Shimba Hills

Wir haben geschlafen wie die Babies und konnten den Morgen voll geniessen. Die Schreiseeadler sassen schon sehr früh auf ihrem Baum am Wasserloch und liessen sich im schönen Morgenlicht fotografieren.

Wir trafen Joseph zum Frühstück, das aus Obst, Omelette, Bohnen, Schinkenspeck, Toast und Kaffee bestand. Die hübschen roten Eichhörnchen leisteten uns Gesellschaft und wir konnten nicht widerstehen, ihnen ein wenig Melone und Toast zukommen zu lassen. Allerliebst, wie sie manierlich die Nahrung wegmümmelten!

Wir holten unsere Lunchpakete ab und machten uns auf den Weg in den Park. Fast zwei Stunden lang war kein Tier zu sehen, weder Vogel noch Säugetier und nach einem kurzen Regenschauer machten wir eine Pause am Ocean View Point. Wir beschlossen, den Lunch auf unseren hübschen Balkon zu verlegen und unser Glück nochmal am Nachmittag zu versuchen. Doch dann bogen wir um eine Kurve und plötzlich sahen wir sie: eine Gruppe von Säbelantilopen, die nur hier in den Shimba Hills vorkommen. Es sollte wohl Fotografenschicksal sein, dass es ziemlich genau 12 Uhr mittags war und das Licht so ungünstig und unvorteilhaft war, wie es nur sein konnte! Wir genossen den Anblick dieser schönen Antilopen aber dennoch und wenn es etwas bewölkt war, konnten wir auch einige Fotos machen. Diese hübschen Tiere waren es echt wert!

Wir fuhren dann zurück und machten alles bereit für das gemeinsame Mittagessen. Leider fanden wir am Rande des Balkons einen kleinen, hübschen aber toten Vogel: einen Glanzelsterchen, der anscheinend vor die Fensterscheibe geflogen war. Armer kleiner Kerl!

Im Lunchpaket waren Eier, ein leckeres Stück Beef, Obst, Saft und kalte, labberige Pommes mit Ketchup. Wir wissen nicht, ob das auf Touristenfachschulen so gelehrt wird, aber irgendjemand sollte mal erklären, dass kalte, labberige Pommes kein kulinarischer Höhepunkt sind – brrrr…. Es scheint verbreitet zu sein, denn in Tanzania hatte dieses Schicksal im Ngorongoro Krater schon mal zugeschlagen 😉

Gegen 16 Uhr fuhren wir zurück in den Park und trafen nach kurzer Zeit auf einen sehr geduldigen Graukopfliest. Er liess sich von uns überhaupt nicht stören und wir konnten einige schöne Fotos machen, die allerdings eine belichtungstechnische Herausforderung waren vor dem dunklen Hintergrund des dichten Waldes.

Ich hatte den Säbelantilopen heute Mittag gesagt, sie sollten bitte gegen 17 Uhr wieder an derselben Stelle sein und tatsächlich waren sie da! Leider hatte ich vergessen, ihnen zu sagen, dass sie auf der andere Seite der Strasse sein sollten und so grasten sie leider gegen die Sonne. Wir machten dann aus der Not eine Tugend und machten aus ihnen eine Silhouette im Gegenlicht – mal die etwas anderen Fotos der schönen Antilopen.

Die grosse Gruppe Büffel war wieder an ihrem Platz zu finden und auch hier ergaben sich einige feine Fotogelegenheiten im weichen Nachmittagslicht.

Es war schon wieder Zeit, zurück ins Hotel zu fahren, wo die beiden Schreiseeadler bereits in ihrem Baum auf uns warteten. Die Sonne war bereits untergegangen, aber das letzte rosafarbene Licht war ganz bezaubernd für unsere Adler, die ein letztes Mal riefen und dann zu ihrem Schlafplatz flogen.

Wir assen zu Abend und wurden dabei von den neugierigen Buschbabies beobachtet – natürlich fiel auch der eine oder andere Happen für sie ab 😉
Auf der Plattform unten am Wasserloch wurde vom Hotel Futter bereit gestellt und von einer Ginsterkatze dankbar abgeholt. Schön, dass man diese scheue Katze mal sehen konnte!

Wir sassen zum Abschluss auf dem Balkon und überlegten, wie wir dem Glanzelsterchen ein würdiges Ende verschaffen könnten. Gerd nahm die Kleiderstange aus dem Schrank, wir plazierten den kleinen Kerl darauf und legten ihn in eine Astgabel gegenüber in den Baum. So war er zumindest wieder in der Natur und wird nicht achtlos weggeworfen. RIP, kleiner Vogel!

Highlight des Tages: die Säbelantilopen

Shimba Hills Fotos: Shimba Hills Nature Reserve Fotogalerie

Vorschaufotos:

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