Shimba Hills Nature Reserve

Gegen drei Uhr morgens wurden wir von dem lauten Trompeten eines Elefanten geweckt, der gerade den Fluss überquerte. Hyänen jaulten im Camp oder sehr in der Nähe und vielleicht wollte er klarmachen, wer der Chef der Nacht ist.

Kurze Zeit später ein zweites Trompeten und dann hörten wir auch schon, wie er auf erstaunlich leisen Sohlen bei unserem Zelt auftauchte. Er stoppte kurz, zwängte sich dann lautstark durch den schmalen Durchgang zwischen Zelt und dem kleinen Balé mit der Couch und zog gemächlichen Schrittes am Zelt vorbei. Atemlos beobachteten wir ihn – Dank des Mondlichtes konnte man ihn sehr gut sehen und selbst die recht grossen Stosszähne leuchteten im Mondschein. Er zog weiter Richtung Ufer und die Hyänen führten ihr Konzert fort.

So ging eine etwas unruhige Nacht zu Ende, aber wir hatten darauf gehofft, dass uns der Elefant nochmal besuchen würde. Das gehört mit Sicherheit zu den speziellsten Erlebnissen, die wir je hatten und war sehr faszinierend.

Um kurz nach sechs Uhr gingen wir zum Frühstück; ein paar letzte Spässchen mit Duncan und Emmanuel und wir machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, den Shimba Hills. Duncan I, unser sympatischer Room Steward, hatte nun eine Woche Ferien und fuhr mit uns zu seiner Familie nach Voi, das wir nach rund 45 Minuten erreichten.

Nach weiteren 2 1/2 Stunden Fahrt bogen wir von dem Highway ab auf die C107 Richtung Kinango, die nun wieder unbefestigt war. Die Strassenqualität auf dem letzten Stück, für das wir zwei Stunden benötigten, war ganz unterschiedlich: mal ging es nur sehr langsam voran, aber dann gab es auch Abschnitte, wo Joseph 60 km/h fahren konnte.

Um 13 Uhr erreichten wir dann die Shimba Hills Lodge, die inmitten des Waldes liegt. Was für ein Kontrast zum trockenen Busch im Tsavo Ost!

Nach einem Willkommensgetränk und der Registrierung bezogen wir unser Zimmer, das sehr klein, aber zweckmässig war. Es gab zwei Einzelbetten mit Moskitonetz, einen Schrank und eine Ablage mit Wasser zum Zähneputzen; Dusche und Toilette waren auf der anderen Seite vom Gang zur gemeinsamen Nutzung. Vom Balkon aus hatte man einen guten Blick über das Wasserloch, an dessem Ufer sich gerade ein Schreiseeadler in einem Baum niederliess. In der Lodge tobten zahlreiche rote Eichhörnchen; eine Eichhörnchenmutti hatte ein Junges dabei, das sie erst trug, dann aber auch allein über die Balkondächer kletterte. Niedlich!
Wir gingen zunächst zum Mittagessen, das wir hier wieder zusammen mit Joseph nehmen konnten. Das Essen war von guter Qualität, konnte aber gegenüber den kulinarischen Genüssen von Galdessa nur etwas abfallen. Es ist auch italienisch geprägt und durchaus schmackhaft.

Nach dem Lunch machten wir eine kleine Pause und Gerd wurde von einem kleinen wuseligen Room Steward die sanitären Anlagen erklärt. Dann zeigte er Gerd noch die Suite, die am Ende des Ganges lag: ein geräumiger Eingangsbereicht mit Sofa, zwei Sesseln und einem Kühlschrank sowie ein Schlafzimmer mit Doppelbett und ein eigenes Bad. Wir überlegten eigentlich nicht lang, zahlten die zusätzlichen 3000 Ksh für dieses Zimmer und zogen rasch um. Wir genossen die Aussicht mit Joseph vom grossen Balkon und konnten ihm seine gewünschte warme Diet Coke anbieten, während wir ein Glas kalten (!) Wein genossen.
Kurze Zeit später starteten wir zum Game Drive und hofften darauf, die nur hier vorkommenden Säbelantilopen zu finden. Wir fuhren durch den dichten Wald und sahen zunächst keine Tiere, doch dann fanden wir eine offene Fläche, wo eine Gruppe Zwergspinte auf Insektenjagd war. Sie setzten sich regelmässig auf Ansitzäste, die zwar weit entfernt waren, aber wir konnten sie trotzdem gut beobachten. Was für niedliche, immer etwas übel gelaunt reinschauende, bunte Vögel!

Gegen Ende trafen wir auf eine kleine Gruppe grasender Elefanten, die hier viel kleiner sind als die Elefanten vom Tsavo Ost, und auf einen grossen Giraffenbullen, der uns ebenso bestaunte, wie wir ihn. Säbelantilopen sahen wir nur weit entfernt auf einem Hügel durch das Fernglas, aber wir haben ja morgen noch einen Tag!

Wir assen mit Joseph zu Abend und auch das Abendessen war von guter Qualität. Wir bekamen Besuch von einem Buschbaby, das uns neugierig beäugte – ein niedlicher kleiner Geselle!

Sehr müde noch von der Nacht mit den Elefanten, fielen wir müde ins Bett.

Highlight des Tages: die Eichhörnchen und die Buschbabies

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