São Jorge / Pico 6. – 7. Mai 2013

Faja da Areia Faja da AreiaGerd und ich standen kurz vor 5 Uhr auf und fuhren auf die Sonnenaufgangsseite der Insel hinunter in die Fajã da Ribeira da Areia. Hier steht auch der wunderschöne Lavabogen, dessen Position aber zu dieser Jahreszeit leider nicht ideal für Sonnenauf- oder -untergänge ist. So plazierten wir uns auf der anderen Seite des Dorfes und machten Fotos der zerklüfteten Küste im Mondlicht. Die Gelbschnabelsturmtaucher waren noch da und umflogen uns mit ihrem einzigartigen Lied:)Bald darauf begann die blaue Stunde und die Küste sah mit der stürmischen See und den Lavafelsen wunderschön aus. Der Sonnenaufgang war dann aber nicht mehr ganz so klar wie am Vortag, aber es gab doch einige interessante Farben und schöne Wolken. Wir waren mehr als zufrieden mit unserer Ausbeute dieses Morgens und fuhren zurück zum Frühstücken nach Urzelina. Faja da Areia

Faja dos CubresEs war bereits unser letzter voller Tag auf São Jorge und so entschieden wir uns für die klassischste Wanderung, die allgemein auch als die landschaftlich schönste gilt: die ungefähr fünf Kilometer von der Fajã dos Cubres zur Fajã da Caldeira do Santo Christo. Es war ein schöner Spaziergang, aber wir fanden sie alle nun nicht so spektakulär wie sie oft beschrieben wird. Man läuft zumeist durcht dichte Vegetation und man hat kaum Aussichten auf die See und die schöne Küste. Wie auch immer, es war eine nette Abwechslung und wir genossen die Wanderung sehr. Gerd und seine Mutter gingen bis ins Dorf, während ich bei der Lagune einige Makros der Pflanzen machte, die sich durch das Lavagestein kämpfte. Es ist faszinierend: die Pflänzchen nutzen die kleinste Lücke im Gestein und fangen an zu wachsen. Faja dos Cubres

Wir gingen langsam zurück und trafen auf eine sehr geduldige kleine Eidechse, die eine ganze Weile willig für mich posierte. Süsser kleiner Geselle und ich war mir nicht sicher, wer da neugieriger war: die Eidechse darüber, was ich da wohl vorhatte oder ich darüber, wie lange sie noch posieren würde 😉

Madeira lizardWir kehrten schliesslich noch in die kleine Bar in der Fajã dos Cubres ein, wo wir eine nette Unterhaltung mit der Pächterin und ihrem Mann hatten und es uns bei Rotwein und einheimischen Käse gut gingen liessen. Es war ein warmer Tag heute und wie schön war es, hier in der warmen Sonne zu sitzen und Wein und Käse zu geniessen:)

Es war Zeit aufzubrechen und wir mussten schon wieder unsere Reisetaschen packen, da wir Morgen nach Pico weiter reisen würden. Gerd und ich trafen uns um 19 Uhr mit Rui auf dem Parkplatz des Parque Forestal in Rosais. RosaisVon dort nahmen wir seinen 4×4 und fuhren die fünf Kilometer bis zum Leuchtturm. Wir bahnten uns einen Weg durch die dichte Vegetation hinter dem Leuchtturm bis wir plötzlich hoch auf den Klippen am westlichsten Punkt der Insel standen und auf die spitzen Felsen unter uns schauten. RosaisEs war ein grossartiger und dramatischer Anblick und wir begannen alle zu fotografieren, als die Sonne tief genug stand. Es war sehr schön zusammen mit Rui, mit dem wir uns über unsere Fotografie Erfahrungen unterhielten und die Aussicht bewunderten. Das gute Licht und der Sonnenuntergang waren mal wieder viel zu schnell vorbei, aber wir blieben noch eine Weile, um uns zu unterhalten und die Möwen im Flug zu beobachten.

Schliesslich kehrten wir zum Parkplatz zurück, dankten Rui für den tollen Abend und verabschiedeten uns. Was für ein grossartiges Ende eines Tages mal wieder!
Gerd und ich tranken zurück in Urzelina noch ein Glas Wein, während wir den Tag Revue passieren liessen und gingen dann zufrieden schlafen.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang in Rosais

7. Mai 2013

Faja dos Cubres Faja dos CubresEs war eine sehr kurze Nacht, als wir um fünf Uhr aufstanden, um ein letztes Mal zur Fajã dos Cubres zu fahren. Wir hatten richtig Glück, denn es war sternenklar und wir konnten Sternenfotos machen, bevor die Dämmerung einsetzte. Am letzten Tag bekamen wir endlich unseren goldenen Sonnenaufgang – manchmal braucht man eben nur etwas Glück und Geduld. Wir kehrten glücklich nach Urzelina zurück und genossen mit Vergnügen unser letztes Frühstück mit Chris.

>Es war heute ein langweiliger Reisetag. Wir trafen uns zum Mittagessen mit Rui, Susana und Nuno in Velas und verabschiedeten uns von ihnen. Wir werden sie wirklich vermissen – sie sind eine süsse kleine Familie! Es war etwas ungewöhnlich, mit dem Flugzeug nach Pico zu reisen, da wir erst nach Terceira fliegen würden und dann wieder zurück nach Pico. Die Fähre würde nur 30 Minuten brauchen, aber es war nicht klar, ob die Fähren Anfang Mai schon ihren Fahrplan aufnehmen würden und so entschieden wir uns – nicht zuletzt wegen Gerd’s Mutter – für die sichere Variante.

Die Flüge waren pünktlich und wir kamen sicher auf Pico an, wo ich das Auto anmietete und wir zu unserer nächsten Untekunft fuhren: Adegas do Pico in Prainha. Wir trafen José, der uns das Haus zeigte, was allerdings ein anderes als das von uns gebuchte war, da die Zufahrtsstrasse vom letzten Regen zu stark beschädigt war. Das Haus ist ein liebevoll restauriertes traditionelles Steinhaus mit viel Holz. Wunderschön, aber auch hier war es innen klamm. Adegas do Pico Adegas do PicoAllerdings gab es sowohl ein Entfeuchtungsgerät als auch Radiatoren und Gerd’s Mutter fühlte sich zumindest in dieser Hinsicht wieder wohler, auch wenn ihr die dunklen Steinwände überhaupt nicht zusagten. Uns gefiel es sehr: wir hatten zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, einen Wohnbereich und eine sehr gemütliche Küche mit einem alten schönen Holztisch. Man kann in jedem Winkel José’s Liebe fürs Detail und für die Häuser spüren.

Es war völlig bedeckt mit leichtem Sprühregen und es gab keine Hoffnung auf Fotos. So kochten wir eine weitere Pasta Bolognese, assen zu Abend und gingen früh schlafen.

Highlight des Tages: Sonnenaufgang über der Fajã dos Cubres

Diashow:

Diesen Beitrag gibt es auch in: Englisch

F a c e b o o k