São Miguel / São Jorge: 29. – 30. April 2013

Wir hörten das Prasseln von heftigem Regen, als der Wecker klingelte und so blieben wir dann auch liegen und verpassten einen weiteren Sonnenaufgang. Es war aber auch so besser, da sich mein Magen noch nicht ganz erholt hatte. Wir frühstückten zusammen und machten uns auf den Weg zu den heissen Quellen von Furnas. Das malerische Dorf liegt schön eingebettet in der Kaldera mit einer üppigen Vegetation und dem Kratersee von Furnas. Die heissen Quellen sind ziemlich beeindruckend – das Wasser kocht heftig und überall schiessen heisse Blasen aus dem Boden. Die Gegend ist gut für Menschen mit kalten Füssen – man kann die Hitze im Boden sogar durch die Schuhe spüren 😉 Wir schlenderten durch das Gebiet mit den heissen Quellen und Fumarolen und fuhren anschliessend hinauf zum Aussichtspunkt, um den Blick über das Dorf und den See zu geniessen.
Wir besichtigten die Plantacoes de Cha Gorreana (Gorreana Teeplantage) auf unserem Weg nach Ribeira Grande und bewunderten die schönen, traditionellen alten Englischen Maschinen und Gerd probierte mit seiner Mutter den Tee, von dem sie auch ein paar Beutel kauften. Wir fuhren dann weiter nach Ribeira Grande, wo wir im einzigen offenen Lokal am Strand zu Mittag assen.

Während wir das Essen genossen, erreichte mich eine E-Mail von SATA, die uns über einen bevorstehenden Streik vom 1. bis 4. Mai informierte. Ups, unser Flug nach São Jorge sollte am 1. Mai fliegen und so eilten wir zum Flughafen nach Ponta Delgada, um uns nach Optionen zu erkunden. Es wäre sinnlos gewesen, erst am 5. Mai für nur zwei Tage nach São Jorge zu fliegen und wir entschieden uns dann lieber dazu, einen Tag früher am 30. April zu fliegen. Die Dame am SATA Schalter war sehr hilfbereit und stellte uns neue Tickets ohne Zusatzkosten aus. Wir fuhren danach zum Ilha Verde Büro in die Stadt und buchten auch den Mietwagen um – wieder völlig problemlos und ohne Gebühren. Der Nachmittag war nun schon fast vorbei und wir fuhren zurück nach Caloura, um die Koffer zu packen und sagten noch im Hotel Bescheid, dass wir einen Tag früher abreisen würden.

Wir machten noch einen Ausflug an die Küste gegen Abend, aber es war komplett bewölkt und wir machten nur ein paar lustlose Fotos. Zurück im Hotel fielen wir dann müde ins Bett.

Highlight des Tages: die heissen Quellen von Furnas

30. April 2013

Dieser Morgen begann mit einem aussergewöhnlichen Erlebnis. Wir standen früh auf und erreichten die Küste von Caloura noch im Dunkeln, um Fotos vom Strand und der Lavaformationen im Mondlicht zu machen. Es wurde langsam hell, aber ich bemerkte sehr schnell, dass es ein weiterer lichtloser Morgen werden würde. So konzentrierte ich mich auf stimmungsvolle Aufnahmen der See mit den Felsen, als plötzlich der Boden unter meinen Füssen zwei Mal heftig schwankte. Als erstes fluchte ich über mein instabiles Stativ, bis ich realisierte, dass das gerade ein Erdbeben war! Wir erfuhren später, dass es eine Stärke von 5.9 hatte und das stärkste der letzten 10 Jahre war. Das Epicenter lag nur 28 km entfertn auf See in einer Tiefe von 10 km.

Wir zogen weiter zu einer kleinen Bucht bei Caloura, wo ich mich auf Wellenfotos konzentrierte. Die Wellen hatten alle mehr oder weniger dieselbe Stärke und waren voraussehbar, aber plötzlich wurde ich von einer hohen Welle erfasst und war völlig durchnässt! Auf einem Foto, das ich nur 15 Sekunden vorher gemacht hatte, sah ich zwei Wellen, die anders aussahen, aber ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob diese Wellen von dem Erdbeben verursacht worden sind. Merkwürdig war es aber trotzdem! Tropfnass stapfte ich die Treppen zum Parkplatz hinauf und wir fuhren zurück ins Hotel. Wow, was für ein Morgen!

Wir frühstückten und in der Zwischenzeit hatte sich auch die Sonne durchgesetzt. Wir genossen ein wenig Sonnenschein auf der Terrasse, bevor wir zum Flughafen fuhren, das Auto abgaben und für unseren Flug via Terceira nach São Jorge eincheckten. Der Flug war pünktlich, wir nahmen unser Auto wieder bei Ilha Verde entgegen und fuhren zuerst in den Hauptort Velas, um Lebensmittel im örtlichen Supermarkt einzukaufen.

Unsere Unterkunft Jardim do Triângulo in Urzelina war nur eine kurze, 10-minütige Fahrt entfernt von Velas und wir wurden vom Besitzer Chris freundlich begrüsst. Er zeigte uns das Areal, erklärte uns Besonderheiten und unterhielt uns mit lustigen Anekdoten. Gerd und ich bekamen das kleine Studio mit Küche und Gerd’s Mutter hatte das Doppelzimmer neben uns. Die Räume sind schön und sauber und von einem wunderschönen Garten umgeben, doch es gab auch hier das Problem mit der klammen Bettwäsche. Leider gab es keinen Radiator, was es für Gerd’s Mutter sehr ungemütlich machte, die sich die ganze Zeit über nicht wirklich wohl fühlte und es war ihr ständig zu kalt. Sie tat uns wirklich leid, aber es gab nichts, was wir tun konnten:(. Kurze Zeit später waren dann auch der Hund Stella und Chris’ Katze zur Stelle und begrüssten uns Neuankömmlinge, während wir einzogen.

Das Wetter war wieder unbeständig ohne Hoffnung auf schönes Licht und so fuhren wir nach Santo Amaro und assen im “Fornos de Lava” Restaurant zu Abend. Das Essen war okay, nicht so ölig und die Leute im Lokal sehr freundlich. Wir genossen unser Dinner bei einer Flasche Wein von den Azoren und fuhren dann müde zurück nach Urzelina.

Highlight des Tages: das Erdbeben

Diashow:

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