São Miguel: 27. – 28. April 2013

Eigentlich begann unsere Reise schon einen Tag früher, als Gerd’s Mutter ankam und wir alle den abendlichen Flugizug nach Zürich nahmen. Unser Flug nach São Miguel sollte bereits um 6:15 morgens abfliegen und so buchten wir uns nochmals in das Radisson Blu Airport Hotel ein, das sich ganz praktisch im Flughafenterminal befindet.

Wir hatten am Vorabend unser Gepäck eingecheckt und so ging die Sicherheitskontrolle und Boarding am Samstag Morgen recht schnell. Wir hoben pünktlich ab und flogen zunächst nach Lissabon, wo wir über vier Stunden im langweiligen Transit Bereich des Flughafens verbrachten. Die SATA brachte uns dann endlich pünktlich nach São Miguel. Ich ging direkt zum Schalter von Ilha Verde, um die Formalitäten für die Autoanmietung zu erledigen und Gerd und seine Mutter sammelten unser Gepäck ein. Kurze Zeit später waren wir bereits auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft: Quinta Altamira in Caloura auf São Miguel. Die Häuser befinden sich schön verteilt in einem riesigen Park und sind geräumig mit zwei Schlafzimmern, einem Badezimmer und einem grossen Wohnbereich mit eingerichteter Küche. Die Betten waren ziemlich klamm von der hohen Luftfeuchtigkeit, aber wir hatten glücklicherweise einen Radiator, den wir die meiste Zeit laufen liessen, um die Luftfeuchte und vor allem die Feuchte in den Betten zu reduzieren. Die Luftfeuchte ist auf den Azoren so gut wie nie unter 80% und alle Bewohner leiden von der Feuchtigkeit in den Häusern und Kleidung oder Bettzeug wird ruckzuck kalt und klamm. Die Temperaturen lagen auch nur bei 15 Grad, was das Ganze mit der hohen Luftfeuchte noch ungemütlicher machte, vor allem für Gerds Mutter. So zogen wir also ein, verstauten das Essen, was wir zuvor noch im Supermarkt auf dem Weg gekauft hatten und machten eine kleine Tour zum Location Scouting.

Die Küstenlinie von Caloura ist sehr spektakulär, aber der Wind blies so heftig, dass an Fotografie nicht zu denken war. Die feine Gischt von See durchnässte uns innerhalb von Sekunden und der Wind würde das Stativ einfach nur die Klippen hinunter wehen. So liessen wir den Tag ausklingen, hatten ein kleines kaltes Abendessen und gingen früh schlafen.

Highlight des Tages: die Ankunft

28. April 2013

Gerd und ich standen früh auf und fuhren hinunter an die Küste von Caloura, um Fotos vom Lavastrand im Mondlicht zu machen. Es war ziemlich bedeckt, aber der Mond schien immer wieder durch Lücken schön auf die Felsen und das Meer. Im Osten war nur ein kleiner Schimmer roten Lichtes zu sehen und wir wurden am ersten Morgen nicht mit schönen Morgenlicht belohnt. So gingen wir auch bald zurück und genossen ein ausgiebiges Frühstück mit Gerd’s Mutter.

Wir entschieden uns, einen Ausflug durch die Berge zum bekannten Wasserfall Caldeira Velha zu machen. Wir kamen am Kratersee Lagoa do Fogo vorbei, ein spektakulärer und junger Kratersee, der von dichter Vegetation und Wäldern umgeben ist. Wir kamen schliesslich am Parkplatz an und machten den kurzen Spaziergang zum Wasserfall. Um diese Zeit sind zum Glück noch nicht so viele Touristen unterwegs und wir hatten den Wasserfall fast für uns allein. Das Wasser ist warm und wird gestaut, damit Leute im Pool baden können, aber wir hatten Glück, dass nur zwei Kinder zum Planschen gingen. Wir fotografierten vor uns hin, denn der Wasserfall bietet viele Möglichkeiten und es gab auch ein reichliches Vogelleben. Gerd gelangen einige schöne Aufnahmen der lebhaften Bergstelze, während ich mich auf den Wasserfall und die Vegetation konzentrierte. Die ganze Gegend ist ziemlich heiss und einige Meter weiter gibt es Fumarolen, die vor sich hin blubbern. In der Tat “Naturally boiling water”, genau wie das Schild gewarnt hatte.

Wir fuhren zurück nach Caloura und assen in einem kleinen Restaurant am Hafen zu Mittag. Es gab ganz frischen Fisch und ich entschied mich für einen Drückerfisch und Gerd und seine Mutter für ein Thunfisch Steak. Ich weiss nicht, was die Ursache war – vielleicht einfach die Unmengen an Olivenöl, die hier verwendet werden – aber ich wurde nach zwei Stunden ziemlich krank und litt unter Erbrechen und Durchfall für den Rest des Tages. Es wurde zum Abend hin besser und ich hatte zumindest eine ruhige Nacht.

Highlight des Tages: Der Moment, als ich nicht mehr kotzen musste…

Diashow:

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