Naturelemente

Eigentlich wollte ich heute morgen nur an den Strand bei Seixal, aber als ich die Küste in São Vicente erreichte, sah ich im Osten einige dramatische Wolken und ich dachte, dass sie sich gut als Hintergrund bei den Neptune’s finger cliffs machen würden. So fuhr ich schnell zum Parkplatz gegenüber des Kraftwerks und eilte zum Strand. Ein anderer Fotograf kam kurz nach mir, aber zum Glück ist der Strand ja gross genug für alle. Wie antizipiert, machten sich die Wolken gut als Hintergrund und die Fotos sahen schon auf dem Kameradisplay gut aus. Die Wellen waren nicht sehr stark, so dass diesmal nicht alle Lavasteine malerisch umspült wurden. Man kann eben nicht immer alles haben!

Ich verliess den Strand 20 Minuten vor Sonnenaufgang und fuhr zurück nach Seixal, wo ich eigentlich ursprünglich hin wollte. Als ich ankam, war es ganz kurz vor Sonnenaufgang und der Himmel wurde von der aufgehenden Sonne in ein wunderschönes Orange getaucht, umrahmt von hübschen Wolken. Die vorgelagerten Felsen von Seixal waren ein perfekter Vordergrund und ich machte die Fotos, die ich mir vorgestellt hatte. Nach Sonnenaufgang ging ich noch hinunter zum Strand und versuchte mich an Fotos von umspülten Steinen. Es war ganz und gar nicht einfach: es gab weder gute Ergebnisse noch den idealen Moment oder Welle, aber es hat trotzdem viel Spass gemacht!

Ich ging mit Gerd frühstücken und wir entschieden uns, die Vulkangrotten von São Vicente zu besuchen, die nur fünf Minuten vom Solar da Bica entfernt sind. Das Folgende ist eine Übersetzung der Infos von Caves and volcanism Centre of São Vicente :

Die Grotten von São Vicente wurden durch eine vulkanische Eruption vor 890 Tausend Jahren auf der Paúl da Serra geformt. Als die Lava zur See floss, wurde der äussere Teil niedrigen Temperaturen ausgesetzt und verfestigte sich schnell, während im inneren Teil die Lava mit vielen Gasen weiter floss und so eine Serie von Lavatunneln entstanden, die die Grotten von São Vicente formten. Heute kann man hier einen Teil der Lavatunnel besichtigen. Die insgesamt acht Tunnel dehnen sich auf 1000 Meter aus, mit einer maximalen Höhe zwischen 5 und 6 Metern. Es ist das grösste bekannte Höhlensystem auf Madeira.

Die Besichtigung war sehr interessant und das Center hat sich grosse Mühe gegeben, wirklich vorbildlich! Wir gingen zunächst in die Ausstellung, die sich als gar nicht langweilig entpuppte und einen animierten Vulkanausbruch und einen künstlichen Lavafluss zeigt sowie einen gut gemachten 3-D Film über die erdgeschichtliche Entstehung Madeiras und des Archipels. Die Tour in die Grotten begann danach und war ziemlich faszinierend. Auch hier war alles perfekt präpariert und ausgeleuchtet, so dass wir einen tollen Blick in die Erdgeschichte werfen konnten.
Die 8 Euro Eintrittsgeld waren wirklich sehr gut investiert und am Ende trafen wir im Souvenirshop noch die junge Dame, die in der Bar in Porto Moniz kellnert, wo wir schon zwei Mal ein Glas Wein getrunken hatten. Sie arbeitet morgens hier im Souvenir Shop und dann am späten Nachmittag in der Bar. Wir hatten eine nette Unterhaltung und kauften ein paar T-Shirts für Gerd.

Nach dieser beeindruckenden Besichtigung brauchten wir eine Pause und fuhren zum Mittagessen ins Caravela. Während wir assen, bemerkten wir, dass einige Autos die alte Küstenstrasse ER101 befuhren, die normalerweise für den Verkehr gesperrt ist. Wir fragten unseren freundlichen Kellner, der bestätigte, dass die Strasse nur heute auf einigen Abschnitten geöffnet war. So änderten wir kurzerhand unsere Pläne und erkundeten diese schmale, aber malerische Strasse. Nach nur 200 Meter hielten wir an, als wir sahen, dass die Steilwände dicht mit Drüsen-Aeonium (Aeonium glandulosum) bewachsen waren. Diese schöne Pflanze ist in Madeira endemisch und erreicht alle Grössen und Formen. Von dieser Stelle gab es auch einen idealen Blick hinunter auf den schwarzen Lavastrand, wo einige Steine mit Moos überwachsen waren und sich gut als Fotomotiv machten. Die Strasse wird als Einbahnstrasse geführt und so mussten wir keinen Gegenverkehr fürchten und konnten die langsame Fahrt entlang der Küste aus vollen Zügen geniessen. Wir passierten zwei kleine Wasserfälle und unser Seat bekam eine gratis Autowäsche!

In der Zwischenzeit hatte es angefangen zu regnen und die Wolken hingen tief. Wie aufregend! Wieder einmal perfekte Bedingungen für den Zauberwald und so fuhren wir hinauf zum Fanal, wo wir von wunderbar dichtem Nebel bzw. tiefen Wolken empfangen wurden. Wir parkierten das Auto, tauchten in den magischen Zauberwald ein und fotografierten die alten Lorbeerbäume ausgiebig. Doch viel zu schnell wurde der Regen so stark, dass wir das Shooting abbrechen mussten und nach nur zehn Minuten völlig durchnässt waren. Wir kehrten zum Auto zurück und fuhren zum Apartment, um uns, die Fotorucksäcke und die Stative zu trocknen.

Es regnete den ganzen restlichen Tag und es gab somit heute keinen fotogenen Sonnenuntergang. So verbrachten wir einen ruhigen Abend bei einem leichten Abendessen, einem Glas Wein und etwas Fernsehen.

Highlight des Tages: der Besuch der Lavagrotten in São Vicente

Flora und Fauna Fotogalerie: Madeira Flora und Fauna Fotogalerie 2012

Vorschaufotos:

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