Tarangire Nationalpark

Um 5.20 wurden wir von Steven geweckt und waren nach einer schnellen Tasse Kaffee um 6 Uhr am Eingangsgate des Parks. Das Morgenlicht war sanft und wir fanden nach kurzer Zeit einen wunderschönen Weißbrauenkuckuck malerisch auf einem Ast posierend. Ein kurzer Abstecher führte uns zu einem Baum, in dem zu unserer Begeisterung ein Schlangenadler Ausschau nach seinem Frühstück hielt. Ein wunderbarer majestätischer Vogel, an dem wir uns kaum satt sehen konnten. Zum Glück hatte Steven immer genügend Geduld für uns! Kurze Zeit später huschten zwei grosse Vögel lautlos durch die Luft und landeten hoch in einem Baum nahe bei uns. Wir konnten unser Glück kaum fassen, sahen uns doch mit ganz grossen Augen zwei Milchuhus an! Dieser Morgen war schon damit ein absoluter Höhepunkt für uns. Die beiden Uhus flogen bald weiter, doch unweit des Baumes gab es mehrere grosse Kaffernhornraben, die auf dem Boden nach Nahrung suchten, ein paar Sträusse und einen Weißbauch-Lärmvogel auf der Suche nach Wasser.
Wir fuhren noch ein paar recht abenteuerliche, sehr matschige Wege und blieben sogar einmal in einem Wasserloch stecken. Doch Steven, ganz ruhig und besonnen, aktivierte den Allradantrieb und die Differentialsperre, legte ein kleinen Baumstamm unter das rechte Vorderrad und so ging es schnell weiter. Faszinierend, was diese Autos so leisten können! Auf dem Weg sahen wir noch viele Vögel wie den schönen Starweber, Würger und Frankoline sowie blühende Ammocharis Lilien.
Zurück im Camp gab es ein leckeres Frühstück, wir duschten und holten ein wenig Schlaf nach. Nach dem Lunch ging es los zur zweiten Pirschfahrt des Tages. Unterwegs sahen wir eine Riesentrappe, unweit trieben ein paar Grüne Meerkatzen ihr Unwesen und eine flache Weichschildkröte überquerte in aller Seelenruhe die Piste. Kurze Zeit später begegneten wir einer auf einem Ast posierenden Gabelracke und einer kleineren Elefantenherde sowie einem Straussenpaar mit vier winzig kleinen Straussenkindern – putzig, die Kleinen!

Am Rande des Tarangire Rivers fanden wir einen fleissigen Bienenfresser, den Zwergspint, Nilgänse mit Nachwuchs und eine grössere Elefantenherde, die nur wenige Meter vom Auto entfernt graste. Wir Alle genossen diese Begegnung mit den grossen Dickhäutern, die sich von uns nicht beeindrucken liessen. Lediglich ein LKW mit Arbeitern beladen machte eine der Damen etwas nervös und sie trompete ihren Unmut laut hinaus.
Hoch oben in den Palmen entlang des Flusses hatten ein paar Weissrücken-Geier ihre Nester. Ein weiteres Highlight für uns war ein Paar Steppenadler, das in kurzer Entfernung in einem toten Baum sassen. Ebenfalls sehr majestätische Vögel und wir waren sehr glücklich, sie in ihrem natürlichen Zuhause beobachten zu können. Im Fluss fanden wir eine Elefantenherde, die zum Wasser schritt – sehr langsam, aber sehr zielgerichtet und begleitet von einem Graureiher und einer Bande Waffenkiebitze. Am anderen Flussufer standen drei andere Safarifahrzeuge und die Leute starrten mit Ferngläsern den Fluss entlang. Nicht lange danach hatte auch Steven gesehen, was sie beobachteten: eine Gruppe von drei, vier Löwinnen, die im Schatten eines Baumes dösten. Wir fuhren in die Richtung und als wir dort ankamen, waren zwei der Damen bereits oben angekommen und lagen faul im Gras; von einer waren nur die in die Höhe gereckten Pfoten zu sehen! Es tat sich nicht viel und nach einiger Zeit fuhren wir weiter und fanden zu guter Letzt noch ein Paar Löffelhunde, die sich in ihre Löcher abduckten. Niedliche kleine Kerle! Ein wirklich ereignisreicher, schöner Tat wurde von einem leckeren Abendessen von Paul gekrönt, bei dem wir unsere Erlebnisse Revue passieren liessen. Müde fielen wir in unsere Betten.

Highlight des Tages: der Schlangenadler und die Milchuhus

Fotogalerie: Tarangire National Park III

Vorschaufotos:

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