Tarangire Nationalpark

Um sieben Uhr rief Paul zum Frühstück und danach machten wir uns auf eine ganztägige Pirschfahrt tief in den Park hinein. Wir fuhren bis an den Rand des Silale Sumpfes. Die Vegetation veränderte sich ständig und auch der Boden wechselte von sandig auf rote Erde und zurück. Ein hübscher Weißbrauenkuckuck posierte nochmals auf einem Ast, Giraffen ästen direkt am Weg neben dem Auto und Impalas beäugten uns gleichzeitig misstrauisch und neugierig. In der grossen Ebene suchte Steven nach Geparden, aber wir wurden leider nicht belohnt. In der Ebene gab es aber dennoch einiges zu entdecken: eine grosse Büffelherde und Familie Schabrackenschakal, die ihr Heim unter einem grossen Baum hatte und sich von uns nicht sehr beeindrucken liess. In der Nähe des Flusses wanderten wieder grosse Elefantenherden – grossartig!

Am Rande des Sumpfes liegt eine Picknick-Site, wo wir unseren Lunch nahmen – umringt von ein paar Dreifarbenglanzstaren und Starwebern. Kurz vor der Pause entdeckten wir am Sumpfrand unsere ersten Schreiseeadler – zwar weit entfernt, aber es war trotzdem sehr schön, diese schönen, grossen Adler durch das Fernglas gesehen zu haben.

Wir fuhren zurück Richtung Fluss, wo ein Graureiher auf seine Nahrung wartete und dabei von dem winzigen und sehr niedlichen Haubenzwergfischer, einem kleinen Eisvogel, begleitet wurde. Dieser kleine Künstler fischte immer wieder nach kleinen Fischen oder fing Insekten – was für ein hübscher Vogel! Nahe am Ufer landete der lustige Hammerkopf, der Nester so gross wie eine 3-Zimmer-Wohnung baut, und schritt im Uferbereich auf und ab. Der quirlige Dreibandregenpfeifer suchte aufgeregt im Uferbereich nach Insekten – was für ein Leben hier am Flussufer!

Auf der Weiterfahrt begegneten wir einem eiligen Sekretär und einer Riesentrappe. Der Sekretär stakste stolz durch die Savanne und liess sich auch nicht von den schimpfenden, ihre Nester verteidigenden Kronenkiebitzen beeindrucken.

Danach statteten wir dem Poarcher´s Hide in einem riesigen Boabab-Baum einen Besuch ab. Durch einen kleinen Eingang versteckten Wilderer bis vor nicht allzu langer Zeit ihre Beute. Es dauerte eine Weile, bis die Ranger dieses perfekt getarnte Versteck entdeckten und dem Treiben Einhalt geboten. Leider gab es dort einige der lästigen Tse-Tse Fliegen und ich wurde natürlich auch wieder gestochen.

Der Sonnenuntergang spielte heute mit und uns gelangen einige schöne Aufnahmen von Bäumen gegen die untergehende Sonne.

Der Tag endete für uns mit einem kleineren Schock: auf der Rückfahrt bemerkte ich, dass sich von unserem 300mm Objektiv das Bajonettrückteil durch die Ruckelei im Auto gelöst hatte. Geistesgegenwärtig hielt ich die Kombination zusammen, so dass keine Kabel rissen. Steven stoppte das Auto und uns gelang es, das Bajonett wieder an das Objektiv anzuschrauben – zum Glück waren drei von vier Schrauben okay. Gut, dass Gerd immer sein schweizer Sackmesser mit den Werkzeugen dabei hat! Ein kurzer Funktionstest und Erleichterung machte sich breit: IS, Fokussierung und Blendenübertragung funktionierten einwandfrei – da haben wir viel Glück gehabt! Wir entnahmen eine Schraube vom leichteren 14mm Objektiv und schraubten es an das 300mm, so dass es wieder voll stabil war. Es hielt dann auch bis zum Ende ohne Probleme. Zurück im Camp wartete Paul schon mit dem Dinner, das gewohnt wohl schmeckend war!

Highlight des Tages: die Elefantenherden und das Paar Schreiseeadler

Vorschaufotos:

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