Regenpause

Heute Morgen war irgendetwas anders! Als ich aufstand, wurde ich nicht nur vom strömenden Regen, sondern auch noch von heftigen Sturmböen begrüsst, die mich fast in den Fjord wehten! So ging ich wieder in unser gemütliches Heim, trank einen Kaffee und las Nachrichten im Internet.

Wir mussten unser Apartment im Lofoten Rorbuer heute verlassen und nach Henningsvær für die folgenden vier Tage umziehen. Wir waren ein wenig traurig, diese perfekte und sehr empfehlenswerte Unterkunft zu verlassen. Die Apartments lassen keine Wünsche offen und sind absolut modern und komfortable eingerichtet: eine komplette Küche mit Spül- und Waschmaschine ist vorhanden und die Frischluftzufuhr ist durch ein ausgeklügeltes System in allen Räumen perfekt und geräuschlos geregelt.

Wir frühstückten, packten das Auto und verabschiedeten uns von Ruth, der Eigentümerin. Es war unglaublich, aber in der Zwischenzeit hatte sich die Sonne ein wenig durch die Wolken gekämpft und wir machten einen Halt am Husvågpollen, wo das goldene Morgenlicht herrlich den Vordergrund beleuchtete. So machte ich tatsächlich meine ersten Fotos im guten Licht! Sollten es die ersten und einzigen Fotos dieser Reise werden…?

Wir erledigten unsere Einkäufe für die nächsten Tagen im Supermarkt in Svolvær bevor wir die gute halbe Stunde nach Henningsvær fuhren. Unsere nächste Unterkunft waren die Henningsvær Rorbuer, die wir schnell in der Nähe des Hafens fanden. Wir wurden von Marianne begrüsst, bezahlten den restlichen Betrag und bezogen Rorbuer Nummer 17. Es ist ein typisches renoviertes Fischerhäuschen, aber nicht so komfortable wie unsere letzte Unterkunft, obwohl es hier noch teurer ist. Das Rorbuer hat einen kleinen Wohnbereich mit Kitchenette und zwei Schlafzimmer mit je einem Badezimmer. Der Blick aus dem Fenster ist sehr schön, aber leider geht die Terrasse auf die andere Seite heraus. Es ist aber trotzdem ein gemütliches und uriges Heim für die nächsten Tage.

Wir verfrachteten das Gepäck und die Einkäufe in das Rorbuer und starteten unseren Nachmittagsausflug, nachdem es endlich mal längere Zeit trocken war. Wir besuchten als erstes den Strand von Unstad, aber es war Flut und die attraktivsten Steine lagen unter Wasser. Es scheint, dass die Lofoten in den letzten Jahren zu einem begehrten Ziel für Fotografen geworden ist, denn es tummelten sich schon einige andere Fotografen mit Stativen bewaffnet am Strand. So verliessen wir Unstad wieder und fuhren weiter nach Uttakleiv, einem weiteren bekannten Lofoten Strand. Die Steine und Felsen waren sehr schön und wurden regelmässig von Wellen überwaschen und ich versuchte mich an einigen Langzeitbelichtungen. Aber schon bald nach uns kam eine weitere grosse Gruppe Fotografen an und uns wurde es zu wuselig. Die Fotografen störten uns überhaupt nicht, aber wir sind lieber mehr oder weniger allein an einer Location und können die Natur so besser geniessen und so fuhren wir nach einer kleinen Mittagspause nur drei Kilometer weiter zum Strand von Haukland. Hier waren wir ganz allein und die Felsen sind sogar noch attraktiver. Ich tobte mich glücklich und ausgiebig an dieser Stelle aus und war fasziniert von den Farben und Formen der Felsen.

Es war schon später Nachmittag und wir machten uns langsam auf den Rückweg nach Henningsvær. Aber Halt – da gab es noch einen wunderschönen Stop am Rolvsfjorden, wo das Wasser perfekt ruhig für eine Spiegelung der gegenüber liegenden Berge war. Was war das für ein Spass!

Wir kamen genau richtig zur blauen Stunde in Henningsvær an und fotografierten am Hafen. Die Fischerboote machten sich für die Nachtfahrten bereit und die Lichter der Boote und der Häuser beleuchteten den Hafen malerisch.

Schliesslich kehrten wir zurück ins Rorbuer, bereiteten ein leckeres Chicken Tikka Masala zu und verbrachten den Abend bei einem Glas Wein, Lesen und Reisebericht schreiben. Es gab wieder keine Hoffnung auf Polarlichter, denn es regnete erneut.

Highlight des Tages: Haukland beach

Diashow:

Diesen Beitrag gibt es auch in: Englisch

F a c e b o o k