Südgeorgien – Salisbury Plain, Prion Island & Fortuna Bay

Das Wetter hatte sich endlich beruhigt, es war sonnig und die See geradezu glatt! Es hiess früh aufstehen und um 7 Uhr morgens landeten wir am Strand der Salisbury Plain, einem absoluten Highlight dieser Reise. Hier brüten 10.000de Königspinguine und man sieht, wie sich die Kolonien endlos den Strand hochziehen – ein Meer aus schwarz-weiss-gelb, fantastisch! Das Ganze wurde untermalt von einer imposanten Geräuschkulisse der trompetenden Pinguinen: Kleine riefen nach ihren Eltern und die Ankömmlinge riefen nach ihren Partnern – ein tolles Konzert! Wir wanderten durch die Kolonie, knieten vor den Pinguinen, die neugierig näher kamen und für uns posierten. Die Geräusche und die schiere Masse der Tiere vor dem beeindruckenden Panorama der Gletscher waren schlicht überwältigend. Einige Pinguine befanden sich gerade im Federkleidwechsel, was für sie sehr stressig ist und wir machten einen grossen Bogen um die armen Kerle, um sie nicht zu stören.
Es gab auch eine Menge Einjährige, die umher tollten oder nach Nahrung kreischten. Wir hatten drei Stunden Zeit, die jedoch im Nu verflogen waren und wir zurück aufs Schiff mussten.

Ein schnelles Frühstück und schon stand die zweite Anlandung des Tages auf Prion Island an. Die Überfahrt mit dem Zodiac war ruhig, die Sonne schien und die Landschaft erstrahlte in einer unglaublichen Klarheit. Am Strand erwarteten uns Eselspinguine und Pelzrobben, doch die eigentliche Attraktion sind die dort brütenden Wanderalbatrosse. Ein kurzer Aufstieg durch matschigen Untergrund auf einen Hügel und da waren sie: majestätisch sassen diese sehr grossen und sehr hübschen Vögel auf ihren Nestern oder führten Balztänze auf. Ein schöner, kleiner Ausflug, bei dem wir auch zwei Mal den einzigen Singvogel Südgeorgiens zu Gesicht bekamen: den Pipit.

Aus dem Tussockgras grüssten und grunzten die Pelzrobben und einige stellten sich uns mutig in den Weg. Noch ein paar Blicke auf die Eselspinguine und es ging zurück an Bord.

Nach dem Mittagessen fuhr die Orlova an der grossartigen Kulisse Südgeorgiens vorbei: riesige breite Gletscher blähten sich die steilen Berge bis ans Meer herab und die Berge stiegen steil von Meereshöhe auf etwa 2000 Meter heran – eine Wahnsinns-Kulisse!
Am Nachmittag erreichten wir Fortuna Bay, wo wir wieder über drei Stunden Zeit hatten. Am Strand lagen einige grunzende, schnaubende und furzende See-Elefanten – gemischt mit Pelzrobben und den Königspinguinen. Mit zwei der Königspinguine freundete ich mich an und robbte mit meinem 14mm Objektiv langsam und nach und nach bis auf einen halben Meter an sie heran – da stellte sich mir schon die Frage: wer beobachtet hier wen? Ein tolles Erlebnis!
Plötzlich bog eine ganze Bande Königspinguinen um einen Felsblock und marschierte auf mich und meine zwei anderen Freunde zu. Eins, Zwei, Drei – im Gleichschritt mit ausgebreiteten Flügelchen! Bei den beiden anderen Kollegen angekommen, wurde ich neugierig beäugt, bis sie dann um mich herum zum Wasser marschierten. Was sind das nur für putzige kleine Kerle! Wir fanden dann noch einen sehr geduldigen Kormoran auf einem ufernahen Felsen und wanderten schliesslich am Strand entlang durch die Pinguine, Pelzrobben und See-Elefanten.

Ein grossartiger Tag ging zu Ende, den wir bei einem Glas Weisswein und leckerem Abendessen beschlossen.

Highlight des Tages: einfach alles – wir können kein Erlebnis herauspicken!

Die Fotogalerien: Salisbury PlainFortuna Bay

Vorschaufotos:

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