passierten eine nasse und ziemlich sauer dreinschauende Gabelracke und einen zersausten Graulärmvogel.

Nach dem Lunch sah es nicht so aus als würde das Wetter besser werden und wir nutzten die Zeit zur Kamerapflege, während ein Elefant durch die Campanlage schlenderte. Auf der anderen Seite tobten mehrere andere Elefanten, ein Krokodil döste am Ufer und vor unserem Zelt fand sich der treue Graukopfliest ein, der hier sein Revier hat. Hier ist immer etwas los!

Wir machten trotz des schlechten Wetters dennoch unseren Game Drive, denn irgendetwas passiert doch immer und wir wurden kurz darauf mit einem Flammenkopf-Bartvogel belohnt, der wieder auf seinem Lieblingsplatz, dem Termitenhügel sass. Mittlerweile wurde das Licht besser und wir konnten die schöne Flusslandschaft, an dessen Ufern Krokodile dösten, fotografieren. Einige Elefanten frassen am anderen Ufer und wir trafen auf einige Antilopen. Der Nachmittag endete mit einem wunderbaren Sonnenuntergang – der rote Ball verschwand hinter den Bergen und wir konnten wieder die mächtige Silhouette des Kilimanjaro erkennen.

Nach dem Duschen gingen wir mit Duncan hinüber ins Restaurant und die ganze Mannschaft wartete mit uns auf den Mondaufgang. Plötzlich rief der junge Maasai “It´s coming!” und wir schnappten uns die Ausrüstung und gingen mit Duncan, dem Manager und dem Maasai zu den hinteren Zelten. Der Mond meinte es gut mit uns und ging gross und orange hinter einem Baum auf und tauchte den Fluss nach kurzer Zeit in ein herrliches warmes Licht. Diese Erlebnisse sind sehr magisch und so wohl nur an wenigen Orten der Welt zu erleben. Die Flusspferdmami tauchte ebenfalls mit ihrem Nachwuchs auf und querte im Mondschein den Fluss.

Nach diesem Augenschmaus genossen wir ausgiebig den Gaumenschmaus und sassen anschliessend noch eine Weile vor dem Zelt. Aus der Ferne hörte man die Elefanten fressen und der Löwe brüllte hin und wieder.

Kurz vor dem Schlafen gehen wurde es dann aber für mich nochmal aufregend, denn es hatte sich eine relativ grosse schwarze Spinne auf dem Fenstervorhang gemütlich gemacht. Ich sass wie die Königin von Saba unter meinem Moskitonetz und Gerd versuchte sie mit einem Glas einzufangen, was ihm aber aufgrund des zusammengerollten Rollos nicht gelang. Zumindest verschwand sie und ward nicht mehr gesehen…

Highlight des Tages: der Gaukler und der Mondaufgang

Tsavo Ost Fotos, Teil IV: Tsavo Ost – Fotogalerie, Teil IV

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