Norotshama Lodge – Grün, Grün, Grün!

Irgendwie starten die Tage hier immer gleich: es war eiskalt und wir standen um fünf Uhr auf, um zu den Köcherbäumen zu fahren. Als wir in der Gegend ankamen, die wir gestern angepeilt hatten, konnten wir schon einige Köcherbäume gegen den roten Himmel ausmachen. Der Himmel war heute nicht ganz so schön wie die Tage zuvor, das es bewölkt war, aber am Ende war es ein Vorteil, als die Wolken die Farben des Sonnenaufgangs annahmen. Ich erkundete eine Gegend abseits der Pad und sie stellte sich als wahrer Spielplatz heraus: lebendige und tote Köcherbäume inmitten von Felsen, die aussahen wie Bauklötze, die von einem Riesen dort zum Spielen aufgebaut wurden – wunderbare Fotomotive. Wir verbrachten eine Stunde in diesem magischen Wunderland und fuhren dann zurück zum Chalet. Wir waren heute etwas früher dran und packten erst unsere Sachen zusammen, damit wir direkt nach dem Frühstück losfahren konnten. Hendrik war schon da und bot uns einen heissen Kaffee an. Es war heute trotz des Windes deutlich warmer und wir konnten das Frühstück richtig geniessen bevor wir die Rechnung zahlten, uns herzlich von Hendrik verabschiedeten und uns auf den Weg nach Keetmannshoop machten.

Dort stoppten wir kurz um Getränke und Teufelskrallenkapseln in einer Apotheke zu kaufen. Sie sollen als Naturmittel gegen Athritis und Rückenschmerzen helfen und Gerd wollte sie ausprobieren. Schnell verliessen wir Keetmannshoop und fuhren weiter in den tiefen Süden über Grünau nach Noordoewer an der südafrikanischen Grenze. Wir bogen ab auf die C13 Richtung Aussenkehr und die Landschaft wechselte in eine karge Landschaft, die bald von einer üppig grünen Landschaft mit Weingütern abgelöst wurde. Wir erfuhren später, dass die Trauben nicht für Wein genutzt werden, sondern nach Europa exportiert werden. Nach rund 350 km erreichten wir unsere Unterkunft für die folgenden drei Nächte: Norotshama Lodge, die direkt am Ufer des Oranje River liegt. Wir wurden recht kurz empfangen und zu unserem Bungalow geführt, der aus einem grossen Schlafwohnraum und einem grosszügigen Badezimmer besteht. Die Räume sind sehr dunkel gehalten, aber aus einem guten Grund: es war draussen richtig heiss und die Räume durch die wenigen Fenster schön kühl – fantastisch! Die Lodge hat weiterhin einen schönen kleinen Pool mit Blick über den Fluss und ein Restaurant.

Wir brachten unsere Sachen in den Bungalow und gingen zum Mittagessen in das Restaurant. Einge der angebotenen Speisen war nicht verfügbar und so entschieden wir uns beide für Fleischlasagne, die sehr gut war. Nach dem Essen genoss ich eine ausgiebige Dusche und konnte endlich nach drei Tagen meine Haare waschen. Das war auf Mesosaurus etwas schwierig, da es Abends, wenn das heisse Wasser da war, viel zu kalt war, um die Haare an der Luft zu trocknen. Ich hätte mir ja den Tod geholt! Ich lud unsere CF Karten auf die Image Tanks und den Computer und schrieb am Reisebericht, während Gerd sich ausruhte. Es war heute eine lange Fahrt gewesen und ich wollte nicht nochmal rausfahren. So machten wir zur Sonnenuntergangszeit Fotos vom Gelände der Lodge. Der Blick über den Fluss hinüber zu den Bergen war sehr lohnenswert. Der Oranje River ist der Grenzfluss zwischen Südafrika und Namibia und für afrikanische Verhältnisse recht breit. Wir sahen Wasservögel wie Kormorane und Reiher und auch andere Vögel wie Webervögel und Spatzen, die mich an meine Frobenschar zuhause in der Schweiz erinnerten.

Wir liessen das Abendessen aus, da wir noch satt von der Lasagne waren und stellten die Kamera für Nachtaufnahmen am Fluss auf. Es gab leider keine Chance, sie auf das Kreuz des Südens auszurichten, aber wir machten trotzdem ein paar Aufnahmen vom Sternenhimmel. Vielleicht ist morgen ein besserer Tag für Sternspuren.

Highlight des Tages: der Sonnenuntergang am Oranje River

Fotogalerie: Oranje River Fotogalerie I

Vorschaufotos (19):

Diesen Beitrag gibt es auch in: Englisch

F a c e b o o k