Südgeorgien – St. Andrews Bay & Grytviken: ein Toast auf Sir Shackelton!

Nach einer ruhigen Nacht hiess es um 5.30 Uhr aufstehen und die Zodiacs brachten uns an den Strand von St. Andrews Bay. War die Salisbury Plain schon beeindruckend, so wurde sie von diesem Ort nochmals übertroffen! Hier wurden wir von 100.000en Pinguinen und jeder Menge See-Elefanten sowie Pelzrobben erwartet. Am Ende des Strandes gab es einen Fluss, deren Ufer von den Pinguinen gesäumt wurden – dicht an dicht mit viel Lärm standen sie dort! Einige balancierten Eier mit Nachwuchs auf ihren kleinen Füssen; zwischen ihnen tobten die Scheidenschnäbel auf der Suche nach Nahrung, die in diesem Fall Pinguin-Kot hiess, und über ihren Köpfen kreisten Skuas und Riesensturmvögel. Die Scheidenschnäbel stossen die Pinguine mit ihrem Schnabel am Po an, um so Kot zu provozieren – den sie dann dankbar verzehren! Es gibt sicherlich schönere Ernährungsgewohnheiten, aber der Vogel an sich ist ein Hübscher!

Eigentlich kann man diesen Ort gar nicht beschreiben – es ist überwältigend und unglaublich! Fotografie wirkte fast ablenkend und störend und wir machten auch nur wenige Fotos. Die Tiere zu beobachten machte einfach viel mehr Spass und man konnte so viele schöne individuelle Eigenarten an ihnen erkennen.

An einer kleinen Lagune tummelten sich die einjährigen Pummelchen und rannten aufgeregt umher; ein Stück weiter lag eine Horde rotzender und schnaubender See-Elefanten. Mit ihnen kann ich mich nicht wirklich anfreunden – neben ihrem schlechten Benehmen stinken sie auch noch fürchterlich! Schon verging die Zeit wieder wie im Flug und es ging in ruhiger See zurück auf die Orlova.

Den Nachmittag in Grytviken – einer verlassenen Walfangstation – kann ich kurz und knapp zusammenfassen: traurig und abscheulich! An diesem Ort zu sein, wo 54.100 Wale und unzählige Robben fast bis zum Aussterben getötet und verarbeitet wurden, war nur widerlich und deprimierend. Es wurde uns vor Augen geführt, wozu der Mensch fähig ist, wenn es um seinen Profit geht. Nicht sehr vorteilhaft…

Am Besten war noch der Besuch am Grab des grossen Sir Ernest Shackelton, wo Alex – unser Barkeeper – uns traditionsgemäss mit einem Glas Rum erwartete und wir einen gemeinsame Toast auf den “Boss” aussprachen. Nach Alex’ Ansprache tranken wir einen Schluck und vergossen den Rest auf Shackelton’s Grab und einen weiteren Teil auf das Grab von Thorvald Admundson, dem Bruder von Roald.

Am Ort haben uns eigentlich am meisten die Reste der Skisprungschanze aus Holz fasziniert, die die Norweger hoch über dem Ort gebaut hatten. Einige Reste waren noch zu erkennen und ich liess es mir nicht nehmen, mich von Gerd in typischer Simon Ammann Position beim Abfahren fotografieren zu lassen!

Wir beobachteten auf dem Weg zurück noch einige emsige Antarktisseeschwalben, die auf der Suche nach Nahrung kühne Flugmanöver durchführten, bevor wir den Landungssteg beim “Ort” erreichten, wo wir auf das Zodiac zurück auf die Orlova warteten.

Am Steg befinden sich die aktuellen Wohn- und Diensträume der Wissenschaftler, ein kleines Museum sowie einige Plastikiglus, die als Schutzräume bei schwerem Sturm dienen.

Highlight des Tages: die Königspinguine von St. Andrews Bay, die Sprungschanze in Grytviken und die Antarktisseeschwalben

Die Fotogalerien: St. Andrews BayGrytviken

Vorschaufotos:

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